Diese Première lag schon fast in der Luft: die gemeinsame Wallfahrt des päpstlichen Hilfswerkes «Kirche in Not» und des schweizerischen Zweiges des Malteserordens. Denn beide sind auf je eigene Weise dem gleichen Auftrag verpflichtet: den Glauben zu leben und den Notleidenden zu helfen. Fast möchte man die Frage stellen: Warum nicht schon früher, denn schon seit Längerem bestehen personelle Verflechtungen. So ist etwa der Malteserritter Jean de Skowronski seit 2019 Präsident von «Kirche in Not» Schweiz / Liechtenstein. Am 31. Mai 2026 war es so weit. Im Bewusstsein der unterschiedlichen, sich ergänzenden Stärken setzten die beiden Gemeinschaften ein starkes Zeichen der Verbundenheit, getragen von einer gemeinsamen, grossen Vision.
«Kirche in Not» unterstützt durch zahlreiche Projekte die Ortskirchen in rund 140 Ländern durch Nothilfe, Bildung und Seelsorge. Das 1947 im Elend der Nachkriegszeit vom belgischen Pater Werenfried van Straaten («Speckpater») gegründete Werk wurde nach einer Reorganisation 2011 von Papst Benedikt XVI. als päpstliche Stiftung anerkannt.
«Tuitio fidei et obsequium pauperum»: Verteidigung des Glaubens und Hilfe für die Bedürftigen» – so lautet das Leitmotiv des 1113 gegründeten und damit ältesten religiösen Laienordens der Katholischen Kirche. Ihm gehören 13 000 Mitglieder und über 100 000 Freiwillige an. Der Orden leistet medizinische und humanitäre Hilfe weltweit und ist Träger von 1500 Spitälern, Kliniken und sozialmedizinischen Einrichtungen. Sein spezifisches Merkmal: Der Malteserorden ist ein Subjekt des Völkerrechts und unterhält diplomatische Vertretungen in 115 Ländern und in der EU. Dieser Sonderstatus ermöglicht ihm, durch diskrete Interventionen bei staatlichen Stellen wirksam für den Schutz der Menschenrechte einzutreten.
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