Symbolbild von AdobeStock #443901740 und Sr. Alessandra Smerilli 2019 © Wikimedia Commons - Source: https://www.youtube.com/watch?v=ngVkYZQkhms

Hintergrundbericht

Schwes­ter Ales­san­dra Sme­ril­lis Auf­stieg zur Prä­fek­tin des Entwicklungsdikasteriums

Papst Leo XIV. hat am 30. Juni Sr. Ales­san­dra Sme­rilli zur Prä­fek­tin des «Dikas­te­rium für den Dienst zuguns­ten der ganz­heit­li­chen Ent­wick­lung des Men­schen» ernannt. Der Umstand, dass ein Dikas­te­rium nicht mehr durch einen Kar­di­nal gelei­tet wird, bzw. ein Kar­di­nal nur als Pro-​Präfekt zur Seite steht, hat schon 2025 für Dis­kus­sio­nen gesorgt, als Sr. Simona Bram­billa zur Prä­fek­tin ernannt wurde. Sr. Ales­san­dra Sme­rilli hatte in der Vatikan-​Covid-​19-​Kommission eine lei­tende Rolle inne, was einen Schat­ten auf die jüngste Ernen­nung wirft.

Papst Franziskus hat 2025 die Ordensschwester Simona Brambilla zur Leiterin des «Dikasteriums für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens» ernannt. Der ausgewiesene Kirchenrechtler Dr. Martin Grichting hat diese Ernennung mit zwei Artikeln einer fundierten Kritik unterzogen. Das soll hier nicht diskutiert werden, sondern es geht unabhängig davon um die Personalie Sr. Alessandra Smerilli und ihren Aufstieg im Vatikan bis zum jetzigen Chefposten.

Sie gehört seit 1997 den Don Bosco Schwestern an, ist Wirtschaftsprofessorin und hat bis 2020 eine beeindruckende Liste an Publikationen in Form von Büchern und Artikeln verfasst (www.alessandrasmerilli.org). Laut Wikipedia holte sie Papst Franziskus 2019 als Beraterin des Generalsekretariates der Bischofssynode – wohl im Hinblick auf die Amazonas-Sondersynode vom 6. bis 27. Oktober 2019 – und des Wirtschaftsrates im Staatssekretariat des Heiligen Stuhls.

Karriereschub während der Corona-Krise
Sehr früh am Beginn der Corona-Krise, nämlich bereits am 20. März 2020, richtete Papst Franziskus an die damalige «Kongregation für die ganzheitliche Entwicklung» die Aufforderung, eine Vatikan-Covid-19-Kommission zu errichten, welche äusserst zügig am 7. Mai 2020 ihre Arbeit aufnahm. Sr. Alessandra Smerilli wirkte zunächst als Koordinatorin der Working Group 2. Das umschriebene Arbeitsgebiet wurde erstaunlich weit gefasst: «Sie befasst sich mit der Erforschung und Untersuchung der aktuellen COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Themen sowie mit Überlegungen zu einer Gesellschaft und Welt nach COVID-19, insbesondere in den Bereichen Ökologie, Wirtschaft, Arbeit, Gesundheitswesen, Politik, Kommunikation und Sicherheit.»[1] Die Vatikan-Covid-19-Kommission bestand aus insgesamt fünf Arbeitsgruppen, die sich nicht nur direkt mit Covid-19 befassten. Dazu gehörten nicht weniger als sieben Task Forces: Sicherheit, Ökonomie (Leitung: Sr. Alessandra Smerilli), Ökologie, Gesundheit sowie Migration und Asyl, dazu noch zwei regionale Task Forces. Man fragt sich unweigerlich, woher der Vatikan für die vielen Stellen das Geld hatte. Weitere Details zur umfangreichen Tätigkeit der Vatikan-Covid-19-Kommission sind im einzigen veröffentlichten Jahresbericht 2020 enthalten.

Als im Dezember 2020 die experimentellen mRNA-Impfstoffe breit eingesetzt wurden, veröffentlichte die «Kongregation für die Glaubenslehre» am 21. Dezember 2020 mit der Genehmigung von Papst Franziskus eine Note zur Impfproblematik. Sie hielt fest, «dass in der Regel die Impfung keine moralische Pflicht darstellt, und dass sie deshalb freiwillig sein muss». Weiter hiess es: «In Ermangelung anderer Mittel, um die Epidemie aufzuhalten oder ihr vorzubeugen, kann die Impfung empfohlen sein, vor allem, um die Schwächsten und am meisten Gefährdeten zu schützen.»[2] Dass Gewissensgründe dafür sprechen, die experimentellen Impfstoffe abzulehnen, gibt die Note zu: «Jene aber, die aus Gewissensgründen Impfstoffe, die aus von abgetriebenen Föten stammenden Zelllinien hergestellt worden sind, ablehnen, müssen sich bemühen, durch andere prophylaktische Mittel und angemessenes Verhalten zu vermeiden, dass sie selbst Überträger des ansteckenden Erregers werden.»

Allerdings fiel die Covid-19-Kommission diesem plausiblen und moralisch korrekten Standpunkt in den Rücken. Nur neun Tage später, am 29. Dezember 2020, veröffentlichte sie ebenfalls eine Note: «Impfstoffe für alle» mit 20 Punkten.[3] Sie negierte darin die Gewissensfreiheit im Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung und bekräftigte «die moralische Verantwortung, zu impfen, um schwerwiegende Gesundheitsrisiken für Kinder und die allgemeine Bevölkerung zu vermeiden». Das Papier thematisierte zudem die gerechte Verteilung der Impfstoffe. Weiter wurde auf eine «enge Zusammenarbeit mit den zahlreichen Organisationen, die an der Planung, Durchführung und Bewertung der Empfehlungen für die globale Impfstoffverabreichung mitwirken müssen», gepocht. Zugunsten einer «faireren und gesünderen Welt» wurde auch die «Zusammenarbeit mit Vertretern der wichtigsten beteiligten Institutionen und Organisationen sowie mit globalen Gesundheitsorganisationen, Nichtregierungsorganisationen und Geberorganisationen, um bei der Entwicklung, Bewertung und Beteiligung an Lösungen zu helfen» hervorgehoben. Ein grosses Anliegen war der Vatikan-Covid-19-Kommission «Transparenz und korrekte Kommunikation», und zwar zu einem besonderen Zweck – man höre und staune –, nämlich um «das Vertrauen in den Impfstoffprozess zu fördern und seine Einhaltung zu gewährleisten»!

Papst Franziskus ernannte Sr. Alessandra Smerilli am 24. März 2021 zur Untersekretärin der «Kongregation für die ganzheitliche Entwicklung». Bereits am 26. August 2021 löste sie den mit dem WEF verbandelten Sekretär, den Moraltheologen Augusto Zampini Davies samt seinem Untersekretär, interimistisch ab und wurde ausserdem durch Papst Franziskus zur Delegatin der Covid-19-Kommission des Vatikans ernannt. Von diesem Zeitpunkt an bestand die Leitung der Vatikanischen Covid-19-Kommission aus Kardinal Turkson, dem damaligen Präfekten der «Kongregation für die ganzheitliche Entwicklung», Sr. Alessandra Smerilli, als interim-Sekretärin, sowie Pater Fabio Baggio, Untersekretär der Abteilung für Migranten und Flüchtlinge. Man mag sich darüber wundern, was die Corona-Krise mit Migranten und Flüchtlingen zu tun hat. Ein Blick in den bereits erwähnten Jahresbericht 2020 der Vatikan-Covid-19-Kommission genügt, um festzustellen, dass sie sich die UNO-Agenda 2030 zu eigen machte und ihre Zusammensetzung diesem Zweck diente. Mit Blick auf eine Grafik auf der zweiten Seite des Jahresberichtes 2020 ist davon auszugehen, dass die Enzyklika «Laudato si’» (2015) und die Enzyklika «Fratelli Tutti» (2020) als Beiträge zur Verwirklichung der Entwicklungsziele der UNO bis 2030 zu sehen sind. Sicher gehört das später veröffentlichte Apostolische Schreiben «Laudate Deum» (2023) auch dazu.

Die Vatikan-19-Covid-Kommission beeinflusste zweifellos die restriktiven, der Gewissensfreiheit spottenden Massnahmen im Vatikan, die von Beginn der Corona-Krise im März 2020 über die Impf- und Boosterpflicht bis zur Aufhebung erst per Ende April 2022 rigoros durchgesetzt wurden.
 


Segnung eines Gletscher-Eisblockes – ein fragwürdiger PR-Gag
Mit dem Amtsantritt von Papst Leo XIV. haben vielleicht manche erwartet oder insgeheim gehofft, dass der Einfluss des 2022 umbenannten «Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen» reduziert wird. Viele betrachteten die Meldung zunächst als Fake-News, als es hiess, Papst Leo habe am 1. Oktober 2025 in Castel Gandolfo einen 20 000 Jahre alten Eisblock aus Grönland gesegnet. Tatsächlich erfolgte diese Segnung im Rahmen einer Eröffnungszeremonie der Klimakonferenz «Raising Hope on Climate Change» (Hoffnung angesichts des Klimawandels). Organisiert hatte das die Bewegung «Laudato si’» in Zusammenarbeit mit dem «Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen». Der Vatikan hat wohl kein Geld für den Transport bezahlen müssen, denn es handelte sich um ein grosses Kunstprojekt des Künstlers Olafur Eliasson, in dessen Rahmen 24 tonnenschwere Eisblöcke aus Grönland abtransportiert wurden. Es handelt sich um Eis, das sich vom grönländischen Eisschild gelöst hatte und im Ozean geschmolzen wäre. Etliche Eisblöcke wurden nach London transportiert, um dort publikumswirksam vor sich hinzuschmelzen und auf den schrumpfenden grönländischen Eisschild aufmerksam zu machen. Sponsoren (wie Bloomberg Philanthropies) und Stiftungen finanzierten den Transport des Eisblocks über 2800 Kilometer nach Rom im gekühlten Container per Schiff und LKW. Auf die Frage, welchen CO₂‑Fussabdruck sein ganzes Kunstprojekt erzeugte, antwortete der Künstler Olafur Eliasson laut 20min.ch, man könnte damit 24 Mal von London nach Grönland fliegen.

Ausblick
Das «Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen» entstand 2017 durch das Zusammenlegen von vier Päpstlichen Räten: dem Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, dem Päpstlichen Rat Cor Unum, dem Päpstlichen Rat für die Seelsorge für Migranten und Menschen auf der Durchreise sowie dem Päpstlichen Rat für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Bei diesen Aufgaben hätte es bleiben können. Das Engagement der Vatikan-Covid-19-Kommission und des Dikasteriums zugunsten der UN-Agenda 2030 sowie für äusserst fragwürdige Klimakonferenzen, die einen gigantischen CO₂-Fussabdruck hinterlassen, könnte man mit bestem Gewissen weglassen. Die Konferenz 2024 COP29 in Baku (Aserbaidschan) zählte 40 000 Teilnehmer. Der Nachfolgegipfel 2025 COP30 in Belém (Brasilien) verzeichnete mit mehr als 56 000 angemeldeten Delegierten eine Rekordteilnahme.

Am 1. September 2026 wird die neue Präfektin ihr Amt antreten. Es ist zu hoffen, dass sie die Schwerpunkte anders legt. Als sie 2025 noch als Sekretärin des Dikasteriums das Apostolische Schreiben «Dilexi te» vorstellte, erklärte sie, das Dokument rufe dazu auf, «die Verbindung zwischen der Liebe Christi und dem Ruf, den Armen nahe zu sein», wahrzunehmen. Nach Jahren des Fortschritts würden die Ungleichheiten wieder zunehmen. Daher forderte sie nachdrücklich dazu auf, der Kultur des Anhäufens, ungerechten Wirtschaftssystemen, Ausgrenzung und vor allem der sozialen Gleichgültigkeit entgegenzuwirken. Das wäre doch die eigentliche Hauptaufgabe des Dikasteriums. Bei der UN-Agenda 2030 sollte sich hingegen die Katholische Kirche heraushalten und den Ideologen (LGBTQ, Klimakonferenzen usw.) eine klare Abfuhr erteilen.

Quellen:

Martin Grichting, Papst Leo XIV. und die «Präfektin» kath.net 14. Mai 2025.

Martin Grichting, Will Papst Leo XIV. am II. Vatikanum festhalten? kath.net, 18. Dezember 2025.

Jahresbericht 2020 der Vatikan-Covid-19-Kommission: https://www.humandevelopment.va/content/dam/sviluppoumano/general/vatican-covid19-response/reports/2020-EN-AnnualReport-VaticanCovid19Commission.pdf

https://www.humandevelopment.va/en/news/2026/papa-leone-nomina-suor-alessandra-smerilli-prefetto-dicastero-sviluppo-umano-integrale.html

https://www.pfse-auxilium.org/it/docenti/alessandra-smerilli/ Letzte Publikation von 2020.

https://www.pfse-auxilium.org/sites/it/assets/pdf/guida/guida_accademica_2026.pdf

Ernennung zur Präfektin:

https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2026-06/vatikan-ernennungen-smerilli-ruiz-dikasterium-barmherzigkeit.html

 


[1] www.humandevelopment.va/en/vatican-covid-19/gruppi-di-lavoro/gruppo-2.html

[2] press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2020/12/21/0681/01591.html

[3] 29.12.2020 https://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_academies/acdlife/documents/rc_pont-acd_life_doc_20201229_covid19-vaccinopertuttti_en.html (abgerufen: 7.7.2026)


Roland Graf
swiss-cath.ch

E-Mail

Dr. Roland Graf ist Pfarrer in Unteriberg und Studen (SZ). Er hat an der Universität Augsburg in Moraltheologie promoviert und war vor seinem Theologiestudium als Chemiker HTL tätig.


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Bemerkungen :

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    Stefan Fleischer 12.07.2026 um 15:23
    «Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen»
    Meine Frage ist, was versteht man unter ganzheitlichen Entwicklung? Mir scheint, die diesseitige Entwicklung, das irdische Heil, habe Priorität, die seelische Entwicklung, das ewige Heil des Menschen kämen hier eindeutig zu kurz. Oder anders ausgedrückt, dieses Dikasterium sein voll und ganz in der Befreiungstheologie beheimatet, die Erlösungstheologie würde dabei sträflich vernachlässigt. Dann aber wäre von Ganzheitlichkeit keine Spur, und das Ganze ein Etikettenschwindel sondergleichen. Und katholisch, allumfassend könne man es ehrlicherweise auch nicht nennen. Gebe Gott, dass ich mich irre und/oder der Heilige Vater würde, zusammen mit der neuen Leiterin, das Ruder herum reissen.
  • user
    Donatella 11.07.2026 um 09:14
    Anscheinend wurde der gute Artikel vom Pfr. Dr. Roland Graf wesentlich missverstanden, oder zumindest nicht in seiner Tiefe begriffen. So scheint es mir. Schade!
    Ausserdem frage ich mich ernsthaft, angesichts einiger zunehmend fragwürdigen Entwicklungen im vatikanischen/weltkirchlichen Geschehen, ob wirklich Papst Leo XIV am Handeln ist, oder nicht vielmehr die freimaurerisch-links orientierte Vatikan Diktatur, die schon seinerzeit Papst Benedikt XVI zum kirchlich politischen Geisel machte.
    lch würde vorschlagen, daß man viel und wirklich viel mehr für Papst Leo und die ganze Kirche Jesu Christi betet, damit das feste Wort des Herrn ("Und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältogen") bald sichtbar werde.
    VENI, SANCTE SPIRITUS!
  • user
    ser AD 10.07.2026 um 00:43
    Die Kongregationen als Abbild der Völkerwanderung im Sinne von Jes 60 und Lk 2 wurden dazu abgeschafft, um Laien in technische Büros - sprich "Dikasteria" - setzen zu können.

    Es spricht theologisch nichts gegen Frauen als Verwaltungschefinnen, solange der sakramentale Vollzug nicht Hauptsache ist.

    Etwas anderes ist die Synodalität, welche in den Dikasterien baden geht. Diese sind als Zentralorgane das genaue Gegenteil von Kongregationen.

    Kongregationen sind das Urbild von Liturgie (Kongresse) und verlangen Kardinäle an der Spitze: Angelpunkte.
  • user
    Meier Pirmin 09.07.2026 um 12:50
    Eisblöcke wurden in den Kantonen Wallis und Uri bereits im 16. Jahrhundert "gesegnet"bzw. mit Weihwasser bespritzt, allerdings mit der Bitte an die Allerheiligste Dreifaltigkeit, nicht weiter vorzudringen. Siehe die Geschichte des Kantons Uri von Hans Stadler-Planzer betr. die mittelalterliche Waldgrenze. Um einigermassen zu wissen, was man weiss oder nicht weiss betr. die Klimageschichte, lohnt es sich auch die ältere Literatur und in den Staatsarchiven die Wetterakten der Schweizergeschichte für nötige ca. 5 Jahre aufzuarbeiten, wie es im Zusammenhang mit der Geschichte des Thermometers und der Kältemessung geschehen ist. Es bleibt eine der markantesten Errungenschaften der Hexenprozesse, auf die Verantwortung des sündigen Menschen für Wetter und Klima aufmerksam gemacht zu haben. Dabei wurde auch in der Schweiz die die Volksmitbestimmung bei solchen Prozessen mehr und mehr abgebaut, weil nur Akademiker und zumal Kenner des Teufels hier dank abgeschlossenem Studium sich wissenschaftlich äussern konnten. Es empfiehlt sich, klimameteorologische historische Fachliteratur einschliesslich Erdgeschichte für einige Jahre gründlichst durchzuarbeiten, auch die Geschichte des Weinbaus und der alpinen Milch- und Käsewirtschaft, um hier einigermassen frei von der Gefahr grösserer Blamagen vernünftige Erörterungen machen zu können. Nach allen Indizien wurde in Obwalden, aber auch im Bereich Beromünster im Spätmittelalter der Weinbau und die Schnapsproduktion entweder aufgegeben oder reduziert zugunsten der Käserverschwörung, der gemäss dem Ernährungshistoriker Pater Alois Imfeld, bekannt geworden als Al Imfeld, die Eidgenossenschaft ihre Entstehung verdanken soll. Imfeld war indes als Ernährungshistoriker, vgl. sein Buch "Zucker", wohl noch kompetenter als auf dem rein theologischen Gebiet. @Tessari. Wieso soll Gott Mädchen nicht als Ministrantinnen "hinstellen"? Sie wären für den Priester Heinrich Federer vermutlich genau richtig gewesen, nicht hingegen für Kaplan Odermatt aus Schwyz, der seine jüngste Kirchensängerin dann als Pfarrköchin mehrfach schwängerte, die ihre Kinder jeweils im Elsass "ablegte", wohingegen der immerhin liberal gesinnte Geistliche, NZZ-Mitarbeiter, für den Unterhalt deselben Opferpredigten hielt. Bearbeite dazu gratis mehrere Kilo Akten im Staatsarchiv SZ ,da ich aus Prinzip "ohne Auftrag" forsche.
    • user
      Claudio Tessari 09.07.2026 um 14:18
      Der Altardienst war bis 1980 immer nur Männer vorenthalten. Auf Druck wieder mal des liberalen deutschensprachigen Raumes wurde das LEIDER verändert. Der Heilige Johannes Paul II schrieb diesbezüglich: Im Schreiben der Gottesdienstkongregation vom 27. Juli 2001, das unter Johannes Paul II. veröffentlicht wurde, heißt es ausdrücklich:
      „Es wird immer sehr angemessen sein, der edlen Tradition zu folgen, Knaben als Altardiener einzusetzen. Wie bekannt, hat dies zu einer tröstlichen Entfaltung von Priesterberufungen geführt.“
      Papst Benedikt XVI. sprach wiederholt von den Ministranten als einer „Schule der Nachfolge Christi“ und einer „Vorschule des Priestertums“. Bei Begegnungen mit Ministranten betonte er, dass aus ihren Reihen viele Priesterberufungen hervorgegangen seien. Während seines Pontifikats unterstützte er Gemeinschaften und Institute, die ausschließlich männliche Ministranten haben.

      Man kann praktisch in jeder Pfarrei beobachten, dass dort wo Mädchen ministrieren, immer seltener Jungs ministrieren. Und wenn man die Ursprünge die Intention dahinter erkennt, muss man einfach wirklich von einem Feminismus sprechen. Wenn Mädchen ministrieren können, wenn Frauen Lektorinnen sein dürfen, wenn Pastoralassistentinnen beim Wortgottesdienst, die Heilige Kommunion in die Luft halten und sprechen: seht das Lamm Gottes, ja ist ja logisch das wir defacto immer näher an ein Frauenpriestertum gelangen.

      Nochmals, warum orientieren sich die Frauen nicht einfach an der Muttergottes, alle Heiligen zusammen haben nicht ihre Stellung, und nie hat sie einen Altardienst getätigt.
      • user
        Roland Graf 09.07.2026 um 14:43

        Ist das jetzt der grossen Hitze geschuldet, dass dieser Artikel über die Ernennung einer Präfektin in eine Diskussion über Ministrantinnen mündet? Am meisten Berufungen gehen wohl wegen miserabler Katechese und mangelnder religiöser Praxis im Kreis der Familie verloren.

        • user
          Meier Pirmin 09.07.2026 um 15:27
          @Graf. Ihrem Einwand betr. Ministrantinnen ist zuzustimmen, ein wirklich anderes Thema.

          Auf gar keinen Fall wollte ich die oben abgebildete Ordensschwester schlecht machen oder verdächtigen. Hingegen meine ich es ernst, dass die Kirche über ethische Umwelt-Grundsätze hinaus keine Enzyklika sagen wir mal sinngemäss "für die Bekämpfung des Klimawandels" herausgeben sollte, weil diese Thematik bei den Hexenprozessen betr. "Wettermachen" bereits auf blamabelste Art ausgereizt wurde. Es ist aber nicht so, dass herkömmliche Schulwissenn über Hexenprozesse als genau gelten kann über die beklagenswerte Dokumentation der Hinrichtungen hinaus. Gemäss neuesten Forschungen der besten Quellen-Kennerin der Hexenprozesse in der Schweiz, Frau Dr. Kathrin Utz Tremp, kann selbst der zwar zweifelsfrei skandalöse Prozess in Glarus 1782, Anna Göldi betreffend, im streng historischen Sinn nicht als Hexenprozess bewertet werden, doch wurde dieser Ausdruck verwendet, um auf einen tatsächlich "wahren Skandal" hinzuweisen. Hierüber habe ich selber mehr als ein Jahr lang gearbeitet. Als einzig kompetent für diesen Prozess erklärte sich der Evangelische Rat von Glarus.Die Glarner Katholiken hatten juristisch und auch weil die Beteiligten reformiert waren, dazu nichts zu sagen!
  • user
    Claudio Tessari 09.07.2026 um 08:02
    Es ist leider traurig zu sehen, wie der Feminismus in die Kirche gedrungen ist. Man muss bewusst Frauen an Stellen setzen, wo Kleriker waren. Das selbe sieht man bei der Liturgie. Es muss praktisch immer eine Frau eine Lesung vortragen. Die männlichen Ministranten wurden durch weibliche faktisch verdrängt, bei jeder Heiligen Messe ist der Anteil sicherlich 70%. Würden man wieder den Blick auf die erhabenste aller Frauen richten, die aller heiligste Jungfrau Maria, würde man vielleicht erkennen, dass Sie weder ein Dikasterium leiten wollte, weder ministrieren wollte oder sonst was in der Liturgie machen, sondern sie diente wo Gott sie hingestellt hat. Und ihr Dienst ist mit Abstand wertvoller und erhabener als der Dienst aller Menschen und Engel gemeinsam.