60 Jahre hat Justo Gallego Martínez mit Bauschutt und Sperrmüll in Mejorada del Campo vor den Toren Madrids eine gewaltige «Kathedrale» gebaut. Praktisch allein errichtete er diese 50 Meter lange, 20 Meter breite und 35 Meter hohe «Liebeserklärung an Gott, Jesus Christus und die Jungfrau Nuestra Señora del Pilar».
Justo Gallego, dessen Kathedrale – zufällig oder nicht – an der später «Antoni Gaudí» benannten Strasse liegt, fing im Oktober 1961 mit dem Bau an. Und er zog das gewaltige Gotteshaus praktisch allein hoch.
Der tiefgläubige Katholik wollte eigentlich Mönch werden. 1952 trat er einem Trappistenkloster in der Nähe von Soria bei. Doch nach acht Jahren erkrankte er schwer an Tuberkulose, musste das Kloster verlassen und wäre beinahe gestorben. «Damals schwor ich, Gott und der Jungfrau Nuestra Señora del Pilar eine Kirche zu bauen, sollte ich die Krankheit überleben», erklärte Justo. Er überlebte und hielt sich an sein Versprechen.
«Ich setze Stein auf Stein. Und während ich baue, werde ich selbst gebaut.»
Aber weder war er Architekt noch gab es Baupläne. Er verkaufte den Bauernhof und die Ländereien seines damals bereits gestorbenen Vaters und legte einfach los. Mauern, schweissen, Zement mischen – er brachte sich alles selbst bei. Er inspirierte sich lediglich an ein paar Büchern über alte Kirchen und mittelalterliche Burgen. «Die Kuppel ist dem Petersdom in Rom nachempfunden. Ansonsten sticht in meiner Kirche eher das Romanische hervor», sagte er mit Stolz.
Von Beginn an dachte der Baumeister gross. Er hatte ein Kloster oder ein Priesterseminar im Kopf. So konstruierte er gleich neben seiner Kirche auch einen Kreuzgang, um den sich mehrere zweistöckige Nebengebäude gruppieren. Es gibt Versammlungsräume, eine Bibliothek und eine Sakristei; fast 4700 Quadratmeter Gesamtfläche. Vor der Kathedrale befindet sich ein achteckiges Baptisterium.
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