(Symbolbild: Ciffer88/Pixabay)

Kirche Schweiz

Offe­ner Brief benennt lit­ur­gi­sche Missbräuche

Der «Ver­ein Vera Fides» erhält regel­mäs­sig Mel­dun­gen über lit­ur­gi­sche Miss­bräu­che. Nun hat er einen «Offe­nen Brief» an die Bischofs­kon­fe­renz geschrie­ben und bit­tet die Bischöfe, sich für wür­dige Got­tes­dienste einzusetzen.

Mit Datum vom 30. Mai 2025 hat Davor Novakovic, Gründer und Präsident des «Vereins Vera Fides» einen «Offenen Brief» an die Schweizerische Bischofskonferenz geschickt. Die Laiengruppe «Vera Fides» sieht sich als Vertreterin aller Katholiken, die am Lehramt der Kirche festhalten wollen und an eine Zukunft der katholischen Kirche glauben.

Im «Offenen Brief» weist Davor Novakovic zunächst auf die Liturgie als Herz der Kirche hin: «Die Liturgie ist das Herz der Gotteskirche und das heilige Geschehen, in dem sich die Kirche Gottes unter der Leitung des Heiligen Geistes in tiefster Ehrfurcht mit dem Vater vereint. In der Eucharistiefeier wird Jesus Christus selbst gegenwärtig – in seinem Wort, im Priester, im Volk Gottes, aber vor allem in seiner leibhaften Hingabe im Allerheiligsten Altarsakrament.»

Doch nicht überall wird die Liturgie entsprechend gefeiert. Die Deutschschweizer Bischöfe selbst veröffentlichten am 5. Januar 2023 einen Brief an die Mitarbeitenden in der Seelsorge. Darin machten sie diese darauf aufmerksam, dass die Liturgie nicht zu einem Experimentierfeld persönlicher Vorhaben gemacht werden darf und dass die liturgischen Formen und Regeln auch in unserem Land gemäss den Bestimmungen der Bischöfe gelten.

In den letzten Monaten sind beim «Verein Vera Fides» zahlreiche Hinweise auf liturgische Missbräuche eingegangen, vor allem aus dem Gebiet des Bistums Basel. Einige konkrete Beispiele werden im Brief aufgeführt, so z. B.:

  • Schloss Gränichen (Aargau)
    Hochzeitsfeier mit Pfarrer Adrian Bolzern (vor seiner Laisierung): Die Brautleute spenden sich gegenseitig die Eucharistie, und der Pfarrer beauftragt danach den Bräutigam, den Leib Jesu an die Anwesenden zu verteilen.
  • Krypta im Dom von Arlesheim (Pastoralraum Birstal)
    Segnung der Verbindung eines gleichgeschlechtlichen Paars in einer eigenen Feier (März 2025, René Hügin).
  • Röm.-kath. Pfarrei Olten
    Ziborien mit konsekrierten Hostien werden regelmässig in einer Einkaufstasche durch einen Mitarbeitenden der Kirche in die Nachbarpfarrei, wo keine Eucharistiefeiern stattfinden, transportiert. (2025)
  • Röm.-kath. Pfarrei Paulus Birrfeld
    In einer Eucharistiefeier konzelebriert die Seelsorgerin zusammen mit dem Priester am Altar. (April 2025)

In mehreren Fällen ging es um Laienseelsorgerinnen und Laienseelsorger, die sich neben der Albe auch eine Art Stola anlegen. Die Stola ist ein liturgisches Amtsabzeichen von Diakon, Priester und Bischof und darf deshalb nicht von Laien getragen werden.

Ein besonders schwerwiegender Fall betrifft den Pastoralraum Aare-Rhein. Der Pastoralraum ist aktuell ohne Priester. «Immerhin ist es gelungen, dass drei Gast-Priester in unregelmässigen Abständen in unseren Gemeinden Gottesdienst mit Eucharistie anbieten», so Pastoralraumleiterin Sabine Tscherner im Pfarrblatt. Und weiter «Wir sind sehr dankbar, dass Priester punktuell kommen, um mit unseren Gemeinden Eucharistie zu feiern. – ABER: ist das die Lösung?» Sie würden sich schon lange wünschen, dass neue Zugänge für das Dienstamt des Priesters eröffnet werden, doch: «Unsere Kirche wagt diesen Schritt nicht. Sie setzt auf Priester aus der Weltkirche.» Diese Rede von «Gast-Priestern» respektive «Weltpriestern» deutet an, worauf es hinausläuft: An vier Orten finden Erstkommunionfeiern statt, doch: «Es wird nicht überall eine Eucharistiefeier sein, weil wir nur mit uns vertrauten Priestern dieses Fest feiern wollen […] und wir stellen uns vor, dass in Zukunft immer an einem anderen Ort eine Erstkommunion ohne Eucharistiefeier stattfinden wird. Vielleicht macht gerade eine Erstkommunionfeier OHNE Priester deutlich, welch grosses Geschenk wir im gemeinsamen Priestertum aller Glaubenden in der Taufe erhalten haben.»

Dieser Pfarrblattartikel zeigt deutlich, dass die Verantwortlichen des Pastoralraums entweder massive theologische Defizite aufweisen oder sich bewusst gegen die Lehre der Katholischen Kirche stellen. Ohne Eucharistie kann keine Erstkommunion gefeiert werden, da das Entscheidende – die Wandlung – fehlt. Auch geht es bei der Eucharistiefeier nicht darum, mit dem Priester «vertraut» zu sein, handelt dieser doch in persona Christi capitis, das heisst, Christus selbst handelt durch den Priester. Zudem ist das gegeneinander Ausspielen von besonderem und allgemeinem Priestertum ein Verstoss gegen das Zweite Vatikanische Konzil («Lumen Gentium» 10).

Dem «Verein Vera Fides» wurden noch weitere liturgische Verfehlungen gemeldet:

  • «Wir stellen fest, dass im Bistum Basel die Wortgottesdienste im Laiendienst, die ursprünglich für pastorale Notfälle gedacht waren, zur Norm geworden sind.
  • Es ist weitverbreitete Praxis, dass die ausserordentlichen Spender der heiligen Kommunion auch in Eucharistiefeiern zum Einsatz kommen, wo sehr wenige Gläubige anwesend sind.
  • Weiter ist es weitverbreitete Praxis, dass vor der Kommunionausteilung eine vorbehaltlose allgemeine Einladung an alle Anwesenden ausgesprochen wird.»

«Mit wachsender Sorge stellen wir fest, dass in vielen Pfarreien der Priesterdienst nicht mehr erwünscht ist», konstatiert Davor Novakovic.

Ein anderes Problem, auf das der «Verein Vera Fides» hinweist: In den Pfarreiblättern wird oft (absichtlich?) nicht aufgeführt, ob es sich beim «Gottesdienst» um eine Eucharistiefeier oder eine Wort-Gottes-Feier handelt.

Der Verein bittet die Bischofskonferenz, die liturgische Aus- resp. Weiterbildung der Seelsorgenden und Gläubigen zu intensivieren, damit die Gottesdienste wieder gemäss den Vorgaben der Kirche gefeiert werden. Er hofft auf die Möglichkeit eines offenen Dialogs mit den Bischöfen. «Möge der Heilige Geist uns Weisheit schenken, damit wir gemeinsam die Schönheit und Wahrheit des katholischen Glaubens neu zur Geltung bringen.»
 

Webseite des Vereins Vera Fides Link

 


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

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Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


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Bemerkungen :

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    Ulrich 14.06.2025 um 16:36
    Es ist mutig, sich für die wahre katholische Kirche einzusetzten, wie es der Verein Vera Fides macht. Dafür gebührt Ihnen vollenends Respeckt. Die liturgischen Missbräuche, wie es der Verein Vera Fides darlegt ist eine Tatsache. Die liturgischen Missbräuche zu ignorieren, wie es immer wieder geschieht, ist der falsche Weg. Denn sie führen nicht zum Heile. Das Ziel des II. Vatikanische Konzil ist die Heiligkeit der Gläubigen. Wenn Gott im Zentrum steht. Dann ist die Zelebrationsrichtung (versum Dominum), die Kirchensprache Latein, der Gregorianischer Gesang, sowie die Kniebank mit ehrfürchtiger knieende Mundkommunion ausgerichtet. Das ist einfach so.
  • user
    Stephan Schmid-Keiser 13.06.2025 um 09:38
    Mit seinem offenen Brief vom 30. Mai 2025 an die Schweizer Bischofskonferenz nimmt der Verein «Vera Fides» Stellung zu den ihm gemeldeten liturgischen Missbräuchen. Dabei setzt er sich mit für ihn fehlerhafter Gestaltung von Feierformen der Eucharistie wie auch von anerkannten Wort-Gottes-Feiern auseinander. Nun nehmen beide Feierformen eines sonntäglichen Gottesdienstes die Verhältnisse in den örtlichen Gemeinschaften ernst. Vor diesem Hintergrund sind dann auch bei der Segnung gleichgeschlechtlich liebender Paare diese ernstgenommen und nicht von der Zuwendung Gottes ausgeschlossen. Es macht nun keinen Sinn, in den Pfarreien vor Ort nachzuforschen, wer was richtig – wer was falsch macht. Vielmehr muss an dieser Stelle einmal mehr klargestellt werden, welchen theologisch ungeklärten Fragen sich Seelsorgerinnen und Seelsorger genauso wie Bischöfe und Päpste gegenübersehen, die sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil dem Band der Einheit verschrieben haben – eingeschlossen der ökumenischen Zusammenarbeit mit den Schwesterkirchen in West und Ost.

    So setzt auch der neue Papst auf mehr Einheit im Gefüge der Kirche. Noch aber wird das Anstreben gemeinsamer Ziele durch Positionen behindert, die auf Kompromissformeln des letzten Konzils zurückgehen und eben auch die angesprochene Ökumene belasten. So geht es im gottesdienstlichen Handeln und Feiern vielfach um den Spagat zwischen der Ausübung der Dienstämter und der in den Konzilstexten festgehaltenen Rolle des gemeinsamen Priestertums aller Getauften: «Das gemeinsame Priestertum der Gläubigen aber und das Priestertum des Dienstes, das heisst das hierarchische Priestertum, unterscheiden sich zwar dem Wesen und nicht bloss dem Grade nach…» (LG 10) Ein Konsens war dieser Text nicht. Auch setzte er keinen Prozess in Gang. Man war «auf halbem Weg» (Yves Congar) stehen geblieben. Ein Vorschlag des Theologen P. Thomas Kreiber aus Mariastein basierte auf dessen Arbeiten über die Christuslehre des Cyrill von Jerusalem (313-386) [https://de.wikipedia.org/wiki/Kyrill_von_Jerusalem], wie in seiner 1941 erschienenen Dissertation über die Vereinigung mit Christus nachzulesen ist. So kam es, dass Abt Basil Niederberger als Territorialabt von Mariastein am Konzil die Bedenken seines «Haustheologen» vertrat und erklärte, die Lehre vom allgemeinen Priestertum sei noch nicht geklärt. Gewiss ist, dass seit den Konzilstagen nicht mehr behauptet werden kann, dass das absolute Gleichsetzen priesterlicher Handlungen mit dem Handeln von Jesus Christus einhergeht, weil auch ökumenisch betrachtet alle Getauften untereinander mit Christus verbunden sind. Es ist zu wünschen, dass sich auch der Verein «Vera Fides» dieser Verbundenheit aller Christinnen und Christen mit Christus bewusst ist und im kirchlichen, wie im gesellschaftlichen Leben mit den Leitenden von Pfarreien auf dem Glaubensweg heute das Miteinander ins Zentrum stellt. Denn eines ist gewiss, dass auch dem neuen Pontifex dieses Miteinander innerhalb und ausserhalb der römischen Kirche am Herzen liegt.

    Quellen

    Thomas Kreider OSB: Unsere Vereinigung mit Christus dogmatisch gesehen. (Diss.) Frbg., Schweiz, Paulusdruckerei, 1941. XII, 179 S.

    P. Lukas Schenker: Allgemeines und besonderes Priestertum. Eine (erfolglose) Intervention des Mariasteiner Abtes beim Konzil 1964 [Zum Andenken an meinen Dogmatik-Lehrer P. Dr. theol. Thomas Kreider (1910-1989)] in: Mariastein /Themenheft 2012 50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil, 37-42

    P. Thomas Kreider (+ 1989): Was sagt das Konzil über die Kirche? Priestertum der Laien und Maria in der Kirche (Buchauszüge aus ders. Was sagt das Konzil über die Kirche, Mainz 1966) in: Mariastein /Themenheft 2012 50 Jahre Zweites Vatikanisches Konzil, 66-74
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    Martin Meier-Schnüriger 12.06.2025 um 11:04
    Papst Benedikt XVI., der immer das Gute bei seinen Mitmenschen sah, hatte mit dem Motu proprio "Summorum Pontificum" ein taugliches Instrument zum friedlichen Miteinander der a.o. und der o. Form des einen römischen Ritus geschaffen. Was geschah? Nicht wenige Anhänger der a.o. Form sahen darin die Bestätigung ihrer Ansicht, nur die a.o. Form sei die "richtige". Genährt wurde (und wird) diese Ansicht durch die unsäglichen Verletzungen und Eigenmächtigkeiten seitens progressiver Zelebranten der o. Form. Schliesslich hatte Papst Franziskus genug von der Verbreitung der Lehre der angeblichen Überlegenheit der a.o. Form und schränkte deren Gebrauch durch "Traditionis Custodes" massiv ein, was natürlich die intransingenten Traditionalisten nicht von ihrer Ansicht abbrachte, sondern sie im Gegenteil in ihrem Irrtum bestärkte.
    Der langen Rede kurzer Sinn: a.o. und o. Form des einen römischen Ritus sind gleichwertig, das Ausspielen der einen gegen die andere ist ein unnützer Machtkampf, der nur den inneren und äusseren Feinden der Kirche in die Karten spielt. Und ein Vorschlag zur Güte: Feiert die o. Form wieder vermehrt in der Kirchensprache, mit Kommunionbank und Mundkommunion und mit der Zelebrationsrichtung "versus Dominum", dann verstummt die Behauptung, die o. Form sei weniger wertvoll, bald.
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    Hansjörg 11.06.2025 um 14:41
    So sind sie, die konservativen Katholiken von Vera Fides, sie sehen lieber einen Priester, der Tiere, Maschinen, Gebäude oder Motorräder segnet, als einen Priester, der ein sich liebendes, gleichgeschlechtliches Paar segnet.

    Und, was noch festzuhalten ist: Viele Gläubige, die am Sonntag noch in die Kirche gehen, hören lieber einer Pastoralassistentin aus der eigenen Heimat zu, als einem Priester aus dem fernen Osten oder aus Afrika, dessen Deutsch niemand verstehen kann.
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      T.L.D 11.06.2025 um 15:55
      Die Ansichten des "konservativen"* Vereins Vera Fides stimmen mit dessen des Lehramtes und der Weltkirche überein. Das wichtigste in der Sonntagsmesse ist auch nicht die Predigt, sondern das Kreuzesopfer Christi welches auf geheimnisvolle Weise erneuert wird. (Trient, Vatikan 1, Vatikan 2, Enzyklika 'Mysterium Fidei' 1965)

      Sind sie katholisch?

      *"konservativ" und "liberal" sind, auf Theologie bezogen, dumme Begriffe. Besser sind die Begriffe "orthodox" und "heterodox".
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      Daniel Ric 11.06.2025 um 16:02
      Lieber Hansjörg, finden Sie es denn persönlich gut, dass Menschen aus einem Nationalismus heraus lieber einem heimatlichen Laientheologen zuhören als einem ausländischen Priester? Dieser unheimliche Patriotismus schadet meines Erachtens der hiesigen Kirche. Gott sei Dank sind es nur ganz wenige Kirchgänger, die so denken. Wortgottesdienste mit Laientheologen sind meistens entleert, währenddem Eucharistiefeiern viel besser besucht sind.
      • user
        Hansjörg 11.06.2025 um 18:22
        Lieber Daniel Ric
        Ich denke unheimlicher Patriotismus ist hier fehl am Platz und wird in der Regel für ganz andere Gruppierungen gebraucht.
        • user
          Daniel Ric 12.06.2025 um 07:46
          Dann erklären Sie mir bitte, wo genau der Unterschied liegt zwischen Ihrer Gesinnung und derjenigen der unheimlichen Patrioten? Sie bringen öfters Argumente, die gegen ausländische, speziell auch gegen Katholiken aus Afrika gerichtet sind.
          • user
            Hansjörg 12.06.2025 um 22:33
            Ich habe keine Einwände gegenüber ausländischen Fachkräften, auch nicht gegenüber Priester aus Afrika. Wenn ein Priester jedoch von der Kanzel zu den Gläubigen in der Kirche spricht, sollte er die lokale Sprache so gut sprechen, das er verstanden wird.
            Das ist nicht immer so.
    • user
      Stefan Fleischer 11.06.2025 um 17:19
      Lieber Hansjörg
      Vielleicht solltest Du einmal bedenken, was Mk in 8,33 schreibt: «Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.» Ich wünsche Dir, dass Du (und all die vielen anderen auf dem deutschen synodalen Irrweg) diesen Vorwurf nicht einst beim Gericht zu hören bekommen.
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      John Henry 13.06.2025 um 20:21
      Wer Gott liebt hält seine Gebote ((Johannes 14,15). Wir können keine Sünde segnen. Unsere Aufgabe ist es Menschen zur Bekehrung zu führen und ihnen die Wahrheit zu sagen. Ich werde Menschen nicht belügen, um dem Zeitgeist zu huldigen. Danke für das Verständnis.
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    Schwyzerin 11.06.2025 um 11:24
    Die Bischofskonferenz hat mit den ständigen Diakonen, den Pastoralassistenten die liturgischen Missbräuche dramatrisch verschärft. Es gibt deshalb kaum noch Priesterberufungen. Von der Schweizerischen Bischofskonferenz ist deshalb nichts zu erwarten. Denn sie wollen eine andere Kirche!

    Es ist nicht nur die Liturgie, sondern es sind alle 7 Sakramente von den Missbräuchen betroffen. Mit den 7 Sakramenten spielt man nicht! Aus diesem Grund ist der Adressat der Papst.
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    Stefan Fleischer 11.06.2025 um 07:16
    Was mich gnau so stört ist, wenn die vorgeschriebenen liturgischen Texte und Gesten beliebig "verbessert" (ich würde sagen verbösert) werden. Einerseits ist das genau so eine Verletzung des Treueverprechens und andererseits läuft man dabei immer Gefahr, wenn man irgend etwas anders sagt, dass dann ewas ganz anderes daraus wird. Dass man mit dieser Methode auch ganz bewusst etwas anderes sagen will als die Kirche lehrt, dieser Verdacht ist nicht immer leicht zu unterdrücken.
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    Claudio Tessari 10.06.2025 um 14:04
    Regelmässig schrieb ich auch in der Vergangenheit, dass Problem ist, dass ja die Bischofkonferenz an sich nichts macht, da die Bischöfe das ja nicht nur tolerieren sondern auch fördern. Bestes Beispiel, Kathedrale in SG. Eine Woche vor der Bischofswahl, hat der zukünftige Bischof Beat, die Heilige Messe dort gefeiert. Das Evangelium so wie die Predigt wurde von einer Pastoralassistentin gehalten, alles sogar im Livestream welcher vom Bistum selber geteilt wird. Diese Video gelangte sogar in die USA wo man sich fragt, ist die Schweiz noch katholisch? Viele junge Katholiken fragen sich, was können wir machen. Ich rate immer, schreibt dem Bistum und schreibt dem Nuntius. Das Kirchenrecht sagt, dass jeder Gläubige EIN RECHT HAT, auf eine würdig gefeierte Liturgie gemäss den geltenden Rubriken.
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      ser AD 10.06.2025 um 19:09
      Das ist alles graue Theorie, und die "Rechte" nicht mehr als eine Verwaltungsfloskel.

      Denen, welchen es ernst gilt, bleibt sowieso nichts anderes als eine Tridentinische Messe zu besuchen.

      Die "Missbräuche" sind im System angelegt, und solange dies gefeiert wird (Papst Benedikt: ordentliche Form), geht die Ehre Gottes bachab.

      Johannes der Evangelist schreibt am Weissen Sonntag: si testimonium hominum accipimus, testimonium Dei tamen maius, quod Deus testificavit de Filio, qui mundum vicit.

      Das ist der übernatürliche Charakter von Messe, Priester und Kirche. Es ist grösser als wir, wie Jesus selbst sagt: Mein Vater ist grösser als Ich, darin besteht das Zeugnis.

      Das hat man im Neuen Messsystem klammheimlich ausgemerzt.
      • user
        Claudio Tessari 11.06.2025 um 09:38
        Lieber Bruder in Christus. Ein Missbrauch ist nicht Folge der ordentlichen Form, sondern wer die Rubriken missbraucht. Die Aussage die Ehre Gottes geht bei der neuen Messe verloren ist schon recht problematisch. Alle 5min wird die neue Messe weltweit gefeiert, 99.9% der Priester feiern sie, inkl. Papst und Kardinäle. Jesus hätte die Kirche im Stich gelassen, wenn dadurch die Ehre Gottes beraubt würde.

        Das Konzil von Trient sagt:
        Canon 7 – Konzil von Trient, Session XXII (17. September 1562)
        „Wenn jemand sagt, die Zeremonien, Gewänder und äußeren Zeichen, deren sich die katholische Kirche beim Messopfer bedient, seien eher Mittel zur Gottlosigkeit als zur Frömmigkeit: der sei mit dem Anathema belegt.“
        • user
          ser AD 11.06.2025 um 10:19
          Lieber CT, Sie gehen wie schon letztes Mal am Thema vorbei.

          Der Konzilskanon hat mit der heutigen Thematik auch formell nichts zu tun, weil es gar nicht um Leugnung der Riten geht, sondern um deren Amputation. Gewisse von Gott gewirkte Ausdrücke werden ausgemerzt, dadurch ist eben die Ehre dahin.

          Menschen können noch lange hirnen, wenn es nicht vom Vater kommt, gelangen die Gläubigen nicht zu IHM.
          • user
            Claudio Tessari 11.06.2025 um 16:09
            Also sie behaupten, durch die neue Messe können wir Gott nicht ehren und haben auch keinen Zugang zu Gott. Das ist eher eine Sedisvakantistische Sicht, anstatt eine Katholische.
            • user
              Joseph Laurentin 11.06.2025 um 17:55
              Es ist tatsächlich so, dass im Novus Ordo die Ehre Gottes weniger im Zentrum steht. Der neue Messritus ist problematisch, weil er den Opfercharakter der Messe abschwächt und stattdessen das gemeinschaftliche Mahl betont. Auch die äussere Gestalt hat an Sakralität verloren – etwa durch die Zelebration zum Volk hin, die Kommunion in die Hand und eine allgemeine liturgische Vereinfachung. Nach meiner Erfahrung hat der Novus Ordo negative „Früchte“ hervorgebracht, wie einen spürbaren Rückgang des Glaubenslebens und einen zunehmenden Priestermangel. Aus diesen Gründen habe ich mich bewusst vom Novus Ordo abgewandt und besuche mit meiner Frau und unseren Kindern die überlieferte tridentinische Messe. Dort erfahren wir eine tiefere Glaubensbindung, und auch unsere Kinder haben durch die würdige Liturgie einen stärkeren Zugang zum katholischen Glauben gefunden.
            • user
              ser AD 11.06.2025 um 18:59
              Sie haben scheinbar gar nicht begriffen.

              Meine These ist auch nicht sedesvakantistisch.

              Ich sage einfach, die Ehre Gottes hat nicht den ersten Platz in der Neuen Messe, das sieht man gerade an der Streichung der Pfingstoktav.

              Pfingsten ist konstitutiv für Ostern, und nicht nur "Erfüllung".
          • user
            T.L.D 11.06.2025 um 17:50
            Bekennen sie die Validität der neuen Messe? Wir nicht auch im Novus Ordo Missae Gott durch das hl. Messopfer die höchste Ehre erwiesen?
            • user
              ser AD 12.06.2025 um 10:33
              An wen richtet sich diese Frage ?
              Vor lauter Verschachtelungen oben verliert man die Übersicht.

              Grundsätzlich wird in jeder gültigen (kanonischen) Messe Gott die Ehre erwiesen - Frage ist nur, wer die Messe konzipiert: Gott oder der Mensch.

              Die Ehre besteht in der Wahrung der Überlieferung, wenn man frühere Päpste in den Regen stellt, schneidet man Gott die Ehre ab.
    • user
      T.L.D 10.06.2025 um 19:16
      So viel ich weiss, gibt es ein Sonderrecht im Schweizer Kirchenrecht (vielleicht auch in Deutschland, keine Ahnung, ob Rom das wirklich erlaubt hat), welches besagt, dass Laien *in bestimmten Fällen* die Predigt halten dürfen. Jedoch existiert keine (nicht mal eine nach angeblichem Schweizer/Deutschem Sonderrecht) solche Erlaubnis für das Lesen des Evangeliums.
  • user
    T.L.D 10.06.2025 um 12:57
    Man muss sich nicht wundern, dass Berufungen nur noch so selten gerufen werden, wenn man das geweihte Priestertum relativiert und das Messopfer leugnet.

    Finde es ein wenig lustig, dass 2023 der Bischof von St. Gallen einen Brief gegen liturgische Missbräuche unterschrieb, in seiner Kathedrale es aber zulässt, dass Laien die Evangeliumslesung halten. (Was nur einem geweihten Kleriker sprich Diakon, Priester oder Bischof vorbehalten ist)
    • user
      Meier Pirmin 16.06.2025 um 09:25
      Dass Laien die Evangeliumslesung halten, mag kirchenrechtlich fragwürdig sein, scheint mir aber unter den heutigen Umständen praktisch aus mehrfachen Gründen zu rechtfertigen. Wenn beispielsweise Uralt-Priester gerade noch die Messe halten, aber jüngere Lektoren nun mal verständlicher durchkommen. In meiner Heimatgemeinde engagierte sich in dieser Sache ein weit überdurchschnittlich sprechbegabter Lehrer für Lesungen, sogar auch zum Beispiel für bischöfliche Rundschreiben anstelle der Predigt und dergleichen. Kommt noch etwas anderes dazu: die Meinung, dass Angestellte der heutigen Landeskirchen noch Homilien von hoher an der Originalsprache orientierter Bibelkenntnis zu halten verstünden, klingt reichlich optimistisch. In den wenigsten Gottesdiensten heute wird der verlesene Evangelien-Text oder auch der Text der Lesungen, oft Paulus-Briefe, besonders anspruchsvoll, in den Kontext gesetzt, wobei ich indes nicht zeitgeistige Bibelanpassungen meine, sondern den tatsächlichen Kontext, so wie seinerzeit bei den Reformierten ganz früher Ulrich Zwingli und vor einigen Jahrzehnten Kurt Marti zum Beispiel das gesamte Matthäus-Evangelium Stück für Stück der Reihe nach ausgelegt haben bzw. kontextmässig dargelegt.