Der zahlreichen Kritik an der Missachtung liturgischer Vorschriften wurde entgegengehalten, dass niemand auf die Idee käme, «das Hinknien (sich dem Volk zuwendend) des Churer Bischofs bei seiner Weihe 2021 als ‹Missbrauch› einzustufen» (so Heinz Meier in seinem Kommentar zum erwähnten Gastbeitrag von Claudio Tessari). Doch, Herr Meier! Ich oute mich als einer, der dieses in populistischer Absicht inszenierte Hinknien vor der im Kirchenschiff versammelten Schar von Gläubigen und Ungläubigen als Missbrauch bezeichnet. Ja, mehr noch: als Missbrauch, der weit über den liturgischen Bereich hinausgeht.
Warum? Es ist ja nicht nur dieser Gestus als solcher, sondern mehr noch die ihn ausdeutende Befehlsausgabe, mit der sich der neugeweihte Churer Bischof disqualifizierte. Denn dabei gab er zu verstehen, er könne keinen bischöflichen Segen spenden, wenn er nicht zuvor von den Anwesenden im Kirchenschiff gesegnet würde.
Abgesehen davon, dass die Adressaten seines Segnungsbegehrens gar nicht erst um ihre Zustimmung ersucht wurden: Diese anthropozentrische Umpolung, der zufolge Gott die Menschen erst um ihr Plazet für sein Handeln und Wirken einholen müsste, trifft den christlichen Glauben in seinem Kern. Doch mit dieser ungefragten Vereinnahmung sollte es nicht sein Bewenden haben. Auch das diesbezügliche Segnungsgebet hatte Bischof Bonnemain gleich selbst vorformuliert und – damit ja keiner es wage, auszuscheren – in dem an alle Anwesenden verteilten Heft zum Weihegottesdienst Wort für Wort festgelegt. Man wird dieses bischöfliche Gebaren nicht unter den Begriff «Synodalität» subsumieren wollen.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Der Artikel auf swiss-cath.ch deckt schwere Missbräuche auf: Bischof Bonnemain kniet 2021 bei seiner Weihe vor dem Volk, bittet um „Segen“ und diktiert ein vorgefertigtes Gebet – eine anthropozentrische Umkehrung, die Gott zum Bittsteller macht! In Bütschwil (SG) wird die Epiphanie-Messe für Sternsinger zur Zirkusnummer: Improvisationen, Gags („James Bond-Lied“), Weglassung von Kyrie, Gloria, Credo – trivial und und normenwidrig. Bischof Grögli reagiert mit Foto und Schweigen.
Katholische Wahrheit:
Die Liturgie ist Gottesdienst, kein Volkstheater! „Spiritus et Sponsa“ (JPII, 2003) warnt: „Missachtung liturgischer Normen führt zu schweren Missbräuchen, die das Mysterium verdunkeln – Pastoren müssen sie prudent und fest korrigieren.“ „Redemptionis Sacramentum“ (2004) fordert: Gläubige haben Recht auf Beschwerde beim Bischof oder Rom. Bischöfe sind Wächter der Liturgie (Praedicate Evangelium, Art. 88, nicht Komplizen!
Bischöfliche Verantwortungslosigkeit: Neujahrsbrief 2023 war gut gemeint, aber leer – Konsequenzen fehlen! Synodalität ist kein Deckmantel für Chaos. „Miscere colloquia“ (2013): „Irregularitäten und Missbräuche müssen korrigiert werden.“
Aufruf: Bischöfe Bonnemain, Grögli & Co.: Hört auf die Gläubigen! Stellt Normen durch, bildet Priester aus. Betet um Treue zur Liturgie – sie nährt den Glauben!
Aber sein schwacher Wappenspruch wirft schon Schatten voraus: was soll der Pleonasmus "in concordiam cordis" ? soll das Herz mt sich selber in Frieden sein??
Entsprechend kann man sich von seinem Bischofsein nicht viel erwarten.
Ganz anders bei JMB alias Bischof Bonnemain. Dessen Weihe zweifle ich an. Es fehlte die Intention. Er hat nicht gesagt "ich will nicht", aber sein lächerlicher Auftritt mit Maulkorb vor dem Konsekrator sagt fast alles. Glaubt er an Gott, Der alles kann, oder glaubt er den Menschen, die Angst haben (vor virtuellen Viren) ? Wem ist er Rechenschaft schuldig? Hat er den Auftrag vom Kirchenvolk ??
Liturgische Missbräuche sind nicht nur ästhetische Unfälle, sondern zeigen oft die Ungültigkeit des Sakramentes an. Dafür schickt man lieber die Piusbrüder in die Wüste, um den eigenen Unglauben mit der Moralkeule über andere zu decken.
Damit ein Sakrament, in welchem Christus wirkt, zustande kommt, muss die Form, Materie und Intention stimme.
- Form: mein Fleisch, mein Blut (Thomas Aquin)
- Materie: Weizenbrot und Wein
- Intention: das tun, was die Kirche darunter versteht.
Wenn im Forum steht: Heute Eucharistie, der Priester in der Wandlung mein Fleisch und mein Blut sagt, ist die Messe gültig, auch wenn alles zusammen gebastelt ist. Klar ist ein Missbrauch nicht gottgefällig, aber die Gläubigen haben an einer GÜLTIGEN MESSE teilgenommen. Und selbst im Zweifel: Ecclesia supplet, die Kirche ergänzt.
Man muss unterscheiden zwischen: GÜLTIG und Missbrauch
Diese Aktion von Bischof Bonnemain halte ich für einen Präzedenzfall liturgischen Missbrauchs. Wenn ich es richtig verstehe, bekommt der Bischof bei der Weihe eine besondere Vollmacht von Gott, die ganze Kirche zu segnen. Es wirkt verstörend, wenn ein neu geweihter Bischof sich plötzlich von uns einfachen Menschen segnen lassen will. Das dreht ja die ganze Ordnung um!
Wer anderen predigen will wo es lang geht, sollte erstmal bei sich selber anfangen. Durch solches Theaterspielen stellt man sich über alle anderen, die sich an die Regeln halten. Das ist Stolz!