«Kirche setzt Sprachpolizei auf ‹den:die Seelsorger:in› an» entfuhr es entsetzt dem Mund von Robert Knobel, Redaktor der «Luzerner Zeitung» (1. März 2026). Hoppla! Wenn sogar dieses stink-liberale Blatt auf den Alarmknopf drückt, muss sich Aussergewöhnliches zugetragen haben. In der Tat hat der genannte Journalist einige Müsterchen ausfindig gemacht, die einen nur darüber den Kopf schütteln lassen, wozu feministisch-woke Schreibtischtäter (pardon Schreibtischtäter:innen) fähig sind:
- Das Begriffspaar «Mädchen und Buben» ist ab sofort verpönt – sich nicht als binär verstehende Kinder könnten sich diskriminiert fühlen.
- Auch das Wort «Eltern» soll hinfort tabu sein, denn dadurch könnten sich Erziehungsberechtigte, die keine biologischen Eltern sind, ihrerseits diskriminiert fühlen.
- Item: Auch der Begriff «Seelsorgende» ist subito aus dem Vokabular zu streichen, weil er die Geschlechter in all ihrer Vielfalt nicht adäquat abbildet.
Doch damit des Unfugs nicht genug: Es soll nicht nur so geschrieben, sondern auch so gesprochen werden. Denn ultimativ stellt sich die Herausforderung, diese himmelschreiende Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen. Sprich die Ungerechtigkeit einer Welt, die immer noch von Vater und Mutter, von Buben und Mädchen schreibt und somit all die anderen diskriminiert.
Der Doppelpunkt soll’s richten
Doch wie soll das geschehen? Der Doppelpunkt soll es richten! Also nicht mehr «Seelsorgende» darf es heissen (weil damit «zwar alle eingeschlossen werden, aber die Vielfalt nicht sichtbar gemacht wird»), sondern ab sofort «Seelsorger:innen», denn dieser Begriff «schliesst alle von Frau bis Mann ein und macht die Vielfalt der Geschlechter sichtbar» (Dokument «Vielfaltbewusste Sprache» S. 8).
Bleibt noch das Problem: Wie kann auch beim Sprechen diesem Doppelpunkt zu seinem Recht verholfen werden? Ganz einfach: Mittels einer Kunstpause! Die Bedienungsanleitung wird gleich mitgeliefert: «Beim Sprechen wird beim Genderdoppelpunkt eine ganz kurze Pause gemacht. Diese Pause heisst Glottisschlag. Der Glottisschlag ist gemäss Wikipedia ein stimmloser Verschlusslaut, der durch die plötzliche, stimmlose Lösung eines Verschlusses der Stimmlippen gebildet wird. Es reicht aber, auch ohne dieses Wissen, einfach eine kurze Pause einzulegen» (Dokument «Vielfaltbewusste Sprache» S. 9).
Fazit von Robert Knobel: «Mit diesen rigiden Vorschriften schiesst die Kirche völlig übers Ziel hinaus.» Kann man so sehen. Noch treffender wäre wohl die Diagnose: Mit diesem Sprachdiktat hat sich die Katholische Kirche der Stadt Luzern in den eigenen Kopf geschossen.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Zitat aus kath.net: Müller: Kein Mensch darf „über Leben und Freiheit des Gewissens und Glaubens anderer entscheiden“
Weitere Hinweise und Quellen siehe https://ifit.click
"Was ihr den Geist der Zeiten heisst, das ist im Grund der Herren eigner Geist, in dem die Zeiten sich bespiegeln.." (Faust zu Wagner im Studierzimmer Szene in der Nacht.)
Wie katholisch sind Sie?
Sind Sie römisch-katholisch oder deutsch-synodal-katholisch? Oder sind Sie gender-katholisch oder einfach unabhängig-luzernisch-katholisch? (Lefebvre katholisch kann man wohl ausschliessen.) Für eine klare Stellungnahme wäre ich dankbar.
Nein, sorry: Ist der:die:das jetzt unser - Pause Doppelpunkt - e Erziehungsberechtigte - Pause Doppelpunkt - r ?
Nochmal sorry: Gott darf ja gar nicht erziehen!
Diese Anbiederei ist schlicht peinlich.