Als die Jünger nach der Himmelfahrt Christi nach Jerusalem zurückkehrten, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet bis zum Pfingstereignis (vgl. Apg 1,13–14).
Schon im frühen Mittelalter bereiteten sich Gläubige nach dem Vorbild der Apostel und Mariens auf wichtige Feste oder Ereignisse vor. Seit dem Barock kennt die Kirche neuntägige Andachten (Novenen), mit denen sich die Gläubigen unter Anrufung von Heiligen etwas erbitten oder sich auf ein kirchliches oder auch persönliches Fest (z. B. eine Weihe) vorbereiten.
Unter den verschiedenen Novenen ist heute besonders die Pfingstnovene bekannt, mit der an den neun Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten um das Kommen des Heiligen Geistes und seiner sieben Gnadengaben gebetet wird. Mit dieser Novene ist der Name einer italienischen Heiligen verknüpft.
Briefe mit weltweiter Wirkung
Die heilige Elena Guerra, kam 1835 in Lucca (Italien) als Tochter wohlhabender adeliger Eltern zur Welt. Sie verspürte nach ihrer Firmung im Alter von acht Jahren eine ganz besondere Verehrung für den Heiligen Geist. Als Erwachsene musste sie feststellen, dass viele Gläubige die Verehrung des Parakleten vernachlässigten. So verfasste sie 1865 eine Broschüre mit dem Titel «Fromme Gebetssammlung zum Heiligen Geist» und verbreitete die Praxis der sieben Wochen zur Vorbereitung auf Pfingsten. Sie gründete die Gemeinschaft der «Oblatinnen des Heiligen Geistes», die 1882 kirchlich anerkannt wurde.
Zwischen 1895 und 1903 sandte sie zwölf Briefe[1] an Papst Leo XIII. und forderte ihn auf, die Bischöfe – und über diese die Priester – dazu anzuhalten, die Gläubigen durch eine Novene mit Predigt auf das Pfingstfest vorzubereiten.
Papst Leo XIII. erkannte in ihrem Anliegen eine Bitte des Herrn. Er übernahm deshalb ihr Anliegen und veröffentlichte am 5. Mai 1895 das Breve «Provida Matris», in welchem er zum Gebet für die Einheit der Kirche aufruft, damit auch die «abtrünnigen Brüder und Schwestern» in die Kirche zurückkehren. «Kein Zeitpunkt scheint für die Ausübung solcher Frömmigkeit passender zu sein als jener, an dem die Apostel nach der Himmelfahrt des Herrn einst beisammenstanden und gemeinsam mit Maria, der Mutter Jesu, beharrlich beteten.» Er fordert deshalb alle Gläubigen zum Beten der Pfingstnovene auf und gewährt dafür auch verschiedene Ablässe. «Wahrlich, es ist zulässig, von Ihm, der der Geist der Wahrheit ist, der die göttlichen Geheimnisse in der Heiligen Schrift offenbart und der Kirche durch seine immerwährende Gegenwart Trost spendet, grösste und heilsame Wohltaten zu erhoffen; durch Ihn, als lebendige Quelle der Heiligkeit, wachsen die Seelen, die zur göttlichen Kindschaft wiedergeboren sind, auf wunderbare Weise und vollenden sich für die Ewigkeit. Denn aus der vielgestaltigen Gnade des Geistes entspringen in ihnen unaufhörlich göttliches Licht und Feuer, Heilung und Kraft, Trost und Friede sowie der Wille zu allem Guten und die Fruchtbarkeit heiliger Werke.»
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :
In einer persönlichen Aufstellung zu den Evangelien im Kirchenjahr habe ich den Ausdruck geprägt
TERTIUS MEDIUS AUCTOR
Der Dritte mehrt von der Mitte aus. Darum betet man im Apostelmonat Mai zur Muttergottes, weil aus Ihr der Gottessohn hervorgeht. Rosenkranz und Heiliger Geist passen perfekt zusammen.
Ich wusste gar nicht, dass diese Andacht so jung ist. Schon viele Jahre vertraue ich auf den Heiligen Geist, vor allem wenn ich in Prüfungen unfähig bin.
In Italien gab es anfangs 90er Jahre eine Kongregation zur Verehrung des Heiligen Geistes - da wäre ich gerne dabei. Aber die ganze Kirche ist eine Kongregation zur Verehrung des Heiligen Geistes, im Hören des Evangeliums als Amor Patris.