Mitglieder des Malteserorden Schweiz und des Malteser Hospitaldienst Schweiz nach dem Festgottesdienst. (Bild: Malteserorden Schweiz)

Kirche Schweiz

Mal­te­ser­or­den Schweiz nimmt zehn neue Mit­glie­der auf

Vom 19. bis 21. Juni 2026 traf sich in Luzern der Schwei­zer Zweig des Sou­ve­rä­nen Rit­ter– und Hos­pi­ta­lor­dens von Malta. Krö­nen­der Abschluss war der fei­er­li­che Got­tes­dienst vom Sonn­tag mit der Auf­nahme neuer Mitglieder.

Es war – dies sei vorweggenommen – eine Feier von aussergewöhnlicher spiritueller Tiefe, Symbolkraft und Schönheit, ein formvollendeter Dreiklang von barocker Kirchenarchitektur, Musik und Liturgie – ein eigentliches Gesamtkunstwerk. 113 Damen und Ritter sowie 72 Angehörige des «Malteser Hospitaldienst Schweiz (SHOMS)» nahmen zusammen mit zahlreichen Gläubigen aus nah und fern am Festakt teil.

Höhepunkt war die Aufnahme von 10 neuen Mitgliedern in den Malteserorden: 1 Kaplan, 5 Damen und 4 Ritter. Zuvor segnete Bischof Alain de Raemy, Apostolischer Administrator der Diözese Lugano, die Kreuze mit folgenden Worten: «Allmächtiger Gott, ewiger Vater, wir bitten Dich, diese Kreuze zu segnen, damit sie zum Heil derer beitragen, die sie empfangen; ihren Glauben stärken, sie zur Nächstenliebe anspornen und sie zum Heil führen. Mögen sie ihnen Trost und Schutz vor dem Bösen sein.»
 


Treuegelöbnis im Dienst der Armen und Kranken
Anschliessend übergab der Präsident des Schweizer Zweiges des Malteserordens, Nicolas de Buman, den zehn Kandidatinnen und Kandidaten die weissen Kreuze mit ihren acht Spitzen als Symbole der Seligpreisungen. Alle legten in seine Hand ihr Treuegelöbnis ab: «Ich verpflichte mich, mit Gottes Hilfe und unter dem Schutz Unser Lieben Frau von Philermos, des heiligen Johannes des Täufers und des seligen Gerhard, nach der Vollkommenheit des christlichen Lebens zu streben, entsprechend den Pflichten meines Standes und gemäss dem Geist und den Traditionen des Ordens. Ich verpflichte mich ferner, den Kranken und Armen grosszügig zu dienen und regelmässig zu den Werken des Ordens beizutragen.» Die Feier der Heiligen Messe schloss mit der Hymne des Malteserordens «Ave Crux alba»: ein Text und eine Melodie, die wohl niemanden der zahlreichen Mitfeiernden unberührt liessen. Dazu massgeblich beigetragen haben das Quintetto Inflagranti sowie Alexander Schmid (Orgel), Judith Raeber, Nicholas Savoy und Agnieszka Tutton (Gesang), welche buchstäblich den Himmel auf Erden erklingen liessen.
 


Die Verbindung von Ordensgemeinschaft und Völkerrechtssubjekt ist das eigentliche Markenzeichen des Malteserordens. Dies ermöglicht es ihm, unbürokratisch und bedürfnisgerecht Hilfe dort zu leisten, wo die Not am grössten ist. Ein eindrückliches Beispiel ist die Klinik in Gaza-Stadt, die der Lateinische Patriarch, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, jüngst, am 22. Juni 2026, eingeweiht hat. Rund 30 Ärzte, Pflegende und Apotheker stellen die medizinische Grundversorgung von täglich bis zu 100 Menschen sicher. «Trotz des Waffenstillstandes hält die Gewalt an. 60 Prozent der Gesundheitseinrichtungen wurden vollständig zerstört, Hautkrankheiten breiten sich aus», bilanziert Dr. Al-Musaddar, medizinischer Leiter der Klinik.
 


Dr. Josef Blotz, Grosshospitalier des Ordens, ergänzt: «Mehr als 900 Jahre nach unserer Gründung hier setzen wir unser Engagement für Menschen in Not im Heiligen Land fort, unabhängig von ihrer Religion oder Herkunft. Diese Klinik wird Menschen in Not lebensrettende medizinische Versorgung bieten.»


Niklaus Herzog
swiss-cath.ch

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Lic. iur. et theol. Niklaus Herzog studierte Theologie und Jurisprudenz in Freiburg i. Ü., Münster und Rom.


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