(Symbolbild: squarefrog/Pixabay)

Mit spitzer Feder

Rägebögeler-​Psychose

Mit viel Brim­bo­rium hat die Stadt Zürich auf ihrem Fried­hof Sih­l­feld am 20. August 2026 eine Gedenk­stätte für ver­stor­bene queere Men­schen ein­ge­weiht – als schweiz­weit ers­tes Queer-​Memorial. Die 1,8 Meter hohe Säule wurde in unmit­tel­ba­rer Nähe zum soge­nann­ten The­men­grab­feld «Regen­bo­gen» errich­tet, einer bereits im Jahre 2023 rea­li­sier­ten letz­ten Ruhe­stätte für queere Menschen.

Stefan Millius unterzieht diese Mahnmal-Inszenierung in seinem Beitrag auf der Plattform Corrigenda vom 25. August 2026 einer kritischen Analyse. Zunächst äussert er sich erstaunt darüber, dass – was in der Tat naheliegend wäre – nicht an die Opfer islamistischer Gewalt erinnert wird (Millius nennt unter anderem als Beispiel die Messerattacke eines türkischstämmigen Mannes im Hauptbahnhof Winterthur vom Mai dieses Jahres, der «Allahu Akbar» rufend drei Personen niederstach und schwer verletzte), sondern an queere Personen.

Ungläubig schüttelt Stefan Millius ob dieser verqueeren Perspektive den Kopf, denn eine Queerfeindlichkeit lässt sich beim besten bzw. schlechtesten Willen nicht ausmachen, weder in Zürich noch sonst wo in der Schweiz. Was es aber tatsächlich gibt, so Stefan Millius: «Dutzende von NGO, Beratungsstellen, Telefon-Hotlines für Betroffene, aufgeregte Berichte von Expertenkommissionen. Sie alle arbeiten fieberhaft daran, alles zusammenzutragen, was nach ‹gegen Queere gerichtet› klingt.»

Drag Queen statt Zirkusclown im Kindergarten
Stefan Millius moniert zurecht, dass diese penetrante Indoktrinierung der LGBT-Lobby (Drag Queen statt Zirkusclown im Kindergarten) dem Grossteil der Bevölkerung zum Hals heraushängt und immer mehr Überdruss erzeugt.
 


Folgerichtig kann die Stadt Zürich bei ihrer Jagd nach dem anti-queeren Phantom kein Alleinstellungsmerkmal für sich in Anspruch nehmen. Auch die City-Seelsorge der Stadt Luzern beispielsweise wartete mit einer Überreaktion auf. Sie hat ihr Hauptquartier in der Peterskapelle aufgeschlagen (von ihr hat die nahegelegene Kapellbrücke ihren Namen) und inszeniert sich als eine Art Avantgarde der queeren Community. Um möglichst allen Eventualitäten des menschlichen Lebens vorzubeugen, wurde gleich eine Überwachungs-Videokamera installiert. Eine sich im Innenraum der Peterskapelle befindende, mit Regenbogen bemalte Gartensitzbank darf sich seither ihres unbehelligten Daseins erfreuen.

Klar: Wer eine Ideologie möglichst öffentlichkeitswirksam positionieren will, braucht zwingend ein Feindbild, mag dieses auch noch so aus der Luft gegriffen sein.


Niklaus Herzog
swiss-cath.ch

E-Mail

Lic. iur. et theol. Niklaus Herzog studierte Theologie und Jurisprudenz in Freiburg i. Ü., Münster und Rom.


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Bemerkungen :

  • user
    Karl Oswald 29.08.2026 um 11:01
    Die Gartensitzbank in Regenbogenfarben im Innern der Stadtluzerner Petrerskapelle wurde aufgestellt zu Ehren von Joseph Maria Bonnemain.
    • user
      Anna Lena 29.08.2026 um 14:53
      Er ist fast eine Mischung zwischen Drag Queen und Zirkusclown im Kindergarten, eine Art Avantgarde der queeren Community, die Kirche will ja neuerdings an die Ränder gehen. Wenn man allerdings den KKK zum Massstab nimmt, ist er eher nicht zum Bischofsamt geeignet.
      • user
        Hansjörg 30.08.2026 um 11:05
        KI bezeichnet "Bashing" als eine heftige, abwertende und unsachliche Kritik an einer Person, einer Gruppe oder einer Sache in der Öffentlichkeit.

        Genau das ist auf dieser Plattform gegenüber Bischof Bonnemain immer wieder zu sehen.
        • user
          Christina Ritter 31.08.2026 um 23:36
          Die Aussagen sind auffallend kühl und sachlich. Man sollte seinen Verstand nicht an die KI abgeben. Die Öffentlichkeitsarbeit von B. Bonnemain ist auffällig auf Sexualität und alternative Zielgruppen konzentriert. Nicht zuletzt hat er zu seiner Bischofsweihe vor einigen Jahren eine Gruppe Prostituierter aus Zürich eingeladen. Insofern sehe ich hier weder abwertende und unsachliche Kritik noch Bashing.
          • user
            Manuel Rademacher 01.09.2026 um 11:08
            Sexualität ist das grosse bestimmende Thema seines Lebens und die prostituierten Männer und Frauen aus Zürich kannte er auch schon länger persönlich.
            • user
              Anna Lena 01.09.2026 um 13:00
              Unter seiner Anleitung konnte auch der Ex-Pfarrer Stefan Loppacher ein neues Verhältnis zu seiner Sexualität finden. Beide stehen für eine Befreiung der Menschenrechte und die 10 Gebote lehnen sie ab.
  • user
    Joseph Laurentin 29.08.2026 um 08:51
    Die Cityseelsorge befindet sich auf einem bedenklichen Irrweg. Ihre zunehmende Orientierung an queerer Identitätspolitik nährt zugleich die Hoffnung mancher LGBTQ-Seelsorger, das kirchliche Lehramt werde sich langfristig der modernen Sexual- und Geschlechterethik öffnen. Bemerkenswert ist deshalb eine Äusserung Papst Leos XIV. aus seinem 2025 veröffentlichten Interview mit Elise Ann Allen von Crux: „Ich halte es für höchst unwahrscheinlich, jedenfalls in naher Zukunft, dass sich die Lehre der Kirche über Sexualität und Ehe ändern wird.“ Das einschränkende „in naher Zukunft“ bleibt mehrdeutig, weil es den Eindruck erweckt, eine grundlegende Änderung der katholischen Sexual- und Ehelehre sei langfristig denkbar. Auch einige Bischofsernennungen Leos werden in diesem Sinne interpretiert. Mit Christian Würtz (Eichstätt), James Checchio (New Orleans), Ramon Bejarano (Monterey) und Thomas Hennen (Baker) ernannte er Geistliche, die zuvor eine offene Haltung gegenüber der LGBTQ-Pastoral beziehungsweise gegenüber Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare erkennen liessen. Hinzu kommt die Audienz für den Jesuiten James Martin, einen der prominentesten Vertreter der katholischen LGBTQ-Pastoral, im September 2025. Martin erklärte anschliessend, Leo habe ihn ermutigt, diese Arbeit fortzusetzen.