Lichterprozession anlässlich des diözesanen Weltjugendtages. (Bild: Facebook Erzbistum Seoul)

Weltkirche

Süd­ko­rea: Vor­freude auf den kom­men­den Weltjugendtag

Der 38. Inter­na­tio­nale Welt­ju­gend­tag wird 2027 in Seoul statt­fin­den. Die jun­gen Katho­li­ken in Süd­ko­rea haben am ver­gan­ge­nen Wochen­ende bereits mit der inne­ren Vor­be­rei­tung die­ses Tref­fens begonnen.

Am 25. und 26. November feierten junge Katholikinnen und Katholiken in Seoul den diözesanen Weltjugendtag, indem sie mit einer Lichterprozession «in einer Feier des Glaubens, der Hoffnung und der Einheit» durch die Strassen der Stadt zogen und diese erleuchteten, wie die Erzdiözese mitteilte.
Bei dieser Gelegenheit gab die koreanische Erzdiözese Seoul offiziell bekannt, dass sie Gastgeberstadt für den Weltjugendtag (WJT) im Jahr 2027 sein wird. Die Verantwortlichen für die Jugendpastoral der Erzdiözese Seoul organisierten am diözesanen Weltjugendtag eine Eucharistiefeier, an der viele junge Koreaner teilnahmen. Den Vorsitz führte Erzbischof Peter Soon-taick Chung. Er mahnte die anwesenden Jugendlichen: «Wenn wir den Weltjugendtag nur als Grossveranstaltung oder als ein zu erreichendes Ziel betrachten, übersehen wir sein wahres Wesen. Der Weltjugendtag ist eine Zeit, in der wir unsere Herzen, Gedanken und Kräfte vereinen und uns darauf vorbereiten, unsere Brüder und Schwestern, die jungen Katholiken in aller Welt, einzuladen. Gemeinsam kommen wir zusammen, um die Freude des Evangeliums zu feiern, über Grenzen, Kulturen, Sprachen und Ethnien hinweg.»

Erzbischof Chung erinnerte an die Botschaft von Papst Franziskus zum kommenden 38. Weltjugendtag: «Das Thema ‹Freut euch in der Hoffnung› ist eine Botschaft der Ermutigung und Hoffnung für alle jungen Menschen, die in der heutigen Welt oft mit Herausforderungen und Schwierigkeiten konfrontiert sind. Papst Franziskus sagt, dass die christliche Hoffnung das ‹sichere Wissen um die Gegenwart Gottes unter uns› ist, und es ist diese Hoffnung, die uns die Kraft gibt, vorwärtszugehen, auch wenn wir Schwierigkeiten begegnen.»

Zeugnis der Einheit und des gemeinsamen Glaubens
Am diözesanen Weltjugendtag gab es unter anderem eine Ausstellung über die Geschichte des WJT, ein Konzert und verschiedene Vorträge, die den Teilnehmern ein tieferes Verständnis der Geschichte und Bedeutung des Weltjugendtags vermittelten. Einige junge Koreaner, die im letzten Sommer am Weltjugendtag in Lissabon teilgenommen hatten, berichteten mit Begeisterung von ihren Erfahrungen.
Beichtstühle, die am vergangenen Weltjugendtag in Lissabon verwendet wurden, luden zum Sakrament der Versöhnung ein.
In der abendlichen Vigil erlebten die Jugendlichen Momente der Stille und Meditation. Im Laufe des Abends trugen auch das Beten des Rosenkranzes und die Lichterprozession durch die Strassen der Stadt dazu bei, eine Atmosphäre des Gebets und der Besinnung zu schaffen, «in einem Zeugnis der Einheit und des gemeinsamen Glaubens, das die tiefe spirituelle Bedeutung des Weltjugendtags hervorhebt».

Die Feier des Weltjugendtags auf Diözesanebene verstand sich als «ein Versprechen des lebendigen und dynamischen Engagements, das Seoul als Gastgeberstadt des Weltjugendtags 2027 zu bieten bereit ist».

Dialog und Versöhnung mit Nordkorea
Ein besonderer Gedanke und ein besonderes Gebet galten den jungen Menschen aus Nordkorea, die Erzbischof Chung zur Teilnahme am Weltjugendtag 2027 eingeladen hatte.

2023 jährt sich der Waffenstillstand der beiden Koreas zum 70. Mal. In einem Interview mit dem vatikanischen Pressedienst «Fides» erklärte Erzbischof Peter Soon-taick Chung: «Als Apostolischer Administrator von Pjöngjang glaube ich fest an die Kraft der Hoffnung und an das Potenzial von Dialog und Versöhnung. Obwohl die Situation in Nordkorea viele Herausforderungen mit sich bringt, sollten wir nie den Glauben an die Möglichkeit verlieren, das Verständnis zu fördern und die Seelsorge für die Gläubigen in dieser Region wieder aufzubauen. Dialog und Versöhnung sind in der Tat entscheidende Schritte zur Heilung der Spaltungen, die schon zu lange bestehen.» Um die pastorale Arbeit mit den Gläubigen in Nordkorea wieder aufzunehmen, müsse man «Schritt für Schritt vorgehen, immer geleitet von Hoffnung und Gebet». Eine Schlüsselrolle sieht der Erzbischof bei den humanitären Bemühungen. «Indem wir auf ihre unmittelbaren Bedürfnisse eingehen und ihnen eine helfende Hand reichen, können wir Vertrauen aufbauen und die Tür zum Dialog öffnen.»

Dabei sieht der das Gebet als ein mächtiges Werkzeug. «Wir sollten niemals die Kraft des Gebets unterschätzen, wenn es darum geht, die Herzen und den Verstand zu verändern. Wenn wir für die Gläubigen in Nordkorea und für den Frieden beten, säen wir den Samen der Hoffnung und der Versöhnung.» Er wies auf die von der Erzdiözese Seoul 2015 ins Leben gerufene die Kampagne «Remember the Parishes of the North» (Erinnert euch an die Pfarreien im Norden), eine Art «spirituelle Partnerschaft», die bis heute andauert. «Diese Initiative ist ein Zeugnis für unser anhaltendes Engagement für die Menschen in Nordkorea und unsere unerschütterliche Hoffnung auf Versöhnung und Heilung. Durch diese gemeinsamen Bemühungen wollen wir den Weg für eine bessere Zukunft und die Wiederaufnahme der Seelsorge für die Gläubigen in Nordkorea ebnen.» Erzbischof Peter Soon-taick Chung nimmt immer wieder an internationalen Treffen teil und spürt überall den Wunsch nach einem friedlichen Dialog. «Die Hoffnung auf Dialog und Versöhnung ist tief in unserem katholischen Glauben verwurzelt. Wir sind fest davon überzeugt, dass die koreanische Kirche und damit auch der Heilige Stuhl eine wichtige Rolle bei der Förderung von Dialog und Frieden spielen können.»


Fides/Redaktion


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