Kardinal Newman. Ölgemälde von John Everett Millais. (Bild: Public domain via Wikimedia Commons)

Weltkirche

Papst Leo XIV. ernennt John Henry Newman zum Kirchenlehrer

1879 verlieh ihm Papst Leo XIII. die Kardinalswürde – am 31. Juli 2025 bestätigte Papst Leo XIV. seine Ernennung zum Kirchenlehrer: Die Ehre gilt dem grossen englischen Konvertiten John Henry Newman.

Erst seit kurzem im Amt hat Papst Leo XIV. bereits ein erstes, wegweisendes Zeichen gesetzt: Am 31. Juli 2025 hat er die Erhebung von John Henry Newman in den Rang eines Kirchenlehrers bestätigt. Diesen selten verliehenen Titel erhalten Heilige und Theologen, denen ein prägender Einfluss auf Leben und Lehre der Kirche zugesprochen wird. John Henry Newman tritt damit in die Reihe herausragender Gestalten der Kirchengeschichte wie Augustinus, Gregor der Grosse, Thomas von Aquin, Anselm von Canterbury, Katharina von Siena und Thérèse von Lisieux.

John Henry Newman wird am 22. Februar 1801 in London geboren. Nach dem Besuch einer Schule calvinistischer Prägung und Universitätsstudien in Oxford wird er 1824 zum Geistlichen der Anglikanischen Kirche ordiniert. Seine erste Tätigkeit als Seelsorger in der Pfarrei von St. Mary in Oxford verbindet er mit Vorlesungen an der Universität. Diese essentielle Verbindung von kirchlicher Lehre und Praxis ist ihm zeitlebens ein Herzensanliegen, gehört sozusagen zu seiner DNA.

Sein Hauptinteresse gilt den grossen dogmatischen Themenfeldern der Theologie, so der Lehre von der Kirche und der Rechtfertigung. Seine Versuche, die sogenannten 39 Artikel, sprich die Grundlage des Anglikanismus, in Übereinstimmung mit der Lehre der Katholischen Kirche zu interpretieren, stossen auf vehementen Widerstand der anglikanischen Bischöfe (siehe unten).

In der Folge legt er alle seine kirchlichen Ämter nieder. 1845 konvertiert er zum katholischen Glauben und empfängt zwei Jahre später in Rom die Priesterweihe.

Von 1851 bis 1858 amtet er als Rektor der katholischen Universität in Dublin. Seine Vorlesungen zur Idee der Universität vermitteln wichtige Impulse für das katholische Bildungswesen. Auf Missverständnisse und Anfeindungen seitens katholischer Hardliner antwortet er mit seiner Schrift «Apologia pro vita sua». In seinem Grundlagenwerk «Grammatik der Zustimmung» (Grammar of Assent) legt er dar, dass Überzeugungen nicht durch einen bloss rationalen Denkprozess zustande kommen, sondern stets das Zusammenwirken von Vernunft und Herz bedingen. John Henry Newman spricht in diesem Zusammenhang von einem «intelligenten Herzen».

1879 verleiht ihm Papst Leo XIII. die Kardinalswürde. Der Geehrte wählt die Worte «Cor ad cor loquitur» zu seinem Wappenspruch – das Herz spricht zum Herzen. John Henry Newman stirbt am 11. August 1890 in Birmingham. 2010 wird er von Papst Benedikt anlässlich von dessen Besuch in England seliggesprochen. 2019 erfolgt die Heiligsprechung durch Papst Franziskus.
 


Alles Grosse wird in Schmerzen geboren
«Alles Grosse wird in Schmerzen geboren» hat einmal ein bekannter Rabbiner gesagt. Für das Leben von John Henry Newman gilt dieses Dictum ganz besonders. Seine Konversion war nicht die Schlussfolgerung eines bloss intellektuellen Reflexionsprozesses, sondern die Frucht eines langen und schmerzhaften existentiellen Ringens. Schliesslich war mit der Konversion auch der Verzicht auf eine glänzende Karriere in der Anglikanischen Staatskirche verbunden, der Verzicht auch auf manche Freundschaften und die Gewissheit, fortan von den besseren Kreisen der englischen Gesellschaft geschnitten, ja verfemt zu werden.

Er selbst hat in einem Brief an einen Freund seine damaligen inneren Kämpfe wie folgt beschrieben: «Ich mache durch, was ich durchmachen muss; meine einzige Hoffnung ist, dass mit jedem Tag der Inhalt des bitteren Kelches, den ich trinken muss, geringer wird. Es ist der Verlust des Wohlwollens und der guten Meinung von seiten so vieler, Bekannter und Unbekannter, die mir Gutes gewünscht haben […] Wenn ich mich nicht irre, ist der Hauptgrund, warum ich einen Übertritt ins Auge fasse, die tiefe, unwandelbare Überzeugung, dass unsere Kirche sich im Schisma befindet und dass mein Heil von der Vereinigung mit der römischen Kirche abhängt. Ich habe keine Hoffnung oder Pläne, in einem mich mehr befriedigenden Kreise als Oxford tätig sein zu können. Und dann, wieviel muss ich in menschlicher Hinsicht aufgeben! Ich muss unersetzliche Opfer bringen, nicht bloss wegen meines Alters, wo jede Veränderung verhasst ist, sondern auch wegen meiner grossen Liebe zu alten Beziehungen und angenehmen Erinnerungen. Ich fühle auch durchaus keine begeisterte oder heldenmütige Opferfreudigkeit in mir […] Der gegenwärtige Zustand des römischen Katholizismus ist so unbefriedigend. Eines ist mir gewiss: Nur ein unzweifelhafter, unmittelbarer Ruf der Pflicht gibt einem Menschen das Recht, unsere Kirche zu verlassen […] Die Frage lautet einfach: Kann ich ganz persönlich, nicht ein anderer, sondern kann ich selig werden?»

Für John Henry Newman ist klar: «Das Christentum ist Glaube, der Glaube verlangt eine Lehre, die Lehre Lehrsätze, Lehrsätze ein Ja oder ein Nein; Ja oder Nein Auseinandersetzungen.» Diese Auseinandersetzungen hat der grosse englische Konvertit sich und anderen nicht erspart.

Welches waren die ausschlaggebenden Gründe, die ihn schliesslich zum Übertritt zur Katholischen Kirche bewogen?

Der nagende Zweifel an seiner Glaubensgewissheit drängte John Henri Newman, sich intensiv mit den Ursprüngen der Kirche, der Theologie des frühen Christentums zu befassen: «Ich stellte einen Vergleich an zwischen unserem Kirchenwesen, das innerlich so zerrissen und wankend war und seine wahre Kraft selbst nicht kannte, und dem frischen, lebendigen Geist, der mir aus den Schriften der ersten Jahrhunderte entgegenwehte […] Die Selbstverleugnung ihrer Asketen, die Geduld ihrer Märtyrer, die unwiderstehliche Festigkeit ihrer Bischöfe, der freudige Schwung ihrer Ausbreitung erhob und demütigte mich zugleich. Ich sagte mir: ‹Betrachte dieses Bild und dann das unsere.› Die Aussichten unserer Kirche für die Zukunft flössten mir grosse Besorgnis ein und ihre untätige Ratlosigkeit erregte in mir Ärger und Groll […] Sie zu verlassen, kam mir nie in den Sinn, wohl aber stand mir der Gedanke ständig vor der Seele, dass es etwas Grösseres geben müsse als die Staatskirche und dass dieses Grössere die am Anfang gestiftete katholische und apostolische Kirche sei, von der unsere Kirche nur die lokale Verkörperung und das Organ war. Wenn sie das nicht war, dann war sie überhaupt nichts.»

John Henry Newman gelangte zur Feststellung, dass all die Argumente, die gegen die tridentinischen Konzilsväter vorgebracht wurden, genauso gut gegen das Konzil von Nizäa, überhaupt gegen die frühen Konzilien vorgebracht werden konnten. Es blieb ihm nicht erspart, einen grossen, kulturell und milieubedingten inneren Widerstand zu überwinden, bis er sich zur Einsicht durchrang, dass dort, wo die häretische Kirche des Altertums stand (Donatisten, Monophysiten), auch seine eigene anglikanische Kirche stand. Schliesslich wurde ihm die Vermutung zur Gewissheit, «nicht dass meine anglikanische Staatskirche bald aufhören würde, eine Kirche zu sein, sondern dass sie seit dem 16. Jahrhundert die ganze Zeit hindurch nie eine Kirche war.»

Der Übertritt zur Katholischen Kirche fiel John Henry Newman auch deshalb schwer, weil er stets keine Einzelübertritte, sondern eine Union mit Rom gewünscht hatte. Mit dem Satz «Meine Seele sei mit den Heiligen» bekräftigte er seinen Entschluss, Mitglied der Katholischen Kirche werden zu wollen.
 


«Der gefährlichste Mann in England»
John Henry Newman wurde anfänglich in der Katholischen Kirche keineswegs mit offenen Armen empfangen – im Gegenteil. Irgendwie verständlich: Bei den noch verbliebenen Katholiken Englands hatte nach all den Jahrzehnten der Verfolgung und Unterdrückung eine Bunkermentalität um sich gegriffen. John Henry Newman galt gerade bei führenden katholischen Repräsentanten wegen seiner ausgleichenden, auf die Vereinigung in der Wahrheit ausgerichteten Haltung als häresieverdächtig, als eine Art trojanisches Pferd. «Ich sehe eine grosse Gefahr für den englischen Katholizismus», warnte der Erzbischof von London, Henry Edward Manning. Der Vatikanvertreter Talbot verstieg sich gar zur Behauptung: «Newman ist der gefährlichste Mann in England».

Das Rektorat der neu gegründeten katholischen Universität in Dublin wurde ihm 1858 entzogen. Dabei sind seine in dieser Zeit entwickelten Vorstellungen einer Universität katholischer Prägung von bleibender Aktualität: «Ich denke nicht im mindesten an einen Kompromiss, als müsste die Religion etwas opfern und die Wissenschaft etwas anderes opfern; ich wünsche, der natürliche Geist möchte sich in äusserster Freiheit entfalten und die Religion möchte gleiche Freiheit geniessen; aber, wofür ich mich einsetze, ist dies, dass sie beide an ein und demselben Platz sich zusammenfinden und in denselben Persönlichkeiten verkörpern können […] der gebildete Laie soll religiös, und der fromme Geistliche gebildet sein.»

Die Kirche siegt durch das Leiden
John Henry Newman sah Herrschsucht, List und Gewaltsamkeit bis in die Spitzen der kirchlichen Hierarchie am Werk. All diese Erfahrungen hielten ihn jedoch nicht von seiner Arbeit als Seelsorger in Pfarreien und Spitälern ab. Er leitete mehrere katholische Volksschulen, setzte seine erfolgreiche Predigttätigkeit fort und widmete sich weiterhin der Schriftstellerei. Mit seinem Werk «Apologia pro vita sua» gelang ihm ein literarischer Grosserfolg weit über die Konfessionsgrenzen hinaus. Mehrere Hundert anglikanische Geistliche folgten seinem Weg in die Katholische Kirche. Es gehört mit zum überragenden Format dieses Mannes, dass er sich allen Anfeindungen zum Trotz nicht irremachen liess, sondern in der bewussten Annahme des Leidens zu einer historischen Grösse in der Kirchengeschichte reifte.

Das Leiden sah Newman als einen Grundpfeiler der kirchlichen Lehre. Die Kirche dürfe sich keinesfalls in der Welt bequem einrichten; «Die Kirche leidet in dem Masse, mit dem sie ihren Auftrag erfüllt. Ihre Lehre kann der Welt niemals schmackhaft sein.» Das Leben der Kirche liegt, so Newman, nicht im Tun, sondern im Leiden. Und doch: «Es ist die Eigenart des Kampfes zwischen Kirche und Welt, dass die Welt allezeit über die Kirche zu obsiegen scheint, die Kirche aber in Wirklichkeit immer die Welt überwindet.»

John Henry Newman wurde noch zu Lebzeiten die Erfahrung zuteil, dass nicht nur die Institution Kirche, sondern auch er ganz persönlich über die Leiden obsiegte: Allmählich begriff auch die römische Kurie, dass da eine Jahrhundertgestalt, eine Persönlichkeit von aussergewöhnlichem intellektuellem und spirituellem Format eine der ihren geworden war. Im Jahre 1879 war es so weit: Papst Leo XIII. erhob ihn zum Kardinal – «Il mio cardinale», sagte der Papst anlässlich der Verleihung der Kardinalswürde.
 


In der ihm noch verbleibenden Lebenszeit galt Newmans Hauptinteresse der Ekklesiologie sowie dem Verhältnis der Kirche zur modernen Welt. So sehr ihm die Annäherung bzw. Vereinigung mit der Anglikanischen Kirche ein Herzensanliegen war und blieb, so scharf grenzte er sich vom Protestantismus ab.

In seiner Würdigung der Anglikanischen Kirche schrieb er: «Ich anerkenne in der anglikanischen Kirche eine Quelle vielseitiger Vorteile für das Volk und bis zu einem gewissen Punkt eine Hüterin und Verkünderin der religiösen Wahrheit. Die englische Kirche war für die Vorsehung das Werkzeug, mir grosse Wohltaten mitzuteilen […] Wäre ich als Presbyterianer geboren worden, hätte ich vielleicht nie die Gottheit unseres Herrn und Heilandes erkannt; wäre ich nicht nach Oxford gekommen, dann hätte ich vielleicht nie von der sichtbaren Kirche, von der Tradition und andern katholischen Lehren gehört […] Solange die Katholiken in England so schwach sind, tut sie unser Werk. Ohne Zweifel war die Nationalkirche bisher ein tauglicher Wellenbrecher gegen Lehrirrtümer, die tiefer einschneiden als ihre eigenen. Wie lange dies in kommenden Jahren noch der Fall sein wird, ist unmöglich zu sagen, denn die Nation zieht die Kirche auf ihr eigenes Niveau herab.»

Dem Protestantismus wirft John Henry Newman vor, die Autorität der Kirche ausgeschaltet und die Schrift als einziges Glaubenskriterium anerkannt zu haben. Doch weil die Schrift oft mehrdeutig ist und der Interpretation bedarf, war eine Zersplitterung in unzählige protestantische Denominationen unvermeidlich. Dazu Newman: «Nicht über einen einzigen Punkt seiner Lehre kann er seine Ansicht fixieren. Bringt in Abzug seinen Rest an katholischer Theologie, und was bleibt? Polemik, Erläuterungen, Proteste.» Demgegenüber stellt Newman klar, dass Schrift und Tradition keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig bedingen. Die Autorität der Kirche ist vielmehr Garant für die authentische Weitergabe der Glaubensinhalte des Evangeliums.

Dies bedeutet jedoch nicht, so Newman ausdrücklich, dass es ausserhalb der sichtbaren Kirche kein Heil gibt. Denn die Gnade Christi ist «gegenwärtig in jedem Menschenherzen, um wirklich für sein Endheil zu genügen». Dies gilt für all jene, die unfreiwillig unwissend sind. John Henry Newman weiss sich damit in Übereinstimmung mit der Lehre der Katholischen Kirche.

Den Zeitgeist durchschaut
Vor dem Hintergrund der aktuellen theologischen Debatten sind Newmans Ausführungen zum Verhältnis von Kirche und Welt von brennender Aktualität: «Die Menschen scheinen für dies Welt geschaffen; sie meinen, dass diese Welt die Welt ist, für welche sie zu arbeiten haben […] dass die beste Art der Religion sei, ihre ‹Pflicht in dieser Welt zu tun›, dass dies der wahre Gottesdienst sei; mit andern Worten, dass die Jagd nach Geld oder Ansehen oder Macht, die Befriedigung des Selbst und der Kult des Selbst seine Pflicht zu tun heisse.»

Sinn und Daseinszweck der Kirche ist es jedoch nicht, «die Welt zu zivilisieren, die Massregeln der bürgerlichen Regierung zu erleichtern, die Vernunft auszubilden um irgend eines grossen weltlichen Zieles willen». Mit Blick auf seine – und man möchte hinzufügen auf unsere – Welt konstatiert John Henry Newman: «Der Zustand grosser Städte ist heute nicht sonderlich verschieden von dem, was er im Altertum war […] Der Handel ist noch immer habsüchtig, nicht nur in der Neigung, sondern auch in der Tat, ob schon er das Evangelium gehört hat; die Naturwissenschaft ist noch immer skeptisch, wie sie in heidnischen Zeiten war; Juristen, Soldaten, Bauern, Politiker, Hofleute, ja – man sag es mit Beschämung – die Geistlichen verrät noch immer der alte Adam. Die Erkenntnis des Evangeliums hat also, soweit wir das zu beurteilen vermögen, bei der Masse der Menschheit nicht auf den Geist des Innern, auf das ‹Herz› gewirkt.» Doch, so Newman: «Das Evangelium hat auch nie verheissen, es werde dies leisten.» Vielmehr gilt das Wort des Evangelisten Johannes: «Nicht für die Welt bitte ich, sondern für jene, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein» (vgl. Joh 17,9). Es geht nicht darum, «die ganze Erde in den Himmel zu verwandeln, sondern den Himmel auf die Erde zu bringen».

Von seltener, geradezu prophetischer Luzidität ist Newmans Blick in die Zukunft am Vorabend des Ersten Weltkrieges (für George F. Kennan die «Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts»): «Ich sehe nach meinem Leben die Zeit kommen, wo nur noch die Spitzen der Berge, Inseln gleich, in der Wasserwüste sein werden […] Der religiöse Skeptizismus greift schauerlich um sich, und das grosse Unglück ist, dass von vornherein ein allgemeines Übergewicht zum Unglauben hin gegeben ist, weil er vernünftiger und glaubhafter erscheint. Die Vorstellung gewinnt die Oberhand, dass grosse Umwälzungen kommen werden, so dass die Menschen an den Atheismus glauben, bevor sie die christliche Offenbarung entdeckt haben […] Was steht uns bevor? Ich schaue mit wehem Mitleid und ich möchte sagen, mit Schaudern auf die nächste Generation.» Die Parallelen zur Gegenwart sind nicht zu übersehen.

Newmans Befund gibt dennoch keinen Anlass für Pessimismus, denn eine wirksame Therapie setzt eine zutreffende Diagnose voraus – und die kann John Henry Newman gewiss für sich in Anspruch nehmen. Es gilt, sie zu beherzigen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Oder, um es mit den Worten von Papst Benedikt XVI. zu sagen: «Newman gehört zu den grossen Lehrern der Kirche, weil er zugleich unser Herz berührt und unser Denken erleuchtet.»
 

* Die in diesem Beitrag verwendeten Zitate sind dem Buch «John Henry Newman» von Walter Lipgens entnommen


Niklaus Herzog
swiss-cath.ch

E-Mail

Lic. iur. et theol. Niklaus Herzog studierte Theologie und Jurisprudenz in Freiburg i. Ü., Münster und Rom.


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Bemerkungen :

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    Joseph Laurentin 06.08.2025 um 06:52
    Die Erhebung John Henry Newmans zum Kirchenlehrer wirft Fragen auf: Würde er heute überhaupt noch zur nachkonziliaren Kirche konvertieren, die sich in Liturgie, Ökumene und Glaubensverständnis weitgehend protestantischen Vorstellungen angenähert hat? Newman suchte die Kirche der Väter, nicht einen theologischen Relativismus.
    • user
      Martin Meier-Schnüriger 08.08.2025 um 09:20
      Lieber Herr Laurentin, ich denke, Sie sollten - wie so viele andere "Traditionalisten" auch - sich über den Unterschied klar werden, der zwischen diversen theologischen Strömungen, die tatsächlich dem Relativismus frönen, und der Lehre der Kirche, auch der "nachkonziliare, besteht. Sie werden mir recht geben, dass Papst Benedikt XVI., Kardinal Ludwig Müller, Pater Karl Wallner, Frau Prof. Marianne Schlosser, um nur einige zu erwähnen, nicht zu denen gehören, die einer Verprotestantisierung der katholischen Kirche das Wort reden, bzw. geredet haben. Aber sie wollten auch nicht mehr hinter das Konzil zurück. Liest man nämlich die Konzilstexte, statt von einem nebulösen "Geist des Konzils" zu fabulieren, erweisen sich Ihre Bedenken letztlich als unbegründet. So gesehen bin ich überzeugt, dass John Henry Newman auch heute zur katholischen Kirche konvertieren würde - nicht zu einer synodalen NGO, sondern zur "Una, Sancta, Catholica et Apostolica", mitunter zur Kirche der Väter!
      • user
        Markus Wehrle 08.08.2025 um 19:32
        Zum einen gibt es zahlreiche authentische Berichte, dass in Rom keine öffentlichkeitswirksamen Konversionen mehr gewollt sind (von einer Konversion zur röm.-kath. Kirche wird in Rom abgeraten, man soll weiter "das eigene Charisma" pflegen), anderseits würde ein Herr Newman sicherlich nicht sich an so einem Karneval im Zirkus Krone beteiligen. Nicht einmal aufs WC würde er kommen.
      • user
        Joseph Laurentin 08.08.2025 um 21:55
        Sie führen Papst Benedikt XVI. gerne als konservativen Gewährsmann an. Doch er selbst erkannte, dass der Ritus „fast unerkennbar entstellt“ wurde – hielt aber dennoch am Novus Ordo fest. Am deutlichsten wird das in seinem Vorwort zu Klaus Gambers Die Reform der römischen Liturgie (1992): „An die Stelle der bis dahin lebendigen, im Laufe der Jahrhunderte gewachsenen Liturgie ist eine fabrizierte Liturgie getreten. Man hat den über Jahrhunderte gewachsenen Ritus praktisch zerstört und ihn durch einen künstlichen, in vielen Teilen fast unerkennbar entstellten Ritus ersetzt.“
        Die Früchte des Konzils sind heute sichtbar: moderne Messen mit Gitarren, Schlagzeug, liturgischen Tänzen, Clown-Messen, Fasnachts-Messen, Beach-Messen im Badeanzug, Polit-Messen mit ideologischen Bannern, interreligiöse Feiern usw. Natürlich gibt es auch gute und fromme Priester – konservative und traditionelle –, doch sie sind Randerscheinungen. Tonangebend, wie schon beim Konzil, sind die Progressiven. Denken Sie wirklich, dass Newman in eine solche Kirche eintreten würde?
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          Daniel Ric 10.08.2025 um 08:42
          Sehr geehrter Herr Laurentin, ich finde Ihre Ausführungen masslos übertrieben und ich möchte Sie gleichzeitig erinnern, dass jeder Katholik der Wahrheit verpflichtet ist und nicht ideologischen Anschauungen. Papst Benedikt war ein Konzilstheologe und stets ein Befürworter des Konzils. Sein Aufsatz "Die neuen Heiden und die Kirche", der 1958 - also vor dem Konzil - erschien, macht deutlich, dass die verklärenden Vorstellungen der vorkonziliaren Kirche falsch sind. Vieles war damals nur noch Folklore, aber die innere Beziehung zu Christus fehlte - wie sie auch heute noch oft fehlt. Natürlich haben Sie recht, wenn Sie heutige Fehlentwicklungen ansprechen, die vor allem die deutschsprachige Schweiz betreffen. Aber weltweit (und auch in der Schweiz) gibt es sehr viele fruchtbringende geistige Aufbrüche, bei denen Menschen versuchen, das Evangelium authentisch zu leben. Ihre Frage, ob Newman oder irgendein anderer Mensch, der Christus sucht, der katholischen Kirche beitreten würde, entstammt meines Erachtens einem falschen Gottes- und Kirchenbild. Es ist doch nicht ein wenig Latein, eine Körperhaltung oder eine Bekleidung des Priesters, die Menschen dazu bewegt, katholisch zu werden. Es ist Gott, der Menschen beruft. Wir sind nur Werkzeuge Gottes, die durch unser authentisches Leben der Kirche Leuchtkraft schenken.
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            Anton Schneider 11.08.2025 um 17:02
            Eine Pfarrei, in der Frauen predigen, Frauen die Kommunion austeilen oder Beerdigungen machen ist weder apostolisch noch katholisch oder gar römisch. Es ist Marke Eigenbau, nicht vom Heiligen Geist, sondern vom Zeitgeist. In jeder katholischen und apostolischen Kirche dürfen nur geweihte Männer im Heiligtum dienen.
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              Redaktion 11.08.2025 um 17:41
              Sehr geehrter Herr Schneider
              In der Katholischen Kirche dürfen Frauen sehr wohl die Kommunion austeilen (sofern zu wenig Priester anwesend sind) oder eine Beerdigung feiern (diese ist ja kein Sakrament). Ebenso dürfen Frauen in Wortgottesdiensten predigen. Es gilt, zwischen Sakrament und anderen Diensten zu unterscheiden.
              Rosmarie Schärer
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    Episcopus 05.08.2025 um 10:33
    Wir brauchen heutzutage keine Kirchenlehrer mehr. Das gehört der Vergangenheit an. Das einzige, was wir heute brauchen, ist Psychotherapie. Schluss.
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      Martin Meier-Schnüriger 05.08.2025 um 11:33
      Ironisch oder ernst gemeint? Ich hoffe doch wohl Ersteres, wie es sich für einen Episcopus gehört. Wobei: Viele Episcopi heutzutage denken leider genau so ...