Pater Ansaldi vom Orden San Elias. (Bild: zVg)

Weltkirche Interview

Sankt Elias Schweiz: Eine Neu­grün­dung im Geist der Erneue­rung an Haupt und Gliedern

Vor weni­gen Wochen wurde in der Schweiz der Ver­ein Sankt Elias Schweiz gegrün­det. Er möchte die katho­li­sche Mis­sion för­dern und zu einer «kul­tu­rel­len Gegen­re­vo­lu­tion» bei­tra­gen. Kenn­zeich­nend für den Ver­ein ist seine beson­dere Ver­bun­den­heit mit dem Orden San Elias.

Im Interview mit «swiss-cath.ch» berichten Ivano Zannol vom Verein Sankt Elias Schweiz und Pater José G. Ansaldi vom Orden San Elias über die spannende und oft auch gefährliche Arbeit des Ordens sowie von den geplanten Aktivitäten des Vereins.

Vor ein paar Wochen wurde in der Schweiz der Verein Sankt Elias Schweiz gegründet. Worin besteht der Zweck des Vereins?
Ivano Zannol: Unser primäres Ziel ist es, katholische Missionen durch leibliche und geistige Werke der Barmherzigkeit zu fördern und zu unterstützen. Wir konzentrieren uns dabei auf den Orden San Elias mit Sitz in Ecuador, dessen Priester uns hier in der Schweiz dazu inspiriert haben, den Verein Sankt Elias Schweiz zu gründen. Eines der erklärten Ziele des Ordens ist es, in die entlegensten und unzugänglichsten Gebiete der Erde vorzustossen, um dort Menschen, die noch nie etwas von Jesus Christus gehört haben, das Evangelium zu verkünden. Zu diesem Zweck organisieren und führen wir hier in der Schweiz Veranstaltungen durch, wie beispielsweise Vorträge zur katholischen Glaubenslehre oder über die Missionsarbeit des Ordens sowie gesellige Anlässe, bei denen wir Geld sammeln, welches vollumfänglich der Missionsarbeit zugutekommt. Ein weiteres Ziel des neu gegründeten Vereins ist die «kulturelle Gegenrevolution», d. h. die Verteidigung der Wahrheit und Tradition des christlichen bzw. katholischen Glaubens. Wir wollen so unseren Beitrag zur Bekämpfung der grossen Irrtümer der menschlichen Vernunft leisten, die sich gegen Gott und die von ihm geschaffene Ordnung auflehnen, die unter anderem im Liberalismus, Relativismus, Marxismus, Nihilismus, Modernismus, Laizismus und in der Freimaurerei wurzeln.

Können Sie unseren Lesern etwas über die Entstehung des Ordens San Elias erzählen?
Pater José G. Ansaldi: Der Orden San Elias ist eine Gesellschaft apostolischen Lebens diözesanen Rechts, die 2015 von zwei argentinischen Priestern gegründet wurde: Pater Federico Highton und Pater Javier Olivera Ravasi. Er entstand während einer Evangelisierungsmission ad gentes auf dem tibetischen Plateau, was ihn wahrscheinlich zur einzigen religiösen Kongregation macht, die an diesem abgelegenen Ort gegründet wurde. Der Orden ist inspiriert vom heroischen Geist des Propheten Elias, der für seinen glühenden Eifer, seine unermüdlichen Predigten und seine heroische Parrhesia [Mut, die Wahrheit zu sagen] bekannt ist. Die erste kirchliche Anerkennung erhielt der Orden am 3. Februar 2016. Sein Wahlspruch «Auf meinen Gott vertrauend stürme ich die Mauer» (Fiado en mi Dios, asalto la muralla) aus Psalm 18 spiegelt die radikale Verpflichtung zur Mission im Geiste des Mutes und des völligen Vertrauens in die göttliche Vorsehung wider.

Der Orden hat die päpstliche Erlaubnis, das Evangelium in allen nichtchristlichen Gebieten zu verkünden. Wie wird sichergestellt, dass die christlich gewordenen Menschen weiterhin geistlich betreut werden? Bleiben die Missionare jeweils vor Ort?
Pater José G. Ansaldi: Der Orden verfügt über eine besondere apostolische Sendung, die ihm im März 2021 in einer Privataudienz von Papst Franziskus erteilt wurde. Dadurch ist der Orden ermächtigt, in feindlichen und abgelegenen Gebieten zu evangelisieren, in denen die Katholische Kirche noch nicht präsent oder bereits wieder verschwunden ist. Dazu zählen der Norden von Sikkim (Indien), der Nordpol, Laos, Malawi, Pakistan, das Amazonasgebiet und der Darién Gap in Panama. Dieses päpstliche Mandat legt den Schwerpunkt auf die Verkündigung ad gentes, in Übereinstimmung mit dem Dekret «Ad Gentes» des Zweiten Vatikanischen Konzils, das die Evangelisierung und die Nächstenliebe gegenüber den Armen miteinander verbindet. Wir missionieren somit dort, wo uns die Bischöfe dazu einladen.

Um die kontinuierliche geistliche Betreuung der Konvertiten zu gewährleisten, gründet der Orden während seiner Missionen kleine feste Gemeinschaften, in denen die Sakramente gespendet, die Bedürftigsten unterstützt und die Kranken besucht werden. Die Missionare des Ordens San Elias bilden lokale Leiter und Katecheten aus, damit der Glaube auf autonome Weise Wurzeln schlagen kann, wobei sie diese Evangelisierungsarbeit stets mit den Diözesanbischöfen abstimmen, um eine dauerhafte Integration in die jeweilige Kirche zu gewährleisten. Ziel ist es, dass diese Gemeinden im Laufe der Zeit wachsen, sodass sie nicht auf Dauer von externen Missionaren abhängig sind. In Malawi zum Beispiel gibt es heute dank der Missionsarbeit in vier Regionen, in denen die Katholische Kirche praktisch nicht existent war, Pfarrzentren mit einheimischen Priestern, die vom Bischof dorthin entsandt wurden, nachdem der Orden San Elias die Kirche und das Pfarrhaus gebaut hatte. In Hochrisikogebieten, wo Menschen sehr starker Verfolgung ausgesetzt sind, werden kurze apostolische Expeditionen durchgeführt. Die Priorität liegt in solchen Fällen in der «Aussaat von Samen» des Evangeliums, die mit der Zeit keimen sollen. Die Missionare kehren regelmässig dorthin zurück, um den Glauben der neuen Konvertiten zu stärken.

Was den Verbleib der Missionare in den Missionsgebieten angeht, so bleiben diese in vielen Fällen nicht auf unbestimmte Zeit an einem einzigen Ort. Unser Modell der Evangelisierung der Völker ist ein sogenanntes wanderndes Modell («besondere apostolische Einsätze»), das sich über die Grenzen hinweg bewegt. So können wir auf dringende apostolische Bedürfnisse reagieren und uns dabei der göttlichen Vorsehung anvertrauen. In konsolidierten Missionen werden jedoch eine kontinuierliche Seelsorge, Exerzitien und Konferenzen angeboten. So stellen wir sicher, dass die Gemeinden nicht vernachlässigt werden.
 


Ein zweiter Schwerpunkt des Ordens liegt in der «kulturellen Gegenrevolution». Wie muss man sich das vorstellen?
Pater José G. Ansaldi: Die «kulturelle Gegenrevolution» ist neben den Missionen ad gentes die zweite apostolische Säule des Ordens San Elias. In diesem Bereich versuchen wir, die katholische Wahrheit in der Kultur – mit «Kultur» meine ich den Menschen in der vollen Würde seiner Natur – zu verteidigen, damit Christus in der Gesellschaft regieren kann. Wir wollen die grossen Irrtümer der menschlichen Vernunft bekämpfen, wenn sie sich gegen Gott und die von ihm geschaffene Ordnung auflehnt. Irrtümer, die sich in der Moderne vervielfachen, mit all ihren verhängnisvollen Folgen für die Familie, die Bildung, die Politik usw. Inspiriert vom Propheten Elias, der sich mit glühender Parrhesia gegen den Götzendienst seiner Zeit stellte, versuchen die Mitglieder des Ordens, die ideologische «Mauer» durch die Verkündigung der katholischen Wahrheit «zu stürmen».

Dies umfasst Aktivitäten wie Vorträge, Veröffentlichungen, Videos auf YouTube, wo Pater Javier Olivera Ravasi mehr als 500 000 Follower hat. Hinzu kommt ein Apostolat, das sich an junge Universitätsstudenten und Berufstätige richtet und die selbstbewusste Bekräftigung unserer katholischen Identität gegenüber den verschiedenen Ideologien fördert. Es handelt sich nicht um blosse Kritik, sondern um einen positiven Vorschlag des Glaubens: Erziehen, damit die Seelen zur göttlichen Wahrheit gelangen und in Übereinstimmung mit ihr leben können. Im Wesentlichen handelt es sich um einen geistlichen Kampf, der im Bereich der Kultur geführt wird, um die Seelen in einer Welt zu retten, die Christus abgelehnt hat.

Im Jahr 2024 wurde das Projekt Pax lanciert, das sich zum Ziel gesetzt hat, in Pakistan christliche Sklaven zu befreien. Können Sie uns etwas davon erzählen?
Ivano Zannol: In Pakistan leben derzeit viele Christen in Sklaverei, wo sie aufgrund ihrer Schulden über Generationen hinweg in Ziegelfabriken Zwangsarbeit verrichten müssen. Diese Menschen leben in ständiger Todesangst und haben keine Hoffnung auf Rettung. Sie sind krimineller Gewalt, sexueller Nötigung und sozialer Ausgrenzung ausgesetzt. Dazu kommen Angriffe auf Kirchen, Entführungen und Zwangsbekehrungen zum Islam. Das Projekt Pax, unter der Leitung von Pater Federico Highton, hat sich zum Ziel gesetzt, diese Menschen aus der Sklaverei zu befreien und ihnen wieder ein Leben in Würde zu ermöglichen. Wie geschieht das? Nun, in einem ersten Schritt werden diese Menschen durch Begleichung ihrer Schulden von der Sklaverei freigekauft und von den Zielgelfabriken weggebracht. Eine weitere Option, sie zu befreien, ist der rechtliche Weg. Dieser Prozess kann sich jedoch über Jahre hinziehen; der Freikauf wird deshalb bevorzugt. In einem zweiten Schritt erhalten diese Personen nach ihrer Befreiung – falls nötig – Hilfe und Beistand. Das kann eine sichere Unterkunft sowie Taschengeld für Lebensmittel und für eine Ausbildung ihrer Kinder sein. Was sie aber auf jeden Fall erhalten, ist Zugang zu Katechismus-Unterricht und zu den Sakramenten. Vor kurzem konnte der Orden darüber hinaus an einem sicheren Ort Land erwerben, an dem eine Gemeinschaft am Entstehen ist, die in Sicherheit und Freiheit leben kann. Ein wahrer Segen für diese Menschen!

Sie konnten ein Interview mit Pater Federico Highton führen. Was hat Sie persönlich am meisten beeindruckt?
Ivano Zannol: Ganz klar sein tief verwurzelter und unerschütterlicher Glaube sowie seine unerschütterliche Entschlossenheit, in den entlegensten und unzugänglichsten Regionen der Welt das Evangelium zu verkünden, und dies ungeachtet der Tatsache, dass er dabei jederzeit sein eigenes Leben verlieren könnte. Oder wie er es im Interview selbst ausgedrückt hat: «Wir müssen für Jesus Christus Zeugnis ablegen. Auch wenn wir dafür in Gefahr geraten, in Stücke gerissen zu werden.» Diese selbstlose Aufopferung zur Rettung von Seelen und diese bedingungslose Nächstenliebe, wie sie unser Herr Jesus Christus von uns allen verlangt, haben mich tief bewegt, beeindruckt und grosse Bewunderung in mir ausgelöst. Solche Priester sind für mich die wahren Helden der heutigen Zeit und leider nur noch selten anzutreffen.

Ein Vereinszweck sind die Evangelisierung und kulturelle Gegenrevolution. Haben Sie schon konkrete Anlässe o. ä. geplant?
Ivano Zannol: In der Schweiz steckt der Verein Sankt Elias noch in Kinderschuhen. Im November konnten wir aber in der Dreikönigskapelle in Baden, die uns von der Petrusbruderschaft freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde, während einer feierlichen Heiligen Messe im überlieferten Ritus, welche von Pater Javier Olivera Ravasi zelebriert wurde, sowie mit einem Vortrag über die Missionsarbeit des Ordens San Elias im Kloster Mütter vom Heiligen Kreuz in Albbruck (Deutschland) den Grundstein zur Gründung unseres Vereins legen. Weitere Aktivitäten sind in Planung. So zum Beispiel im April 2026 eine Pilgerfahrt nach Rom, wo wir an der Priesterweihe von zwei Seminaristen des Ordens San Elias durch Kardinal Raymond Leo Burke teilnehmen werden. In Planung sind auch zweitägige Exerzitien sowie verschiedene Vorträge, die auch im Zusammenhang mit der «kulturellen Gegenrevolution» stehen werden.
 

Ivano Zannol (* 1970) arbeitet als freiberuflicher Übersetzer. Er ist mit einer praktizierenden Katholikin aus Ecuador verheiratet. Beide sind Mitglied beim neu gegründeten Verein Sankt Elias Schweiz und Ave-Bekenner der Stiftung Mission Maria. Dort ist er verantwortlich für die Missionen und verfasst redaktionelle Beiträge für die letztes Jahr erstmals erschienene Zeitschrift Ave Maria.

José G. Ansaldi wurde am 19. Februar 1984 in Rosario, Argentinien, geboren. Er wuchs in einer sehr gläubigen katholischen Familie auf. Drei Geschwister sind bereits verstorben, seine vier Brüder sind ebenfalls Priester geworden. Er ist seit November 2023 Generaloberer des Ordens San Elias mit Sitz in der Provinz Manabì in Ecuador und seit Oktober 2025 Rektor des Missionsausbildungshauses «Xaverianum» in der ecuadorianischen Erzdiözese Portoviejo. Im Rahmen des Projekts Omnes Gentes hat Pater Ansaldi an zahlreichen Evangelisierungsmissionen in abgelegenen Gebieten teilgenommen, unter anderem in Malawi, an der Elfenbeinküste, am Nordpol, auf dem tibetischen Plateau, im Amazonasgebiet in Ecuador und im Darién-Dschungel in Panama.
 

Der Orden San Elias ist eine kleine, wachsende Gemeinschaft mit aktuell sieben Priestern, einige Vollmitglieder und andere in einer Probe- oder Entscheidungsphase mit Erlaubnis ihrer Diözesanbischöfe sowie 12 jungen Menschen in Ausbildung. Es gibt sogenannte Laienfreunde, die in unterschiedlichem Mass an der Mission des Ordens San Elias beteiligt und Teil der Apostolischen Familie Eliata (Dritter Orden) sind. An den Missionen ad gentes nehmen auch regelmässig Priesterfreunde der Gemeinschaft teil.

Webseite des Vereins Sankt Elias Deutsch


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

E-Mail

Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


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Bemerkungen :

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    ser AD 20.12.2025 um 13:06
    Man kann sich fragen, was diese neuen Vereine (auch "Mission Maria" oder "vera fides") sollen.

    Sich ein frommes Mäntelchen umhängen und unter der Fuchtel der Diözesanbischöfe stehen, welche auf der anderen Seite die Mission bekämpfen, in dem sie Priester mit der richtigen Einstellung gar nicht aufkommen lassen?

    Mission machen kann jeder privat, ohne herumzuposaunen, dass er "gehorsam" ist. Bekanntlich war der Prophet Elias nicht "gehorsam" und Jonas auch nicht. Und doch sind diese in der Kirche anzutreffen in allen Gläubigen, welche unter widrigen Umständen für Jesus Christus am Kreuz einstehen.
    • user
      Claudio Tessari 20.12.2025 um 21:51
      Die Kirche hat sich immer erneuert durch Heilige in der Kirche. Auch die geannten Propheten waren schlussendlich Gehorsam. Natürlich kann es unter der kirchlichen Hierarchie manchmal schwierig sein, doch so funktioniert katholisch sein. Der Heilige Padre Pio ist unser bestes Vorbild, in dem man auf Jesus und seine Fügung vertraut.
    • user
      Daniel Ric 21.12.2025 um 17:02
      Lieber serAD

      Als Vizepräsident des Vereins Vera Fides kann ich Ihnen versichern, dass wir unabhängig sind und handeln. Wir sind lehramtstreue Katholiken, die das Bistum dort unterstützen, wo es die Richtlinien der Weltkirche durchsetzen will, und es dort kritisieren, wo das Bistum eigene Wege zum Schaden der Gläubigen geht. Gerade in Bezug auf die Liturgie hat Vera Fides häufig liturgische Missbräuche angeprangert und das Wegdrängen der Eucharistie durch Wortgottesdienste kritisiert. Als Laien nehmen wir nicht nur unsere Pflichten wahr, sondern auch unsere Rechte gegenüber dem Bistum.
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      Martin Meier-Schnüriger 22.12.2025 um 14:59
      Die neuen Vereine, die Sie erwähnen, sind schon gut, nur schade, dass alle diese Gruppen und Grüppchen quasi das Rad neu erfinden, statt zusammenzuarbeiten. Zumindest müsste es eine Dachorganisation geben, in der alle lehramtstreuen Organisationen - z.B. auch die Medien - zusammengeschlossen sind. Dass wir, um zwei Beispiele zu nennen, zwei lehramtstreue Radios und mindestens drei Lebensrechtsorganisationen haben, ist ein Luxus, den wir uns streng genommen gar nicht leisten können. Denn alle diese Vereinigungen sind auf Spendengelder angewiesen, doch die potentiellen Spender sind für alle dieselben. Leider leiden wir lehramtstreuen Katholiken an einer Art glaubensmässigen Perfektionismus: Wenn eine noch so lehramtstreue Organisation nicht zu 100% mit meiner eigenen Überzeugung übereinstimmt - etwa was Erscheinungen und Privatoffenbarungen oder die Art der Spiritualität angeht -, fühle ich mich bemüssigt, ein eigenes Grüppchen ins Leben zu rufen. Dabei hätte wir es bitter nötig, Synergien zu nutzen und zusammenzustehen.
      • user
        Federico Hochreuter 22.12.2025 um 17:28
        Ich stimme Ihrer Analyse zu, doch ich denke, die Realität ist weitaus härter. Wir sind zahlenmäßig sehr wenige und kennen uns zudem kaum. Unsere Bewegung beispielsweise entstand in Argentinien und ist für die ganze Welt bestimmt. Sie ist zwar hauptsächlich spanischsprachig, aber viele von uns, die in der Schweiz leben, wünschen sich eine bessere Zukunft für unsere Generationen. Ich lebe im Fricktal, und hier herrscht in Bezug auf Katechismus und katholische Lehre ein Niemandsland. Wessen Schuld ist das? Niemandes, oder besser gesagt, aller Schuld, und vor allem: Gott hat es so gewollt und zugelassen. Nun ruft uns etwas zur Einheit auf, und wenn andere sich – sei es aus Unwissenheit oder aufgrund von Lebensumständen – von der göttlichen Offenbarung entfernt haben, lasst uns mit großerNächstenliebe zur Verkündigung zurückkehren.

        Der Anteil der Katholiken in der Schweiz ist sehr gering, nur 30 %. Wenn wir noch bedenken, dass weniger als 1 % dieser Gläubigen dem Katechismus und der gesunden Lehre treu sind, dann segelt das Floß des Petrus auf einem weiten, stürmischen Meer.

        Wir haben volles Vertrauen in die göttliche Vorsehung, und sie führt uns heute zusammen, damit wir etwas verändern können.
  • user
    Meier Pirmin 20.12.2025 um 11:48
    Die "Schwyzerin" macht eine bedenkenswerte Anregung. Das , was Missionare in Ecuador dort den amgeblich Irreligiösen beibringen wollen, wäre eigentlich , um nicht zu sagen primär ene Missionsaufgabe für die Schweiz. Als ehemaliger wenn auch nur zeitweiliger Religionslehrer an einem Gymnasium eines kath. Kantons habe ich , zumindest in Indizien, die Erfahrung gemacht, dass wir wohl seit Generationen kein höheres Ausmass an religiösem Analphabetismus feststellen mussten wie gegenwärtig. Selbst jahrelange Schüler eines Studienheims Don Bosco kannten an der Matura weder den Text des Vaterunsers, als es galt, den Begriff der "Versuchung" auch nur literarisch zu interpretieren noch erst recht waren sie nicht in der Lage, auch nur die Hälfte der Zehn Gebote wenigstens zu memorieren. Bei protesantischen Schülern fielen vor Jahrzehnten noch ihre oft eindrücklichen Bibelkenntnisse auf. Das scheint auch vorbei zu sein. Der katholische Katechismus wird übrigens auch von Katechetinnen und Katecheten meistenteils seit Jahrzehnten nicht mehr vermittelt. Würde jederzeit Ausnahmen freudvoll eingestehen. Ein noch guter Schüler, der eine Maturaarbeit machte über Gleichberechtigung in der Kirche , verfügte indes über keine Grundkenntnisse, die Messe betreffend. Insofern liegt "dieses" Ecuador, wenn schon in der Schweiz.
    • user
      Federico Hochreuter 20.12.2025 um 12:29
      Vielen Dank auch für Ihre Worte; Sie haben vollkommen Recht. Der Orden des Heiligen Elias ist noch sehr jung und braucht, wie jede Bewegung, Zeit. Wenn wir heute in der Schweiz Herzen bewegen, hat das seinen Grund. Niemand weiß besser als Pater Javier Olivera Ravasi und sein Missionsapostolat in San Francisco, USA, was heute in der Kirche geschieht. Deshalb hat er vor einiger Zeit mit dem begonnen, was er die kulturelle Gegenrevolution nennt. Es gibt ein Buch mit dem Titel „Katechismus für Barbaren“, das leider nur auf Spanisch und Englisch erhältlich ist und versucht, Gläubige und Nichtgläubige zu evangelisieren. Ja, auch die Schweiz ist Teil dieser Mission, und wir möchten diese Aufgabe beginnen und dabei auf den positiven Erfahrungen in spanischsprachigen Regionen aufbauen. Ich wage zu behaupten, dass viele junge Menschen inspiriert werden und als Assistenten in entlegene Gebiete auf Mission gehen, um, erfüllt vom Heiligen Geist, zur Neuevangelisierung in die Schweiz zurückzukehren.
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    Schwyzerin 20.12.2025 um 10:55
    Das ist Missioniern bis an die Ränder der Erde. Der Verein Sankt Elias Schweiz macht vor wie missionieren geht und wie man den Glauben verdeitigen könne. Vergessen wir dabei nicht, dass auch hier in der Schweiz vor Ort der Mission bedürfen. Wir sollten für das Evangeliesieren offen sein. Nur so kann Missionieren hier und anders wo gelingen.
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      Federico Hochreuter 20.12.2025 um 12:12
      Als Präsident der St. Elias Schweiz Vereinigung stimme ich Ihnen zu und danke Ihnen herzlich für Ihren Kommentar.

      Wir sind überzeugt, dass wir der geoffenbarten Wahrheit stets folgen müssen, ohne Zweideutigkeit oder falschen Ökumenismus, sondern mit großer Nächstenliebe. Dazu brauchen wir Mut und die Hilfe unseres Herrn Jesus Christus. Dies ist Teil der Europa/Schweiz-Mission, der kulturellen Gegenrevolution, die wir herbeiführen wollen.