Das «Ja» der Profess und das «Ja» Gottes
«Salve sancta parens enixa puerpera regem qui caelum terramque regit in saecula saeculorum», sang der Mönchschor den Introitus, passend zum Gedenktag Maria Königin. «Gruss dir, heilige Mutter, du hast den König geboren, der in Ewigkeit herrscht über Himmel und Erde.»
«Viele kleine Schritte haben zum grossen «Ja» von Bruder Benedikt geführt, dem das grössere «Ja» Gottes vorausging», so Abt Vigeli Monn in seiner Einleitung. Diesen Gedanken nahm er in seiner Homilie wieder auf: Um «Ja» sagen zu können, muss man zunächst hören. So beginnt auch die Regel des Heiligen Benedikt mit den Worten: «Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens.» Bruder Benedikt wisse nicht, was auf ihn zukomme. Bei der Profess stehe deshalb das Vertrauen im Vordergrund: «Herr, ich vertraue darauf, dass dein Wort mein Leben prägt. Auf das «Ja» der Profess folgen unzählige kleine «Jas»: Ja zum Bruder, mit dem ich mich gerade nicht verstehe, Ja zu einer Entscheidung der Gemeinschaft usw. Es gelte, immer wieder aufzustehen, nicht nur morgens um 5 Uhr, sondern auch aufzustehen nach dem Hinfallen: sich durch Christus aufrichten zu lassen, sich in Christus aufzurichten. «Die Profess ist kein Versprechen aus eigener Kraft, es ist ein Versprechen des Glaubens.» Die Gelübde sind anspruchsvoll und können nur getragen werden, wenn sie in einer tieferen Wirklichkeit verwurzelt sind, nämlich in der Liebe Christi. «Wenn dein Ja schwach werden sollte – das Ja Gottes bleibt.» Bruder Benedikt wisse nicht, was auf ihn zukomme, nahm Abt Vigeli das Wort nochmals auf, «aber er weiss, wer mit ihm geht».
Die Profess sei etwas Grösseres als eine rein persönliche Entscheidung, so Abt Vigeli weiter. In der Lesung aus Jes 9,1–6 hörten wir: «Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf.» Ein Kloster soll ein Ort sein, an dem das Licht Christi leuchtet. Ein Ort des Gebetes, von dem die Menschen erfahren dürfen: Hier wird für mich gebetet. «Im Kloster werden Psalmen weiter gesungen, auch wenn viele Menschen keine Worte mehr finden für den Dialog mit Gott.» Deshalb ist die Profess eines Mönches nie nur seine persönliche Angelegenheit. «Dein Ja heute ist ein Ja im Schosse der Kirche für die Kirche», erinnerte Abt Vigeli Bruder Benedikt.
Der letzte Schritt, das grosse «Ja»
Nach der Herabrufung des Heiligen Geistes wurde Bruder Benedikt vom Novizenmeister zum Abt geführt. Dieser befragte ihn nach seiner Bereitschaft, die Gelübde abzulegen. In der Allerheiligenlitanei wurden Gott und alle Heiligen um Beistand für den Weihekandidaten gebeten, der sich als Zeichen seiner Hingabe und Demut auf den Boden legte.
Bruder Benedikt las seine Professurkunde vor, die anschliessend vom Abt und ihm auf dem Altar unterschrieben wurde. Als Ausdruck seiner Hingabe küsste Bruder Benedikt den Altar. Anschliessend sang er dreimal: «Nimm mich auf, o Herr, nach Deinem Wort, auf dass ich lebe, lass mein Vertrauen nicht zuschanden werden.» Die Mönchsgemeinschaft wiederholte jeweils diesen Ruf.
Abt Vigeli sprach das Segensgebet über den Neuprofessen. Anschliessend wurde ihm als Zeichen der bleibenden Zugehörigkeit zur Gemeinschaft die Kukulle (feierliches Chorgewand) überreicht, das zuvor vom Abt gesegnet worden war. Mit dem Friedenskuss nahmen Abt Vigeli und seine Mitbrüder Bruder Benedikt für immer in die Gemeinschaft auf.
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