Lichtprojektion des Schweizer Lichtkünstlers Gerry Hofstetter auf die Fassade der Kaserne der Päpstlichen Schweizergarde im Vatikan anlässlich der Vereidigung der neuen Schweizergardisten am 6. Mai 2026. (Bild: Päpstliche Schweizergarde)

Weltkirche

Licht­show im Vati­kan als Brü­cke zwi­schen der Schweiz, Rom und der heu­ti­gen Generation

Am 6. Mai leg­ten 28 Rekru­ten der Päpst­li­chen Schwei­zer­garde in Anwe­sen­heit von Papst Leo XIV. den Fah­nen­eid ab. Auf die Ver­ei­di­gung folgte eine Licht­show des Schwei­zer Licht­künst­lers Gerry Hof­stet­ter. Heute Don­ners­tag, den 7. Mai, emp­fing der Pon­ti­fex die Mit­glie­der der Päpst­li­chen Schwei­zer­garde und ihre Familienangehörigen.

Als besondere Bereicherung der Feierlichkeiten wurde am Abend der Vereidigung eine Lichtshow des weltberühmten Schweizer Lichtkünstlers Gerry Hofstetter auf die Fassade der Kaserne der Schweizergarde projiziert. Die Projektion auf die Kaserne steht im Zusammenhang mit der Opfertat der Päpstlichen Schweizergarde beim Sacco di Roma 1527, bei der 147 von 189 Gardisten ihr Leben liessen, um Papst Clemens VII. die Flucht vor marodierenden Söldnern des kaiserlichen Heeres in die Engelsburg zu ermöglichen. Die Garde begeht nächstes Jahr das 500. Gedenken an diese Opfertat, die ihren Ruf bis heute prägt. Für Gerry Hofstetter ist die Projektion mehr als eine künstlerische Intervention: «Licht ist Hoffnung, kann Geschichte sichtbar machen und Menschen emotional verbinden. Die Päpstliche Schweizergarde steht seit 500 Jahren für Treue, Mut und Dienstbereitschaft. Mit der Projektion möchte ich diesen Werten ein sichtbares Zeichen setzen und zugleich eine Brücke zwischen der Schweiz, Rom und der heutigen Generation schlagen.»
 


Mehr Diener als Soldat
Am Donnerstagnachmittag traf Papst Leo XIV. die Mitglieder der Schweizergarde und ihre Familienangehörigen. Die Audienz biete ihm die Gelegenheit, der Schweiz seinen Dank auszusprechen, begann Papst Leo XIV. seine Ansprache. Die Rekruten «sind eine Quelle des Stolzes für Ihr Land und bringen die kulturellen und spirituellen Werte, in denen sie aufgewachsen sind, in den Vatikan ein.» Er dankte der Garde für ihren «gewissenhaften und diskreten» Dienst, den sie Tag und Nacht leisten. «Ich möchte auch euren Familien danken, die euch auf dem Weg, der euch hierher geführt hat, begleitet haben.»

Der Dienst an den Toren des Vatikans sowie im Apostolischen Palast und in den grossen Basiliken biete eine gute Gelegenheit, die Schönheit der Umgebung zu bewundern. «Diese Schönheit kommt von Gott und führt zu Gott, dem Vater der Schönheit und des Guten. Eure Aufgabe, die in erster Linie militärischer Natur ist, ist dennoch untrennbar mit der Berufung zur Heiligkeit verbunden, die jedem Getauften eigen ist.»

Der Papst zeigte sich überzeugt, dass die Zeit in der Garde Teil eines persönlichen Glaubensweges ist. Mehr als Soldaten sollen sie nach dem Vorbild Christi Diener und Helfer sein – für die Mitglieder der Kurie, die Amtsträger, Pilger und Touristen.
 


Während der Tagschichten müssen die Gardisten auf alle und alles achten, doch die stillen und einsamen Nachtschichten können günstige Momente sein, um die Seele durch Lektüre und Meditation zu nähren, so der Pontifex weiter. «Sie bieten auch eine Gelegenheit, dem inneren Meister zu begegnen, und um das Gebet des Heiligen Nikolaus von Flüe zu sprechen.»

Das Korps der Päpstlichen Schweizergarde ist «stark durch eure Tugenden, eure Verschiedenheit und eure individuellen Charaktere». Das Leben in der Kaserne ist ein privilegierter Ort, um die menschlichen Tugenden des Dienstes am Nächsten, der Grosszügigkeit und der Demut zu entwickeln. «Durch die brüderliche Solidarität, die eure Beziehungen prägt, werdet ihr ein Klima der Harmonie und Freude innerhalb der Garde schaffen, das sich in all jenen widerspiegeln wird, denen ihr begegnet.» Er ermutigte seine Leibgarde, diesen oft anspruchsvollen Weg weiterzugehen.

«Ich bekräftige meinen Dank an die gesamte Garde für den fleissigen und grosszügigen Dienst, dessen Zeuge ich jeden Tag bin. Ich vertraue euch alle, die ihr hier anwesend seid, dem mütterlichen Schutz der Jungfrau Maria, des heiligen Martin von Tours, des heiligen Sebastian und des heiligen Nikolaus von Flüe, eurer Schutzpatrone, an und erteile euch von Herzen meinen Apostolischen Segen.»
 

Die neuen Gardisten werden traditionell am 6. Mai vereidigt. An diesem Tag im Jahr 1527 starben 147 Gardisten bei der Verteidigung von Papst Clemens VII. während der Plünderung Roms (Sacco di Roma).
Aktuell dienen 135 Männer in der Schweizergarde. Ihre Aufgaben bestehen im Schutz des Heiligen Vaters und seiner Residenz, in der Begleitung des Papstes auf seinen Apostolischen Reisen; in der Bewachung der offiziellen Eingänge zum Vatikanstaat, der Leistung von Ordnungs- und Ehrendiensten sowie im Schutz des Kardinalskollegiums während der Sedisvakanz. Weitere Informationen finden sich hier


Redaktion


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