Kirche Schweiz

Pri­vate Initia­tive mit einer Vision für den Eid­ge­nös­si­schen Bettag

Am 20. Sep­tem­ber fei­ert die Schweiz den Eid­ge­nös­si­schen Dank-​, Buss– und Bet­tag. Um den Sinn die­ses Tages wie­der ins Bewusst­sein sei­ner Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner zu holen, ruft ein Trä­ger­kreis zu Gebets­ver­an­stal­tun­gen auf.

«Es ist unser Anliegen, dass das Schweizer Volk die Werte des Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettags wieder entdeckt und dadurch Gottes Hilfe im persönlichen Leben und für unser Land in Anspruch nimmt», so beschreibt der Trägerkreis die Vision, die hinter dem Gebetsaufruf zum diesjährigen Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag steht.

Seit 1832 ruft die Schweizer Regierung das Volk jeweils am dritten Sonntag im September zum Gebet für Land und Leute auf. Damit entspricht sie einem göttlichen Auftrag:

«Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen, für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können. Das ist recht und wohlgefällig vor Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen» (1 Tim 2,1–4).

Mit Ausnahme von Israel (Versöhnungstag Jom Kippur) gibt es keine andere Nation mit einem staatlich angeordneten Bettag. Erfreulicherweise gibt es an einigen Orten in der Schweiz bereits Bettags-Veranstaltungen. Damit dieser Feiertag noch mehr Beachtung findet, lädt nun ein Trägerkreis aus verschiedenen Sprachregionen und Konfessionen alle Christinnen und Christen ein, der Anordnung der Landesregierung und dem Wort Gottes zu folgen.

«Dieser Aufruf an alle Christinnen und Christen, sich am Bettag vor den Regierungsgebäuden zum gemeinsamen Gebet zu versammeln, gefällt mir sehr […] Es bringt zum Ausdruck, auf welchem Fundament dieser Staat letztlich gegründet wurde und gründen sollte.» Gregor Emmenegger (Zentrum Glaube & Gesellschaft, Uni Fribourg)

Ziel ist es, sich ohne komplizierte Organisation und aufwändige Infrastruktur in der ganzen Schweiz um 15 Uhr zum gemeinsamen Gebet in kleinen Gruppen (max. 10 Personen) vor den Regierungsgebäuden in den Kantonshauptorten zu versammeln. Das gemeinsame Gebet soll zum Ausdruck bringen, auf welchem Fundament unser Staat letztlich gegründet wurde und weiterhin darauf aufbauen sollte. Es soll ein Tag sein, an dem wir innehalten und unser Handeln und politische Behörden im Gebet vor Gott bringen.

«Auch wenn das gesamtschweizerische Miteinander im Leib Jesu für uns herausfordernder ist, als anfänglich gedacht – für den Heiligen Geist sind der ‹Röschtigraben› und auch die lokalen Besonderheiten kein Problem!», schreiben Beat und Renat Schmid vom Trägerkreis. So gibt es dann auch drei Webseiten (bettag.ch / jeune-federal.ch / digiuno-federale.ch), auf denen Informationen und praktische Hinweise zum Eidg. Bettag 2026 aufgeschaltet werden. Diese werden laufend ergänzt und aktualisiert; spätestens anfangs September 2026 sollten die Informationen vollständig sein.

«Das Anliegen, unseren staatlichen Gebetstag ernst zu nehmen, begrüsse ich sehr. Möge Gott uns die nächsten Wege zeigen, damit der staatliche Dank- Buss- und Bettag wieder ernstgenommen wird. Es ist dringend nötig. Ich finde es auch eine gute Idee, ihn dezentral kantonal durchzuführen neben dem Hauptanlass vor dem Bundeshaus. Danke für die geistgeleitete Initiative.» Hanspeter Nüesch (ehemaliger Leiter Campus für Christus)

Neben dem Flyer finden sich dort auch Angaben zu den verschiedenen Gebetsorten. Wer an seinem Ort ein Gebet organisiert, kann dies mit den wichtigsten Angaben (Ort, Zeit, verantwortliche Person mit Handynummer oder E-Mail) melden an bettag.2026@bluewin.ch.

Der Trägerkreis hofft, dass viele mithelfen, den Flyer auf allen Kommunikationskanälen zu verbreiten und möglichst alle Christinnen und Christen in der ganzen Schweiz zum Gebet am Eidg. Bettag einzuladen.
 

Am 17. September 1797 wurde unter dem Kriegsdruck der Französischen Revolution erstmals ein gemeinsamer Bettag der katholischen und reformierten Kantone abgehalten. Im folgenden Jahr, nach einigen militärischen Niederlagen, gab die Zentralregierung der Helvetischen Republik ein Bettagsmandat für das ganze Land heraus.
Am 1. August 1832 beschloss der eidgenössische Landtag, den dritten Sonntag im September als offiziellen Fastentag für alle Kantone festzulegen, um die bis dahin geltenden kantonalen Praktiken zu vereinheitlichen.
1876 wurde der Bettag vom Bundesrat in den offiziellen Staatskalender aufgenommen. Die Durchführung liegt in der Kompetenz der Kantone.
Im Jahr 2012 haben 119 Bundesparlamentarier einen Aufruf zur Stärkung des Bettages unterschrieben. In der Folge kam es zu nationalen Bettagsfeiern unter dem Titel «ein Gebet voraus». Diese Anlässe fanden jeweils unter dem Patronat der AGCK statt.


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

E-Mail

Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


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  • user
    Hansjörg 13.07.2026 um 11:34
    Auf der einen Seite hofft der Trägerkreis, dass viele mithelfen, den Flyer auf allen Kommunikationskanälen zu verbreiten und möglichst alle Christinnen und Christen in der ganzen Schweiz zum Gebet am Eidg. Bettag einzuladen.

    Auf der Webseite des Trägervereins wird aber mit folgenden Angaben für kleine Gruppen geworben:
    "Damit es in den Kantonshauptorten keine behördlichen Bewilligungen braucht, versammeln sich die Beter (Erkennungszeichen: Schweizerfahnen) spontan in kleinen Gruppen bis max. 10 Personen."

    Irgendwie passt das alles nicht so richtig zusammen.