Die Auferstehung Christi. Mosaik im Lukaskloster in Griechenland, ca. 11. Jahrhundert (Bild: Wikimedia)

Weltkirche

Signale für gemein­sa­men Oster­ter­min aller christ­li­chen Kirchen

Signale zur Lösung eines ural­ten Kalen­der­pro­blems: Das Welt­o­ber­haupt der ortho­do­xen Chris­ten ist opti­mis­tisch, dass es bald einen gemein­sa­men Oster­ter­min aller Kir­chen geben wird.

Dazu fänden Gespräche zwischen Vertretern der katholischen und orthodoxen Kirchen statt, sagte Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel im Interview mit türkischen Medien. Anlass sei das 2025 anstehende Jubiläum des Konzils von Nizäa, berichtete der «Pro Oriente»-Informationsdienst (Freitag).

Bei der ersten ökumenischen Kirchenversammlung im Jahr 325 wurde die Berechnung des Osterdatums auf Basis des Julianischen Kalenders festgelegt. Die Westkirchen führten allerdings im 16. Jahrhundert den genaueren Gregorianischen Kalender ein.

«Unser Ziel ist es, dass wir im Rahmen des Jubiläums eine Lösung für Ostern finden», sagte der Ökumenische Patriarch. «Der Papst hat die besten Absichten, und ich denke, der Moment ist gekommen, sowohl für die orthodoxe Kirche als auch für die Katholiken, ein gemeinsames Datum zur Feier der Auferstehung Christi festzulegen.» Er hoffe sehr auf eine Einigung bei dieser Gelegenheit, so Bartholomaios I.

Der Ständige Vertreter des Patriarchats von Konstantinopel beim weltweiten Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), Metropolit Job Getcha, hatte 2021 ebenfalls 1700 Jahre Nizäa als Anlass für Bemühungen um ein gemeinsames Osterdatum genannt. Vom Vatikan war der Vorschlag positiv aufgenommen worden. Auch das Oberhaupt der koptischen Christen, Papst-Patriarch Tawadros II., hatte sich bei Papst Franziskus für einen gemeinsamen Ostertermin eingesetzt. Dagegen erklärte die russisch-orthodoxe Kirche im vergangenen Jahr, eine Kalenderreform und die Änderung der Berechnung des Osterdatums stünden nicht auf ihrer Agenda.

Der Julianische Kalender gilt als astronomisch ungenau. Auf lange Sicht würde sich Ostern damit bis in den Sommer verschieben. Bereits bei einem orthodoxen Kongress 1923 in Konstantinopel wurde die teilweise Einführung des Neujulianischen Kalenders beschlossen: mit einem Sprung vom 9. auf den 23. März 1924. Doch machte die russisch-orthodoxe Kirche, die wegen politischer Wirren nach der Oktoberrevolution am Kongress nicht teilnehmen konnte, die Kalenderreform nicht mit. Daraufhin revidierten auch andere orthodoxe Kirchen ihren ursprünglichen Beschluss und blieben beim Julianischen Kalender. Einige andere führten den Neujulianischen Kalender zwar ein, wenden ihn aber zur Wahrung der orthodoxen Kircheneinheit nicht zur Berechnung des Osterdatums an.

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KNA Katholische Nachrichten-Agentur


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