Screenshot des Aussendungsgottesdienstes der Sternsinger vom 4. Januar 2026 in der Pfarrei Bütschwil SG.

Kirche Schweiz

Lit­ur­gi­sche Miss­bräu­che in der Deutsch­schweiz: Keine Einzelfälle

Lit­ur­gi­sche Miss­bräu­che sind in der Deutsch­schweiz weit ver­brei­tet: Der Weih­nachts­got­tes­dienst aus der Stadt­kir­che Baden war ein Bei­spiel dafür. Doch auch im Bis­tum St. Gal­len gibt es Leute, die mei­nen, sich über ver­bind­li­che Vor­schrif­ten hin­weg­set­zen zu müs­sen, wie ein Aus­sen­dungs­got­tes­dienst für Stern­sin­ger an Epi­pha­nie in Bütschwil zeigt.

Die Pfarrei St. Kilian in Bütschwil verfügt über eine beeindruckende Schar von Sternsingern; dazu darf man den Verantwortlichen gratulieren. Es ist erfreulich, dass sich so viele Kinder und Jugendliche für die «Aktion Sternsingen» einsetzen.

Im Aussendungsgottesdienst vom 4. Januar 2026 brauchte es etwas Geduld, bis sich die vielen Sternsinger nach dem Einzug für ein Lied aufgestellt und sich danach in die Bänke eingereiht hatten. Drei jugendliche Sternsinger stimmten die Anwesenden auf das Thema der diesjährigen Sternsingeraktion ein, in der es um die Bekämpfung von Kinderarbeit geht. Anscheinend hatten sie vorher keine Zeit für eine Probe, doch am Schluss hatten alle ihren Text gesagt. Mit solchen «Pannen» muss in einem Gottesdienst mit Kindern resp. Jugendlichen gerechnet werden; das ist nicht weiter schlimm.

Problematisch wird es, wenn der Priester die Heilige Messe den Kindern unterordnet. Man spürte das pädagogische Bemühen des Priesters, die Kinder «abzuholen», wie man heute so schön sagt. Doch dabei gingen Sinn und Geist der Heiligen Messe weitgehend verloren.

Selbstgebasteltes aus dem hohlen Bauch heraus
Der Priester hielt fast den ganzen Gottesdienst auf Schwyzerdütsch. Dies gilt als kindgerecht, doch die Kinder sind sich vom Fernsehen Hochdeutsch gewöhnt. Das geht inzwischen so weit, dass sie beim Spielen draussen oft Hochdeutsch miteinander sprechen. Die Gefahr bei der Benutzung der Umgangssprache liegt darin, dass das weniger präzise ist und schnell einmal ins Trivial-Banale abgleitet, im Stil von «Ä schös Tägli». So sprach der Priester z. B. davon, dass die Sterndeuter an der Krippe spürten, dass Jesus «ein Kind Gottes» sei. Kinder Gottes sind wir alle … Die Sterndeuter erkannten in Jesus hingegen den Sohn Gottes.

Nach der Eröffnung bat der Zelebrant um einen Moment der Stille, danach «begrüssen wir Jesus in unserer Mitte». Diese Begrüssung von Jesus – vermutlich war der Bussakt gemeint – lautete: «Herr Jesus Christus, du bist immer auf unserer Seite. Du tröstest die Traurigen, und freust dich mit den Fröhlichen. Du bist Hoffnung und Kraft für alle Kinder auf dieser Welt.» Und schon folgte das Tagesgebet, natürlich wieder auf Schwyzerdütsch, selbstgebastelt und ohne die trinitarische Schlussdoxologie. Keine Kyrie-Rufe und auch kein Gloria.

Es folgten eine Lesung und ein Zwischengesang. Dass die zweite Lesung entfiel, kann man aufgrund des speziellen Gottesdienstes mit den vielen Segnungen nachvollziehen. Dies ist aus pastoralen Gründen auch möglich.

Nach dem Evangelium wandte sich der Priester mit einigen Worten an die Kinder und Jugendlichen, die als Sternsinger unterwegs sind und sich so gegen Kinderarbeit einsetzen. «Der Prophet Jesaja wäre stolz auf euch!», nahm er Bezug auf die Lesung. Eine eigentliche Homilie entfiel. Die Ansprache blieb auf der rein horizontalen Ebene (Nächstenliebe). Als er auf die Lesung verwies, sagte er: «In der Lesung, die uns X. Y. vorgelesen hat …» Mit dieser Formulierung machte er die Lesung zu einem blossen Text von Mensch zu Mensch – keine Spur von der Tatsache, dass Gott selbst in den Lesungen zu uns spricht.

Es folgten die Segnung von Salz und Wasser. Die Kirche würde das Salz segnen, weil sie das Leben der Kinder «würzig machen» möchte, damit sie «keine geschmacklosen Menschen sind». Das hat zwar Unterhaltungswert, geht aber am eigentlichen Sinn der Salzsegnung vorbei. Auffallend: Bei beiden Segnungen liess der Priester die Sätze weg, die von der Sünde resp. dem Bösen sprechen. Doch dafür gab es keinen Grund, im Gegenteil: Die Sternsinger bringen ja gerade den Segen Gottes zur Bewahrung vor dem Bösen und sammeln Spenden für Kinder, die unter Ungerechtigkeiten leiden, die auf das sündige Verhalten von Menschen zurückzuführen sind.

Das Glaubensbekenntnis fiel wenig verwunderlich weg, obwohl es dafür keinen ersichtlichen Grund gab und dies auch nicht erlaubt ist.

Wirres Hochgebet
Vermutlich war der Priester bei der Gabenbereitung durch das teilweise Mitsingen des Liedes abgelenkt, sodass er es mit dem Ablauf nicht so genau nahm.

Wirklich schlimm wurde es – man ahnt es – bei der eigentlichen Eucharistiefeier.

Als Grundlage für das Hochgebet diente das «Kinderhochgebet I», jedoch auf Schwyzerdütsch. Nach einem Teil der Präfation folgte das Lied: «Laudate omnes gentes» – anscheinend war es als «Sanctus» gedacht. Doch jetzt folgte der zweite Teil der Präfation und die Epiklese. Bei den Einsetzungsworten – auf Schwyzerdütsch und entsprechend ungenau formuliert – brach er die Hostie, wie wenn es sich um ein Nachspielen des Letzten Abendmahls gehandelt hätte. Der weitere Verlauf des Hochgebetes war genauso wirr, wie zu Beginn und stimmte nicht mit dem offiziellen Kinderhochgebet I überein.

Erst nach dem Hochgebet forderte er die Gläubigen auf, zum Vaterunser aufzustehen (während des Hochgebetes sassen die Kinder). Selbstverständlich liess der Priester den vorgeschriebenen Embolismus (Entfaltung der letzten Vaterunser-Bitte: «Erlöse uns, Herr, allmächtiger Vater, von allem Bösen und gib Frieden in unseren Tagen …) weg.

Nach dem Friedensgruss sagte der Priester das nächste Lied an: «Wir singen bei 002: Leider nicht bei 007, dann wäre es ein James Bond-Lied.» Auch diese flapsige Bemerkung mochte unterhaltsam sein, war aber gerade an dieser Stelle, wo es um den Opfertod Jesu geht, deplatziert. Als «Agnus Dei» erklang das Lied «Wo Menschen sich vergessen». Zum Vergessen ist eigentlich diese Art von Gottesdienst.

Kinder nicht unterschätzen
Ein Aussendungsgottesdienst für Sternsinger mit vielen Kindern und Jugendlichen darf und soll einen eigenen Charakter haben und darf aus pastoralen Gründen auch mit weniger Lesungen auskommen. Hier wurde aber an einem Hochfest eine Eucharistiefeier liturgisch grundlos auf das Niveau eines «Chlichindergottesdiensts» degradiert.

Auch das Weglassen zentraler Elemente wie Kyrie, Gloria und Glaubensbekenntnis ist inakzeptabel, da sie wesentlich zur Liturgie gehören. Die Autorin war jahrelang als Religionslehrerin tätig und weiss aus Erfahrung, dass Kinder die Eucharistiefeier problemlos «verstehen». Dies den Kindern abzusprechen, ist eine böswillige Unterstellung von Erwachsenen. Nicht die Kinder, sondern sie haben ein Problem mit der Messfeier!

Besondere Eucharistiefeiern wie Weihnachtsgottesdienste, Erstkommunion, Firmung oder eben die Aussendung der Sternsinger sind gute Gelegenheiten, die Kinder – und auch die Erwachsenen – zu Gott zu führen. Bedauerlich, dass solche Chancen zum Schaden des christlichen Glaubens so oft nicht wahrgenommen werden.

Die Bischöfe der Bistümer Basel, Chur und St. Gallen täten gut daran, an ihren gemeinsamen Brief vom 5. Januar 2023 zu erinnern, in dem sie ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen darum bitten, die Liturgie nicht zum Experimentierfeld persönlicher Vorhaben zu machen.
 

Aussendungsgottesdienst auf YouTube


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

E-Mail

Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Captcha Code Kann das Bild nicht gelesen werden? Klicken Sie hier, um zu aktualisieren

Captcha ist erforderlich!

Code stimmt nicht überein!

You have reached the limit for comments!

* Diese Felder sind erforderlich.

Bemerkungen :

  • user
    Mira Noé 15.01.2026 um 10:40
    Ich bin schockiert über eine solche Berichterstattung. Warum sollte ein Gottesdienst nicht anders gestaltet sein – und wer entscheidet überhaupt, was richtig oder falsch ist? Steht es Menschen zu, darüber zu urteilen?
    Einen Priester mit einem Bild öffentlich an den Pranger zu stellen, ist beschämend.
    Ist das wirklich euer Verständnis eines christlichen Miteinanders? Mehr bleibt mir dazu nicht zu sagen.
    • user
      Redaktion 15.01.2026 um 11:00
      Die Feier der Eucharistiefeier ist im sogenannten Messbuch geregelt. Dieses gilt für die ganze Weltkirche. Der Ablauf der Eucharistie hat einen inneren Aufbau, der in der Eucharistie seinen Höhepunkt findet. Die Wandlung von Brot und Wein kann nur durch Gott geschehen (gewirkt durch den Priester kraft seiner Weihe). Deshalb ist die Eucharistiefeier besonders geschützt und geregelt.
      Andere Gottesdienstformen sind frei gestaltbar (z. B. Andachten).
      Rosmarie Schärer
    • user
      Daniel Ric 15.01.2026 um 15:06
      Liebe Frau Noé, natürlich sehen solche Artikel wie derjenige von Frau Schärer oder auch derjenige, den ich über die Heilige Messe in Baden geschrieben habe, auf den ersten Blick als ein Anprangern aus, das die christliche Nächstenliebe vermissen lässt. Um das geht es jedoch nicht. Es geht um die Frage, ob es richtig ist, sich das Recht herauszunehmen, den Ablauf der Heiligen Messe nach Belieben abzuändern. Wir alle wissen, dass es Situationen gibt, in denen Kreativität verlangt ist, aber auch Situationen, in denen es wichtig ist, genauen Regeln zu folgen. Keiner würde sich gerne von einem Arzt operieren lassen, der seine Operationstechnik jeden Tag ändert. Ich bin übrigens kein Fundamentalist, was die Liturgie anbelangt. Ich behaupte nicht, eine Messe ist gleich unwürdig, weil nicht alles nach Messbuch verläuft. Aber in der Deutschschweiz hat das Experimentieren ein Ausmass angenommen, welches jede gute Mass überschreitet. Nehmen Sie nur schon die Verwendung des Schweizerdeutsch in der Messe: In einem Land, in dem sehr viele Katholiken einen Migrationshintergrund haben, verwendet man einen Dialekt und nicht die Schriftsprache, durch was man in Kauf nimmt, dass viele Menschen dem Gottesdienst nicht folgen können. Was für einen pastoralen Sinn hat dies? Man muss solche Dinge ansprechen und auch kritisieren können. Und wichtig ist auch, was Frau Schärer im Artikel geschrieben hat. Man nimmt Kinder und Jugendliche nicht ernst, wenn man ihnen nicht zumutet, die Heilige Messe verstehen zu können.
    • user
      Kilian 15.01.2026 um 22:55
      Sie verstehen die Katholische Kirche nicht, wenn ja, so wüssten sie, dass es Regel und Richtlinien gibt. Wer über rot fährt—-Sind wir dankbar, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Wahre Nächstenliebe offenbart sich nicht im Beifall sondern in der Wahrheit. Im Bericht wird niemand blossgestellt noch ist er respektlos geschrieben. Wer solche Experimente auf YouTube stellt, wird auch Kritik einstecken können.
    • user
      Angelo 16.01.2026 um 08:01
      Hallo Frau Noé
      Ich bin auch schockiert über ihre Äusserungen. Das sind MISSBRÄUCHE, und das ist nicht harmlos und ist nicht unter den Tisch zu wischen. Ob diese Missbräuche geistlich, sexuell oder liturgisch sind, es gehört aufgedeckt. @ Kilian Das sind keine Experimente, das sind Missbräuche, und das gehört nicht in der Kirche.
      • user
        Mira Noé 16.01.2026 um 08:33
        Das Wort "MISSBRAUCH" finde ich in diesem Zusammenhang nicht angemessen und realitätsfremd.
        • user
          Roland Graf 16.01.2026 um 18:55
          Auch wenn Ihnen der Ausdruck MISSBRAUCH nicht gefällt. Es ist eine passende Umschreibung dessen, was da passiert ist. Selbst ein liberales Newsportal hat diesen Begriff verwendet:
          https://www.kath.ch/newsd/bischof-joseph-bonnemain-informiert-monika-schmid-ueber-resultat-der-untersuchung-zu-liturgischem-missbrauch/
          Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass Priester und Laien, die sich in gravierender Weise über liturgische Vorschriften hinwegsetzen, das Gewissen der Gläubigen missachten, die ein Recht auf eine korrekt gefeierte Liturgie haben. In diesem Zusammenhang darf man auf den Apostel Paulus (1 Kor 10,28) verweisen. Er mahnt, das Gewissen des Nächsten zu achten. Da ging es aber nur um Götzenopferfleisch, dessen Genuss an sich erlaubt war. Paulus mahnt aber, aus Rücksicht auf das schwache Gewissen eines Gläubigen, auf den Genuss zu verzichten. Hier geht es um viel mehr als bei Paulus - um ein heiliges Sakrament. Dem Priester wurde bei seiner Weihe die Feier der Liturgie anvertraut und daher ist es seine Pflicht, die hl. Liturgie nach dem römisch-katholischen Ritus zu feiern! Bei der Chrisammesse fragt der Bischof seine Priester: "Seid ihr bereit, gemäss der kirchlichen Überlieferung die Mysterien Christi in gläubiger Ehrfurcht zu feiern zum Lobe Gottes und zum Heil seines Volkes?" Mancher Priester könnte da leider nicht mehr mit bestem Gewissen mit Ja antworten. Diese Missbräuche müssen endlich aufhören!
          vgl. https://www.swiss-cath.ch/artikel/die-liturgie-nicht-zum-experimentierfeld-persoenlicher-vorhaben-machen
    • user
      Marlis Steiner 18.01.2026 um 10:51
      Keine Frage, die Kirche ist jung und sie lebt! Dort wo man die Ressourcen gemeinsam für das Wesentliche bündelt, geht es vor- und aufwärts!
      http://katholisch-informiert.ch/
  • user
    majkell marjakaj 14.01.2026 um 10:07
    Solche „Gottesdienste” haben meines Erachtens nichts mehr mit einem Gottesdienst zu tun!
    sind im See- und Gastergebiet, z. B. in Uznach, Schmerikon oder Gommiswald, an der Tagesordnung! Himmeltraurig! Man kann sich ja nicht beschweren, unser Bischof beantwortet keine Mails und geht nicht auf die Missbräuche ein!
    Das sind die Folgen des Liberalismus! Die "Gottesdienste" sind dem Herrn sei Dank in diesen pseudokatolischen Pfarreien kaum besucht! Kein wahrer Gläubiger will solche Pseud-Gottesdienste! Die Zustände in der Schweizer katholischen Kirche sind miserabel! Unsere Hirten schweigen!
  • user
    Karl Holz 13.01.2026 um 23:18
    Vor laufender Kamera werden die Kinder liturgisch missbraucht und alle Welt schaut zu.
  • user
    Donatella 13.01.2026 um 22:19

    Es sind tatsächlich LEIDER GOTTES überhaupt keine Einzelfälle, liturgische Missbräuche in der Deutsch-Schweiz, im Gegenteil. Würden Sie als Organistin/Kirchenmusikerin in der so genannten katholischen Kirche der Deutsch-Schweiz arbeiten, würden Sie wissen, dass sie eher die Norm sind. Wenn man sich dagegen wehrt, muss man mit regelrechter Verfolgung rechnen, ob offen oder versteckt, wird sie nicht ausbleiben. Beten wir für die Verantwortlichen, die selber daran schuldig sind und dadurch andere in die Irre führen, für die treuen Priester, die sich dagegen wehren und deshalb Diskriminierung erleben und für alle Katholiken, ob Angestellte der RKK Schweiz oder Pfarrei Mitglieder, die den berechtigten Wunsch nach einer sauberen, gesunden, den offiziellen Vorgaben treuen Liturgie haben und äussern und deshalb viel zu leiden haben. Herr, vergib Ihnen, denn sie wissen, hoffentlich, nicht, was sie tun. Komm Herr Jesus, Marana tha

  • user
    Anna Lena Stigloher 13.01.2026 um 21:46
    Danke Frau Rosmarie Schärer für diese wahrheitsgemässe Darstellung. Ich bin zutiefst schockiert. Eine authentische Gottesbegegnung, wie sie die Kirche ermöglichen sollte, wird den Kindern vorenthalten. Sobald die Firmung vorbei ist, gehen derart vorbelastete Kinder und Jugendliche regelmässig nicht mehr in die Kirche. Dies nicht, weil sie jetzt gegen Gott oder gegen den Glauben eingestellt wären, nein. Sondern weil ihnen derartige "Clownsveranstaltungen" gerade gegen die gesunde Pietät verstossen. Die Kinder werden frühtraumatisiert und fürs Leben geschädigt. Wenn sie dann als junge Studenten die ausserordentliche Form kennenlernen, fragen sie sich, warum diese unterdrückt wird. Kann man das alles noch nachvollziehen...
  • user
    Hansjörg 13.01.2026 um 11:44
    Wenn ich hier lese, was bei einem gemeinsamen Gottesdienst, an Mängeln und Spitzfindigkeiten alles herausgepickt werden kann, verstehe ich den grossen Zulauf von Jungen Menschen zu den Freikirchen.
    • user
      T.L.D 13.01.2026 um 12:39
      Viele Jugendliche gehen in die Freikirche, weil weder in den katholischen noch in den evangelischen Gemeinden der Glaube ernst genommen wird. In den Freikirchen wird noch die kosmische Dimension des Christentums verkündet, dort ist es klar, dass Christus physisch von den Toten erstanden ist. Bei uns fragt man sich bei vielen Weltpriestern, ob diese überhaupt die Grundsätze des Glaubens akzeptieren.
    • user
      Claudio Tessari 13.01.2026 um 13:43

      Junge Menschen wollen Klarheit. Keinen Relativismus, dass alle Religionen gleich sind. Nicht Jesus uns Bruder und Kumpel, sondern den wahren katholischen Glauben. Keine Gender-Ideologie oder Klimapolitik, sondern das unverkürzte Evangelium welches auch die Konsequenzen aufzeigt, wenn man Jesus ablehnt. Manche Freikirchen lehren das auch, wenn auch mit einer häretischen Brille. Warum gibt es heute weit über 40'000 Freikirchen? Wenn der reine katholische Glaube, und das war der Glaube aller Christen, nicht mehr gelehn wird, ist man anfällig für alle Irrlehren und Irrwege. Der Mensch ist immer ein Suchender. Wenn aber die Wahrheit nicht mehr klar gelehrt wird, der Gottesdienst nicht gefeiert wird, dass dieses Wahrheit, welche Jesus Christus, welche die katholische Kirche ist, erkannt wird, dann ist die Folge ein verwirrtes Umhergehen. Und nicht selten ist es so, dass man von Freikirche zu anderen Freikirchen wandert immer auf der Suche. Aber das Herz ruht erst, wenn es den wahren Christus gefunden hat, und dieser findet man nur in der Katholischen Kirche. Jedoch entstellen solche Gottesdienste, eine verwässerte Lehre, diese Wahrheit.

    • user
      Nico 13.01.2026 um 14:59
      Häresie Häresie Häresie. Wenn Sie Verständnis für sowas haben, dann verstehen Sie weder die Bibel, noch den christlichen Glauben, noch die katholische Kirche, noch die Heilige Messe.
      Die Freikirche hat nichts himmlisches und keine himmlische Lehre. In der Heiligen Messe aber ist Jesus wahrhaft in der Eucharistie präsent, welche uns in den Himmel bringt. Die Freikirche kann sowas nicht.
    • user
      Martin Meier-Schnüriger 15.01.2026 um 14:34
      Ach, lieber Hansjörg, wenn Sie wüssten, was die hl. Messe wirklich ist, würden Sie nicht von Spitzfindigkeiten sprechen, sondern wären bestürzt und betrübt über diese Entweihung des Allerheiligsten. Solche Pseudomessen sind der Grund, warum viele treu Gläubigen sich dem a.o. Ritus zuwenden.
  • user
    Claudio Tessari 13.01.2026 um 09:52
    Leider ist das wirklich keine Seltenheit, dass man versucht die Kinder abzuholen, die Liturgie dem Volk anzupassen. Aus eigener Erfahrung wird das explizit teils so auch von den Eltern verlangt, bei uns kam mal ein Reklamationsmail, dass man die Kinder zu wenig in den Gottesdienst einbezogen hätte. Oft haben die Priester hier es auch nicht so einfach, die Katechetinnen oft keine Ahnung von Liturgie, wollen dem Priester sagen wie er die Messe zu feiern hätte. Die Kinder welche ja eh nur 2-3 mal im Gottesdienst sind, demzufolge auch ihre Eltern, verstehen die Messe sowieso nicht und wünschen sich ein Event was die Hl. Messe ja nicht ist. Und hier sehe ich das Hauptproblem welches heute leider viele Priester in meinen Augen nicht richtig lösen. Die Menschenfurcht. Man möchte es allen recht machen. Man verbiegt sich in der Liturgie, natürlich immer mit dem Dogma aus pastoralen Gründen, und schlussendlich verärgert man nur die Gläubigen aber vor allem auch Gott, dem eine ehrfürchtige Anbetung gebührt. Wenn die Gläubigen sich beim Priester oder Bischof beschweren, alles mehrfach erlebt, heisst es: man will für alle da sein, man will diese Leute auch in der Kirche halten, man müssen auch den verloren Schafen nachlaufen. Natürlich verstehe ich die Sorgen, aber es ist einfach eine Naivität. Spätestens bei der Firmung sind sie weg. Wenn von klein auf, in der Familie der Glaube nicht gelebt wird, dann nützen solche Veranstaltungen überhaupt nichts. Ob sich das diese Priester welche schlussendlich vor Gott die Verantwortung tragen, auch bewusst ist. Man kann mit der Wahrheit keine Kompromisse machen. Die Wahrheit spaltet nun mal. Wenn man ein Ast zu sehr beugt, dann bricht er. Dort wo die Liturgie würdig gefeiert wird, nach Rubriken, wo der Glaube klar verkündet wird, dort wachsen die Kirchen. Wenn das die deutschsprachigen Bischöfe und Priester ( natürlich nicht alle) noch nicht gemerkt haben nach 60 Jahren Experimenten, leeren Kirchen, keinem gelebten Glauben, einem getauften Heidentum, dann kann man ihnen wirklich nicht mehr helfen, sondern die Hände falten und beten für ihre Bekehrung.
    • user
      majkell marjakaj 14.01.2026 um 09:55
      100! Ser gut auf den Punkt gebracht!!!
  • user
    Stefan Fleischer 13.01.2026 um 09:09
    Man ist versucht, so wie unsere Väter getan hätten, zu sagen: "Gott lässt seiner nicht spotten", oder mit der Schrift: "Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen. " (Mt 16,27) Aber halt! Gott versteht doch alles und vergibt alles. Und zudem ist das alles sicher nur gut gemeint!
    Das ist alles nur die Folge davon, dass die Furcht des Herrn, die Ehrfurcht, die wir ihm schulden, in unserer Kirche längst abgeschafft wurde. Wenn wir nicht hier, bei den Wurzeln, anpacken, müssen wir noch viel Schlimmeres erwarten.
  • user
    S. Hollenstein 13.01.2026 um 09:08
    Mit grossem Interesse, aber auch mit wachsender Sorge, habe ich Ihren Bericht über die aktuellen Entwicklungen in unserer liturgischen Landschaft gelesen.
    Dass die dort beschriebenen Tendenzen keine Einzelfälle sind, musste ich am selben Tag (4.1.2026/10:15 Uhr) persönlich in der Heiligen Messe in Mosnang erfahren.
    Auch diese Messe wurde vom selben Priester zelebriert und es kam zusätzlich zu den von ihnen beschriebenen Missachtungen noch zu einem weiteren groben Verstoss gegen die liturgische Ordnung, der weit über eine blosse „kreative Gestaltung“ hinausgeht.
    Für das Hochgebet wurden die Sternsinger dazu eingeladen, sich um den Altartisch zu versammeln.
    ​Während der Doxologie, dem feierlichen Abschluss des Hochgebets, wurden die Kindet dazu angehalten, gemeinsam mit dem Priester den Kelch hochzuhalten. Was oberflächlich als einladende Geste für die Jüngsten erscheinen mag, ist kirchenrechtlich und theologisch höchst problematisch.
    ​Die Doxologie („Durch ihn und mit ihm und in ihm...“) ist der krönede Abschluss des Hochgebets. Dieser Ritus – einschliesslich des Erhebens der Gaben von Brot und Wein – ist ausschliesslich dem geweihten Priester vorbehalten. Indem man Kinder dazu animiert, die heiligen Gefässe mitzuerheben, findet eine unzulässige Vermischung zwischen dem allgemeinen Priestertum der Getauften und dem besonderen Dienstamt des Priesters statt.
    ​Gute Religionspädagogik sollte Kinder in das Geheimnis des Glaubens einführen, statt die Liturgie in ein „Mitmach-Theater“ zu verwandeln. Wenn die zentralen Symbole und Handlungen der Eucharistie zur pädagogischen Verfügungsmasse degradiert werden, beraubt man sie ihrer sakralen Tiefe. Was in Mosnang praktiziert wurde, ist faktisch eine Banalisierung des Allerheiligsten unter dem Vorwand der Partizipation.
    ​Es ist dringend geboten, dass die Verantwortlichen in unseren Pfarreien zur objektiven Feier der Kirche zurückfinden. Die liturgischen Normen sind keine Schikane, sondern schützen das heilige Geschehen vor menschlicher Willkür und lokaler Selbstdarstellung.