Mit einer Teilnahme von rund 20 000 Frauen, Männern und Kindern stellte die diesjährige Wallfahrt Paris-Chartres wiederum einen neuen Teilnehmerrekord auf. 120 000 Tonnen Wasser, 81 000 Brote, 27 000 Liter Suppen und 20 000 Rucksäcke, die täglich auf- und abgeladen wurden – dies nur einige Zahlen der traditionsverbundenen dreitägigen Fusswallfahrt, die am 23. Mai in der Kirche Saint-Sulpice in Paris startete und am Pfingstmontag 100 Kilometer weiter in der Kathedrale von Chartres endete.
Seit 1983 organisiert die «Notre-Dame de Chrétienté» die Wallfahrt und darf jedes Jahr neue Teilnahmerekorde erleben: 2023 waren es 16 000 Pilger, 2024 18 000, 2025 19 000 und dieses Jahr rund 20 000 Pilger; bereits am ersten Tag gingen 14 000 Anmeldungen ein. Es scheint, als ob der Versuch von Papst Franziskus, den überlieferten Ritus durch sein Motuproprio «Traditionis custodis (2021) einzuschränken, der Wallfahrt zusätzlichen Auftrieb gab.
Antwort auf die geistliche Krise der Welt und der Kirche
Dem feierlichen Pontifikalamt im überlieferten römischen Ritus in Chartres am Pfingstmontag stand Kardinal Raymond Leo Burke vor. «Durch die Pilgerreise habt ihr erneut die Wahrheit entdeckt, dass eure Tage auf Erden eine Pilgerreise zu eurer wahren und ewigen Heimat im Himmel sind, dass die Mühen, die Erschöpfung und das Leid eurer irdischen Pilgerreise von ewigem Nutzen sind», so Kardinal Burke in seiner Homilie.
Die selige Jungfrau Maria habe die Herzen der Pilger an ihr eigenes unbeflecktes Herz gezogen, das stets vollkommen eins ist mit dem Heiligsten Herzen Jesu. Sie weiss, wonach wir uns am meisten sehnen. «Besonders in Momenten der Müdigkeit, des Zweifels, der Verwirrung und der Versuchung zieht sie uns zu sich.» Sie ist unsere unfehlbare Führerin bei der Erfüllung unserer Mission im Weinberg des Herrn und führt uns zu Christus, damit wir «Seine Liebe in der Kirche sein können, vor allem in der Familie, der ersten Zelle des kirchlichen Lebens».
In einem weiteren Teil seiner Homilie ging er auf die Rolle des heiligen Josefs ein. «Er ist der Beschützer der Kirche, der Hüter der heiligen Tradition – der heiligen Lehre, der heiligen Liturgie und der heiligen Disziplin –, durch die das Leben Christi, die Gnade des Heiligen Geistes, seit der Zeit der Apostel ununterbrochen bis zu uns heute weitergegeben wird.» Er bewahrt unseren Weg. Deshalb sollen wir uns in jeder Prüfung und Bedrängnis, und besonders im Augenblick unseres Todes, ihm zuwenden.
«Durch die Pilgerreise geben wir erneut unsere Antwort auf jede persönliche geistliche Krise, die wir erleben mögen, sowie auf die geistliche Krise der Welt und der Kirche. Wir geben der Entmutigung und Verzweiflung keinen Raum, sondern, mit unseren Herzen vereint mit dem Unbefleckten Herzen Mariens und unter der väterlichen Fürsorge des Reinsten Herzens des Heiligen Josef – und so sicher ruhend im Heiligsten Herzen Jesu –, kämpfen wir, in den Worten des heiligen Paulus, den guten Kampf, halten den Kurs und bewahren den Glauben, im Vertrauen auf die Verheissung des ewigen Lebens, die unser Herr für ‹alle, die sein Erscheinen geliebt haben›, bereithält.»
Kardinal Burke rief die Pilgerinnen und Pilger dazu auf, sich der aussergewöhnlichen Natur des gewöhnlichen Lebens bewusst zu bleiben. Die Eucharistie stärkt die Gläubigen auf der Pilgerreise des Lebens und führt sie zu ihrem Ziel, der ewigen Heimat bei Gott.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Den Gregorianische Choral habe ich früher Sonntag für Sonntag gesungen. Er kann natürlich auch im neuen Ordo sehr schön gesungen werden.
Kardinal Burke instrumentalisiert offenbar den heiligen Josef für die alte Liturgie.