Vor zehn Jahren wurde in Einsiedeln der Verein VisionFamilie gegründet. Wie entstand die Idee dazu?
Als wir uns noch im Organisationskomitee des Weltjugendtags engagierten, wurden wir mehrmals angefragt, ob wir nicht auch für andere Lebensstände entsprechende Anlässe organisieren könnten. Damals waren wir selbst noch jung und ohne eigene Familie. Inzwischen hat sich das geändert. Mit unseren eigenen Erfahrungen wurde uns bewusst, wie wertvoll und notwendig es ist, in Familien zu investieren – denn die Familie ist eine zentrale Zelle des kirchlichen Lebens.
Wir überlegten uns, welche Strukturen es braucht, um entsprechende Angebote zu ermöglichen, und gründeten einen Verein, unter dessen Dach verschiedene Initiativen Platz finden können. Uns war von Anfang an klar, dass wir nicht alles selbst abdecken können und wollen. Es braucht engagierte Personen, die sich überregional für Familien einsetzen möchten.
Auf welche Grundlagen stützt sich der Verein in seinem Engagement?
Wir waren bei der Gründung sicher ermutigt durch die Familiensynode, die 2015 in Rom stattfand. Seither hat uns das nachsynodale Schreiben «Amoris Laetitia» von Papst Franziskus stark geprägt. Darin gibt der Papst viele wichtige Impulse für eine fokussierte Ehe- und Familienpastoral. Und es betont die Wichtigkeit von Ehe und Familie im Leben der Kirche. Aber auch Enzykliken früherer Päpste, besonders «Familiaris Consortio» von Johannes Paul II., sind für uns Leitstern unserer Arbeit.
Es braucht einige Zeit, bis ein Verein in einem grösseren Umfeld bekannt wird. Gab es dazu konkrete Überlegungen oder setzten die Gründungsmitglieder einfach mutig einen ersten Schritt und warteten die weitere Entwicklung ab?
Ob wir viele oder wenige Menschen erreichen, steht nicht im Vordergrund. Entscheidend ist für uns, dass jene, die an unseren Angeboten teilnehmen, echten Mehrwert erfahren und im Glauben, sowie in ihrer Berufung der Ehe und Familie, gestärkt werden.
Gleichzeitig durften wir immer wieder erfahren, dass ein echtes Bedürfnis besteht. Beim ersten Deutschschweizer Weltfamilientreffen wurden wir von Anmeldungen regelrecht überrannt und mussten aus logistischen Gründen frühzeitig einen Anmeldestopp einführen.
Letztlich vertrauen wir auf das Wirken des Heiligen Geistes. Unsere Anlässe werden von verschiedenen Menschen im Gebet mitgetragen. Wir möchten offen sein für das, was Gott wirken will.
Sie haben das «Weltfamilientreffen – Viva la familia!» angesprochen, das am 22. August bereits zum achten Mal stattfinden wird. Das Weltfamilientreffen ist jeweils schnell ausgebucht – ein schönes Zeichen. Sind Veränderungen geplant, damit mehr Familien daran teilnehmen können?
Wir freuen uns sehr, dass wir im letzten Jahr über 100 Familien in Einsiedeln begrüssen durften. Eine grosse Herausforderung bei einem solchen Anlass ist das Kinderprogramm. Hierfür brauchen wir viele Ressourcen, was letztlich die Teilnehmerzahl beschränkt. Es ist nicht selbstverständlich, genügend passende Personen zu finden, welche während mehrerer Stunden die Kinder betreuen, damit die Eltern an Impulsen, Workshops und Austauschzeiten teilnehmen können.
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