Das katholische Hilfswerk «missio Aachen» hat am vergangenen Sonntag, 13. Oktober 2024, zwei Menschenrechtsaktivistinnen mit dem Pauline-Jaricot-Preis 2024 ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung forderte «missio»-Vizepräsident Gregor von Fürstenberg mehr Einsatz gegen Hexenwahn und Genitalverstümmelung in aller Welt.
Die Baldegger-Schwester Lorena Jenal erhielt den Preis für ihr Lebenswerk.
Lorena Jenal wuchs in einer Bauernfamilie in Samnaun-Plan GR als ältere Schwester von vier Buben auf. Schon als Jugendliche träumte sie von fernen Ländern. Sie trat zunächst ins Kloster Baldegg LU ein. 1979 verwirklichte sich ihr Traum: Sie reiste nach Papua- Neuguinea. Sr. Lorena fühlte sich schnell wie zu Hause und hat heute gute Kenntnisse der Sitten und Gebräuche im Land. Sie spricht zudem eine der über 800 Sprachen des Landes.
Mit dem Preis für ihr Lebenswerk würdigt «missio» Sr. Lorena Jenal für ihr langjähriges Engagement gegen den in Papua-Neuguinea seit Jahren grassierenden Hexenwahn.
Wie lebensgefährlich diese Mission für die Ordensfrau ist, betonte «missio»-Vizepräsident Gregor von Fürstenberg in seiner Laudatio: Mit «scharfkantigen Macheten» sei die gebürtige Schweizerin bedroht worden, wenn sie Frauen aus den Fängen der Folterer befreit habe.
Über ihr «Hexentelefon» wird sie zur Hilfe gerufen, wenn wieder einmal Frauen der Hexerei beschuldigt werden. Im Frauenschutzzentrum «House of Hope» (Haus der Hoffnung) können die Frauen dann von ihren Traumata geheilt werden und wieder in ein einigermassen normales Leben zurückfinden.
Sr. Lorena Jenal kämpft nun schon seit mehr als 40 Jahren gegen Gewalt und Mord im Zeichen des Hexenwahns in Papua-Neuguinea. «Dank der Spenden über missio konnte ich bis heute 270 Frauen aus den Fängen der Folterer befreien», sagte die 74-Jährige in ihrer Dankesrede.
Kampf gegen Genitalverstümmelung
Rakieta Poyga aus Burkina Faso engagiert sich seit vielen Jahren gegen Genitalverstümmelung. Mit ihrem Verein «Bangr-Nooma» («Es gibt nichts Besseres als Wissen») verfolgt die 64-Jährige mit ihrem Team das Ziel: Kein Mädchen soll mehr beschnitten werden, so die Musikerin Patricia Kelly in ihrer Laudatio. Rakieta Poyga und ihr Verein haben nicht nur das Bewusstsein für die Problematik der Genitalverstümmelung in ihrer Gesellschaft geschärft, sie haben Leben verändert. Betroffene finden Hilfe, Beschneiderinnen eine andere Beschäftigung und Strassenkinder können in einem Ausbildungszentrum des Vereins einen Beruf erlernen. Rakieta Poyga berichtete, dass sie mit ihrem Verein in den vergangenen Jahren rund 51 000 Mädchen vor der Beschneidung bewahren konnte.
Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung wurde 2022 erstmals vergeben und ist nach der im selben Jahr seliggesprochenen Französin Pauline Jaricot (1799–1862) benannt. Sie löste aus einer kleinen Sammelbewegung zugunsten der Missionen in Afrika und Asien eine weltweite Bewegung aus, aus der die weltweiten «missio-Werke» hervorgingen. Der Preis soll laut «missio» Frauen in Afrika, Asien oder Ozeanien fördern, «die aus der Haltung der Nächstenliebe neue Wege gehen, um andere zu unterstützen und zu fördern».
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Parallel dazu bildet aber die kath. Kirche immer noch Exorzisten aus. Wie passt das zusammen?