Christus Pantokrator, Deesis-Mosaik, Hagia Sophia Istanbul.

Kommentar

Uni­ver­sale Brü­der­lich­keit – eine kri­ti­sche Reflexion

Weih­bi­schof em. Marian Ele­ganti ver­tei­digt den uni­ver­sa­len Heils­an­spruch des Chris­ten­tums gegen eine rela­ti­vis­ti­sche Theo­lo­gie, die unter Aus­klam­me­rung der Wahr­heits­frage eine gott­ge­wollte Plu­ra­li­tät der Reli­gio­nen behauptet.

Der Auftrag des Herrn, allen Völkern das Evangelium zu verkünden und sie zu seinen Jüngern zu machen (Mt 28,18–20; Mk 16,15f; Lk 24,46f; Joh 20,21; Apg 1,8) bleibt vielerorts ausgeblendet – und dies seit Jahrzehnten. Viele Menschen anerkennen die Berechtigung von Entwicklungshilfe, nicht aber die Notwendigkeit christlicher Mission, die sie dezidiert ablehnen. Religiöser Individualismus und multikultureller Pluralismus, die ipso facto relativistisch sind, haben eine gesellschaftliche Atmosphäre geschaffen, die sich durch eine grosse Allergie und Animosität gegenüber Wahrheitsansprüchen auszeichnet. Die Überzeugung, dass alle Religionen nur verschiedene Wege zum gleichen Ziel sind, ist weit verbreitet. Es soll keine Religion mehr geben, die von sich behaupten kann, im Besitz der (angeblich «gepachteten») Wahrheit zu sein.

Leider gehen die Aussagen von Papst Franziskus am katholischen Junior College in Singapur am 13. September 2024 in diese Richtung und sind, bei allem Respekt für den Papst, objektiv skandalös. Ich zitiere:

«Eines der Dinge, die mir an euch jungen Leuten, an euch hier, am meisten aufgefallen sind, ist die Fähigkeit zum interreligiösen Dialog. Und das ist sehr wichtig, denn wenn ihr anfängt zu argumentieren: ‹Meine Religion ist wichtiger als eure ...›, ‹Meine ist die wahre, eure ist nicht wahr ...›. Wohin führt das alles? Wohin, antwortet jemand, wohin? [Jemand antwortet: ‹Zerstörung›]. So ist es. Alle Religionen sind ein Weg zu Gott. Sie sind – ich stelle einen Vergleich an – wie verschiedene Sprachen, verschiedene Redewendungen, um dorthin zu gelangen. Aber Gott ist Gott für alle. Und weil Gott Gott für alle ist, sind wir alle Gottes Kinder. ‹Aber mein Gott ist wichtiger als deiner!› Ist das wahr? Es gibt nur einen Gott und wir, unsere Religionen sind Sprachen, Wege zu Gott. Manche sind Sikhs, manche Muslime, manche Hindus, manche Christen, aber es sind unterschiedliche Wege. Verstanden?»[1] Das ist eine Ansicht, wie ich sie schon in den Neunzigerjahren in einem Seminar über die pluralistische Religionstheologie in Salzburg bekämpft habe.

Der religiöse Pluralismus widersetzt sich jeder «Ideologie», die als die «allein gültige» oder «allein selig machende» allen Menschen – wieder eine Unterstellung – «aufgezwungen» werden soll. Akzeptiert wird eine Haltung, die den Menschen helfen, aber sie nicht «bekehren» will. «Mission» erscheint hier als eine Form der Anmassung und des Stolzes. Eine der führenden Vordenkerinnen feministischer Theologie, Rosemary R. Ruether, diskreditiert die universalistische Konzeption des Christentums, die «Mission» erfordere, um die «Frohe Botschaft» zu verbreiten, als reinen «Imperialismus». Auch christliche Theologen stellen Christus mit anderen Heilsmittlern wieder in eine Reihe (vgl. die «Christologie» des amerikanischen Presbyters J. Hick). Der Absolutheitsanspruch Jesu ist für ihre Theologie «ein zentrales Problem»[2] und bedarf nach ihrer Ansicht im Kontext der anderen Visionen göttlicher Wirklichkeit, sogenannter Gottesahnungen, einer neuen Bewertung. Ein Vertreter dieser Konzeption ist auch Perry Schmidt-Leukel[3].

Der dem Sendungsbefehl bzw. Missionsgedanken zugrunde liegende Absolutheitsanspruch Jesu wird also wieder zum grossen Ärgernis: «Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit» (1 Kor 1,23). Deshalb sollte in den letzten Jahrzehnten der Missionsbegriff durch die mit weniger «Negativ‑Frachten» beladene Idee der Partnerschaft und des Dialogs (der Religionen) bzw. durch «intercultural learning» ersetzt werden. Es zeigt sich, dass wir heute Toleranz als Verzicht auf Überzeugungen und Wahrheitsansprüche missverstehen. In der Folge kann dann «Mission» alles Mögliche (Einsatz für das Klima oder für eine schranken- und grenzenlose Migration) bedeuten, nur nicht jemanden von der Wahrheit – in unserem Kontext von Jesus Christus – zu überzeugen. Das scheint auch die Ansicht von Papst Franziskus gewesen zu sein.

Dialog und Verkündigung sind keine Gegensätze
«Dialog» aber als Inbegriff eines relativistischen Credos, das von vornherein und prinzipiell keinem Mitredenden die Möglichkeit einer tieferen Einsicht in die Wahrheit zugesteht als dem anderen, macht genau diesen Dialog überflüssig und sinnlos. Sokrates meint im Phaidon (91, a-c): «Es ist nur schön, von etwas überzeugt zu sein, wenn es auch wahr ist!»[4] Ja, es stellt sich die Frage: Kann man überhaupt einer Religion anhangen, von deren Wahrheit (ja Vor-züglichkeit), man nicht wirklich überzeugt ist (denn sonst müsste man sie ja ehrlicherweise aufgeben oder wechseln)? Dialog und Verkündigung sind selbstverständlich aufeinander bezogen und in diesem Sinne gar keine echten Alternativen (vgl. Dokument des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog vom 19. Mai 1991). Der Dialog schliesst das Glaubenszeugnis ein, die Verkündigung setzt den Dialog voraus. Das Werk der Überzeugung aber wirkt Gott allein. Von ihm stammt der Erweis von Geist und Kraft, der keiner Überredungskünste bedarf. «Meine Botschaft und Verkündigung war nicht Überredung durch gewandte und kluge Worte, sondern war mit dem Erweis von Geist und Kraft verbunden, damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stützte, sondern auf die Kraft Gottes» (1 Kor 2,4).

«Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter; er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus, der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit, als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde – ich sage die Wahrheit und lüge nicht –, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit» (1 Tim 2,3–7).

Von hier aus stellte sich für mich die Frage, was Franziskus unter Proselytismus verstand, den er immer wieder dezidiert ablehnte, eine Polemik, die bei ihm meiner Meinung nach einer Ablehnung von Mission gleichkam. Verstand er unter Mission die Propagierung eines multikulturellen, toleranten und dialogischen Friedensreiches der Koexistenz aller Gegensätze und Widersprüche mit offenen Grenzen und wünschenswerten gerechten sozialen Verhältnissen? Eine Art innerweltliches Reich Gottes universaler Brüderlichkeit ohne störende Wahrheitsfrage und deshalb ohne die explizite Mittlerschaft Jesu Christi, höchstens noch als moralisches Vorbild?

Religionen meinen nicht das Gleiche, wenn sie von Gott reden
Religionen meinen nicht alle das Gleiche, wo sie von Gott reden oder ihn zu erfahren glauben! Und ich glaube auch nicht, dass sie dabei alle in die gleiche Richtung gehen. Auch bin ich nicht davon überzeugt, dass die grossen Religionen der Welt nur verschiedene Spielarten der Selbstmitteilung Gottes sind. Mit den Samenkörnern der Wahrheit, die es auch bei den Heiden gibt, meinten die Väter nicht in erster Linie ihre Religionen, sondern vor allem ihre weit entwickelte (griechische) Philosophie. Denken wir an antike Philosophen wie Platon und Aristoteles oder an asiatische Weisheitslehrer wie etwa Konfuzius. Die heidnischen Religionen aber hielten die Väter für dämonisch inspiriert. Ihre diesbezügliche Ansicht gründet in der Heiligen Schrift: «Was die Heiden opfern, das opfern sie den Dämonen und nicht Gott» (1 Kor 10,20). «Alle Götter der Heiden sind Dämonen» (Ps 95(96),5). Daraus leiteten viele Väter ab, dass hinter den Götzenkulten nicht bloss menschlicher Irrtum, sondern eine geistige Macht steht, die den wahren Gott verdunkelt. Thomas von Aquin (13. Jahrhundert) lehrt, dass es in den heidnischen Religionen Spuren von Wahrheit gibt (z. B. natürliche Gotteserkenntnis), die aber durch dämonische Einflüsse und menschliche Irrtümer verdorben oder pervertiert wurden. «Die Dämonen bewirkten, dass die Menschen den Geschöpfen göttliche Verehrung erwiesen» (Summa Theologiae II-II, q. 94, a.4).

Die in der pluralistischen Religionstheologie vorangetriebene Relativierung der Person Jesu Christi und die darauf aufbauende Neukonzeption einer Theologie der Religionen gründet im apriorischen Ausschluss der Möglichkeit Gottes, sich auf eine einzigartige, unwiederholbare und bleibende Weise geschichtlich zu inkarnieren und damit sich allgemein verbindlich und verständlich offenbaren zu können. «Offenbarung» im theologischen Sinn darf deshalb nicht in universalreligiöse vage «Mystik» aufgelöst werden. Daraus folgt, dass die diesbezüglichen Äusserungen des religiösen Bewusstseins im interreligiösen Kontext nicht unterschiedslos dem allgegenwärtigen Wirken des Geistes Gottes zugeschrieben werden können. Es kann nicht sein, dass in Jesus Christus der gleiche Gott seinen vielgeliebten Sohn bezeugt hat (vgl. Mt 3,17; 17,5; Mk 1,11; 9,7; 12,6; Lk 3,22; 2 Petr 1,17) und ein paar Jahrhunderte später durch Mohammed, angeblich das Siegel der Propheten, verkünden lässt: Gott hat keinen Sohn (!), wie es die antichristliche und antitrinitarische Polemik des Koran haben will.

Interkulturell gesehen ist das Evangelium Salz der Erde und Licht der Welt. Es zeigt etwas, das sonst nicht gesehen werden kann. Es ist in diesem Sinn auch Religionskritik. Wie das Gespräch Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen zeigt, können Geltungsansprüche ohne Abstriche («Das Heil kommt von den Juden»; «der wahre Tempel steht in Jerusalem», vgl. Joh 4,22f) mit Dialogfähigkeit und Respekt gegenüber dem anderen Denken zusammen bestehen. Dieses Gespräch weiss bei aller Behutsamkeit das Gegenüber zu einer tieferen Einsicht zu bewegen, dass es nicht einerlei ist, mit wem oder mit welchem Glauben man es in der Auseinandersetzung mit einem religiösen Anspruch zu tun hat: «Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben» (Joh 4,10). Im Vergleich mit dieser Erkenntnis hat Paulus dann auch alles dahingegeben: «Ich sehe alles als Verlust an, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles übertrifft. Seinetwegen habe ich alles aufgegeben und halte es für Unrat, um Christus zu gewinnen» (Phil 3,8). Man denkt unweigerlich an das Gleichnis Jesu: «Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besass, und kaufte den Acker» (Mt 13,44). Das Johannesevangelium sieht in der Erkenntnis Christi das ewige Leben schlechthin: «Das ist das ewige Leben: Dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den Du gesandt hast» (Joh 17,3). Wie aber soll man ihn erkennen, wenn ihn niemand verkündet, die rhetorische Frage des Apostels (vgl. Röm 10,14).

Gegen Geschichtsklitterung und Realitätsblindheit
Grosse Kritik hervorgerufen hat die Stelle in der Erklärung von Abu Dhabi, wo von einer gottgewollten Pluralität der Religionen die Rede ist. Es heisst dort: «Der Pluralismus und die Verschiedenheit in Bezug auf Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Ethnie und Sprache entsprechen einem weisen göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat.» Wendet man diesen Satz auf den Islam an, wird einem gleich klar, wie falsch er ist. Denn der Islam ist erklärtermassen eine antichristliche Religion. Christentum und Islam können nicht nur wahrheitstheoretisch, sondern auch praktisch nicht zusammen bestehen. Das zeigt sich auch darin, dass der Islam das Christentum überall, wo er herrscht, zum Verschwinden bringt und immer verfolgt und unterdrückt hat. Die meisten christlichen Märtyrer sterben heute durch muslimische Hand. Weiter heisst es: «Weiters erklären wir – mit Entschiedenheit –, dass die Religionen nie zum Krieg anstiften und weder zu Gefühlen des Hasses, der Feindschaft, des Extremismus noch zur Gewalt oder zum Blutvergiessen aufrufen. Diese Katastrophen sind das Ergebnis der Abirrung von den religiösen Lehren, der politischen Benutzung der Religionen.» Das ist nichts anderes als Geschichtsklitterung und Realitätsblindheit, wenn nicht bewusste Täuschung. Lehren etwa alle Religionen in gleicher Weise Gewaltlosigkeit wie das Evangelium? Liegt nicht gerade in seinem Verhältnis zur Gewalt das wahre Problem des Islam im interreligiösen Kontext? Die Behauptung, dass «die Religionen niemals zum Krieg aufwiegeln und keine Gefühle des Hasses, der Feindseligkeit, des Extremismus wecken und auch nicht zur Gewalt oder zum Blutvergiessen auffordern», ist eine eklatant falsche Behauptung. Sie widerspricht insbesondere den Gründungsdokumenten und der Geschichte des Islam (Koran und Hadithe), die explizit zu Gewalt auffordern und immer Gewalt angewandt haben. Auf jeden Fall ist die Vorstellung dem Islam vollkommen fremd, in jedem Menschen, also auch in Christen, Juden und Ungläubigen (Kuffãr) einen Bruder zu sehen. Wie die Abu Dhabi-Erklärung das Selbstverständnis des Islam, welcher die Welt in ein Haus des Friedens (Dãr al-Islãm), wo der Islam herrscht, und in ein Haus des Krieges (Dãr al Harb), wo dies nicht der Fall ist, einteilt, umdeuten könnte, darf bezweifelt werden. Christen haben im Gegensatz dazu das Gleichnis vom barmherzigen Samariter verinnerlicht, aufgrund dessen sie in jedem Fremden ihren Nächsten sehen. Dies ist für sie absolut normativ und geboten, auch ein Grund, weshalb das Christentum wie keine andere Religion zur Humanisierung der Welt beigetragen hat. Christus selbst hat sich in den Gleichnissen vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25–37) und vom Gericht des Menschensohnes über die Völker (Mt 25,31–46) mit jedem Menschen solidarisiert, der prinzipiell und immer zu meinem Nächsten werden kann. Jesus ist für alle Menschen gestorben. Das begründet für Christen eine qualitativ andere Beziehung, als der Islam sie hat zu allen Menschen, unabhängig von deren Glauben und Weltanschauung. Die christliche Nächstenliebe geht sogar so weit, auch die Feinde zu umfassen (Inklusion). Eine solche Vorstellung, z. B. auch die sogenannte «Feinde» bzw. «Gegner» des Islam zu lieben, erscheint dem Islam als völlig unvernünftig und nicht nachvollziehbar. Was kann daran eine Erklärung ändern von einer Autorität, die gar nicht für alle Muslime und für den Islam insgesamt normativ ist? Warum wird die Lehre Jesu, alle Menschen zu lieben, die implizit als die eigentliche Quelle der Vorstellung universaler Mitmenschlichkeit (Brüderlichkeit) zwischen allen Menschen zu gelten hat, in der Abu Dhabi-Erklärung nicht namentlich genannt? Immerhin gilt Jesus auch im Islam als Prophet, ohne paradoxerweise seine Lehre und sein Selbstverständnis wirklich zu übernehmen.

Nur Muslime sind dem gläubigen Muslim echte (Glaubens-)Brüder. Sie bilden die Umma (Glaubensgemeinschaft). Die Andersgläubigen und die Ungläubigen sind im Islam per se Bürger (Menschen) zweiter Klasse, denn der Mensch wurde in der Vorstellungswelt des Islam schöpfungsmässig als Muslim geboren (der Islam als Urreligion Adams bzw. Abrahams), und Juden wie Christen haben nach muslimischer Überzeugung den wahren Glauben im Laufe der Geschichte verfälscht. Sonst wären sie Muslime (geblieben). Das begründet eine fundamentale Ungleichheit zwischen ihnen und gläubigen Muslimen, welche das Abu Dhabi–Dokument nicht aus der Welt schaffen wird, und ich denke auch nicht «Fratellii tutti» (2020).

Universale Mittlerschaft Jesu Christi ausgeblendet
Aus christlicher Sicht wird die einzigartige und universale Mittlerschaft Jesu Christi in der Erklärung von Abu Dhabi aufgrund der doppelten Unterschrift ausgeblendet. Das erstaunt aus christlicher Sicht. Wie immer geht die neue Brüderlichkeit auf Kosten der universalen Mittlerschaft Jesu Christi: Sein Wahrheitsanspruch und Seine Mittlerschaft müssen in den Hintergrund treten. Das bildet die Voraussetzung der Erklärung. Sonst hätte wohl der Gross-Imam die Abu Dhabi-Erklärung nicht unterschrieben. Es wäre ehrlicher, von Nächstenliebe zu reden statt von Brüderlichkeit, die im Christentum durch den Glauben an Christus, die Taufe bzw. Wiedergeburt aus Geist und Wasser, nicht aus dem Willen des Mannes, d. h. nicht natürlich, begründet wird.

Die Abu Dhabi-Erklärung propagiert eine Art säkularer «Reich Gottes»-Vorstellung, die nicht den christlichen Glauben (die Wiedergeburt aus Geist und Wasser) zur Voraussetzung hat, sondern eine dem Islam wesensfremde, aber aus christlichen Wurzeln genährte Brüderlichkeit. Besser würde man gegenüber den Muslimen die Menschenrechte anmahnen, die für sie immer noch unter Scharia-Vorbehalt stehen, d. h., auf diese Weise nicht universalisierbar sind. Der Grossimam hätte besser vorbehaltlos die universalen Menschenrechte unterschrieben. Die Brüderlichkeit der Abu Dhabi-Erklärung wird vorgestellt als ein naturalistisches, allgemein menschliches und politisches Reich gegenseitiger Toleranz. Solche humanitären, im Grunde genommen, rein politischen Friedenskonzeptionen wurden im Lauf der Geschichte immer wieder ausgerufen und oft auch revolutionär, d. h. gewalttätig, umgesetzt. Sie werden in Wirklichkeit aus Versatzstücken des christlichen Glaubens bzw. Evangeliums gebildet. Diese Versuche sind bis jetzt alle gescheitert und hielten nicht, was sie versprochen und angestrebt haben. Das ist deshalb so, weil sie das Herz des Menschen nicht zur Wahrheit über Gott und den Menschen bzw. zu Jesus Christus bekehrt haben, sondern menschlichen Theorien folgten, die durch ihre eigene, revolutionäre Geschichte falsifiziert wurden um den Preis von Gewalttaten unermesslichen Ausmasses und von Millionen von Toten (vgl. das Schwarzbuch des Kommunismus).

Der Einzige, der Gott ist und das Menschenherz wirklich von innen zu erneuern vermag, ist Jesus Christus und sein Evangelium.

Pikanterweise verspricht der allversöhnende Antichrist in Solovjews gleichnamiger Erzählung ein solches egalitäres, relativistisches, ökumenisches Friedensreich, in welchem keiner der Diskursteilnehmer der absoluten Wahrheit das Geringste in seinen persönlichen Ansichten zu opfern braucht, vielmehr vom Antichristen genau das zu hören bekommt, was er gerne hört, und woran er bereits glaubt.

Nächstenliebe statt universale Brüderlichkeit
Die Abu Dhabi-Erklärung erklärt alle Menschen zu Kindern Gottes, weil sie zur Menschheit gehören, während das Johannes-Evangelium die Gotteskindschaft an den Glauben an Christus und an die Taufe knüpft (Wiedergeburt aus Geist und Wasser; nicht durch den Willen des Mannes). Das gilt auch für das Konzept der universalen Brüderlichkeit («Fratelli tutti», 3. Oktober 2020). Kardinal Américo Aguiar, der als Weihbischof von Lissabon den letzten Weltjugendtag (2023) koordinierte, erregte Aufsehen mit seiner Aussage: «Wir wollen die jungen Leute nicht zu Christus oder zur Katholischen Kirche oder Ähnlichem bekehren». [5] Er meinte, die «Hauptbotschaft» dieses Ereignisses sei: «Ich denke anders, ich fühle anders, ich organisiere mein Leben anders, aber wir sind Brüder und Schwestern, und wir werden die Zukunft gemeinsam aufbauen.» Kardinal Aguiar verbindet diese Ansicht nicht zu Unrecht mit der programmatischen Sozialenzyklika von Papst Franziskus «Fratelli Tutti». Um der unumgänglichen Mittlerschaft Jesu Christi willen sollten wir nicht von universaler Brüderlichkeit, sondern von Nächstenliebe sprechen, im Sinne des Gleichnisses vom Barmherzigen Samariter. «Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater ausser durch mich!» (Joh 14,6).

Entsprechend dem Missionsbefehl Jesu sollen wir alle Menschen zu Seinen Jüngern machen. Eine Katholische Kirche, die darauf verzichtet, ist nicht mehr katholisch. Noch einmal: Als Menschen sind wir nicht von Geburt Kinder Gottes, sondern seine Geschöpfe. Die Kindschaft müssen wir zuerst annehmen und bejahen. Sie wird uns in Christus angeboten. Unser Glaube ist die adäquate Antwort auf das Angebot und die Zulassungsbedingung zu dieser Kindschaft in Jesus Christus. Christus gibt uns die Macht, Kinder Gottes zu werden: Wenn wir an Ihn glauben und uns taufen lassen! Wer alle einschliessen und niemanden ausschliessen will, um den Preis, Christus als Sohn Gottes und universale Wahrheit, als Heil der Völker, als Mittler und exklusive Tür zu Gott in den Hintergrund zu rücken oder mit anderen Optionen in eine Reihe zu stellen, verdient nicht den Namen «Christ».

«Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit» (Joh 1,9–14).

Dies allein begründet unsere Brüderlichkeit, nichts anderes.

 


[1]https://www.vatican.va/content/francesco/de/speeches/2024/september/documents/20240913-singapore-giovani.html

[2] Berhardt, R., Horizontüberschreitung. Die pluralistische Theologie der Religionen, Gütersloh 1991, 231.

[3] Schmidt-Leukel, Perry, Was will die pluralistische Religionstheologie? in: MThZ 49 (1998) 307-334; Ders., Das Pluralistische Modell in der Theologie der Religionen. Ein Literaturbericht, in: Theologische Revue 89 (1993) 353-364.

[4] Vgl. Guardini, Romano, Der Tod des Sokrates. Eine Interpretation der platonischen Schriften Euthyphron, Apologie, Kriton und Phaidon (5. Auflage; Erstveröffentlichung 1943), Mainz-Paderborn 1987, 220 [zit. Sokrates (1987)].

[5] Interview am 6. Juli 2023 bei RTP Notícias.


Weihbischof em. Marian Eleganti


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Bemerkungen :

  • user
    Melanie Derungs 16.12.2025 um 06:27
    Moslems fahren mit LKWs in unsere Weihnachtsmärkte oder schiessen mit Maschinengewehren auf Menschen die sich zum Feiern treffen und nie hört man dass einer von diesen Imamen das verurteilt oder sich davon distanziert
  • user
    Andrew Nguyen 14.12.2025 um 16:10
    Der Kanton Zürich gibt den Moslems Geld, was sind das für "Christen" die ihre eigene Islamisierung finanzieren?
  • user
    Meier Pirmin 14.12.2025 um 14:11
    @Ric. Die Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. war nun mal, das schleckt keine Geiss weg, islamkritisch, so wie nun mal der Kritiker jener Rede, Hans Küng, wie sein Assistent Kuschel, eher den Islam "kuschelte" als der Katholizismus-Kritiker Küng. Im Privatgespräch zwar durchaus katholisch wirkend, im übrigen aber nie den Eindruck eines Islam-Kenners vermittelnd. Ob indes Papst Johannes Paul II. ein "Revolutionär" des interreligiösen Dialogs war, möchte ich zumindest relativieren. Das waren, wenn schon andere. Für mich u.a. der antinazistische Religionsphilosoph aus Karlsruhe, verstorben und begraben in Überlingen, Leopold Ziegler (1881 - 1958) nur insofern leider nicht gerade Revolutionär, weil in seinem Denken vor rund einem Jahrhundert weitgehend allein geblieben. Dem Dalai Lama würde ich indes diesen "Titel" durchaus zugestehen.
  • user
    Stefan Fleischer 13.12.2025 um 19:38
    Ich glaube
    dass Gott der absolut gerechte Richter der Lebenden und der Toten ist. Er wird niemanden verurteilen, welcher ohne eigene Schuld nicht zum Glauben an seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn und Erlöser gekommen, und den Weg in seine eine, heilige, katholische und apostolische Kirche nicht gefunden hat. Er ist aber auch der Allwissende. Er unterscheidet genau zwischen nicht können und nicht wollen.
    Es ist nicht an uns, hier zu urteilen. An uns ist es, unseren Auftrag zur Verkündigung wahrzunehmen, jeder nach seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Auch darüber werden wir gerichtet werden, und zwar genauso absolut gerecht. Diesbezüglich schuldhaftes Versagen werden auch wir zu verantworten haben. «Die Urteile des Herrn sind wahr, / gerecht sind sie alle.» (Ps 19,10) einerseits. Doch andererseits gilt auch: «Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, / so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten.» (Ps 103,13)
    • user
      Claudio Tessari 14.12.2025 um 06:59
      Genau das wahr immer die Lehre der Kirche.

      Objektiv können wir eine Situation beurteilen, subjektiv weiss es nur Gott.
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      MT 14.12.2025 um 13:13
      Der KKK sagt, dass der Glaube Gottes Geschenk ist und dass der Mensch „die Gnade Gottes“ braucht, die „bewegt und unterstützt“, und dass der Heilige Geist den Verstand erleuchtet und es „für alle leicht macht, die Wahrheit anzunehmen und zu glauben“ (KKK 153). In diesem Zusammenhang hat mir ein Priester in der Katechese erklärt, dass Gott jedem Menschen im Lauf seines Lebens immer wieder genügend Gnade schenkt, um den wahren Glauben erkennen zu können – gerade weil Gott gerecht ist und niemanden ohne echtes Angebot seiner Hilfe „im Dunkeln lässt“. Diese Gnade wirkt nicht zwingend oder automatisch, sondern sie lädt ein, klärt, weckt Fragen, stärkt das Gewissen und öffnet den Blick für die Wahrheit. Ob ein Mensch darauf eingeht oder sie zurückweist, bleibt ein Geheimnis der Freiheit, das Gott allein vollkommen beurteilen kann – er unterscheidet wirklich zwischen „nicht können“ und „nicht wollen“.
  • user
    Daniel Ric 13.12.2025 um 08:21
    Weihbischof Eleganti zitiert in diesem Artikel vor allem Aussagen von Papst Franziskus. Der wahre Revolutionär, was den interreligiösen Dialog anbelangt, war jedoch der Heilige Papst Johannes Paul II., der mit Vertretern verschiedener Religionen in Assisi betete. Der gleiche Papst hatte auch keine Scheu davor, den Koran zu küssen. Auch Papst Benedikt XVI. zeigte wenig Berührungsängste, wenn es um andere Religionen ging. Seine Regensburger Rede, die oft als Islamkritik missverstanden wurde, zeigte auf, dass Gottes Wille an die Vernunft gekoppelt ist und ER kein willkürlicher Tyrann ist. Wir müssen aufpassen, durch eine naive und engherzige Auslegung des 1. Gebots nicht einem Voluntarismus zu huldigen, der gerade dem katholischen Glauben widerspricht. Ich kann mit Menschen anderen Religionen beten und ihren Glauben respektieren, ohne dass ich dabei die Stellung Jesu verleugne. Als Beispiel lässt sich hier die Heilige Mutter Teresa anführen, die ihr Leben für Christus aufopferte, trotzdem sagte, dass es ihre Aufgabe ist, aus einem Moslem einen besseren Moslem, aus einem Hindu einen besseren Hindu und aus einem Christen einen besseren Christen zu machen. Wer wirklich an Jesus Christus glaubt, hat keine Furcht und zieht sich nicht ins Schneckenhaus zurück, aus dem er ohnehin nichts Gutes tun kann.
    Wir sollten uns alle - vom Bischof bis zum einfachen Laien - bewusst werden, dass der Relativismus vor allem dort anfängt, wo Wort und Tat nicht übereinstimmen. Seit 2000 Jahren gibt es Christen, die durch ihr falsches Handeln das Christentum verwässern, wie es auch Christen gibt, die durch ihre authentische Gottes- und Nächstenliebe Salz und Licht der Erde wurden. Dass Papst Franziskus im April mit seinen letzten Kräften der Welt noch einmal den Ostersegen spendete, hat grösseres Zeugnis von seinem Glauben an Jesus Christus abgelegt als es irgendein Artikel tun könnte. Gerade in der Adventszeit, wo wir auf die Geburt Jesu warten, sollte uns dies wieder in Erinnerung gerufen werden: Gott ist Mensch geworden, um durch sein Leben und Sterben zu bezeugen, dass ER die Menschen liebt. Auch wir sollten vor allem durch unser Handeln Christen sein.
    • user
      Claudio Tessari 13.12.2025 um 11:26
      Lieber Herr Ric
      Was Bischof Eleganti hier geschrieben hat, entspricht einfach der zweitausend jährigen Lehre. Ich finde es fast schon eine Anmassung, dass sie als Laie meinen immer Bischof Eleganti korrigieren zu müssen. Wir sollen die Tugenden der Heiligen nachahmen und nicht jede Tat. Oder möchten Sie die nächsten 20 Jahre wie der Heilige Bruder Klaus alleine von der Kommunion leben. Der Koran Kuss von Johannes Paul II war sicherlich ein Ärgernis welches nicht zu seiner Sternstunde gehört. Wenn das Mutter Teresa so wirklich gesagt hat, entspricht das nicht dem Auftrag Jesus, der sagt: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.Mt 28,19–20. Das Assisi Treffen war gemäss Papst Benedikt auch eine Liest modernistischen Kräfte, es war am Anfang nicht geplant, dass alle gemeinsam beten. Papst Benedikt hat das ja im Nachhinein auch korrigiert. Wenn Sie schon Papst Benedikt zitieren, dann sein Werk bitte nach dem Konzil, Dominus Jesus wo er ganz klar sagt, dass alles Heil alleine von Jesus und seiner Kirche kommt. Der selbe Papst warnte schon in den 50 Jahren von der Diktatur des Relativismus welcher heute ja überall zu sehen ist. Oder haben Sie je an einem ökumenischen Gottesdienst gehört, das die getrennten Christen zur wahren Kirche zurück kehren sollen. In der NZZ hat Kardinal Koche gesagt, man müsse die Juden nicht mehr missionieren, sie haben ihren Weg. Das sind klare Widersprüche zur 2000 jährigen Lehre wie auch zum Missionsauftrag welcher von Gott selber kommt. Darum ist dieser Artikel von Bischof Eleganti zu 100% richtig. Jesus sagt: an den Früchten werdet ihr sie erkennen. Warum haben die Freikirchen so einen Zulauf? Weil sie missionieren und Jesus als einzige Rettung verkünden, während die Kirche leider oft falsche Ökumene und einen falschen Dialog betreibt.

      Wir Laien sollen froh sein, dass in einer Zeit wo man eh nichts mehr sagen darf, ein Bischof den Mut hat, die Wahrheit unverkürzt zu verkünden wie die Heiligen zu allen Zeiten.
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        Daniel Ric 13.12.2025 um 13:34
        Lieber Herr Tessari, wenn ein Weihbischof den in diesem Jahr verstorbenen Heiligen Vater kritisiert, was aus Gründen der Pietät ohnehin fragwürdig erscheint, dann darf ein Laie auch einen Weihbischof kritisieren (den ich aber übrigens sehr schätze, da WB Eleganti authentisch ist und im persönlichen Umgang nicht abgehoben). Ohnehin kann es beim Glauben ja nicht darauf ankommen, wer etwas ausspricht, sondern darum, ob es der Wahrheit dient. Und natürlich müssen wir nicht jede Tat der Heiligen kopieren, aber wir sollten Katholiken der Tat sein - jeder nach seinen Möglichkeiten. Ein weiser Katholik weiss, wann er handeln soll, wann er schweigen soll und wann er von seinem Glauben erzählen soll. Wenn mich jemand fragt, woran ich glaube, ich Jesus dann aber verleugne, dann handle ich sicherlich sündhaft. Es gibt aber Fälle - und diese meinte der frühere Papst - wo es keinen Sinn macht, den Glauben als Keule zu benutzen, um mit anderen Menschen zu streiten. Übrigens beherzigten die frühen Christen diese Tugend auch, ansonsten hätten sie im heidnischen Rom nicht überlebt. Und sie übten diese Tugend aus, ohne Christus zu verleugnen oder den Glauben zu relativieren.
        • user
          Stefan Fleischer 13.12.2025 um 15:26
          Für mich ist der Auftrag unseres Herrn klar genug :
          «Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.» (Mt 28,19-20)
          Man kann darüber streiten, wie man diesem Auftrag am besten gerecht wird. Aber daran zu rütteln ist sicher nicht im Sinn und Geist der Schrift, in welches es übrigens meines Wissens keine Stellen gibt, welche die Gleichwertigkeit der verschiedenen Religionen und Konfessionen rechtfertigen könnten. Im Gegenteil! Z.B. Joh 3,18 : «Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.» Wobei auch derjenige seinen Teil der Schuld wird übernehmen müssen, der andere daran gehindert hat, zu zum wahren Glauben zu kommen.
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      Joseph Laurentin 13.12.2025 um 21:35
      Sie schreiben: „Wer wirklich an Jesus glaubt, hat keine Furcht und zieht sich nicht ins Schneckenhaus zurück.“ Das ist billige Psychologisierung. Als wären diejenigen, die klare Grenzen ziehen, feige oder unfruchtbar. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall: Es braucht Mut, gegen den Zeitgeist zu stehen, gegen das ewige „Dialog“-Gerede. Klarheit ist keine Angst, sondern Tugend. Und sie ist nötig, weil der Glaube nicht zuerst ein Gefühl ist, sondern eine Wahrheit, die bekannt, angebetet und gelebt werden muss. Ihre Ansichten Herr Ric sind typisch modern: Sie schimpfen auf Relativismus und bauen ihn praktisch ein. Sie sprechen vom 1. Gebot und behandeln es wie eine Engstirnigkeit, die man therapeutisch überwinden müsse. Wer den katholischen Glauben ernst nimmt, muss das zurückweisen: Respekt für Personen – ja. Höflichkeit – ja. Liebe – unbedingt. Aber keine religiösen Gesten, die Irrtum adeln, keine Veranstaltungen, die Gleichrangigkeit suggerieren, und keine fromme Rhetorik, die die Mission durch Wohlgefühl ersetzt.
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    Michael 12.12.2025 um 20:29
    Die einfachste Aussage zu dieser Problematik ist, dass Bergoglio zu keiner Zeit der Papst war, weil nicht katholisch. Ansonsten wuchert der Relativismus weiter und wird immer seine hässliche Referenz haben. Auch entlastet diese Aussage den Verstorbenen, denn wenn er nicht der Papst war, wird er weniger hart bestraft.
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      T.L.D 13.12.2025 um 12:31
      "Wenn also jemand sagt, es sei nicht aus Christi des Herrn selbsteigener Anordnung oder kraft göttlichen Rechtes, dass der hl. Petrus im Primat über die ganze Kirche **beständige** Nachfolger habe; oder der römische Papst sei nicht des hl Petrus Nachfolger in eben diesem Primat, so sei er im Bann."
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    Stefan Fleischer 12.12.2025 um 13:05
    Eine Erklärung, die eigentlich von jedem Menschen verstanden werden sollte. Und dabei sollten wir nie vergessen: "Für den modernen Relativismus gibt es nur eine absolute Wahrheit, nämlich dass alles relativ ist. Für einen Christen gibt es auch nur eine absolute Wahrheit, nämlich Christus, der Herr, der von sich sagen kann: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." Der Relativismus ist die «Wahrheit» Satans, des Widersachers von Anbeginn. Christus ist die Wahrheit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das muss unsere Verkündigung bleiben, solange diese in ihrem Wesen relativen Welt besteht, bis zu der Wiederkunft des Herrn. Dann wird sich diese Wahrheit in ihrer ganzen Grösse, Herrlichkeit und Barmherzigkeit zugleich offenbaren. Dann werden die Glaubenden in das ewige Reich eingehen, die (aus eigener Schuld) Ungläubigen in das Reich Satans. Aber auch diejenigen werden zur Rechenschaft gezogen werden, welche andere behindert haben, solches zu glauben.
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    Claudio Tessari 12.12.2025 um 11:19
    Vergelts Gott lieber Bischof Marian. Ein Rufer in der Wüste, wie der Heilige Johannes der Täufer, welcher unerschrocken die unverkürzte Wahrheit bekennt. Viva CRISTO Rey y la VIRGEN de Guadalupe.