Vor 100 Jahren, am 14. Juni 1925, starb der Einsiedler Klosterbruder Meinrad Eugster im Alter von 77 Jahren. Als gelernter Schneider war er im Kloster vorwiegend in der Schneiderei tätig gewesen. Durch seine Demut und Bescheidenheit erlangte er bereits zu Lebzeiten den Ruf der Heiligkeit. 1939, nur vierzehn Jahre nach dem Tod des Klosterbruders, liess Abt Ignatius Staub auf Wunsch der Benediktinergemeinschaft von Einsiedeln und zahlreicher Gläubigen den Seligsprechungsprozess einleiten. Mit Dekret vom 28. Mai 1960 anerkannte Papst Johannes XIII. Bruder Meinrad als «verehrungswürdig».
Gedenkjahr mit speziellen Tagen, einer Ausstellung und zwei neuer Filme
Das Kloster Einsiedeln feierte den 100. Todestag von Bruder Meinrad mit einem Gedenkjahr: Jeweils am 14. eines Monats wurde ein «Bruder-Meinrad-Tag» begangen, deren Programme von der Biografie und der spirituellen Botschaft des Ehrwürdigen Dieners Gottes sowie von den Sakramenten der Kirche, aus denen Bruder Meinrad seine ganze geistliche Kraft geschöpft hat, inspiriert waren. Es wurde eine Ausstellung eingerichtet, die nicht nur das Leben von Bruder Meinrad vorstellt, sondern auch Gegenstände zeigt, welche mit ihm und seinen Tätigkeiten im Kloster Einsiedeln in Verbindung stehen. Das Interesse an dieser Ausstellung ist so gross, dass mehrfach die Bitte ausgesprochen wurde, die Ausstellung über das Bruder-Meinrad-Jahr hinaus zu verlängern. Zwei eigens erstellte Filme, ein Dokumentarfilm (30 Minuten) sowie ein Kurzfilm (7 Minuten), zum Leben und zur Botschaft von Bruder Meinrad Eugster können weiterhin auf der extra für das Jubiläum errichteten Webseite oder im Internet angeschaut werden.
Ein Höhepunkt des Gedenkjahres war der Bruder-Meinrad-Tag am 14. Juni – dem Sterbetag –mit dem Pontifikalamt und der Festpredigt von Abt Urban, an dem die von P. Oswald Jaeggi komponierte «Bruder-Meinrad-Messe» erklang.
Buch zur bleibenden Erinnerung
Mit dem gestrigen letzten Bruder-Meinrad-Tag und der Buchvernissage erlebte das «Bruder-Meinrad-Jahr» nochmals einen Höhepunkt. Sie wurde mit einem Grusswort von Abt Urban Federer eröffnet und musikalisch von Pater Theo Flury am Flügel begleitet. Das Buch «Bruder Meinrad Eugster. Ein Leben für die Ewigkeit» wurde von den Einsiedler Benediktinern P. Philipp Steiner und P. Meinrad M. Hötzel als Rückblick auf das Gedenkjahr des ehrwürdigen Dieners Gottes Bruder Meinrad Eugster konzipiert.
Es enthält eine ausführliche Biografie von Bruder Meinrad, die mithilfe verschiedener Quellen – vor allem den umfangreichen Unterlagen des Seligsprechungsprozesses – verfasst wurde. Den beiden Autoren war es wichtig, sein Leben neu, d. h. gemäss den Fakten, nachzuzeichnen.
Wer nicht an allen Bruder-Meinrad-Tagen dabei sein konnte, findet nun alle Impulse im dritten Kapitel des Buches und kann sich in die Spiritualität des demütigen Klosterbruders vertiefen.
Den grössten Platz nehmen die 49 Briefe von Bruder Meinrad ein, die in diesem Buch erstmals gesammelt und kommentiert werden. Viele Zeugnisse und Korrespondenzen seien verloren gegangen, hatte doch niemand damit gerechnet, dass für den bescheidenen Klosterbruder eines Tages das Seligsprechungsverfahren eingeleitet werden sollte. «Doch er hat Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen», so Pater Philipp.
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