Johannes der Täufer, Isenheimer Altar, Unterlinden Museum in Colmar. (Bild: Txllxt TxllxT, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)

Kommentar

Nie­der­gang des Petrusamts?

Die Begeg­nung von Papst Leo XIV. mit der Rock­mu­si­ke­rin Patti Smith ver­an­lasst Weih­bi­schof em. Marian Ele­ganti zur kri­ti­schen Refle­xion über das Petru­s­amt und die Rolle der Päpste.

Am 31. Juli 2026 traf in einer 40-minütigen Privataudienz Papst Leo XIV. im Apostolischen Palast im Vatikan die US-amerikanische Rockmusikerin, Dichterin und Künstlerin Patti Smith, die sogenannte «Godmother of Punk». Beide stammen aus Chicago. Das Treffen wurde von Pater Antonio Spadaro begleitet. Es gibt mehrere offizielle Fotos und ein Video der Begegnung.

Die harmlose Begegnung – ich stelle mir vor, dass dabei vor allem Freundlichkeiten ausgetauscht wurden, kaum Dinge von grosser Bedeutung für die Kirche – weckt in mir Fragen.

Schon lange beunruhigt mich persönlich die Tatsache, dass Päpste seit Johannes Paul II. mehr und mehr bei allen möglichen Gelegenheiten (z. B. im Flugzeug oder am Strassenrand wie kürzlich Papst Leo XIV. in Castel Gandolfo) rein informell sprechen. Sie geben spontane Interviews, äussern persönliche Meinungen. Sie sind für alle möglichen Leute zugänglich, die sich mit ihnen ablichten. Hat ein Papst bei seiner Arbeitslast und Verantwortung nichts Wichtigeres zu tun, als solche Privataudienzen zu gewähren (besonders beliebt, wenn die Bittsteller aus dem Showbusiness kommen oder irgendeine kulturelle oder elitäre Relevanz haben)? Solche Auftritte verstärken in der säkularen Öffentlichkeit den Eindruck, der Papst sei im Grunde einfach auch ein Mitglied des internationalen Establishments. Solchen «Glamour» kannte der einfache Fischer aus Galiläa jedenfalls nicht. Auch Paulus hat nicht das Scheinwerferlicht gesucht, sondern den Areopag in Athen betreten, um zu verkünden. Von den protokollarischen Verbindlichkeiten und Staatsbesuchen sehe ich hier ab.

Unter den mit einer Privataudienz Verwöhnten können auch Leute sein wie Emma Bonino, die zeitlebens mit der kirchlichen Lehre auf Kriegsfuss lebte. Papst Franziskus besuchte sie sogar am 5. November 2024 privat in ihrer Wohnung. Die Aufgabe des Papstes ist aber nicht die Individualseelsorge. Auch soll er nicht durch Bilder, sondern durch eindeutige Worte lehren.

Missachtete Aussenwirkung
Nicht zu vergessen sind die wiederholten und langen Gespräche und Telefonate dieses Papstes mit dem Atheisten Eugenio Scalfari, des Gründers der linken Zeitung «La Republica». Aus ihnen rekonstruierte Scalfari aus dem Gedächtnis ominöse Interviews. Mehrere Male musste der Vatikan sich von angeblichen Papstaussagen distanzieren. Bei Papst Franziskus hatte diese Form, Dinge zu streuen, selbst aber in der lehrmässigen Reserve zu bleiben, schon fast Methode.

Vor allem gebe ich zu bedenken: Wenn ein Papst solche Leute in Privataudienz empfängt, kann er sich von ihnen aus Höflichkeit im Nachhinein nicht öffentlich distanzieren. Im Ergebnis wirkt dann ein solcher Empfang für viele wie eine Verharmlosung dessen, wofür diese Personen stehen. So verdunkelt der Papst selbst die Position der Kirche und gibt – je nachdem – sogar den Gläubigen Ärgernis. Diese Audienzen gewinnen umso mehr an falschem Gewicht, je weniger der Papst gleichzeitig die unverkürzte Glaubenslehre vertritt, die falschen Ansichten dieser Leute öffentlich korrigiert und Missbräuche abstellt (vgl. die Instrumentalisierung privater Audienzen mit dem Papst für die eigene Homo-Agenda durch den Jesuiten James Martin).

Bedenkliches Zeitmanagement
Ich denke, dass dadurch die letzten Päpste an Autorität und geistigem Kapital verloren haben. Ihre Persönlichkeit (Spin-Doktoren brauchen Bilder) tritt in den Vordergrund. Ihre privaten Neigungen und für ihr Amt irrelevante Details werden zu Botschaften an den Mainstream und treten in den Vordergrund. Wir sehen Papst Benedikt XVI. am Klavier oder Papst Franziskus in einem für seine Korpulenz viel zu kleinen Fiat ein Schallplattengeschäft Roms aufsuchen, um einer persönlichen Flause zu frönen.

Päpste haben bestimmt Gewichtigeres zu tun, als mit dem eigenen Portemonnaie ihr Hotelzimmer zu bezahlen, wie Franziskus zu Beginn seines Pontifikates. Haben sie auch genug Zeit dafür? Haben Sie genug Zeit, die Dinge im Gebet zu erwägen, lange vor Gott zu verweilen, um von IHM geführt zu werden? Haben sie genug Zeit zum Lesen, Akten zu studieren und Stellungnahmen vorzubereiten, in welchen sie wirklich lehren, verbindlich und unzweideutig lehren, keine Mutmassungen bringen, die für uns entbehrlich sind?

Aber nein, sie müssen ständig in Audienzen erscheinen, Hände schütteln und unterschiedslos Leute empfangen. Bei den Papstmessen stehen sie selbst als eine Art «Kirchenstar» im Vordergrund und lassen Christus «als eigentliches Thema» in den Hintergrund treten. Der Papstthron überragt den Altar. Die Heilige Messe auf dem Petersplatz sollte doch eher der Begegnung mit dem HERRN dienen, und nicht ein Happening mit seinem Diener, dem Papst, sein, um es etwas polemisch zu sagen.

Ich kann das nicht begreifen. Interviewbände, spontane Äusserungen von unterschiedlichem Niveau, das persönliche Erscheinen bei allen möglichen Anlässen, z. B. der Eisblocksegnung an einer Klimakonferenz in Rom: Alle diese Dinge schaden dem Amt mehr, als sie ihm nützen. Sie dienen nur jenen, die gerne den Papst vor ihre Agenda spannen. Und die Päpste geben sich neuerdings für solche Dinge her. Man sieht sie für die Medien und zur Freude der Unternehmer im ersten elektrobetriebenen Ferrari beim Probesitzen am Steuer und anderes mehr. Auch hier sollte man auf die Ambivalenz der Bilder achten!

Unterscheidung tut not
Für mich fehlt die Distanz im guten Sinn des Wortes. Es geht mir nicht um Unnahbarkeit, sondern um Würde. Diese wird oft mehr durch Schweigen als durch Reden unterstrichen – durch Reden im richtigen Augenblick und dann verbindlich und mit wenigen, eindeutigen und klaren Worten. Papst Franziskus fand solche vor allem gegenüber den Traditionalisten und Mafiosi oder im Kontext der Migration. Er konnte die Abtreibung klar verurteilen, ihre Protagonisten aber herzlich empfangen und sogar in nicht unbedeutende Kommissionen des Vatikans hieven. Auch das schadet der lehrmässigen Position der Kirche.

Es braucht Unterscheidung im Sinne der Tradition (nicht im Sinne der sogenannten neuen Synodalität). Aber dafür haben die Päpste fast keine Zeit. Viel zu viel Zeit verbringen sie mit Audienzen, Grussadressen, Handshaking und Reisen. Ich sehe die Gefahr eines Aktivismus. Er kaschiert das Fehlen einer klaren Verurteilung häretischer Positionen, die auch von Bischöfen vertreten werden (vgl. der Synodale Weg). Sie müssten klar benannt, ihre Vertreter ermahnt oder abgesetzt werden. Brennende Themen wie die liturgische Frage werden auf die lange Bank geschoben. Die Kardinäle kommen als Berater des Papstes nicht wirklich zu Wort.

Der heilige Papst Johannes Paul II. hat der Begegnung mit ihm als Papst – vielleicht nolens volens – sehr stark den Charakter der Erscheinung eines Superstars verschafft, vor allem durch die Weltjugendtage. 2003 veröffentlichte Johannes Paul II. das «Römische Triptychon – Meditationen», einen neuen Gedichtzyklus. Der Vatikan dokumentierte dessen offizielle Präsentation am 6. März 2003, als hätte sie ähnliche Bedeutung wie die grossen Lehrschreiben von der gleichen Feder. Benedikt XVI. publizierte schon als Präfekt der Glaubenskongregation Interviewbände, die er auch als Papst weiterführte. Mit seinen wertvollen Jesusbüchern wollte er nicht als Papst verbindlich lehren, sondern einen akademischen (?) Beitrag spenden wie in alten Zeiten, als er Universitätsprofessor war. Das alles ist für Päpste, die verbindlich lehren, ungewöhnlich. Papst Franziskus lieferte gleich mehrere Autobiographien, ein bis dato für Päpste undenkbares Format. Ausserdem hat er sie nicht selbst geschrieben, wie man meinen könnte. Durch all diese Innovationen gewann die mediale Vermittlung ihrer Persönlichkeit und ihres Stils fast grössere Bedeutung als das, was sie lehrten oder lehren sollten. Im Zeitalter der Medien war man bemüht, sich gut herüberkommen zu lassen. Bei Papst Franziskus spürte man das auch. Risse im eigenen Image wurden medial schnell wieder geflickt (vgl. seine schroffe Reaktion auf dem Petersplatz, als eine Chinesin nach seiner Hand griff und ihn zu sich zog am 31. Dezember 2019, und das notwendig gewordene «Mea culpa» beim Angelus des darauf folgenden Sonntags).

Damit der HERR durchscheinen kann, muss aber Anderes, Irrelevantes, allzu Persönliches zurücktreten. Die Medien machen genau Letzteres mit Vorliebe zu einer Hauptattraktion: den Swimmingpool oder Tennisplatz in Castel Gandolfo, die schwarzen Schuhe unter der weissen Soutane, die abgewetzte Ledermappe aus alten Zeiten, die niedliche Katze Benedikts XVI., das Klavier, den Fiat, den Ferrari. Die Liste wird immer länger.

Päpste müssen auf Christus verweisen
Wen interessiert das, wenn Päpste Lehrer der Wahrheit sind? Einer geoffenbarten Wahrheit! Ich denke nicht, dass sie dafür (für die Wahrheit) ständig aufwendige und aufreibende Reisen unternehmen müssen, die sie physisch erschöpfen, während ein einziger Satz aus ihrem Mund in Windeseile um den Globus geht, ohne dass sie sich bewegen. Wie viel persönliche Energie geht so verloren, die an anderer Stelle dann fehlt (auch aufgrund ihrer ständigen Abwesenheit): bei der Leitung der Kurie, der Begegnung mit Leuten, die für die Meinungsbildung des Papstes wirklich relevant sind; bei Mitarbeitergesprächen, um gute Stellungnahmen vorzubereiten und die jeweiligen Dikasterien zu synchronisieren. Anwesenheit ist nicht gefragt, um den von anderen angestossenen Prozessen nur beizuwohnen, sie laufen zu lassen, ohne zu führen, selbst als Schüler aufzutreten oder auch nur als guter Zuhörer. Sind sie nicht die Lehrer der Christenheit, auf deren Wort alle warten? Sitzen sie nicht auf dem Lehrstuhl des heiligen Petrus, nicht irgendeinem anderen? Werden sie nicht vor allem in Rom gebraucht?

Die Päpste sind bei der Ausübung ihres Amtes allzu menschlich geworden. Ihre Persönlichkeit, nicht ihr Amt, tritt in den Vordergrund. Das mag auf manche sympathisch wirken, die gerne ein Foto mit ihnen erheischen, es eventuell im Nachhinein für ihre häretischen Ansichten instrumentalisieren. Der Mainstream will sie nahbar sehen: als ganz gewöhnliche Menschen wie wir alle. Vor allem Papst Franziskus wollte Letzteres. Zuletzt liess er sich im Rollstuhl von seinem Pfleger in Werktagskleidung durch den belebten Petersdom schieben, als wäre er irgendein Senior von nebenan (mit allem Respekt vor seiner terminalen Erkrankung!). Für mich war das ein weiterer historischer Tiefpunkt des Papsttums.

Päpste sind nun mal nicht Leute wie wir. Sie sollten vor ihrem Amt Respekt haben und als Garanten der Lehre der Kirche persönlich zurücktreten wie Johannes der Täufer, der nur eine Stimme sein wollte. Allerdings eine, die die Wahrheit sagt. Dem gegenüber war sein eigenes Profil ohne Bedeutung. Die Päpste sollten sich dessen bewusst bleiben: Dass nicht ihre Persönlichkeit zählt, sondern ihr Amt. Das ist ein Kreuz. «ER muss wachsen, ich muss abnehmen» (Joh 3,30). Sie sind eben nur die Freunde und Stellvertreter des Bräutigams, nicht der Bräutigam selbst. Von Bedeutung und Interesse ist nur der Letztere!


Weihbischof em. Marian Eleganti


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Bemerkungen :

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    Michael Dahinden 19.08.2026 um 14:10
    Die Frage hat eine Lösung: Bergoglianismus auf der ganzen Linie ablehnen, das II. Vaticanum ganz und gar gegen Bergoglio interpretieren und dies alles für die gesamte Kirche verbindlich machen ohne Aufregung. Diejenigen Entscheidungen, die S. H. Papst Benedikt XVI. ausdrücklich oder stillschweigend gutgeheissen hat, gelten lassen, aber sich zu keiner Zeit einlassen auf Traditiones Custodes oder Fiducia Supplicans.
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    Martin Meier-Schnüriger 15.08.2026 um 06:33
    Wenn Päpste Belanglosigkeiten von sich geben oder nicht mehr den Mut aufbringen, Glaubenswahrheiten zu verkünden, wäre das in der Tat ein Grund zur Sorge. Andererseits darf sich auch ein Papst als ein menschliches Wesen zeigen, er darf und soll, um den hl. Paulus zu zitieren, "allen alles werden, um wenigstens einige zu retten." So gesehen ist die Begegnung mit Anders- oder gar Ungläubigen nicht a priori etwas Schlechtes, solange der Papst klar zu verstehen gibt, wo und wofür er (ein)steht. Jesus hat sich auch mit Sündern getroffen, nicht, um sie in ihrem Verhalten zu bestärken, sondern um sie davon abzubringen.
    Und warum darf man Papst Benedikt XVI. nicht am Klavier zeigen oder mit seiner Katze? Vielleicht konnte so bei einigen Zeitgenossen das Image vom unbarmherzigen Glaubenswächter, das man Joseph Ratzinger angehängt hatte, korrigiert werden. Wenn auf einen Papst die (über)kritischen Worte von WB Marian nicht zutreffen, dann bestimmt auf den Mann aus Marktl am Inn, den Papst mit dem Verstand von zehn Professoren und dem Herzen eines Erstkommunionkindes, wie er auch schon beschrieben wurde.
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    John.henry 15.08.2026 um 05:24
    Wir müssen grosszügig sein mit den Motiven der Päpste und ihnen gutes Unterstellen. Was mir aber wehtut ist wenn Sünde verharmlost und Heiliges untergraben wird; wenn glaubenstreue Priester oder Kandidaten gecancelt werden; und wenn offensichtliche Häresie geduldet und der Glaube untergraben wird. Dort, wo durch das Handeln von Bischöfen und Papst nicht die Liebe zu Jesus Christus und seiner Braut - die Kirche - wächst, dort muss der Weinstock beschnitten werden, damit er gute Früchte hervorbringt.
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    Daniel Ric 13.08.2026 um 07:54
    Was die Frohe Botschaft und auch das Alte Testament so authentisch und glaubwürdig machen, ist die Tatsache, dass uns keine Superhelden darin geschildert werden. Petrus wird als ein einfacher und schwacher Mensch dargestellt, der nicht aufgrund seiner persönlicher Stärken von Jesus berufen wird, die Kirche zu führen, sondern weil er im Laufe seines Lebens immer wieder erfahren muss, dass auch die grössten menschlichen Schwächen durch Gott kompensiert und zu Stärken gemacht werden können. Wir sollten daher keine Angst haben, unsere Menschlichkeit mit all ihren Schwächen anzunehmen, solange wir diese Schwächen Gott anvertrauen. Ein Papsttum, in welchem der Mensch hinter dem Amt verschwindet, wäre in diesem von den Medien bestimmten Zeitalter nicht nur unrealistisch, sondern auch nicht im Sinne des Christentums. In anderen Religionen ist die Priesterklasse fern entrückt vom Volk, im Christentum müssen die Priester wahre Hirten sein. Das vorbildhafte Ertragen von Leid und Krankheit, welches Johannes Paul II. uns aufgezeigt und damit Millionen von Betroffenen Mut gemacht hat, die theologischen Einsichten, an denen uns Benedikt XVI. teilnehmen liess, und die Amtsausübung bis zum letzten Atemzug, die Papst Franziskus einen Tag vor seinem Tod noch die Menschenmenge segnen liess, haben mehr zur Evangelisieren beigetragen als etliche Enzykliken dies hätten tun können. Und es soll auch einmal an dieser Stelle gesagt sein: Trotz massiver Säkularisierung, die seit 400 Jahren!! den Glauben an den Gekreuzigten angreift, ist die so oft totgesagte Kirche immer noch weltweit präsent und wächst in absoluten Zahlen. Dies ist meines Erachtens gerade Hirten zu verdanken, die trotz ihrer schwachen und gebrechlichen Persönlichkeit Jesus nachfolgen und dadurch Millionen von Menschen ein Beispiel geben, was es bedeutet, Katholik zu sein.
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    Joseph Laurentin 13.08.2026 um 07:52
    Wem schenkt der Nachfolger Petri seine kostbare Zeit und sein persönliches Ohr? Den Piusbrüdern offenbar nicht. Ihr Generaloberer, Pater Davide Pagliarani, bemühte sich 2025 und 2026 wiederholt um eine persönliche Begegnung mit Papst Leo XIV. – ohne Erfolg. Umso befremdlicher, dass gleichzeitig Zeit für Persönlichkeiten aus dem internationalen Showbusiness bleibt, die mit dem kirchlichen Leben wenig verbindet. Man mag zu den Piusbrüdern stehen, wie man will. Gerade weil ihr Verhältnis zu Rom seit Jahrzehnten zu den schwierigsten innerkirchlichen Fragen gehört, müsste das persönliche Gespräch mit ihrem Generaloberen Priorität haben. Da drängt sich eine Frage auf: Hört der Papst am Ende lieber auf wohlwollende Stimmen und den Applaus weltlicher Prominenz als auf jene Katholiken, die unbequeme Fragen stellen und Kritik vortragen? Wer die Nähe zur Welt um den Preis notwendiger Auseinandersetzung sucht, läuft Gefahr, dass sich die Kirche der Welt immer mehr angleicht – bis das unterscheidend Christliche in ihr kaum noch erkennbar ist.
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    Heinz Meier 12.08.2026 um 21:45
    Wenn man diese Zeilen liest, erhält man den Eindruck einer aufgewühltenotionalisierten Stimmung, die sich dreist erfrecht das eigene abschätzige Urteil über den Pontifex nach subjektivem Belieben für allgemein verbindlich und heilsam auszugeben. Ungeniessbar sind solche Ergüsse von Verachtung und Herabwürdigung. Und ich frage mich, mit welchen Kriterien ein sich katholisch nennendes Portal so was toleriert.
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    Anton Meier 12.08.2026 um 18:40
    Ich glaube dass vielleicht der Papst Geldgebern und Interessensverbänden nachgeben muss und dass sehr viel Druck auf den Vatikan ausgeübt wird sich für bestimmte Zwecke einspannen zu lassen.

    Wenn zum Beispiel ein Papst heute entscheiden würde wieder den normalen Kurs zu fahren würde das schnell massiven Widerstand provozieren und es könnte zu Umbrüchen führen von denen sich die fürchten.
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    Stefan Fleischer 12.08.2026 um 17:27
    Meine Frage: Steckt hinter dieser Entwicklung nicht mehr als nur ein persönliches Problem dieser Päpste? Ist sie vielleicht «nur» eine weitere Folge des Paradigmenwechsels von gottzentriert zu menschzentriert in unserer Kirche? Überall wo Gott in den Hintergrund rückt, wo das irdische Heil das Menschen wichtiger wird als das ewige, verweltlicht alles in der Kirche, das Gebet, die Liturgie, die Verkündigung, selbst die Nächstenliebe etc. und damit auch die Art und Weise des Auftritts der Diener der Kirche, wie auch von uns einfachen Gläubigen im Alltag, wo wir nur noch als Menschen auftreten, aber nicht mehr als Kinder Gottes. Schuld daran ist m.E. die Befreiungstheologie, bzw. die ihretwegen massiv vernachlässigte Erlösungstheologie. Wer verkündet heute noch «Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit»? (vgl. 1.Kor 1,23 ff)
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    Tschuefl 12.08.2026 um 17:17
    Ist der Papst nun Gott oder Mensch? Wenn er Gott oder Gottes Stellvertreter ist, dann kann ich mir einen "gläsernen" Papst vorstellen mit der Gefahr, dass plötzlich der Papst verehrt wird und nicht Gott... Solche Herrscher-Gestalten gab und gibt es in der Geschichte immer wieder - weltliche wie kirchliche - die sich verehren liessen, unnahbar waren und nicht selten schreckliche Dinge taten... Wenn man die Geschichte der Päpste studiert, haben sich nicht wenige fast nur um ihre weltliche und materielle Macht und ihr Familienleben mit Frauen und Geliebten gekümmert und die Kardinäle als Mittler und Helfer dafür eingespannt. Für das Seelenheil der Menschen war da wenig Zeit und Lust vorhanden. Darum ist es richtig, dass der Papst Mensch im Jahr 2026 sein darf und dass sein normales Leben auch entsprechend gezeigt wird. Würde und Respekt gelten nicht nur für den Papst, sondern für alle Menschen... und das Amt? Unfehlbarkeit in der Lehre und im täglichen Leben? Heute nicht mehr möglich, denn jedes Lehrschreiben, jede Aussage, jeder Verweis auf Christus eines Papstes wird durch Gelehrte und Geweihte hinterfragt, kritisiert, zurechtgebogen...statt im Sinne der Unfehlbarkeit akzeptiert...und so ist es doch sehr erbauend wenn sich der Papst bei den Menschen zeigt und sich bei Ihnen wohlfühlt...
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    Claudio Tessari 12.08.2026 um 16:13
    Was für eine zutreffende und hervorragende Analyse. Gerade hier sehe ich ein sehr grosses Problem in einer Zeit, wo man die Geister nicht mehr unterscheiden kann. Wie oft hört man, der Papst hat das gesagt oder er hat das gesagt, und im Grunde sind es einfach seine privaten Meinungen, welche eigentlich die Allgemeinheit nicht interessieren sollte, gerade wenn sie vielleicht nicht mal im Einklang mit der Lehre sind. Sehr gut hat man das bei der Corona Plandemie gesehen. Das offizielle Dokument des Lehramtes sagte klar:Gleichzeitig ist der praktischen Vernunft offensichtlich, dass in der Regel die Impfung keine moralische Pflicht darstellt, und dass sie deshalb freiwillig sein muss. Zitat Ende. Papst Franziskus bezeichnete jedoch das Impfen als Akt der Nächstenliebe was dem Dokument widerspricht. Ebenfalls ist es schon auch verstörend, wenn der Heilige Vater, alle empfängt, welche öffentlich gegen die Katholische Kirche sind, was gerade unter den Freikirchlern auch Fragezeichen aufwirft. Natürlich sollen wir Dialog führen, aber jeder Promi geht zum Papst und lässt sich fotographieren. Und wenn dann ein Pater James ständig dort ist, und danach Fotos mit seiner LGBT Ideologie postet ist das sicherlich nicht hilfreich für die Mission der Kirche. Darum gebe ich Bischof Eleganti in allem Recht.