(Symbolbild: Pixabay/Pexels)

Kommentar

«My body, my choice!»

Neulich ging ich mit einem Freund zum Mittagessen. Wir unterhielten uns unter anderem über die Rente. Er meinte, dass die Zukunft der AHV sehr ungewiss ist, denn wir bekommen in der Schweiz viel zu wenige Kinder.

«Auf der anderen Seite werden so viele Kinder abgetrieben», sagte ich.

Eine junge Frau am Tisch nebenan wurde ganz nervös und meinte energisch:

«My body, my choice!»

Der Spruch ist eingängig und betont etwas ganz Wichtiges:

die körperliche Integrität der Frau.

Trotzdem lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Haben Sie die Offenheit dazu?

My body (Mein Körper)
Jeder Mensch hat eine einzigartige DNA. Wenn aber eine Frau schwanger wird, ist da von Anfang an eine zweite DNA, die es nie zuvor gegeben hat und niemals nachher geben wird.

Jeder Mensch hat ein Herz. Wenn aber eine Frau schwanger ist, schlagen ab der 5. Woche zwei Herzen in ihr.

Diese Fakten weisen auf einen anderen Körper hin. Er ist vorübergehend im Körper der Frau, wo jedes menschliche Leben beginnt, aber er unterscheidet sich vom Körper der Frau.

Wenn wir die körperliche Autonomie («my body») wirklich ernst nehmen, müsste uns dann nicht auch die Autonomie dieses neuen Körpers wichtig sein?

My choice (Meine Entscheidung)
Freiheit ist ein ganz hohes Gut. Unsere Entscheidungsfreiheit ist aber nicht grenzenlos.

Sie hört da auf, wo die Freiheit des anderen Menschen beginnt,

in diesem Fall des werdenden Kindes.

Die junge Dame am Nachbartisch meinte aber, das sei gar kein Kind,

sondern ein Zellklumpen.

Frage: Würden Sie einer trauernden Frau, die ihr Kind in der Schwangerschaft verloren hat, sagen: «Sei nicht traurig. Das war nur ein Zellklumpen»?

Aus diesem «Zellklumpen» kann nichts anderes als ein Mensch werden, wir alle sind lebende Beweise dafür.

Die junge Frau meinte dann, dass ich als Mann zu diesem Thema besser schweigen solle.

Aber bekanntlich braucht es für die Zeugung eines Kindes auch einen Mann.

Es ist immer auch das Kind eines Mannes. Sollen die Männer wirklich von der Verantwortung befreit werden?

Ausserdem gibt es in der Schweiz die Meinungsfreiheit. Soll das demokratische Recht der Hälfte der Bevölkerung aufgrund des männlichen Geschlechtes weggenommen werden?

Ist das nicht sexistisch?

«Wunder des Lebens»
2025 gab es in der Schweiz 12 301 Abtreibungen.

So viele unschuldige Menschenleben wurden allein letztes Jahr mitten unter uns beendet.

Was macht diese Zahl mit Ihnen? Mich macht es unendlich traurig …

Leben ist ein grosses Wunder. Wieso haben wir den Blick dafür verloren?

Und Leben ist so zerbrechlich. Achten wir es, beschützen wir einander, bewahren wir die Umwelt ...

In diesen Tagen feiern wir Erntedank. Wir feiern das Leben, das Gott schenkt, beschützen will (5. Gebot) und mit der neuen Ernte erhält.

Seien wir dankbar für das Leben. Ein dankbarer Mensch ist zufrieden. Und ein zufriedener Mensch ist glücklich.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Glück!
 

Gastkommentare spiegeln die Auffassungen ihrer Autorinnen und Autoren wider.


Z. Calusic


Kommentare und Antworten

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Bemerkungen :

  • user
    Jean-Charles Tissot 03.10.2026 um 14:59
    Danke, Herr Calusic, für eine so klare und unwiderlegbare Antwort !