Sternsingerinnen und Sternsinger aus Sattel mit Begleitern sowie Nationalratspräsident Pierre-André Page und Ständeratspräsident Stefan Engler. (Bild: © Missio Schweiz/Naomi Neuhold)

Weltkirche

«Schule statt Fabrik» – Stern­sin­gen für Kin­der ohne Kindheit

Unter dem Motto «Schule statt Fabrik» ruft Mis­sio Schweiz mit ihrer Aktion Stern­sin­gen 2026 dazu auf, Kin­der welt­weit durch Bil­dung zu stär­ken und aus­beu­te­ri­sche Kin­der­ar­beit zu über­win­den. Zugleich erle­ben die betei­lig­ten Kin­der in der Schweiz, was gelebte Soli­da­ri­tät bedeu­tet und wie Glaube in Tat umge­setzt wird.

Jedes Jahr ziehen rund 10 000 Kinder und Jugendliche zwischen Neujahr und Dreikönig als Königinnen und Könige durch Schweizer Städte und Dörfer, bringen den Segen «C+M+B» (Christus Mansionem Benedicat, Christus segne dieses Haus) in die Häuser und setzen ein eindrückliches Zeichen der Nächstenliebe. Gleichzeitig entdecken sie so die weltkirchliche Solidarität.

Auftakt im Bundeshaus
Der traditionelle Besuch im Bundeshaus am 17. Dezember 2025 markierte den Auftakt der Aktion Sternsingen 2026, die in diesem Jahr unter dem Motto «Schule statt Fabrik» steht. 23 kleine Königinnen und Könige aus der Pfarrei St. Peter und Paul in Sattel (SZ) trugen Advents- und Weihnachtslieder sowie Sternsingersprüche vor und stellten den Parlamentarierinnen und Parlamentariern die Aktion 2026 vor.

Empfangen wurden sie von Nationalratspräsident Pierre-André Page und Ständeratspräsident Stefan Engler, die den jungen Gästen für ihren eindrücklichen Auftritt dankten. «Ich war selbst auch Sternsinger und freue mich sehr, dass dieser schöne Brauch heute hier im Bundeshaus weiterlebt», sagte Ständeratspräsident Stefan Engler. «Damit bringen die Kinder den Segen und das weihnachtliche Licht in dieses Haus. Ich wünsche ihnen von Herzen eine unbeschwerte Kindheit, dass sie ihre Wünsche und Träume erfüllen können und ein glückliches Leben haben.» Auch Nationalratspräsident Pierre-André Page zeigte sich beeindruckt: «Zuerst möchte ich ihnen danken, dass sie den weiten Weg von Sattel nach Bern auf sich genommen haben. Sie haben eine Botschaft des Friedens gebracht. Als Nationalratspräsident werde ich diesen Friedensgruss auf meinen Reisen im kommenden Jahr weitertragen und mit meinen Gesprächspartnern teilen.»

Für die Kinder aus Sattel war der Besuch im Bundeshaus ein besonderes Erlebnis. «Wir möchten den anderen über die Aktion etwas erzählen und ihnen eine Freude machen», sagte Michelle (12). Ihre Freundin Celina (11) ergänzte: «Ich wünsche mir, dass alle Kinder genug zu essen haben und in die Schule gehen können.»

Schule statt Fabrik»
Rund 160 Millionen Kinder weltweit müssen arbeiten – viele unter gefährlichen Bedingungen, die ihnen Bildung und Schutz verwehren. Besonders in Bangladesch, dem Schwerpunktland der Aktion 2026, bleibt unzähligen Kindern der Schulbesuch verwehrt, weil sie zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen.

Für Missio als Päpstliches Missionswerk ist der Einsatz gegen Kinderarbeit Ausdruck kirchlichen Handelns: den Schwächsten beistehen, ihre Rechte stärken und Perspektiven eröffnen. «Jedes Kind hat das Recht, Kind zu sein – zu lernen, zu spielen und zu träumen. Die Aktion Sternsingen 2026 trägt dazu bei, ausbeuterische Kinderarbeit zu bekämpfen und Zukunft durch Bildung zu ermöglichen», betont Kristina Kleiser, Kampagnenverantwortliche von Young Missio.

Bildung als Schlüssel zur Befreiung
In Bangladesch unterstützen lokale kirchliche Partner Programme, die Kindern den Weg aus der Arbeit und zurück in die Schule ermöglichen. Dazu gehören Lernangebote für arbeitende Kinder, Aufklärungsarbeit in Familien und Gemeinden sowie Übergangsmodelle, die einen erfolgreichen Einstieg in das öffentliche Schulsystem vorbereiten. Ergänzend erhalten Jugendliche praxisnahe Ausbildungsmöglichkeiten, durch die sie langfristige berufliche Perspektiven entwickeln können.

Diese Arbeit zeigt: Bildung und Bewusstseinsförderung sind die wirksamsten Mittel gegen Kinderarbeit – und genau hier setzen die Sternsinger-Spenden an.

Wenn Kinder für Kinder unterwegs sind, entsteht ein Hoffnungsfunke, der weit über die Weihnachtszeit hinaus wirkt. Das Sternsingen verbindet Schweizer Pfarreien mit Kindern in rund 100 Ländern weltweit und macht erfahrbar, was Kirche ist: eine Gemeinschaft, die füreinander einsteht – besonders für die Jüngsten.

An vielen Orten bringen die Sternsingergruppen auch das Friedenslicht mit. Mit der Initiative «Friedenslicht Schweiz» verbindet die Aktion Sternsingen eine langjährige Partnerschaft.

Am 1. Januar 2026 werden Sternsingerinnen und Sternsinger aus der Pfarrei St. Martin in Arbon TG am Neujahrsgottesdienst mit Papst Leo XIV. im Petersdom teilnehmen.
 

Die Aktion Sternsingen wird seit 1989 von Missio Schweiz, den Päpstlichen Missionswerken in der Schweiz, organisiert – seit 2005 auch in der Romandie und seit 2012 im Tessin. Die gesammelten Spenden unterstützen Projekte für Kinder in rund 100 Ländern. Die Tradition des Sternsingens reicht bis ins Mittelalter zurück, gilt in der Schweiz als immaterielles Kulturerbe. Link


Redaktion


Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Captcha Code Kann das Bild nicht gelesen werden? Klicken Sie hier, um zu aktualisieren

Captcha ist erforderlich!

Code stimmt nicht überein!

You have reached the limit for comments!

* Diese Felder sind erforderlich.

Sei der Erste, der kommentiert