Papst Franziskus hat 2025 die Ordensschwester Simona Brambilla zur Leiterin des «Dikasteriums für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens» ernannt. Der ausgewiesene Kirchenrechtler Dr. Martin Grichting hat diese Ernennung mit zwei Artikeln einer fundierten Kritik unterzogen. Das soll hier nicht diskutiert werden, sondern es geht unabhängig davon um die Personalie Sr. Alessandra Smerilli und ihren Aufstieg im Vatikan bis zum jetzigen Chefposten.
Sie gehört seit 1997 den Don Bosco Schwestern an, ist Wirtschaftsprofessorin und hat bis 2020 eine beeindruckende Liste an Publikationen in Form von Büchern und Artikeln verfasst (www.alessandrasmerilli.org). Laut Wikipedia holte sie Papst Franziskus 2019 als Beraterin des Generalsekretariates der Bischofssynode – wohl im Hinblick auf die Amazonas-Sondersynode vom 6. bis 27. Oktober 2019 – und des Wirtschaftsrates im Staatssekretariat des Heiligen Stuhls.
Karriereschub während der Corona-Krise
Sehr früh am Beginn der Corona-Krise, nämlich bereits am 20. März 2020, richtete Papst Franziskus an die damalige «Kongregation für die ganzheitliche Entwicklung» die Aufforderung, eine Vatikan-Covid-19-Kommission zu errichten, welche äusserst zügig am 7. Mai 2020 ihre Arbeit aufnahm. Sr. Alessandra Smerilli wirkte zunächst als Koordinatorin der Working Group 2. Das umschriebene Arbeitsgebiet wurde erstaunlich weit gefasst: «Sie befasst sich mit der Erforschung und Untersuchung der aktuellen COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Themen sowie mit Überlegungen zu einer Gesellschaft und Welt nach COVID-19, insbesondere in den Bereichen Ökologie, Wirtschaft, Arbeit, Gesundheitswesen, Politik, Kommunikation und Sicherheit.»[1] Die Vatikan-Covid-19-Kommission bestand aus insgesamt fünf Arbeitsgruppen, die sich nicht nur direkt mit Covid-19 befassten. Dazu gehörten nicht weniger als sieben Task Forces: Sicherheit, Ökonomie (Leitung: Sr. Alessandra Smerilli), Ökologie, Gesundheit sowie Migration und Asyl, dazu noch zwei regionale Task Forces. Man fragt sich unweigerlich, woher der Vatikan für die vielen Stellen das Geld hatte. Weitere Details zur umfangreichen Tätigkeit der Vatikan-Covid-19-Kommission sind im einzigen veröffentlichten Jahresbericht 2020 enthalten.
Als im Dezember 2020 die experimentellen mRNA-Impfstoffe breit eingesetzt wurden, veröffentlichte die «Kongregation für die Glaubenslehre» am 21. Dezember 2020 mit der Genehmigung von Papst Franziskus eine Note zur Impfproblematik. Sie hielt fest, «dass in der Regel die Impfung keine moralische Pflicht darstellt, und dass sie deshalb freiwillig sein muss». Weiter hiess es: «In Ermangelung anderer Mittel, um die Epidemie aufzuhalten oder ihr vorzubeugen, kann die Impfung empfohlen sein, vor allem, um die Schwächsten und am meisten Gefährdeten zu schützen.»[2] Dass Gewissensgründe dafür sprechen, die experimentellen Impfstoffe abzulehnen, gibt die Note zu: «Jene aber, die aus Gewissensgründen Impfstoffe, die aus von abgetriebenen Föten stammenden Zelllinien hergestellt worden sind, ablehnen, müssen sich bemühen, durch andere prophylaktische Mittel und angemessenes Verhalten zu vermeiden, dass sie selbst Überträger des ansteckenden Erregers werden.»
Allerdings fiel die Covid-19-Kommission diesem plausiblen und moralisch korrekten Standpunkt in den Rücken. Nur neun Tage später, am 29. Dezember 2020, veröffentlichte sie ebenfalls eine Note: «Impfstoffe für alle» mit 20 Punkten.[3] Sie negierte darin die Gewissensfreiheit im Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung und bekräftigte «die moralische Verantwortung, zu impfen, um schwerwiegende Gesundheitsrisiken für Kinder und die allgemeine Bevölkerung zu vermeiden». Das Papier thematisierte zudem die gerechte Verteilung der Impfstoffe. Weiter wurde auf eine «enge Zusammenarbeit mit den zahlreichen Organisationen, die an der Planung, Durchführung und Bewertung der Empfehlungen für die globale Impfstoffverabreichung mitwirken müssen», gepocht. Zugunsten einer «faireren und gesünderen Welt» wurde auch die «Zusammenarbeit mit Vertretern der wichtigsten beteiligten Institutionen und Organisationen sowie mit globalen Gesundheitsorganisationen, Nichtregierungsorganisationen und Geberorganisationen, um bei der Entwicklung, Bewertung und Beteiligung an Lösungen zu helfen» hervorgehoben. Ein grosses Anliegen war der Vatikan-Covid-19-Kommission «Transparenz und korrekte Kommunikation», und zwar zu einem besonderen Zweck – man höre und staune –, nämlich um «das Vertrauen in den Impfstoffprozess zu fördern und seine Einhaltung zu gewährleisten»!
Papst Franziskus ernannte Sr. Alessandra Smerilli am 24. März 2021 zur Untersekretärin der «Kongregation für die ganzheitliche Entwicklung». Bereits am 26. August 2021 löste sie den mit dem WEF verbandelten Sekretär, den Moraltheologen Augusto Zampini Davies samt seinem Untersekretär, interimistisch ab und wurde ausserdem durch Papst Franziskus zur Delegatin der Covid-19-Kommission des Vatikans ernannt. Von diesem Zeitpunkt an bestand die Leitung der Vatikanischen Covid-19-Kommission aus Kardinal Turkson, dem damaligen Präfekten der «Kongregation für die ganzheitliche Entwicklung», Sr. Alessandra Smerilli, als interim-Sekretärin, sowie Pater Fabio Baggio, Untersekretär der Abteilung für Migranten und Flüchtlinge. Man mag sich darüber wundern, was die Corona-Krise mit Migranten und Flüchtlingen zu tun hat. Ein Blick in den bereits erwähnten Jahresbericht 2020 der Vatikan-Covid-19-Kommission genügt, um festzustellen, dass sie sich die UNO-Agenda 2030 zu eigen machte und ihre Zusammensetzung diesem Zweck diente. Mit Blick auf eine Grafik auf der zweiten Seite des Jahresberichtes 2020 ist davon auszugehen, dass die Enzyklika «Laudato si’» (2015) und die Enzyklika «Fratelli Tutti» (2020) als Beiträge zur Verwirklichung der Entwicklungsziele der UNO bis 2030 zu sehen sind. Sicher gehört das später veröffentlichte Apostolische Schreiben «Laudate Deum» (2023) auch dazu.
Die Vatikan-19-Covid-Kommission beeinflusste zweifellos die restriktiven, der Gewissensfreiheit spottenden Massnahmen im Vatikan, die von Beginn der Corona-Krise im März 2020 über die Impf- und Boosterpflicht bis zur Aufhebung erst per Ende April 2022 rigoros durchgesetzt wurden.
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
Meine Frage ist, was versteht man unter ganzheitlichen Entwicklung? Mir scheint, die diesseitige Entwicklung, das irdische Heil, habe Priorität, die seelische Entwicklung, das ewige Heil des Menschen kämen hier eindeutig zu kurz. Oder anders ausgedrückt, dieses Dikasterium sein voll und ganz in der Befreiungstheologie beheimatet, die Erlösungstheologie würde dabei sträflich vernachlässigt. Dann aber wäre von Ganzheitlichkeit keine Spur, und das Ganze ein Etikettenschwindel sondergleichen. Und katholisch, allumfassend könne man es ehrlicherweise auch nicht nennen. Gebe Gott, dass ich mich irre und/oder der Heilige Vater würde, zusammen mit der neuen Leiterin, das Ruder herum reissen.
Ausserdem frage ich mich ernsthaft, angesichts einiger zunehmend fragwürdigen Entwicklungen im vatikanischen/weltkirchlichen Geschehen, ob wirklich Papst Leo XIV am Handeln ist, oder nicht vielmehr die freimaurerisch-links orientierte Vatikan Diktatur, die schon seinerzeit Papst Benedikt XVI zum kirchlich politischen Geisel machte.
lch würde vorschlagen, daß man viel und wirklich viel mehr für Papst Leo und die ganze Kirche Jesu Christi betet, damit das feste Wort des Herrn ("Und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältogen") bald sichtbar werde.
VENI, SANCTE SPIRITUS!
Es spricht theologisch nichts gegen Frauen als Verwaltungschefinnen, solange der sakramentale Vollzug nicht Hauptsache ist.
Etwas anderes ist die Synodalität, welche in den Dikasterien baden geht. Diese sind als Zentralorgane das genaue Gegenteil von Kongregationen.
Kongregationen sind das Urbild von Liturgie (Kongresse) und verlangen Kardinäle an der Spitze: Angelpunkte.
„Es wird immer sehr angemessen sein, der edlen Tradition zu folgen, Knaben als Altardiener einzusetzen. Wie bekannt, hat dies zu einer tröstlichen Entfaltung von Priesterberufungen geführt.“
Papst Benedikt XVI. sprach wiederholt von den Ministranten als einer „Schule der Nachfolge Christi“ und einer „Vorschule des Priestertums“. Bei Begegnungen mit Ministranten betonte er, dass aus ihren Reihen viele Priesterberufungen hervorgegangen seien. Während seines Pontifikats unterstützte er Gemeinschaften und Institute, die ausschließlich männliche Ministranten haben.
Man kann praktisch in jeder Pfarrei beobachten, dass dort wo Mädchen ministrieren, immer seltener Jungs ministrieren. Und wenn man die Ursprünge die Intention dahinter erkennt, muss man einfach wirklich von einem Feminismus sprechen. Wenn Mädchen ministrieren können, wenn Frauen Lektorinnen sein dürfen, wenn Pastoralassistentinnen beim Wortgottesdienst, die Heilige Kommunion in die Luft halten und sprechen: seht das Lamm Gottes, ja ist ja logisch das wir defacto immer näher an ein Frauenpriestertum gelangen.
Nochmals, warum orientieren sich die Frauen nicht einfach an der Muttergottes, alle Heiligen zusammen haben nicht ihre Stellung, und nie hat sie einen Altardienst getätigt.
Ist das jetzt der grossen Hitze geschuldet, dass dieser Artikel über die Ernennung einer Präfektin in eine Diskussion über Ministrantinnen mündet? Am meisten Berufungen gehen wohl wegen miserabler Katechese und mangelnder religiöser Praxis im Kreis der Familie verloren.
Auf gar keinen Fall wollte ich die oben abgebildete Ordensschwester schlecht machen oder verdächtigen. Hingegen meine ich es ernst, dass die Kirche über ethische Umwelt-Grundsätze hinaus keine Enzyklika sagen wir mal sinngemäss "für die Bekämpfung des Klimawandels" herausgeben sollte, weil diese Thematik bei den Hexenprozessen betr. "Wettermachen" bereits auf blamabelste Art ausgereizt wurde. Es ist aber nicht so, dass herkömmliche Schulwissenn über Hexenprozesse als genau gelten kann über die beklagenswerte Dokumentation der Hinrichtungen hinaus. Gemäss neuesten Forschungen der besten Quellen-Kennerin der Hexenprozesse in der Schweiz, Frau Dr. Kathrin Utz Tremp, kann selbst der zwar zweifelsfrei skandalöse Prozess in Glarus 1782, Anna Göldi betreffend, im streng historischen Sinn nicht als Hexenprozess bewertet werden, doch wurde dieser Ausdruck verwendet, um auf einen tatsächlich "wahren Skandal" hinzuweisen. Hierüber habe ich selber mehr als ein Jahr lang gearbeitet. Als einzig kompetent für diesen Prozess erklärte sich der Evangelische Rat von Glarus.Die Glarner Katholiken hatten juristisch und auch weil die Beteiligten reformiert waren, dazu nichts zu sagen!