Mitglieder des OK während der Vorbereitungsreise. (Bild: zVg)

Kirche Schweiz

Welt­ju­gend­tag 2027 in Süd­ko­rea: Grosse Ereig­nisse wer­fen ihre Schat­ten voraus

Der nächste Welt­ju­gend­tag fin­det vom 3. bis zum 8. August 2027 in Süd­ko­reas Haupt­stadt Seoul statt. Es wird der erste Welt­ju­gend­tag mit Papst Leo XIV. sein. In der Schweiz beginnt am 5. Okto­ber die Anmel­de­phase, wel­che bis zum 28. Februar 2027 dau­ert. And­rej Maric vom OK Seoul im Gespräch mit «swiss​-cath​.ch» über den ers­ten WJT in einem Land mit christ­li­cher Minderheit.

Der 41. Weltjugendtag (WJT) wird vom 3. bis 8. August in Seoul stattfinden. Es ist erst der zweite WJT in einem asiatischen Land und zugleich der erste WJT in einem Land mit einer christlichen Minderheit. Haben Sie bei den Vorbereitungen Unterschiede zu anderen WJT-Vorbereitungen bemerkt?
Sie haben es bereits angesprochen: Es ist der erste Weltjugendtag der Kirchengeschichte, der in einem überwiegend nicht-christlichen Umfeld stattfindet. Korea kam erst Ende des 18. Jahrhunderts mit Jesus Christus in Kontakt und das war bei der Vorbereitungsreise vergangenen Sommer enorm spürbar. Die Kirche vor Ort lebt von den zahlreichen Märtyrern der jüngeren Vergangenheit und findet in ihnen auch Hoffnung und Mut für den Glauben. Für uns als OK ist das ein wichtiges Merkmal, nach dem wir auch unser geistliches Programm konzipieren.

Ein weiterer Unterschied zu den letzten Weltjugendtagen sind sicher auch die Sprache und Schrift, an die man als Westeuropäer oft keinen Anknüpfungspunkt hat. Die Kommunikation mit den Leuten vor Ort gestaltet sich deshalb etwas herausfordernder.

Das Motto von Seoul lautet: «Habt Mut! Ich habe die Welt überwunden» (Joh 16,33). WJT-Generalkoordinator Bischof Paul Kyung-sang Lee erklärte, das Ereignis solle «den Mut stärken, sich den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen, und die geistlichen Werte fördern, die die Menschheit in eine Zukunft des Lebens und der Hoffnung führen». Wie wird die Schweizer Vorbereitungsgruppe dieses Motto konkret umsetzen?
Wir leben in einer stark individualistischen und verschlossenen Gesellschaft, in welcher sich die Menschen immer weiter zurückziehen, Kirche immer privater wird und geistliche Werte nicht mehr das Hauptanliegen der Menschen sind. Es braucht also Mut, wenn man heute entschieden Christus nachfolgen möchte. Die Reise nach Südkorea ist dafür die perfekte Gelegenheit. Uns als Team ist es wichtig, dass der Weltjugendtag 2027 eine prägende und erbauende Erfahrung wird, wo Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Anliegen in Gemeinschaft zusammenkommen und auf Christus blickend den Ruf zur Nachfolge annehmen. Denn allein diese wird unserer Zukunft vollkommenes Leben und Hoffnung schenken.

Nord- und Südkorea befinden sich streng genommen noch immer im Krieg miteinander. Für den WJT 2027 werden Freiwillige ein etwa fünf Meter hohes Kreuz aus ausrangiertem Stacheldraht der Demilitarisierten Zone – der Pufferzone zwischen Nord- und Südkorea – herstellen. «Die Initiative möchte junge Menschen dazu einladen, Symbole der Spaltung in ein Zeichen der Versöhnung, des Gebets und der Hoffnung zu verwandeln, auch im persönlichen Leben», heisst es in der Mitteilung des Erzbistums Seoul. Wird die aktuelle politische Situation in Südkorea auch ein Thema der Vorbereitung sein?
Der Vatikan hat sich sicherlich etwas überlegt, den WJT in einem Land mit politischen Spannungen durchzuführen. Spannenderweise war von diesen Spannungen diesen Sommer in Südkorea nicht viel zu spüren. Wir als OK sprechen natürlich darüber und werden im Rahmen unserer Vorbereitungstreffen die Teilnehmenden auf die Lage aufmerksam machen, und erklären, wie man sich in Südkorea diesbezüglich zu verhalten hat. 

Das Zeichen des Kreuzes an der Pufferzone empfinde ich als schön. Ich selbst bin zutiefst davon überzeugt, dass der Welt kein Frieden geschenkt wird, wenn sie nicht auf Christus und das Kreuz blickt, und genau dies ist auch die Vision des Weltjugendtages.

Sie bieten verschiedene Reiseoptionen. Können Sie diese kurz vorstellen?
Wir bieten sechs verschiedene Reiseoptionen an:

  • die Hauptwoche vom 2. bis zum 9. August (Fr. 1800);
  • die Diözesanwoche verbunden mit der Hauptwoche vom 26. Juli bis zum 09. August (Fr. 2300);
  • die Hauptwoche kombiniert mit der Nachreise vom 2. bis zum 14. August (Fr. 2750);
  • die Vorreise kombiniert mit der Diözesanwoche und der Hauptwoche vom 20. Juli bis zum 9. August (Fr. 3950);
  • die Diözesanwoche verbunden mit der Hauptwoche und der Nachreise vom 26. Juli bis zum 14. August (Fr. 3400);
  • alle vier Reisen (Vorreise, Diözesanwoche, Hauptwoche  und Nachreise) vom 20. Juli bis zum 14. August (Fr. 4950).

Bei einer Anmeldung bis zum 22. Oktober 2026 spart man durch den Frühbucherrabatt für jede Reiseoption Fr. 100.–.

In der Diözesanwoche kann koreanisches Leben in Pfarreien und in Gastfamilien erlebt werden. Worauf sind Sie besonders neugierig?
Die Menschen in Südkorea sind sehr gastfreundlich und zuvorkommend und freuen sich natürlich über interessierte ausländische Besucher. Ich persönlich freue mich sehr darauf, die Dynamik einer solchen koreanischen Gastfamilie mitzuerleben und für eine Woche ein Teil von ihr zu sein. Auch auf das Pfarreileben und die diversen Programmpunkte bin ich schon sehr gespannt!

Weltjugendtage bieten ein grosses Angebot an Veranstaltungen und Möglichkeiten der Begegnung. Haben Sie bereits einen persönlichen «Favoriten» oder lassen Sie sich lieber überraschen?
Ich freue mich sehr auf die Vigil mit Papst Leo XIV. Einen Vorgeschmack davon habe ich schon beim Jubiläum der Jugend in Rom 2025 bekommen und es war überwältigend, die Knie einer Million Jugendlichen vor Jesus Christus beugen zu sehen. Mir wird in solchen Momenten immer klar, dass die Kirche allumfassend, also katholisch ist und die ganze Welt umspannt, was ein grosses Zeichen der Hoffnung ist.
 


Andrej Maric (20) kommt aus Amriswil TG und studiert Theologie. Im OK Seoul ist er verantwortlich für das Marketing.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Informationen zum WJT Seoul 2027 finden sich hier


Rosmarie Schärer
swiss-cath.ch

E-Mail

Rosmarie Schärer studierte Theologie und Latein in Freiburg i. Ü. Nach mehreren Jahren in der Pastoral absolvierte sie eine Ausbildung zur Journalistin.


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