Die Annunciation Catholic School Shooting in Minneapolis nach dem Anschlag. (Bild: Chad Davis, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons)

Weltkirche

Tote und Ver­letzte bei Anschlag auf katho­li­sche Schule in Minnesota

Bei einem Schuss­waf­fen­at­ten­tat auf eine katho­li­sche Schule in Min­nea­po­lis sind zwei Kin­der im Alter von 8 und 10 Jah­ren getö­tet und 17 wei­tere Per­so­nen ver­letzt wor­den, dar­un­ter 14 Kinder.

Gegen 08.30 Uhr am Mittwochmorgen (Ortszeit) fielen die Schüsse. Der mutmassliche Täter Robin W. (23) zielte wahllos, aber trotzdem gezielt durch die Fenster der Kirche der Annunciation Catholic School in Minneapolis, in welcher der Eröffnungsgottesdienst zum neuen Schuljahr gefeiert wurde. Zwei Schulkinder im Alter von acht und zehn Jahren starben; 17 weitere Menschen, darunter 14 Kinder, wurden zum Teil schwer verletzt. Zehn der Verletzten wurden in eine Klinik eingeliefert, unter ihnen ein Erwachsener und sechs Kinder mit lebensbedrohlichen Verletzungen.

FBI-Direktor Kash Patel sprach von einem männlichen Täter. In den Gerichtsunterlagen wurde allerdings eine Namensänderung für Robin W. (23) beantragt. Dort heisst es laut US-Medien, dass Robin sich als weiblich identifiziert habe. Über die Motivation des Schützen ist bislang wenig bekannt, laut Berichten ermitteln die Behörden in Richtung eines «anti-katholischen Hassverbrechens». Der mutmassliche Täter, der sich offenbar nach der Tat selbst erschoss, soll früher Schüler der betroffenen Schule gewesen sein.

Fassungslosigkeit und Trauer
«Keine Worte können beschreiben, was wir durchgemacht haben, was wir gerade durchmachen und was wir in den kommenden Tagen und Wochen durchmachen werden», schreiben Schulleiter Matthew D. DeBoer und der Schulgeistliche Fr. Dennis Zehren. «Heldenhafte Mitarbeiter» hätten die Schüler innerhalb von Sekunden unter die Kirchenbänke in Sicherheit gebracht. Die beiden rufen zum Gebet auf: «Bitte schliessen Sie diese Familien und Kinder in Ihre Gebete ein und umgeben Sie sie und einander in dieser schwierigen Zeit mit Ihrer Liebe.» Die Mitteilung endet mit «Wir lieben euch. In Partnerschaft, in Gemeinschaft, in Christus.»

Papst Leo XIV., der selbst aus den USA stammt, versprach den Opfern sein Gebet. Er sei allen nahe, die von dieser «schrecklichen Tragödie» betroffen seien, «insbesondere den Familien, die den Verlust eines Kindes zu beklagen haben», hiess es in einem vom Vatikan veröffentlichten Telegramm an den Erzbischof von Minneapolis, Bernard Hebda.

Am Abend versammelten sich Hunderte Katholiken auf Einladung des Erzbistums von Minneapolis und St. Paul spontan in der Academy of Holy Angels in Richfield. Erzbischof Bernard Hebda erklärte kurz zuvor: «Mein Herz ist gebrochen, wenn ich an die Schüler, Lehrer, Geistlichen und Gemeindemitglieder denke und an das Grauen, das sie in einer Kirche erlebt haben, einem Ort, an dem wir uns sicher fühlen sollten.» Dass sich die Tragödie nur einen Tag nach der tragischen Schiesserei in der Nähe der Cristo Rey High School ereignet habe, verstärke den Schmerz und die Wut, die in Gemeinden herrschten, so der Erzbischof.

Die Stimmung bei der Mahnwache am Abend schwankte zwischen Entsetzen und Fassungslosigkeit. Vor allem das Alter der jungen Todesopfer macht vielen Menschen zusätzlich zu schaffen: «Das war für mich am schwersten zu hören. Die Kirche sollte doch der Ort sein, an dem jeder akzeptiert wird», sagte eine junge Teilnehmerin dem Sender NBC.

Minnesotas Bürgermeister Jacob Frey äusserte sich erschüttert. Die Kinder der Annunciation Catholic School seien «buchstäblich beim Gebet» erschossen worden. «Es war die erste Schulwoche, sie waren in einer Kirche», so Frey. «Sie sollten in Frieden zu Schule oder zur Kirche gehen können, ohne Angst oder Gefahr von Gewalt, und ihre Eltern sollten die gleiche Sicherheit haben», sagte der Bürgermeister.

US-Präsident Donald Trump sprach von einem «sinnlosen Akt der Gewalt». Er ordnete für alle öffentlichen Gebäude Trauerbeflaggung am kommenden Sonntag an.

Das Erzbistum Minneapolis und die US-Bischofskonferenz riefen in Kurznachrichten im Online-Dienst «X» zum Gebet für die Betroffenen auf.

 

Die Annunciation Catholic School im Süden von Minneapolis war 1923 mit vier Ordensfrauen des Dominikaner-Ordens eröffnet worden. Heute werden dort rund 370 Kinder vom Vorschulalter bis zur 8. Klasse unterrichtet.


KNA/Redaktion


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