Neuerscheinungen

Weih­bi­schof Marian Ele­ganti zum stets aktu­el­len Thema des Friedens

Als «radi­kals­tes Gegen­pro­gramm zur Logik die­ser Welt» – so ver­steht Weih­bi­schof em. Marian Ele­ganti die Selig­prei­sun­gen. Er fasste seine Gedan­ken zu den «Weg­wei­ser zum Him­mel» bereits vor län­ge­rer Zeit in einem klei­nen Buch zusam­men. Nun hat er es veröffentlicht.

Vor rund 30 Jahren verfasste Weihbischof em. Marian Eleganti für Freunde einen Kommentar zu den Seligpreisungen nach Matthäus (Mt 5,3–12). Als er diesen jetzt überarbeitete, war ihm klar, dass er den Text im gleichen Sinn veröffentlichen würde, wie er ihn damals geschrieben hat: als spirituellen Impuls und nicht als textkritische oder wissenschaftliche Arbeit. So behalte alles eine gewisse Leichtigkeit und Lebensnähe.

Marian Eleganti weist zunächst auf den fundamentalen Unterschied zwischen der alttestamentlichen «Seligkeit» und den Seligpreisungen hin. Ersterer beinhaltet vor allem eine irdische Prosperität als Frucht des Segens Gottes und der eigenen Gerechtigkeit vor ihm. «Glücklich wurde der Mann genannt, der eine kluge Frau hatte, sich vieler Kinder erfreute, dessen Herden und Besitz sich vermehrten, weil er fromm war und auf Gott vertraute.» Jesus hingegen brachte uns eine neue Form von Seligkeit. Er preist jene selig, die verachtet oder bemitleidet werden, die sich vor Gott keiner Eigenleistung rühmen können. «Der Ansatz Jesu ist übernatürlich. Er zielt auf die Überwindung der Sünde, nicht auf die Überwindung des Gegners oder Andersdenkenden.»

Weihbischof Eleganti erinnert daran, dass Elisabeth Maria seligpreist, weil sie geglaubt hat (Lk 1,45). Die Frau aus der Menge preist die Mutter Jesu selig, weil ihr Leib den Erlöser ernährt hat (vgl. Lk 11,27). Jesus preist jene selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen. «Deshalb sind die Seligpreisungen nicht nur ‹Gesinnungsethik›, sondern auch ‹Handlungsanweisungen›. Wer sie umsetzt, wird ein ‹zweiter› (‹alter›) Christus.» Das Gottesreich wird zuerst in den Herzen der Menschen errichtet. Von dort aus kann es sich in der Gesellschaft und der Familie ausbreiten. Für Marian Eleganti bilden deshalb die Seligpreisungen die Gussform, «in die sich unser Denken und Fühlen giessen muss, um so gesinnt zu sein wie Christus Jesus.»

Der Autor geht nun den einzelnen Seligpreisungen nach, wobei er immer wieder Zitate aus der Bibel oder von Heiligen einwebt. Es zeigt sich: Die Forderungen Jesu sind hoch und können auch nicht abgeschwächt werden. Doch Marian Eleganti geht vom konkreten Menschen mit all seinen Fehlern und Schwächen aus und hat immer wieder ein aufmunterndes Wort: «Es geht aber definitiv nicht darum, vor Gott fehlerfrei und makellos dazustehen. ‹Denn der Gerechte fällt siebenmal am Tag› (Spr 24,16)» (S. 37).

Nehmen wir als Beispiel die Seligpreisung: «Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden» (Mt 5,9). Das Thema Frieden ist immer aktuell. Jesus wurde bei seiner Geburt als Friedensfürst angekündigt und hat uns beim Abendmahl seinen Frieden hinterlassen. Wenn er selbst sagt: «Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert» (Mt 10,34), meint er damit, dass er keinen falschen, trügerischen Frieden will, sondern einen Frieden, der in der Wahrheit gründet. «Es geht hier um das Schwert der Entscheidung für Gott, für die Wahrheit in der Person Jesu Christi» (S. 59).

Weihbischof Marian weist darauf hin, dass wir nur dann Frieden stiften können, wenn wir in unserem Herzen Frieden haben. «Diesen Frieden aber haben wir nur, wenn wir Gott geben, was Gottes ist: seine Verherrlichung suchen, seine Liebe und seinen Willen» (S. 58). Der innere Friede ist das untrügliche Anzeichen der Gegenwart Gottes in uns. Nur in diesem Frieden können auch wir Frieden bringen. «Die Unerschütterlichkeit des inneren Friedens gegenüber allem, was ihn beunruhigen könnte, ist ein Zeichen für den Grad unserer Vereinigung mit Christus. Fülle des Friedens und Fülle der Vollkommenheit entsprechen sich» (S. 61/62).

Weihbischof Marian Eleganti gelingt es mit seiner kleinen Schrift, die Seligpreisungen für das Leben der Menschen aktuell und die vermeintliche Härte ihrer Forderung verständlich zu machen. Die Seligpreisungen sind kein «Trost für Gescheiterte», wie er selbst schreibt. Sie sind das «radikalste Gegenprogramm zur Logik dieser Welt». Wer die Seligpreisungen begreift, versteht, «warum sanfte Menschen mehr bewegen als mächtige. Und warum echtes Glück nie dort zu finden ist, wo wir zuerst suchen.»

Das schmale Büchlein passt in jede Tasche, um es bei Gelegenheit zur Hand zu nehmen und einen Gedanken daraus für den Tag mitzunehmen.
 

Marian Eleganti. Die Seligpreisungen: Wegweiser zum Himmel. Geistlich ausgelegt.‎ 3Burgen 2026, 78 Seiten, ISBN 978-9-925826-83-4. 14.95 Euro Link


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

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Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


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