Gianna Jessen mit einer der Organisatoren des «Marsch fürs Läbe». (Bild: Marsch fürs Läbe)

Kirche Schweiz Pro Life

Rekord­hohe Teil­neh­mer­zahl am dies­jäh­ri­gen «Marsch fürs Läbe»

Rund 2000 Per­so­nen, dar­un­ter viele junge Fami­lien, nah­men am ver­gan­ge­nen Sams­tag in Zürich-​Oerlikon am «15. Marsch fürs Läbe» teil. Höhe­punkt war das ein­drück­li­che Lebens­zeug­nis von Gianna Jes­sen aus den USA, die ihre eigene Abtrei­bung überlebte.

Menschen aus verschiedensten Ländern hatten sich am 20. September 2025 auf dem Marktplatz in Oerlikon versammelt. Unter anderem war eine Delegation von «Marche pour la vie» aus Paris angereist. Sogar aus Brasilien waren Menschen nach Zürich gekommen: Eine fünfköpfige Gruppe von «Jesus Menino» stellte ihre Gemeinschaft vor. Sie teilen ihr Leben mit Menschen mit Behinderungen (teils verursacht durch an ihnen versuchte Abtreibungen).

Wie sehr gerade bei Behinderungen die Pränatalmedizin eine Rolle spielt, machte der Mediziner Prof. Dr.med. Josef Wisser klar. Der Zürcher Gynäkologe und Pränatal-Mediziner ist seit fast 50 Jahren in der Pränatal-Medizin und Therapie tätig. Er zeigte in einem Interview die Problematik auf, wenn die Pränatalmedizin als Rechtfertigungsgrund für Abtreibungen instrumentalisiert wird. Da Prof. Wisser wegen einer privaten Feier nicht anwesend sein konnte, wurde das zuvor aufgenommene Interview per Video am Marsch gezeigt.
 


Die eigene Spätabtreibung überlebt
Höhepunkt der Kundgebung war zweifellos der Auftritt der US-Amerikanerin Gianna Jessen. Jessen überlebte ihre eigene Spätabtreibung. Sie erklärte: «Ich sollte tot sein, aber ich bin es nicht.» Die Ärzte prophezeiten ihr, dass sie aufgrund der durch die Abtreibung entstandenen Schäden niemals werde sitzen, sprechen oder laufen können. Doch ihr Lebenswille war stärker. Heute reist sie weltweit umher, um sich für Kinder und ihre schwangeren Mütter einzusetzen. Die 48-Jährige betonte in diesem Zusammenhang, gerichtet an die männlichen Teilnehmer: «Es ist wichtig, dass ihr Männer euer Leben für eure Frauen und Kinder einsetzt!» Und an die Anti-Lebensaktivisten erklärte sie: «Ich bin nicht euer Gegner, ich liebe euch.» Auch ihrer leiblichen Mutter, die sie abtreiben wollte, vergab Giannna Jessen.
 


Kinder schenken dem Leben Sinn
Ein politisches Statement setzte der jurassische Nationalrat Thomas Stettler (SVP). Er stellte in seiner Rede die Frage «Was ist das Leben wert?» und erklärte als Vater von sechs Kindern: «Kinder bringen Freude, sie bringen auch Herausforderungen, aber vor allem schenken sie dem Leben Sinn.» Als Landwirt schockierten ihn die Widersprüche zwischen Tierschutz und Menschenschutz. «Wir schützen das Küken im Ei mehr als das ungeborene Kind im Bauch seiner Mutter», so der Nationalrat. Was wir brauchen, ist «ein Ja zum Kind, ein Ja zur Frau in Not, ein Ja zu Familien und ein Ja zur Zukunft».

Die Präsidentin des Marsches, Beatrice Gall, machte bereits zu Beginn der Kundgebung auf zwei politische Aktionen aufmerksam: eine Petition, die vom «Marsch fürs Läbe» initiiert wurde, und ein Vorstoss, der kommende Woche im Parlament von den EDU-Nationalräten Erich Vontobel und Andreas Gafner mit überparteilicher Beteiligung eingereicht wird. Beide Aktionen nehmen das sogenannte «Kostendämpfungspaket 2» ins Visier, das im Frühjahr vom Parlament durchgewunken wurde. Dieses sieht die vollständige Finanzierung von Schwangerschaften, aber eben auch von Abtreibungen durch die Krankenkassen und damit letztlich durch die Prämienzahler vor. Diese unter Vortäuschung einer «Kostendämpfung» eingeschmuggelte Finanzierung soll, so die Forderung der beiden Aktionen, wieder gekippt werden.
 

Marschzug durch Zürich-Oerlikon
Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der fröhliche Marsch durch die Strassen Oerlikons, der von strahlendem Sonnenschein und einer Samba Steel Band begleitet wurde und unter grossem Polizeieinsatz stattfand. Militante, gewaltbereite Gegner versuchten den Marsch mehrfach zu stören. Als ihnen dies dank des grossen Polizeiaufgebots nicht gelang, machte sich eine Gruppe von rund 150 Velofahrern auf Richtung Marktplatz, wo sie die Umzäunung niederriss. Auch hier musste die Polizei eingreifen.

Musikalisch wurde der Anlass von der Band «White Cane» umrahmt, die für viel Begeisterung sorgte. Zum Abschluss gab Weihbischof em. Marian Eleganti als jahrelanger Marsch-Begleiter ein Kurzinterview auf der Bühne. Er lobte dabei die vielen Menschen, die mit entsprechenden T-Shirt-Aufdrucken, Kreuzen, Bildern oder Rosenkränzen ihren Glauben sichtbar werden liessen. Gegen 18 Uhr schloss die Veranstaltung mit einem Fürbittgebet und dem Segen durch Weihbischof Marian Eleganti.
 

Petition von «Marsch fürs Läbe» und CitizenGo betreffend Abtreibungsfinanzierung durch die Krankenkasse. Link

 

 


Redaktion


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Bemerkungen :

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    Claudio Tessari 22.09.2025 um 13:51
    Die Polizei leistete wieder mal einen tollen Einsatz. Das Problem vor allem mit den Linken und der Antifa ist, dass sie machen können was sie wollen, ohne Konsequenzen. Natürlich weiss die Polizei wer diese Chaoten sind, aber leider passiert einfach nichts. Man muss mal überlegen, was für eine Perversion. Familien, ältere Leute, Kinder, alles friedliche Menschen beten, besuchen eine Veranstaltung und müssen einen "christlichen" Land den grössten Polizeischutz haben. Man redet seit dem 2. Weltkrieg vom rechtsextremen von Nazis, aber wir haben seit 60 Jahren ein Problem mit dem Linksextremismus, geschützt von der SP und der Politik. Man redet ständig über die Verbrechen der Nazis und Faschisten aber ignoriert die 10mal grösseren Verbrechen der Kommunisten. Am Marsch fürs Läbe ist das einmal mehr sichtbar geworden. Papst Pius XI sagte: ; niemand kann zugleich guter Katholik und wahrer Sozialist sein.“ (Quadragesimo anno, Nr. 120) Sozialismus Liberalismus und Kommunismus sind Kinder des Teufels.
    • user
      Meier Pirmin 24.09.2025 um 11:35
      @Tessari. Würde auf das Gegenaufrechnen dersog. linken und der sog. rechten Völkermorde und sonstigen Verbrechen verzichten, wiewohl es völlig klar ist, dass das gewaltsame Stören dieser Demonstration eine schwere Menschenrechtsverletzung ist und ebenso grosse Strafen verdienen würde wie schwere Rassismus und sonstige politagitatorische Delikte. Die Feststellung, dass eine Abtreibung die Tötung eines Menschen ist, leider nicht juristisch gesehen einer Person, insofern kein Mord, diese Feststellung hat nichts mit links und rechts zu tun, es sei denn , man würde "links" per se als menschenfeindlich einschätzen. In der DDR gab es übrigens trotz Freigabe weniger Abtreibungen als in der Bundesrepublik, wohl auch, weil man mit einer staatlichen Bewilligung nichts zu tun haben wollte und ausserdem tatsächlich wegen Kindern bei der Wohnungszuteilung usw. bevorzugt wurde. Im Prinzip befürworteten die kommunistischen Regime in Europa, besonders übrigens Rumänien, den Nachwuchs, wobei es aber in Rumänien schlimme Geschichten betr. Kinderheime usw. gab.