«Wir fühlen uns wie im Paradies!» «Es ist wirklich ein Paradies für Taucher!» «Unsere Ferien – einfach paradiesisch!» Solche und ähnliche Texte gehen aktuell ihren Weg um die Welt. Dahinter stehen einmalige Naturerlebnisse, unvergessliche Momente mit Menschen, Zeiten der Ruhe und Unbeschwertheit, ohne Stress, Ärger oder Konflikte.
Das verlorene Paradies
Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes «Paradies» (altiranisch pari daēza; hebräisch pardēs ) bezeichnete das Umzäunte, einen Park oder Garten – ein klar abgegrenzter Raum, in dem der Mensch in Sicherheit war.
Im zweiten Kapitel des Buches Genesis erzählt die Bibel vom Garten Eden. «Gott, der Herr, liess aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und köstlich zu essen, in der Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Ein Strom entspringt in Eden, der den Garten bewässert; dort teilt er sich und wird zu vier Hauptflüssen. […] Gott, der Herr, nahm den Menschen und gab ihm seinen Wohnsitz im Garten von Eden, damit er ihn bearbeite und hüte» (Gen 2,9–15).
In diesem irdischen Paradies lebten die ersten Menschen in Frieden mit den Tieren und frei von den Sorgen des Alltags. Vor allem aber lebten sie in der unmittelbaren Gegenwart Gottes.
Doch die weitere Geschichte ist bekannt: Die Menschen konnten der Versuchung nicht widerstehen, assen die verbotenen Früchte vom Baum der Erkenntnis und mussten das Paradies verlassen. «Gott vertrieb den Menschen und liess östlich vom Garten Eden die Kerubim wohnen und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten» (Gen 3,24).
Der Garten Eden als Bild eines irdischen Paradieses, das nicht nur Fülle und Frieden, sondern auch das ewige Leben bereithält.
Leben in der Herrlichkeit Gottes
Steht die Erzählung vom irdischen Paradies am Anfang der Bibel, so findet sich im letzten Buch – in der Offenbarung des Johannes – eine Beschreibung des himmlischen Paradieses: «Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. […] Wer durstig ist, den werde ich unentgeltlich aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt. Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein» (Offb 21,2–7).
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Zentral für ein Paradies ist, wie auch in der Bibel beschrieben, dass jene nicht hereinkommen können, mit denen es sonst kein Paradies mehr wäre.
Dann wird es heissen: Hättet ihr mal gehört!
Ich selbst stellte mir das Paradies so vor wie eine wohlfunktionierde Familie, wo sich alle lieben und jeder freudig die ihm zugeteilten Aufgaben erfüllt. So wird dann das sog. Fegfeuer der Ort und die Zeit, wlo wir all das noch lernen müssen, was es dazu baucht und wir hier und jetzt nicht schon gelernt haben.