Über das Leben des heiligen Valentin ist nicht viel bekannt. Als älteste Quelle gilt die «Liberianische Bischofsliste» des sogenannten «Chronographen» aus dem Jahr 354. Diese verzeichnet den Bau einer Basilika «quae appellatur Valentini» an der Via Flaminia unter Papst Julius I. (337–352). Das «Martyrologium Hieronymianum» (5. Jahrhundert) führt Valentinus als Märtyrer von Interamma (heute Terni) auf. Dies deckt sich mit der Tatsache, dass dort Mitte des 8. Jahrhunderts auf einem Friedhof des 4. Jahrhunderts eine dem Valentin geweihte Basilika nachweisbar ist.
Das Römische Märtyrerverzeichnis verzeichnet für den 14. Februar zwei Märtyrer mit dem Namen Valentin. Ein Text aus dem 6. Jahrhundert bezeichnet Valentin als Presbyter, der unter Kaiser Claudius Gothicus (268–270) an einem 14. Februar an der Via Flaminia enthauptet wurde. Dieser wird als Valentin von Rom bezeichnet.
Eine alte Inschrift in lateinischer Sprache bezeugt das Martyrium des Bischofs von Terni: «In Terni wurde der heilige Valentin, nachdem er lange Zeit geschlagen worden war, inhaftiert, und da sein Widerstand nicht gebrochen werden konnte, wurde er schliesslich um Mitternacht heimlich aus dem Gefängnis geholt und auf Befehl des Präfekten von Rom, Placidus, enthauptet.»
Da es sehr viele Übereinstimmungen zwischen den beiden Valentin gibt, liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei Valentin von Rom und Valentin von Terni um die gleiche Person handelt. Eine mögliche Erklärung ist, dass Valentin zunächst Priester in Rom war, bevor er Bischof in Terni wurde.
An der Via Flaminia liegen die Katakomben des heiligen Valentin, datiert auf das 3. Jahrhundert. Im 4. Jahrhundert wurde eine dreischiffige Basilika erbaut; vermutlich lag dort das Grab des heiligen Valentin. Unter Papst Paschalis I. wurden die Reliquien des Heiligen aus den Katakomben entfernt. Einige Reliquien befinden sich heute in «Santa Maria in Cosmedin» in Rom, andere in der Basilika San Valentino in Terni. Bald wurde sein Grab, das in der Basilika vermutet wurde, zum Wallfahrtsort. Durch Benediktiner, denen die Basilika im Mittelalter anvertraut wurde, verbreitete sich die Verehrung Valentins in ganz Europa.
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