(Bild: Jean-Pol GRANDMONT, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

Weltkirche

Sorge um Peters­dom im Jubiläumsjahr

Vor 400 Jah­ren, am 18. Novem­ber 1626, wurde der Neu­bau des Peters­doms von Papst Urban VIII. geweiht. Doch nichts Irdi­sches ist ewig, auch nicht die grösste Kir­che der Christenheit.

Der Petersdom und seine Fundamente werden mit modernsten digitalen Techniken umfassend und laufend kontrolliert. Ziel des Monitorings ist es, bei bedrohlichen Veränderungen rasch reagieren zu können und die grösste Kirche der Christenheit vor möglichen Schäden durch Erdbeben und Umwelteinflüsse zu bewahren. Die bislang weitgehend verborgen gebliebenen Massnahmen wurden am Montag in einer Pressekonferenz im Vatikan vorgestellt.

Die technische Seite des Projekts, das im Wesentlichen bereits im Jahr 2025 realisiert wurde, hat der italienische Energie- und Technologiekonzern Eni übernommen. Das Unternehmen stellte dem Vatikan nach eigenen Angaben dafür keine Kosten in Rechnung.

Im Vatikan hatte Kardinal Mauro Gambetti als Erzpriester von Sankt Peter und Chef der Dombauhütte die Leitung inne. Der Konzern Eni hat in den vergangenen Jahren bei der Wiederherstellung und Sicherung von erdbebengeschädigten Kirchen in L'Aquila und Norcia umfangreiche Erfahrungen gesammelt.

Besondere Gefährdungen
Die umfangreichen Untersuchungen im und unter dem Petersdom ergaben, dass die Basilika wegen ihres uneinheitlichen Untergrunds und durch den enormen Besucherandrang besonderen Gefährdungen ausgesetzt ist. Eine derart umfassende Untersuchung und Überwachung des Petersdoms hat es noch nie gegeben, wie Eni-Sprecher Claudio Granata am Montag betonte.

Sichtbare Risse, auch in einem der grossen Vierungspfeiler, auf denen die grosse Kuppel von Michelangelo mit einem Gesamtgewicht von 14 000 Tonnen ruht, wurden erstmals bereits im 17. Jahrhundert dokumentiert.
 


Auch in den folgenden Jahrhunderten wurden immer wieder Veränderungen im Mauerwerk beobachtet. Mit dem neuen Monitoring sind laut Angaben von Eni Veränderungen selbst im Millimeter-Bereich erfassbar.

Schäden im Deckengewölbe
In den vergangenen Jahren hatte es vereinzelte Berichte über Schäden im Deckengewölbe gegeben, insbesondere als Folge von Erdbeben. Rom liegt am Rand sehr aktiver Erdbebenregionen Mittel- und Süditaliens.

Die Basilika Sankt Peter in Rom wurde am 18. November 1626 von Papst Urban VIII. nach einer Bauzeit von 120 Jahren geweiht. Aus Anlass dieses Jubiläums sind zahlreiche liturgische und kulturelle Veranstaltungen im Vatikan geplant. Höhepunkt und Abschluss sind ein feierlicher Papst-Gottesdienst am 18. November 2026.

Vatikan dementiert Berichte über Dach-Restaurant auf dem Petersdom
Im gleichen Pressegespräch dementierte Kurienkardinal Mauro Gambetti die laut italienischen Medien vom Vatikan geplante Errichtung eines Restaurants auf dem Dach des Petersdoms.

Der Chef der Dombauhütte von Sankt Peter erklärte, geplant sei lediglich eine Vergrösserung der bestehenden Snackbar, in der sich Pilger und Touristen vor oder nach der Besichtigung der Kuppel des Petersdoms stärken können. Angesichts der grossen Besucherströme sei eine Verdopplung der dafür genutzten Fläche geplant, so Kardinal Gambetti.

Der Kardinal kündigte ferner an, dass auf dem Dach des Petersdoms weitere Veränderungen geplant seien. Dazu gehörten Ausstellungsräume, in denen sich die Besucher über die Baugeschichte der grössten Kirche Roms informieren können.


KNA/Redaktion


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