Dass Eugenio Pacelli seine Laufbahn in der Kirchenhierarchie einschlagen würde, war durchaus vorgezeichnet. Sein Grossvater hatte die Vatikan-Zeitung «Osservatore Romano» mitbegründet und war von 1850 bis 1870 Vize-Innenminister im Kirchenstaat; sein Vater war als Anwalt des Heiligen Stuhls tätig. Eugenio Pacelli wurde 1899 zum Priester geweiht und erwarb anschliessend sowohl den theologischen als auch den kirchenrechtlichen Doktortitel.
1901 begann Eugenio Pacelli seinen Dienst im Vatikan. Er war unter anderem Sachbearbeiter in der Kongregation für ausserordentliche kirchliche Angelegenheiten und erarbeitete mit Pietro Gasparri den Codex Iuris Canonici von 1917, das erste gesamtkirchliche Gesetzbuch. Daneben war er als Professor für kanonisches Recht tätig.
Als Nuntius in Deutschland
Im Ersten Weltkrieg wurde er zuständig für humanitäre Fragen: Er sammelte bis zum Kriegsende Angaben über Kriegsgefangene aller Kriegsparteien und bereitete deren Austausch vor. 1917 ernannte ihn der Papst zum Nuntius für München und weihte ihn am 13. Mai zum Titularbischof von Sardes. Eugenio Pacelli warb im Auftrag von Papst Benedikt XV. in ganz Deutschland für dessen Friedensinitiative. Nachdem diese alle Kriegsparteien abgelehnt hatten, nahm Eugenio Pacelli Abstand von der Idee Papst Benedikts, der Vatikan müsse durch eigene Initiativen aktiv für Frieden eintreten, und vertrat fortan eine strikte Neutralität der Kirche in politischen Fragen.
In Deutschland erlebte er die marxistisch dominierte Räterepublik in München hautnah mit – eine Erfahrung, die sein Bild des Kommunismus entscheidend prägten sollte. 1920 wurde der Kirchendiplomat auch erster Papst-Botschafter bei der Reichsregierung in Berlin. Dort war er schnell als politischer Berater geschätzt. Seine zentrale Aufgabe: die Neuregelung des Staat-Kirche-Verhältnisses der Weimarer Republik. Es ging um die katholischen Bekenntnisschulen, die Priesterausbildung an staatlichen Hochschulen, Bischofsernennungen und die Finanzierung der Kirche. Besorgt beobachtete er seit März 1923 antikatholische Tendenzen rechtsgerichteter Protestanten und warnte deshalb vor einer ökumenischen Annäherung. Bereits im Mai 1924 nannte er den Nationalsozialismus die «vielleicht gefährlichste Häresie unserer Zeit».
1924 konnte das Bayerische, 1929 das Preussen- und 1932 auch das Badische Konkordat geschlossen werden. Für Eugenio Pacelli war das Preussen-Konkordat die Krönung – schliesslich handelte es sich um einen Vertrag mit dem protestantisch geprägten und wichtigsten, dem Heiligen Stuhl keineswegs wohl gesonnenen Teilstaat Deutschlands.
Zäh verliefen die bereits 1924 begonnenen Konkordats-Verhandlungen mit den Reichsregierungen. Kurz nach der Machtergreifung nahm Hitler das Projekt wieder auf. Das schon am 20. Juli 1933 unterzeichnete Reichskonkordat bedeutete für die Nazis einen grossen Prestige-Gewinn. Eugenio Pacelli ging es darum, die Freiheit des religiösen Bekenntnisses, den Fortbestand katholischer Vereine sowie der Bekenntnisschulen in Nazi-Deutschland zu sichern. Letzterem darum, das Ausland durch dieses Konkordat über seine wahren Absichten zu täuschen.
Zwölf Jahre lang wirkte Eugenio Pacelli in Deutschland und sprach im Laufe der Zeit fliessend Deutsch. Von 1918 bis 1930 verbrachte er seine Sommerferien in Rorschach bei den «Menzinger Schwestern».
1929 wurde er zum Kardinal erhoben und bekleidete anschliessend das Amt des Kardinalstaatssekretärs.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
1942 weihte Pius XII. die ganze Welt. Dabei wurde Russland jedoch nicht ausdrücklich beim Namen genannt. Nach der Logik der Fatima-Botschaft besteht hier ein Unterschied: Eine allgemeine Weltweihe schliesst Russland zwar ein, erfüllt aber nicht die konkrete Bitte nach einer spezifischen Russlandweihe. Daraus ergeben sich folgende Konsequenzen, wenn die geforderte Weihe nicht exakt erfüllt wurde: Die in Fatima angekündigten Züchtigungen – Krieg, Verfolgung der Kirche und die Ausbreitung „russischer Irrtümer“ (meist mit atheistischem Kommunismus identifiziert) – gelten dann nicht als abgewendet, sondern als eingetreten bzw. fortwirkend. Der Zweite Weltkrieg, die kommunistische Expansion nach 1945 sowie kirchliche Krisen des 20. Jahrhunderts werden als Bestätigung gesehen, dass die Bedingungen nicht vollständig erfüllt wurden. Manche erkennen im Glaubensverlust, in der Säkularisierung und in innerkirchlichen Spannungen indirekte Folgen einer unvollständig erfüllten Bitte. Gleichzeitig bleibt die Verheissung bestehen: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.“ Das bedeutet: Eine gültige, eindeutig vollzogene Weihe könnte eine Phase besonderer Gnaden und geistlicher Erneuerung auslösen.
Ich denke jetzt freilich weniger an Pius XII. als mit Sorge an seine Heiligkeit Papst Leo XIV. Wäre nächste Woche Papstwahl statt im vergangenen Mai, , würde er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gewählt, wegen des Risikos, dem Amerikaner in der jetztigen Kriegslage ausgesetzt sind. Ehrlich gesagt müsste im Moment die Schweizergarde den höchsten Sicherheitsstatus befehlen, weil die Ermordung des Papstes womöglich eine der verwundbarsten Stellen überhaupt wäre, um Amerika mindestens symbolisch zu demüitgen. Dabei spielt es keine Rolle, dass der Papst Trump-Gegner ist und mit Sicherheit Kriegsgner. Dies gilt bekanntlich auch für die Nahost-Staaten, die gegenwärtig vom Iran angegriffen werden wegen ihrer Nähe zu Amerika. Und der Papst ist objektiv gesehen nebst Trump gegenwärtig der prominenteste US-Amerikaner auf diesem Planeten, wiewohl Staatsoberhaupt eines anderen Staates mit einer Religion, die im islamischen Raum nach wie vor wie keine andere verfolgt wird. Katholiken im Iran würden vermutlich vom Sturz der Mullahs profitieren. Das allein wäre ein Grund für das fanatische Regime, mit der Ermordung des Papstes ein Zeichen zu setzen, meine aus der Perspektive der im Moment sicher aus Verzweiflung zu allem fähigen religiösen Führern des schiitischen Islam.
Weitere Fehler im 2. Abschnitt: "demütigen" statt "demüitigen". Es wäre auch eine Revanche am Katholiken Merz, der die Aktion zu unterstützen scheint und ein Beitrag zum Kulturkampf in Frankreich, wo Macron trotz Laizismus immer wieder sich als Kulturkatholik gebärdet. Dieser Kulturkampf des Islam gegen das Christentum ist nicht zu unterschätzen und wird sich mutmasslich in nächster Zeit verstärken.