Gläubige während des Sühne-Rosenkranzes in der Pfarrei Guthirt in Zürich. (Bild: Claudio Tessari)

Kommentar

Öffent­li­cher Sühne-​Rosenkranz im Kan­ton Zürich – ein stil­les, aber kraft­vol­les Glaubenszeugnis

Im Okto­ber 2025 fand in der Stadt­zür­cher Pfar­rei Gut­hirt eine Tier­seg­nungs­feier statt, in wel­cher kon­se­krierte Hos­tien an Hunde ver­füt­tert wur­den. Zur Sühne die­ses Sakri­legs hat­ten Laien für den 3. Januar 2026 in der glei­chen Pfar­rei zum Rosenkranz-​Gebet aufgerufen.

Der Rosenkranz erfolgte zur Sühne für alle Entweihungen und Missbräuche des Sakraments der Eucharistie, des kostbarsten Schatzes der Kirche.

Der erste Samstag des Monats ist traditionell der Sühnesamstag, wie ihn die Jungfrau Maria in Fatima ausdrücklich gefordert hat. Sie sprach von der Notwendigkeit der Wiedergutmachung für die Sünden gegen Gott und besonders gegen ihr Unbeflecktes Herz (vgl. Erscheinung vom 10. Dezember 1925).

In vielen Städten versammeln sich an diesem Tag Gläubige, um öffentlich den Rosenkranz zu beten. Es war das Ziel am Anfang des neuen Jahres, bewusst die geistlichen Kräfte zu sammeln und gemeinsam im Gebet vor Gott zu treten. So versammelten sich über 40  Gläubige, überwiegend junge Männer und Frauen, in Zürich.

Zu Beginn zog eine Prozession in die Kirche ein: voran das Kruzifix, danach eine Statue der Gottesmutter, gefolgt von den Gläubigen. Diese äussere Ordnung war selbst schon ein Glaubensbekenntnis.

Es wurde gemeinsam der Rosenkranz gebetet, die Lauretanische Litanei, das Engelgebet von Fatima und das Gebet zum Erzengel Michael; den Abschluss bildete die Andacht mit dem feierlich gesungenen Salve Regina. Mehrere katholische Organisationen, darunter Ave Maria und die Christ Königs Jugend, unterstützten diesen Sühneakt.

Es mag vielleicht nach wenig klingen – gut 40 Gläubige. Doch die Heilige Schrift erinnert uns daran, dass schon wenige Gerechte Grosses bewirken können. Bei Sodom und Gomorrha hätten zehn Gerechte genügt, und die Stadt wäre verschont geblieben:

«‹Vielleicht finden sich dort zehn.› – Der Herr antwortete: ‹Ich werde sie nicht vernichten um der zehn willen.›» (Gen 18,32).

Wir leben in sehr säkularen Zeiten, und heute braucht es Mut, öffentlich ein katholisches Bekenntnis abzulegen. Doch Christus selbst verspricht:

«Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen» (Mt 10,32).

Dieser öffentliche Sühnerosenkranz war kein grosses Spektakel. Aber er war ein treues, öffentliches Glaubenszeugnis. Möge dieses Gebet Frucht bringen – zur Sühne, zur Erneuerung des Glaubens und zur Ehre Jesu Christi im heiligen Sakrament der Eucharistie.
 

Gastkommentare spiegeln die Auffassungen ihrer Autorinnen und Autoren wider.


Claudio Tessari

Stiftungsrat von «Mission Maria» und Kirchenpfleger Katholische Kirche Wald


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Bemerkungen :

  • user
    Meier Pirmin 08.01.2026 um 16:44
    Die Gläubigen, die hier mitbeteten, es sieht natürlich nicht nach einer grossen Masse aus - mit mutmasslich hohem Altersdurchnitt - riskieren als Fanatiker oder jedenfalls als Aussenseiter ausgegrenzt bzw. nicht ernst genommen zu werden, ohne dass der Mainstream gerade das Gegenteil ihres Anliegens gutheissen wird. Wie es bei Rosenkränzen vor 75 Jahren vor Kinos mit halbnackten oder nackten Darstellerinnen auch schon der Fall war, wobei ich dies mit Hostien-Schändung, die bekanntlich zur Zeit der Hexenprozesse mit dem Tode bestraft wurde, keineswegs direkt vergleichen will.

    Der langfristige Schaden, gilt auch schon bei den Irritationen um die Mitternachtsmesse in Baden oder Kommunion mit konsekrierten und unkonsekrierten Hostien als pseudoökumenische Handlung, liegt letztlich in der Zerstörung der Messe als Abendmahlfeier, die ohne entsprechende Vorbereitung und lebensbestimmende Handlung, gewiss auch Beichte und Busse und Lebensumkehr, zur Belanglosigkeit zu entarten droht. Zu denken gibt aus kirchenhistorischer Sicht, dass die Hostie über Generationen für die Gläubigen hauptsächlich Gegenstand der Betrachtung war, zuletzt noch bei den Tantum-ergo-Andachten mit Ausstellung des Allerheiligsten, wie in meiner Jugend noch fast Sonntag für Sonntag lateinisch mitgefeiert. Auch ist es nachweisbar falsch anzunehmen, der bedeutendste eucharistische Heilige der Schweiz, Bruder Klaus von Flüe, habe vom Konsum der Hostie gelebt. Er betonte selber , dass er durch die Betrachtung der Hostie, von seinem Fenster in der Zelle aus gesehen, seine Stärkung erhalte, so wie im Mittelalter die Aussätzigen durch ein Hagioskop, eine Mauerlücke, angebracht an einer Mauer beim Chor der Kirche oder Kapelle, via Betrachtung durch die Augen kommunizierten. Heilige unterscheiden sich von Nichrtheiligen, dass sie sich nun mal in unvergleichlicher Weise als Sünder betrachten und das Sakrament in äusserster Sensibilität ernst nehmen. Derzeit kommt aber für Gläubige, welche die heilige Wandlung noch total ernst nehmen, Zweifel auf, ob die Messe, wie von Christus gestiftet und von seiner Kirche als Tradition installiert, überhaupt noch als originale Feier des Vollzugs des Abendmahls realisiert werde. Insofern sollte verstärkt über die möglichen Gnadengaben der geistlichen Kommunion in der Art von Bruder Klaus und den Aussätzigen, die Gott vielleicht wohlgefälliger waren als die zum Teil gedankenlos Kommunizierenden, für die der Opfertod Jesu vielleicht keine Herausforderung für ihr Leben mehr darstellt.
    • user
      T.L.D 08.01.2026 um 18:01
      Was Sie schreiben ist sehr gut, jedoch hätte ich eine kleine Korrektur:
      In der Messe wird nicht das letzte Abendmahl gegenwärtig, sondern das Kreuzesopfer Christi. Die Messe ist primär ein Opfer des Lobes, des Dankes und der Sühne.