Vorbemerkung: Die Webseite der Nordischen Bischofskonferenz (Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden) wurde nicht berücksichtigt, da sich die aktuelle Webseite noch im Aufbau befindet.
9. Platz: Portugiesische Bischofskonferenz
Die portugiesischen Bischöfe bieten eine unaufgeregte Webseite mit News-Artikeln, einen Link zu WJT in Lissabon 2023 und einen weiteren zur Weltsynode. Dazu Informationen zur Bischofskonferenz und eine Auflistung der Diözesen mit ihren Bischöfen. Der Link «Bibel» führt zu einer Art Wikipedia, das Hintergrundinformationen zu den einzelnen Büchern liefert. Anscheinend arbeiten die Bischöfe an einer eigenen Bibelübersetzung: Die Bibeltexte werden als «provisorisch» bezeichnet, die Leserschaft wird aufgerufen, Verbesserungsvorschläge zur besseren Verständlichkeit einzureichen.
Fazit: Die Webseite der Portugiesischen Bischofskonferenz enthält wichtige Informationen, bietet aber daneben keine weiterführenden Links oder Sachangaben. Der Bezug zum Alltag der Gläubigen fehlt (mit Ausnahme des erwähnten Bibelprojekts). Mehrere Links führen zudem zu Webseiten, die nicht mehr existieren. Link
8. Platz: Schweizer Bischofskonferenz
Die Homepage der Schweizer Bischofskonferenz grüsst mit einem farbigen Bild und kommt in den Landesfarben Weiss-Rot daher. Auch die Informationen unter dem Stichwort «Aktuelles» sind mit farbigen Bildern kombiniert. Diese Informationen sind spärlich und handeln aktuell vom Österlichen Triduum, den Hostienpreisen und den neuesten Entscheidungen zu den Assessments. Die Rubriken bieten vor allem trockene Informationen über die Bischöfe, das Generalsekretariat, Partnerorganisationen oder Statistiken. Dazu Links zu Dokumenten wie Communiqués, Botschaften oder Aufrufe sowie Anordnungen und Richtlinien. Stellungnahmen wie beispielsweise zur jüngst erfolgten Volksabstimmung über die familienzerstörende Individualbesteuerung werden schmerzlich vermisst. Das Einzige, das irgendwie nach Leben aussieht, ist die Rubrik «Kirche im Gespräch». Doch wer sie anklickt, wird enttäuscht. Er findet einen Kurzbeitrag zum «Schweizerischen Rat der Religionen» und Beiträge zur «Synode 2021–2024», die bekanntlich nicht viel mit dem Leben der Gläubigen zu tun hat. Wer auf der Homepage nach unten scrollt, findet dann doch noch etwas, was dem geistlichen Leben dient: die Gebetsanliegen der Bischofskonferenz.
Fazit: Die Webseite ist übersichtlich strukturiert und eine gute Informationsquelle für Menschen, die Sachinformationen über die «Institution» Kirche suchen. Sie trägt aber nicht zur Neu-Evangelisierung bei, einem Herzensanliegen von Papst Franziskus und Papst Leo XIV. Link
7. Platz: Deutsche Bischofskonferenz
Die Webseite der Deutschen Bischofskonferenz kommt nüchtern daher: einige wenige Bilder, die zu News oder zu Themen hinführen. Scrollt man nach unten, stösst man auf drei Links zu Meldungen, danach unter dem Titel «Service» auf verschiedene Symbole. Neben Links wie «Bistumskarte», «Pfarreiensuche» oder «Katholische Adressen» findet sich auch ein Link zu den verschiedenen Publikationen der DBK, zu den Verlautbarungen des Heiligen Stuhls oder zu Arbeitshilfen. Interessant ist die Rubrik «Kirche A–Z», die zu Stichworten von Ablass bis Zwischengesänge interessante Informationen vermittelt. Unter der Rubrik «Themen» finden sich weiterführende Informationen z. B. zum Ukrainekrieg, Katholikentag oder «Katholiken und Geld». Die Webseite bietet auch eine Unterseite mit Informationen für die Presse.
Fazit: Funktionale Webseite mit den wichtigsten Sachinformationen sowie zu einzelnen Themen. Aber auch hier fehlt ein Bezug zur Lebenswirklichkeit der Gläubigen. Link
6. Platz: Österreichische Bischofskonferenz
Die Webseite der Österreichischen Bischofskonferenz kommt in Rot und mit einer klaren Darstellung daher. Die obersten Bilder sind Links zu den Bischöfen, den Dienst- und Fachstellen sowie zu den Positionen der Bischofskonferenz. Weiter unten finden sich dann eigene News-Artikel sowie Links zu den Nachrichten auf «katholisch.at». Die Homepage räumt dem Synodalen Prozess und den neuesten Veröffentlichungen der Bischofskonferenz viel Platz ein.
Die Bischöfe geben ihre Position zu verschiedenen Themen bekannt, wie z. B. Asyl und Migration, Lebensschutz, Fortpflanzungsmedizin, Kreuz-Symbol oder Europa. Bei den einzelnen Schwerpunkten sind Dokumente und Texte zum jeweiligen Thema hinzugefügt.
Etwas verwirrend ist die Bezeichnung «Rechtliches». Hier geht es nicht um Datenschutz, wie man meinen könnte, sondern um ausgewählte rechtliche Dokumente (Dekrete, Richtlinien, Statuten usw.) der Österreichischen Bischofskonferenz. Ebenfalls auf der Homepage findet sich das «Amtsblatt».
Fazit: Die österreichischen Bischöfe bieten eine Fülle an Informationen, aber leider gibt es auch hier keine Hilfeleistung für die Gläubigen, ihr Glaubensleben zu vertiefen. Link
5. Platz: Spanische Bischofskonferenz
Die Webseite der Spanischen Bischofskonferenz bietet eine Fülle an Material – dieses ist aber nicht so leicht zu finden. Die Homepage enthält die aktuellen Informationen zur Kirche in Spanien. Das Inhaltsverzeichnis bietet Informationen zur Kirche (Zahlen und Fakten), zur Bischofskonferenz sowie zu den Kommissionen, die ihrerseits viele Angaben, Dokumente usw. bieten. Man findet hier auch die ganze Bibel in der «offiziellen Version der Spanischen Bischofskonferenz». Unter der Rubrik «Wir glauben» finden sich aktuell Informationen zur Fastenzeit, dazu Gebetsintentionen sowie die liturgischen Texte der Messfeiern, Sonntagslesungen, Taufe und Firmung in sage und schreibe elf Sprachen. Wer sich nur am Inhaltsverzeichnis orientiert, verpasst viele Inhalte. Scrollt man nämlich die Homepage hinunter, findet man noch weitere Videos und Themendossiers. Die spanischen Bischöfe bieten eine eigene Rubrik zur «Transparenz», in der sie Zahlen und Fakten offenlegen. Sie legen auch Wert auf eine gute Kommunikation und haben einen eigenen Bereich für die Presse.
Fazit: Die Webseite der spanischen Bischöfe bietet nicht nur eine Fülle an Material, sondern auch Informationen für die Praxis, wie Angaben zum Jahreskreis oder zu den liturgischen Texten. Diese sogar in mehreren Sprachen (inklusive Deutsch). Link
4. Platz: Italienische Bischofskonferenz
Die Homepage kommt farbig daher und bietet zunächst Neuigkeiten aus der (Welt-)Kirche. Scrollt man etwas nach unten, findet man die Tageslesungen sowie einen Link, der zu einem Bild des Tagesheiligen mit Angaben zum Künstler, nicht aber zum Heiligen, führt. Es gibt ein Suchfeld, um irgendwo in Italien einen Gottesdienst zu finden. Weiter unten folgen Informationen aus den einzelnen Büros der Katholischen Kirche in Italien wie Jugendpastoral, Religionsunterricht, Rechtsprobleme usw., Ernennungen und Videos. Interessant ist ein A–Z mit Stichworten aus dem Erwachsenenkatechismus.
Unter den einzelnen Rubriken finden sich Informationen zu den Bischofskonferenzen, den Bischöfen und Diözesen und Pfarreien, Dokumente und die Links zu den verschiedenen Büros. In der Rubrik «Liturgie» bieten die Bischöfe die Tageslesungen, die Texte des Stundengebets sowie Informationen zum Tagesheiligen.
Interessant: Unter dem Stichwort «8xmille» berichtet die Webseite über die Projekte, die durch die Einnahmen von «8xmille» finanziert werden. «8xmille» ist der Anteil an der jeweiligen Steuerschuld, die an den Staat oder an eine Religionsgemeinschaft zu entrichten ist.
Fazit: Die Webseite der italienischen Bischöfe bietet umfassende Informationen zu allen Themen und ist übersichtlich strukturiert. Zudem findet der Gläubige hier Angaben zur Liturgie und mit «8xmille» auch einen Bezug zur Pastoral. Link
Auf diesen Webseiten finden Gläubige Informationen zur jeweiligen Bischofskonferenz, zu den Bistümern und Bischöfen sowie Sachinformationen und vereinzelt auch die Meinung der Bischöfe zu bestimmten Themen. Pastorale Informationen beschränken sich auf Liturgie (Jahreskreis, Messtexte usw.) und einen Veranstaltungskalender.
3. Platz: Irische Bischofskonferenz
Die Homepage der Irischen Bischofskonferenz grüsst mit einem Bild und Zitat des Papstes. Unter den einzelnen Rubriken finden sich Informationen zu den Bischöfen und Diözesen. Die Rubrik «Unsere Arbeit» gibt lediglich Auskunft, wer für welche Aufgaben zuständig ist, und welche Dokumente zum jeweiligen Thema existieren.
Dafür bietet die Homepage selbst spannende Infos: Aktuell z. B. Downloads zum Thema «Why Sunday Matters» (Warum der Sonntag wichtig ist). Neben einem Flyer mit allgemeinen Gedanken zum Sonntag als Tag des Herrn, gibt es auch unter dem Begriff «Digging Deeper» (Tiefer graben) eine vierteilige Serie zu den einzelnen Teilen der Eucharistiefeier. Unter «News» finden sich viele Homilien oder Berichte von Veranstaltungen der Kirche in Irland. Ebenfalls auf der Homepage findet sich ein Link zu den Tageslesungen.
Fazit: Neben trockenen Informationen zur «Institution Kirche» bietet die Webseite der Irischen Bischofskonferenz hochwertiges Material, um den eigenen Glauben zu vertiefen, in Pfarreigruppen ins Gespräch zu kommen oder das Thema im Religionsunterricht zu behandeln. Die Navigation ist etwas schwierig, da Informationen auf der Homepage nicht im Inhaltsverzeichnis zu finden sind. Im Unterschied zu anderen Bischofskonferenzen spürt man hier das Bestreben der Bischöfe, am Leben der Gläubigen teilzuhaben und ihnen wirklich Hirten zu sein. Link
2. Platz: Bischofskonferenz von England und Wales
Die Webseite der Bischofskonferenz von England und Wales kommt nüchtern daher. Die Webseite informiert nicht nur über die Bischofskonferenz, sondern auch über die Ukrainische Eparchy, die Ordinariate (Personalpfarreien für konvertierte Anglikaner), Missionen usw. Eine weitere Rubrik enthält Angaben zur Kirche (Papst, Vatikan usw.), Statistiken und Informationen zum neuen Kirchenlehrer John Henry Newman. In der Rubrik «Unsere Arbeit» finden sich unter verschiedenen Stichworten Infos zu Migration, Evangelisation, Katechese usw. Die Bischöfe bieten einen Newsletter an, sowie eigene News-Beiträge, Podcasts und Fotos.
Die Rubrik «What’s on» enthält aktuell noch Links zur Karwoche und zur Fastenzeit, aber auch einen Ratgeber zur kommenden Wahl des walisischen Parlaments oder zur «Holy Hour for the Dignity of Life» (Heilige Stunde für die Würde jeden menschlichen Lebens). Dies ist eine Initiative der Bischöfe im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte im englischen Oberhaus zum assistierten Suizid. Sie bieten dazu eine Gottesdienstvorlage. Zudem rufen sie bereits auf der Homepage dazu auf, den Parlamentariern zu schreiben, um diese an den Wert des Lebens zu erinnern, oder bieten ein Poster zum Download an, das in den Pfarreien aufgehängt werden kann.
Unter dem Stichwort «The God Who Speaks» (Der Gott, der spricht) findet sich eine Fülle an Material zu Bibel: für den Religionsunterricht, für das tägliche Leben, soziale Aktivitäten usw.
Unter dem Stichwort «We Dare to Ask» (Wir wagen, zu fragen) bieten die Bischöfe Unterlagen für Gruppenstunden zu bestimmten Themen an (Vaterunser, Taufe, Heiliges Jahr).
Fazit: Die Bischöfe von England und Wales benutzen ihre Webseite nicht nur, um allgemeine und nützliche Informationen zur «Struktur» Kirche anzubieten, sondern nutzen sie aktiv zur Evangelisierung und um Katholiken an ihre Pflicht zur aktiven Mitgestaltung von Politik und Gesellschaft zu erinnern. Die Webseite der englischen und walisischen Bischöfe wirkt lebendig und nahe an den Menschen. Link
1. Platz: Französische Bischofskonferenz
Die Webseite der Französischen Bischofskonferenz begrüsst mit farbigen Bildern, die Links zu aktuellen News oder Themendossiers liefern.
Unter dem Stichwort «Französische Bischofskonferenz» finden sich Informationen zur Kirche in Frankreich, Statistiken oder Publikationen. Die Rubrik «Glauben vertiefen» bietet unzählige Informationen zum katholischen Glauben: Was glauben wir? Wie können wir unseren Glauben im Alltag leben (Christ werden, Zeugnis geben, Berufung usw.)? Wie feiern wir unseren Glauben? (Sakramente, Feste, Pilgern, Tageslesungen). Es finden sich zahlreiche Einzeltexte, aber auch ganze Dossiers.
Genauso umfangreiche Beiträge finden sich in der Rubrik «Sich in der Gesellschaft engagieren». Dabei geht es um die Haltung der Kirche zu Wirtschaft, Bioethik, Migranten, Tourismus usw. Eine andere Rubrik gibt Auskunft über den Vatikan (Die Rolle des Papstes, Gebrauchsanweisung für den Vatikan usw.) und Neuigkeiten aus dem Kirchenstaat. Und schlussendlich finden sich auf der Webseite auch aktuelle Informationen zur Kirche in Frankreich. Ein Glossar von «Aufgabe» bis «Zoè» (Leben) sowie ein Verzeichnis mit unzähligen Links runden das Angebot – man möchte sagen: Verkündigung – der französischen Bischöfe ab. Besonders vorbildlich (nicht nur) für Medienschaffende: Ein eigener Bereich mit aktuellen Informationen und umfangreichen Dossiers. Link
Diese Rangliste unterwirft sich bewusst nicht streng wissenschaftlich definierten Kriterien; sie lässt sich auch (aber nicht primär!) von einer subjektiven Einschätzung leiten. Einige Leserinnen oder Leser würden die eine oder andere Webseite wohl etwas anders einordnen. Gleichwohl bleibt festzuhalten: Die meisten Webseiten der Bischofskonferenzen nutzen die Möglichkeiten nicht, um ihrer Aufgabe als Hirten nachzukommen. Die Menschen brauchen nicht nur Sachinformationen, sondern auch Hilfe für das Glaubensleben. Es müssen nicht gleich ganze Dossiers sein. Warum nicht die wichtigsten Gebete aufschalten und diese nach und nach durch weitere Gebete oder Novenen usw. ergänzen? Oder einfach mit einem A–Z des katholischen Glaubens beginnen?
Gerade in der Schweiz wäre eine Rubrik zur Sterbehilfe wichtig, welche die katholische Position zum assistierten Suizid wiedergibt, gilt die Schweiz doch als «Mekka des Sterbetourismus».
Es bleibt zu hoffen, dass sich gerade die Schweizer Bischöfe ein Beispiel an ihren Mitbrüdern in Frankreich, England, Wales und Irland nehmen, um ihre Webseite in den Dienst der Verkündigung zu stellen. Die steigende Zahl der Taufbewerber in diesen Ländern hat sicher nicht direkt mit den Webseiten der Bischofskonferenzen zu tun – doch wer in sich eine Sehnsucht nach Gott spürt, findet auf diesen Webseiten Informationen und Hilfe.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
erwecken sie doch damit den Eindruck, nicht katholisch zu sein.