Papst Pius XII. im Jahr 1951. (Bild: Michael Pitcairn, Public domain via Wikimedia Commons)

Weltkirche

Pius XII. – der ver­kannte Papst

Seine Ver­eh­rer prei­sen ihn als «Engel von Rom», der tau­sen­den Juden das Leben geret­tet hat. Seine Kri­ti­ker unter­stel­len ihm, zum Holo­caust geschwie­gen zu haben. Am 2. März vor 150 Jah­ren wurde Pius XII. als Euge­nio Pacelli in Rom gebo­ren. Von 1939 bis zu sei­nem Tod 1958 war er der 260. Bischof von Rom.

Dass Eugenio Pacelli seine Laufbahn in der Kirchenhierarchie einschlagen würde, war durchaus vorgezeichnet. Sein Grossvater hatte die Vatikan-Zeitung «Osservatore Romano» mitbegründet und war von 1850 bis 1870 Vize-Innenminister im Kirchenstaat; sein Vater war als Anwalt des Heiligen Stuhls tätig. Eugenio Pacelli wurde 1899 zum Priester geweiht und erwarb anschliessend sowohl den theologischen als auch den kirchenrechtlichen Doktortitel.

1901 begann Eugenio Pacelli seinen Dienst im Vatikan. Er war unter anderem Sachbearbeiter in der Kongregation für ausserordentliche kirchliche Angelegenheiten und erarbeitete mit Pietro Gasparri den Codex Iuris Canonici von 1917, das erste gesamtkirchliche Gesetzbuch. Daneben war er als Professor für kanonisches Recht tätig.

Als Nuntius in Deutschland
Im Ersten Weltkrieg wurde er zuständig für humanitäre Fragen: Er sammelte bis zum Kriegsende Angaben über Kriegsgefangene aller Kriegsparteien und bereitete deren Austausch vor. 1917 ernannte ihn der Papst zum Nuntius für München und weihte ihn am 13. Mai zum Titularbischof von Sardes. Eugenio Pacelli warb im Auftrag von Papst Benedikt XV. in ganz Deutschland für dessen Friedensinitiative. Nachdem diese alle Kriegsparteien abgelehnt hatten, nahm Eugenio Pacelli Abstand von der Idee Papst Benedikts, der Vatikan müsse durch eigene Initiativen aktiv für Frieden eintreten, und vertrat fortan eine strikte Neutralität der Kirche in politischen Fragen.

In Deutschland erlebte er die marxistisch dominierte Räterepublik in München hautnah mit – eine Erfahrung, die sein Bild des Kommunismus entscheidend prägten sollte. 1920 wurde der Kirchendiplomat auch erster Papst-Botschafter bei der Reichsregierung in Berlin. Dort war er schnell als politischer Berater geschätzt. Seine zentrale Aufgabe: die Neuregelung des Staat-Kirche-Verhältnisses der Weimarer Republik. Es ging um die katholischen Bekenntnisschulen, die Priesterausbildung an staatlichen Hochschulen, Bischofsernennungen und die Finanzierung der Kirche. Besorgt beobachtete er seit März 1923 antikatholische Tendenzen rechtsgerichteter Protestanten und warnte deshalb vor einer ökumenischen Annäherung. Bereits im Mai 1924 nannte er den Nationalsozialismus die «vielleicht gefährlichste Häresie unserer Zeit».

1924 konnte das Bayerische, 1929 das Preussen- und 1932 auch das Badische Konkordat geschlossen werden. Für Eugenio Pacelli war das Preussen-Konkordat die Krönung – schliesslich handelte es sich um einen Vertrag mit dem protestantisch geprägten und wichtigsten, dem Heiligen Stuhl keineswegs wohl gesonnenen Teilstaat Deutschlands.

Zäh verliefen die bereits 1924 begonnenen Konkordats-Verhandlungen mit den Reichsregierungen. Kurz nach der Machtergreifung nahm Hitler das Projekt wieder auf. Das schon am 20. Juli 1933 unterzeichnete Reichskonkordat bedeutete für die Nazis einen grossen Prestige-Gewinn. Eugenio Pacelli ging es darum, die Freiheit des religiösen Bekenntnisses, den Fortbestand katholischer Vereine sowie der Bekenntnisschulen in Nazi-Deutschland zu sichern. Letzterem darum, das Ausland durch dieses Konkordat über seine wahren Absichten zu täuschen.

Zwölf Jahre lang wirkte Eugenio Pacelli in Deutschland und sprach im Laufe der Zeit fliessend Deutsch. Von 1918 bis 1930 verbrachte er seine Sommerferien in Rorschach bei den «Menzinger Schwestern».

1929 wurde er zum Kardinal erhoben und bekleidete anschliessend das Amt des Kardinalstaatssekretärs.
 


Papst in einer schwierigen Zeit
Eugenio Pacelli wurde am 2. März 1939, seinem 63. Geburtstag, zum Papst gewählt. Er wählte den Namen Pius XII. Sein Pontifikat fiel in die dunkelste Zeit des 20. Jahrhunderts.

Während des Zweiten Weltkriegs verfolgte der Papst eine Neutralitätspolitik. Die Diskussionen über sein Verhalten gegenüber der NS-Diktatur halten bis heute an: Hat der Papst zum Holocaust geschwiegen? Pius XII. äusserte sich mehrfach indirekt. Etwa in seiner Radiobotschaft an Weihnachten 1942, als er an die Hunderttausenden erinnerte, «die ohne eigenes Verschulden, bisweilen nur aufgrund ihrer Nationalität oder Rasse dem Tod oder fortschreitender Vernichtung preisgegeben sind».

Aber entsprach diese in diplomatische Worte verpackte Sprache dem hohen moralischen Anspruch der Kirche? Was hätte ein öffentlicher Aufschrei genutzt? Spätestens mit Rolf Hochhuths Drama «Der Stellvertreter» 1963 schlug das bis dahin weithin positive öffentliche Image des Papstes in unsachliche Polemik um. Heute weiss man, dass östliche Geheimdienste Hochhuth manipuliertes Material zugespielt hatten, um Pius XII. und mittelbar die Katholische Kirche insgesamt zu diskreditieren. Letztere galt der Sowjetunion in den Zeiten des Kalten Krieges als Hauptfeind.

Inzwischen deuten sich ganz neue Antworten an. Nachdem der Vatikan 2020 die Archive zu Pius XII. geöffnet hatte, entdeckte das Team von Kirchenhistoriker Hubert Wolf knapp 9500 Bittschreiben, die europäische Juden zwischen 1939 und 1945 in höchster Not an den Papst richteten. Wolf betont, dass eine Konzentration auf Pius XII. allein zu kurz greifen würde. Der Papst habe nur geschätzte zehn Prozent der Bittschreiben selbst gelesen. Klar ist, dass der Vatikan sehr detailliert über die Situation der Juden informiert war und oft mit Geld oder bei Auswanderungen half.

Der deutsche Historiker Michael Feldkamp, der ebenfalls in den Archiven geforscht hatte, erklärte gegenüber «VaticanNews», dass Pius XII. bereits im März 1942 eine Botschaft an den US-Präsidenten Roosevelt sandte, in der er diesen warnte, «dass in Europa in den Kriegsgebieten etwas passiere». Diese Nachrichten seien aber von den Amerikanern nicht für glaubwürdig erachtet worden. Michael Feldkamp schätzt, dass Pius XII. persönlich etwa 15 000 Juden gerettet hat: «Indem er die Klöster geöffnet hat, indem er die Klausur aufgehoben hat, damit dort Menschen versteckt werden können und so weiter.» Das Schweigen des Papstes begründet der Historiker mit diesen Geheimoperationen; er wollte keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
 


Diese Sicht teilte auch Papst Benedikt XVI. In seiner Homilie anlässlich des 50. Todestag von Pius XII. am 9. Oktober 2008: «Er handelte oft im Verborgenen und in der Stille, gerade weil er im Licht der konkreten Situationen jenes komplexen historischen Augenblicks spürte, dass man nur auf diese Weise das Schlimmste verhindern und die grösstmögliche Zahl von Juden retten konnte.» Für seinen Einsatz habe er nach Kriegsende und auch bei seinem Tod zahlreiche Dankesbezeugungen «von den höchsten Autoritäten der jüdischen Welt» erhalten. Benedikt XVI. zitierte aus dem Brief der damaligen Aussenministerin Israels, Golda Meir: «Als während der zehn Jahre des nationalsozialistischen Terrors das furchtbarste Martyrium unser Volk traf, hat sich die Stimme des Papstes zugunsten der Opfer erhoben […] Wir beweinen den Verlust eines grossen Dieners des Friedens.»

Papst Leo XIV. würdigte Papst Pius XII. im Mai 2025 für dessen mutiges Handeln während des Zweiten Weltkriegs. Sein Vorgänger habe 1944 nach der Bombardierung der Region Castelli Romani über 12 000 Menschen Zuflucht gewährt. Zudem habe er während der deutschen Besetzung Roms Hilfsmassnahmen insbesondere für die verfolgten Juden initiiert. Allein in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo wurden laut Berichten 3000 Verfolgte, mehrheitlich Juden, aufgenommen.

Weihe der Welt an Maria
Aufgrund der ganzen Kontroverse um sein Verhalten während des Zweiten Weltkrieges gerät sein weiteres Wirken als Papst zu Unrecht oft in den Hintergrund. Er war ein belesener Gelehrter, der gegenüber der Wissenschaft offen war, gleichzeitig treu zu den Prinzipien der menschlichen Vernunft und zu den Glaubenswahrheiten stand. Paul VI. verstand ihn als einen Vorläufer des Zweiten Vatikanischen Konzils. Pius XII. beschrieb die geistlichen und sichtbaren Beziehungen, welche die Menschen mit dem fleischgewordenen göttlichen Wort verbinden, und schlug vor, in diese Sichtweise alle grundlegenden Themen der Ekklesiologie einzubeziehen. Diese dogmatisch-theologische Synthese wurde gemäss Benedikt XVI. zur Grundlage für die dogmatische Konzilskonstitution «Lumen gentium». In seiner Enzyklika «Divino afflante Spiritu» (1943) verteidigte Pius XII. die – richtig angewandte – historisch-kritische Exegese. Er gab mit seiner Enzyklika «Mediator Dei» (1947) wichtige Impulse für die liturgische Bewegung. Zudem setzte er sich für die Evangelisierung der Völker und die Förderung der Laien ein.

Papst Pius XII. war der erste Papst, der die gesamte Menschheit der Fürsprache Marias anvertraute: Am 31. Oktober 1942 weihte er die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens.

Zu seinem Vermächtnis gehört auch das 1950 verkündete Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Es ist die bisher einzige Inanspruchnahme der dem Papsttum 1870 zugesprochenen Unfehlbarkeit.

Papst Pius XII. starb am 9. Oktober 1958 mit 82 Jahren in Castel Gandolfo. Erstmals gingen Fernsehbilder um die Welt. Sonderkorrespondenten, Fotografen und Kamerateams drängten sich in Castel Gandolfo und auf dem Petersplatz. Radio Vatikan sendete direkt aus einem Hörfunkstudio neben dem Krankenzimmer des Papstes.

Im medialen Wettlauf passierte, was nicht passieren durfte: Im Rennen um einen auflagesteigernden Primeur meldeten gleich zwei Nachrichtenagenturen den vorzeitigen Tod des Papstes. Und noch schlimmer: Leibarzt Riccardo Galeazzi-Lisi verkaufte sein Dossier vom Sterben des Papstes sowie heimlich gemachte Fotos des Sterbenden und des Leichnams an die Presse. Die deutsche Boulevard-Zeitschrift «Stern» machte von diesem verwerflichen Angebot Gebrauch.

Bereits Papst Paul VI. eröffnete 1965 den Seligsprechungsprozess für Pius XII. 2007 votierte die «Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse» zugunsten des heroischen Tugendgrades des Papstes; am 19. Dezember 2009 anerkannte Papst Benedikt XVI. den heroischen Tugendgrad seines Vorgängers. Für den nächsten Schritt, die Seligsprechung, ist der Nachweis eines Wunders erforderlich. Ein solches ist bisher von offizieller Seite nicht bestätigt worden.


KNA/Redaktion


Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Captcha Code Kann das Bild nicht gelesen werden? Klicken Sie hier, um zu aktualisieren

Captcha ist erforderlich!

Code stimmt nicht überein!

You have reached the limit for comments!

* Diese Felder sind erforderlich.

Bemerkungen :

  • user
    Joseph Laurentin 02.03.2026 um 20:04
    Der Artikel würdigt zu Recht seine diplomatische Klugheit und seine verborgenen Rettungsaktionen für verfolgte Juden. Doch Pius XII. ist auch der Papst von Fatima. Nach der Botschaft von Fatima sollte der Papst Russland ausdrücklich und in Einheit mit allen Bischöfen der Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens weihen.
    1942 weihte Pius XII. die ganze Welt. Dabei wurde Russland jedoch nicht ausdrücklich beim Namen genannt. Nach der Logik der Fatima-Botschaft besteht hier ein Unterschied: Eine allgemeine Weltweihe schliesst Russland zwar ein, erfüllt aber nicht die konkrete Bitte nach einer spezifischen Russlandweihe. Daraus ergeben sich folgende Konsequenzen, wenn die geforderte Weihe nicht exakt erfüllt wurde: Die in Fatima angekündigten Züchtigungen – Krieg, Verfolgung der Kirche und die Ausbreitung „russischer Irrtümer“ (meist mit atheistischem Kommunismus identifiziert) – gelten dann nicht als abgewendet, sondern als eingetreten bzw. fortwirkend. Der Zweite Weltkrieg, die kommunistische Expansion nach 1945 sowie kirchliche Krisen des 20. Jahrhunderts werden als Bestätigung gesehen, dass die Bedingungen nicht vollständig erfüllt wurden. Manche erkennen im Glaubensverlust, in der Säkularisierung und in innerkirchlichen Spannungen indirekte Folgen einer unvollständig erfüllten Bitte. Gleichzeitig bleibt die Verheissung bestehen: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.“ Das bedeutet: Eine gültige, eindeutig vollzogene Weihe könnte eine Phase besonderer Gnaden und geistlicher Erneuerung auslösen.
  • user
    Meier Pirmin 02.03.2026 um 11:44
    Wie auch immer; Papst Pius XII. war ein politischer Papst, der versuchte, aus der damaligen Situation das Beste zu machen. Mit dem Abkommen mit dem deutschen Reich 1933 noch als Kardinalstaatssekretär jedoch mit massgeblichem Einfluss und Deutschlandkenner glaubte er den deutschen Katholizismus vor massiven Übergriffen und Verfolgungen durch die Nazis, es gab dort einen antichristlichen Flügel, bewahrt zu haben. Wahr ist, dass z.B. katholische Schriftsteller und Wissenschaftler relativ mehr Freiheiten hatten als andere, was ich in meiner Dissertation über Reinhold Schneider nachweisen konnte. Andererseits war es mit Zugeständnissen verbunden, wobei dies von Bischof zu Bischof verschieden war, auch unter den Geistlichen gab es unterschiedliche Richtungen. Die Helden des Widerstandes dürfen nicht als der Normalfall bezteichnet werden. Kommt dazu, dass Pius XII. von wegen des span. Bürgerkrieges und der Katholikenverfolgung im kommunistischen Einflussbereich den Kommunismus als für die Katholiken gefährlicher einschätzte als den Faschismus. dem der Vatikanstaat seine heutige völkerrechtliche Stellung verdankt. Also eine komplexe Geschichte.

    Ich denke jetzt freilich weniger an Pius XII. als mit Sorge an seine Heiligkeit Papst Leo XIV. Wäre nächste Woche Papstwahl statt im vergangenen Mai, , würde er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gewählt, wegen des Risikos, dem Amerikaner in der jetztigen Kriegslage ausgesetzt sind. Ehrlich gesagt müsste im Moment die Schweizergarde den höchsten Sicherheitsstatus befehlen, weil die Ermordung des Papstes womöglich eine der verwundbarsten Stellen überhaupt wäre, um Amerika mindestens symbolisch zu demüitgen. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Papst Trump-Gegner ist und mit Sicherheit Kriegsgner. Dies gilt bekanntlich auch für die Nahost-Staaten, die gegenwärtig vom Iran angegriffen werden wegen ihrer Nähe zu Amerika. Und der Papst ist objektiv gesehen nebst Trump gegenwärtig der prominenteste US-Amerikaner auf diesem Planeten, wiewohl Staatsoberhaupt eines anderen Staates mit einer Religion, die im islamischen Raum nach wie vor wie keine andere verfolgt wird. Katholiken im Iran würden vermutlich vom Sturz der Mullahs profitieren. Das allein wäre ein Grund für das fanatische Regime, mit der Ermordung des Papstes ein Zeichen zu setzen, meine aus der Perspektive der im Moment sicher aus Verzweiflung zu allem fähigen religiösen Führern des schiitischen Islam.
    • user
      Meier Pirmin 02.03.2026 um 12:40
      Zweiter Abschnitt: Es muss natürlich heissen: der Papst ist mit garantierter Sicherheit K r i e g s g e g n e r. Aber es bleibt dabei, dass der Iran im Moment, weil Amerika zu Hause schwer angreifbar ist und Trump extrem gut geschützt, seinen enormen Prestigeverlust durch die Ermordung seines religiösen Oberhauptes und rund 40 Führern, alle das Gegenteil von Unschuldslämmern, da täuscht sich Frau Wagenknecht mit ihren "unschudigen Opfern", dass der Iran gegenüber amerikafreundlichen Nachbarn Symbolhandlungen und echte Aggressionen begeht, wobei unter antiamerikanischen Symbolhandlungen nach der Ermordung Trumps die des Papstes leider an zweiter Stelle kommt, unabhängig davon, wie dieser zum Kreig eingestellt ist.
      Weitere Fehler im 2. Abschnitt: "demütigen" statt "demüitigen". Es wäre auch eine Revanche am Katholiken Merz, der die Aktion zu unterstützen scheint und ein Beitrag zum Kulturkampf in Frankreich, wo Macron trotz Laizismus immer wieder sich als Kulturkatholik gebärdet. Dieser Kulturkampf des Islam gegen das Christentum ist nicht zu unterschätzen und wird sich mutmasslich in nächster Zeit verstärken.
    • user
      Daniel Ric 02.03.2026 um 12:46
      Anstatt sich mit irgendwelchen Szenarien zu beschäftigen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit äusserst gering sind, sollte man eher der Frage nachgehen, wie so viele - ich gehöre dazu - gutgläubige Katholiken in den USA und in der Welt nicht viel früher erkannt haben, dass es sich bei Trump um eine total narzisstische und gemeingefährliche Persönlichkeit handelt, die - wie er selbst in einem Interview sagte - nur seinen Willen zur obersten Richtschnur seines Handelns nimmt. Und an die vielen Politologen, welche die USA immer als Parade-Demokratie bezeichneten, sollte die Frage gestellt werden, wie ein Präsident eine solche Machtfülle haben kann, die durch die anderen beiden Gewalten im Staat nur pro forma eingeschränkt ist.
      • user
        Meier Pirmin 02.03.2026 um 14:44
        Das mit der Terrorgefahr sind keine Szenarien, erkundigen Sie sich mal bei irgendeinem Schweizergardisten, natürlich proletet man das nicht aus, und was Trump betrifft, sollte man klar sehen, dass es sich hier auch um den Schwanz "Netanayhu" handelt, der hier mit dem Hunde wedelt. In dieser Geschichte dürfte der Schwiegersohn Trumps, der noch letzte Woche offiziell mit dem Iran verhandelte, keine kleine Rolle spielen. Erkunden Sie sich mal vielleicht bei einem wirklichen Israel-Kenner, etwa dem Weltwoche-Israel-Korrespondenten Pierre Heumann, der im Gegensatz zu Herrn Köppel (bei deklarierter Israel-Freundlichkeit) nur über Zusammenhänge schreibt, die er genau kennt. Sicher scheint, dass mit den 40 bis 50 höchsten Kadern im Iran einige Massenmörder eliminiert wurden, die in der Kategorie der in Nürnberg Erhängten noch locker Platz gefunden hätten. Wenn in der Aargauer Zeitung ein Pseudo-Experte aus London, CDU-Mitglied, die Chance eines Regime Change im Iran auf 5% einschätzt, sollte er wenigstens seine Reputation im Fall des Irrtums darauf einschätzen. Aber sowohl im iran sind genau wie in der Ukraine auf jeden Fall die religiösen Verhältnisse mit einzuschätzen, was gegenwärtig in den Mainstream-Medien nicht der Fall ist. Und was wissen Sie, Herr Ric, denn über Christen im Iran und den benachbarten Ländern, sind Sie Mitglied bei Christian Solidarity International?
        • user
          Daniel Ric 02.03.2026 um 20:17
          Ganz bestimmt weiss ich, dass die US-amerikanischen Angriffskriege in den letzten Jahrzehnten die Lage der Christen im Nahen Osten nicht verbessert haben. Und mit grosser Wahrscheinlichkeit wird auch dieser völkerrechtswidrige Angriffskrieg das Los der Christen verschlechtern. Menschen wie Trump gebärden sich als christliche Retter des Abendlands, währenddem sie alle Werte mit Füssen treten, die den christlichen Glauben ausmachen. Über diese Dekadenz und diesen moralischen Niedergang müssen wir als Katholiken uns Gedanken machen, und nicht über irgendwelche Pseudo-Szenarien.