Das Sonderjubiläum im Rahmen des Heiligen Jahres 2025 startete am Dienstagabend mit der Eröffnungsmesse. Dem Eröffnungsgottesdienst stand der Heilig-Jahr-Beauftragte des Vatikans, Erzbischof Rino Fisichella, vor. «Viele von euch haben so viele Opfer gebracht, um hier in Rom zu sein. Der Herr wird euch nicht enttäuschen», kündigte der Erzbischof an. Die jungen Menschen rief er dazu auf, diese Tage mit Freude und Spiritualität zu leben. «Entdeckt neue Freundschaften, aber betrachtet vor allem Rom und die vielen Kunstwerke, die Ausdruck des Glaubens sind, der so viel Schönheit hervorgebracht hat». Der Erzbischof schloss mit dem Satz: «In diesen Tagen liegt Rom mit allem, was es darstellt, in euren Händen.»
Zur Freude der 120 000 jungen Menschen auf dem Petersplatz erschien nach dem Gottesdienst überraschend Papst Leo XIV. selbst und drehte zunächst eine Runde mit dem Papamobil, bevor er sich in einer kurzen Ansprache an die Jugendlichen wandte und sie dazu aufrief, Zeugen der Versöhnung in einer von Konflikten zerrissenen Welt zu sein und sich für den Frieden einzusetzen.
Am Mittwoch und Donnerstand konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter dem Motto «Dialog mit der Stadt» rund 70 lokale Veranstaltungen besuchen. Am Freitag, der als Busstag gestaltet war, bestand die Möglichkeit, im Circus Maximus zu beichten. Über 1000 Priester stellten sich dafür zur Verfügung.
Emotionaler Höhepunkt
Am Samstag begann in Tor Vergata ausserhalb Roms nach einem mehrstündigen Vorprogramm mit Musik und Zeugnissen bei Sonnenuntergang die Vigilfeier unter freiem Himmel. Papst Leo fuhr mit dem Papamobil auf den Platz, wo ihm das grosse Jubiläumskreuz überreicht wurde, das er in Begleitung von Jugendlichen zum Hauptaltar trug. Nach der Eröffnung der Vigil mit Gebeten konnten drei junge Menschen dem Papst eine Frage stellen. Dulce Maria aus Mexiko sprach über Online-Freundschaften. Mit Nachdruck warb Papst Leo XIV. für stabile Bindungen und sagte: «Unser Leben beginnt mit einer Bindung, und es sind Bindungen, dank derer wir wachsen. [...] Wenn wir leidenschaftlich nach der Wahrheit suchen, verändern wir die Kultur durch unsere Lebensentscheidungen.» Das Internet und die sozialen Netzwerke seien eine «Chance für Gespräche, Begegnungen und den Austausch mit anderen Menschen», doch seien diese Instrumente «ambivalent», auch weil in den sozialen Medien «die Algorithmen bestimmen, wer unsere Freunde sein sollen.» Die Konsequenzen schilderte er mit drastischen Worten: «Wenn das Instrument den Menschen beherrscht, dann wird der Mensch zum Instrument: ja, zu einem Instrument des Marktes und damit selbst zu einer Ware. Nur aufrichtige Beziehungen und stabile Bindungen lassen gute Lebensgeschichten gedeihen.»
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