Nicolas de Buman. (Bild: Schweizer Assoziation des Souveränen Malteser Ritterordens)

Kirche Schweiz

Nico­las de Buman neuer Prä­si­dent der Schwei­zer Asso­zia­tion des Sou­ve­rä­nen Malteser-​Ritterordens

Der Mal­te­ser­or­den Schweiz hat am 15. Novem­ber 2025 in Bern Herrn Nico­las de Buman zum neuen Prä­si­den­ten gewählt. Er folgt auf Mar­tin von Wal­ters­kir­chen, der das Amt wäh­rend fast zehn Jah­ren aus­ge­übt hat.

Der Souveräne Malteser-Ritterorden blickt auf eine über 900-jährige Geschichte zurück. Als Spitalgemeinschaft im Heiligen Land 1048 gegründet, erhielt der Orden 1113 durch Papst Paschalis II. seine päpstliche Anerkennung und entwickelte sich zu einem einzigartigen Völkerrechtssubjekt. Heute gilt er als Staat ohne eigenes Territorium, unterhält diplomatische Beziehungen zu 115 Staaten und besitzt Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen, der EU und weiteren internationalen Institutionen. Mit Hilfswerken in mehr als 130 Ländern ist der Orden weltweit im Gesundheits-, Sozial- und Katastrophenhilfewesen tätig.

In der Schweiz ist der Orden seit Jahrhunderten präsent und pflegt eine enge Verbindung zwischen karitativem Einsatz und seiner geistlichen Berufung. Der Malteserorden Schweiz setzt sich dafür ein, den Auftrag des Ordens, Tuitio fidei et obsequium pauperum («Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen»), im Geist christlicher Nächstenliebe in die Gegenwart zu tragen.

Nach fast zehn Jahren im Amt übergibt S. E. Martin von Walterskirchen das Präsidium. Unter seiner Leitung wurden die karitativen Aktivitäten der Assoziation ausgebaut und die Zusammenarbeit des Ordens mit seinen Werken, unter anderem mit dem Malteser Hospitaldienst Schweiz (SHOMS) gestärkt. Zugleich pflegte er enge Kontakte zu anderen Assoziationen und internationalen Malteser-Organisationen und trug wesentlich dazu bei, Brücken über Ländergrenzen hinweg zu bauen. Ein besonderes Anliegen war ihm die freundschaftliche Zusammenarbeit mit dem protestantischen Johanniterorden in der Schweiz. Unter seiner Führung wurde ebenfalls die Johanniter-Malteser Stiftung Aide & Assistance, die jährlich Nothilfe für tausende Kinder und Erwachsene weltweit leistet, neu ausgerichtet. Seine Amtszeit war geprägt von Integrationskraft, diplomatischer Umsicht, dem unermüdlichen Einsatz für die Einheit des Ordens und einer klaren Ausrichtung auf den Dienst am Nächsten.

Mit Nicolas de Buman übernimmt ein erfahrener Ordensritter und langjähriges Mitglied der Schweizer Assoziation die Leitung. Er trat 1986 in den Orden ein und wurde 2022 in die Obödienz aufgenommen. Über viele Jahre war er Kanzler der Helvetischen Assoziation. Bereits 1985 gründete er die Freiburger Sektion des Malteser Hospitaldienst Schweiz (SHOMS) und leitete sie während mehrerer Jahre. Zahlreiche Pilgerreisen nach Lourdes und Engagements in sozialen Projekten zeugen von seiner tiefen Verbundenheit mit der karitativen und spirituellen Mission des Ordens. «Ich freue mich auf die Aufgabe, eine Organisation mit fast 1000 Jahren Geschichte und Tradition auf die Herausforderungen unserer Zeit auszurichten», so der neue Präsident.

Beruflich ist Nicolas de Buman als Anwalt und langjährige Führungspersönlichkeit in internationalen Unternehmen tätig, zuletzt als stellvertretender Vorsitzender des Esterhazy-Konzerns in Österreich. Seine Erfahrung in Leitung, Diplomatie und interkultureller Zusammenarbeit steht für Kontinuität und Weitblick in der Führung der Schweizer Assoziation.

Ritter seit über 900 Jahren
Rund 50 Jahre vor der Eroberung Jerusalems im Jahr 1099 gründetet der Selige Bruder Gerhard die Spitalbruderschaft vom heiligen Johannes zu Jerusalem. Zum Schutz der Pilger bewaffneten sich der Orden und wurden so zu dem bekannten Ritterorden. Der Malteserorden (voller Name: Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Heiligen Johannes zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta) wurde im Jahr 1113 von Papst Paschalis II. anerkannt. Durch die Wirren der Zeit und dem Verlust des Heiligen Landes gelangten die Ritter schliesslich über Zypern und Rhodos mach Malta, wo sie ihren heutigen Namen erhielten.

Weltweit gehören der Organisation rund 13 500 Ritter und Damen sowie Zehntausende Freiwillige an, die sich weltweit an Hilfsprojekten beteiligen. Heute betreibt der Orden in über 130 Ländern Krankenhäuser, Hospize, Seniorenheime, Pflegeeinrichtungen und Schulen. Dass die Malteser in Katastrophengebieten meist unmittelbar und nicht selten als einzige Hilfe leisten können, haben sie ihrem juristischen Status zu verdanken: Die Malteser sind von der UN als ein souveränes, unabhängiges Völkerrechtssubjekt anerkannt und sind somit befähigt, Kontakte auf höchster Regierungsebene zu knüpfen.

Der gleichen Souveränität verdankt der Orden auch seinen Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen, der EU, der WHO und bei verschieden internationalen Institutionen. Er unterhält diplomatische Beziehungen mit 115 Staaten. Seinen Hauptsitz hat der Orden in Rom mit exterritorialen Status.

Die Schweizer Assoziation wurde 1961 gegründet und zählt rund 270 Mitglieder. Sie unterteilt sich in eine französisch-, eine deutsch- sowie eine italienischsprachige Delegation. Die Schweizer Assoziation trägt in der Schweiz eine Reihe bedeutender karitativer Werke: Der Malteser Hospitaldienst Schweiz (SHOMS) wurde 1975 gegründet und ist ein zentrales Werk des Ordens: Mit rund 650 Freiwilligen in 15 Sektionen begleitet er Kranke, Behinderte, Menschen in Not und organisiert Pilger- und Freizeitangebote – getragen vom Ordensmotto «Obsequium pauperum».
Die Johanniter‑Malteser Stiftung Aide & Assistance sammelt gebrauchte Spital- und Schulmaterialien in der Schweiz und versendet diese an bedürftige Institutionen weltweit – so profitieren jährlich Tausende von Kindern und Erwachsenen von dieser Hilfe. Im laufenden Jahr 2025 wurden bereits 44 Container in 8 Länder, darunter auch die Ukraine versendet.
Die Stiftung CIOMAL (Campagne Internationale de l’Ordre de Malte contre la Lèpre) engagiert sich weltweit gegen Lepra, organisiert Prävention, medizinische Versorgung und soziale Rehabilitation in rund 48 Ländern.
Mit dem Holy Family Hospital Bethlehem unterstützt die Assoziation eine moderne Geburtsklinik mit über 3500 Geburten pro Jahr, die einzige Neugeborenen-Intensivstation der Region Bethlehem, und leistet damit konkrete Hilfe für Mütter und Neugeborene, unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Herkunft.

Über die Grenzen der Schweiz hinaus wirkt das internationale Hilfswerk Malteser International des Ordens mit jährlich über 100 Projekten in mehr als 20 Ländern. Die Helvetischen Assoziation hilft dort mit ihrem Netzwerk und stellt so die Verbindung von lokalem Einsatz und globaler Verantwortung her.


Redaktion


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Bemerkungen :

  • user
    Ernst Dr. Wunderbaldinger 20.11.2025 um 23:28
    Herzliche Glückwünsche und viel Erfolg und Freude!