(Symbolbild: Anemone123/Pixabay)

Kommentar

Wo die Pius­bru­der­schaft recht hat, warum die Bischofs­wei­hen falsch sind

Vor dem Hin­ter­grund der ange­kün­dig­ten Bischofs­wei­hen durch die Pius­bru­der­schaft wirft der Gast­au­tor einen kri­ti­schen Blick auf die aktu­elle Lage der Kir­che und begrün­det sei­nen Versöhnungsvorschlag.

Die Kirche steckt in einer Krise. Das weiss jeder, der die Augen offen hat. Die Kirchen werden leerer. Der Glaube verschwindet. Die Beichtstühle bleiben leer. Priester werden weniger. Katholiken kennen ihren Glauben immer weniger. Theologinnen und Theologen widersprechen offen dem Katechismus. Bischöfe dulden Dinge, die früher undenkbar gewesen wären. Und selbst aus Rom hört man manchmal Aussagen, bei denen sich viele Gläubige fragen, ob das wirklich noch die Sprache der Kirche ist. Wer behauptet, alles sei in bester Ordnung, lebt nicht in der Realität. 

Genau deshalb hat die «Priesterbruderschaft St. Pius X.» (FSSPX) in vielem recht. Sie hat recht, wenn sie die Glaubenskrise anspricht. Sie hat recht, wenn sie die Tradition verteidigt. Sie hat recht, wenn sie auf liturgische Missbräuche hinweist. Sie hat recht, wenn sie die Verwirrung vieler Gläubiger beim Namen nennt.

Deshalb sollte man aufhören, die FSSPX und ihre Gläubigen so darzustellen, als wären sie das eigentliche Problem der Kirche. Das sind sie nicht. Die meisten Gläubigen gehen nicht zur FSSPX, weil sie gegen den Papst sind. Sie gehen dorthin, weil sie eine würdige Messe suchen. Weil sie regelmässig beichten wollen. Weil sie eine klare Predigt hören möchten. Weil sie ihren Kindern den katholischen Glauben weitergeben wollen. Weil sie den Katechismus ernst nehmen. An dieser Sehnsucht ist nichts falsch. 

Auch deshalb verstehen viele Katholikinnen und Katholiken die FSSPX. Sie sehen eine Kirche, in der an vielen Orten Verwirrung herrscht. Sie sehen Priester, Bischöfe und Kardinäle, die Dinge sagen oder dulden, welche dem Katechismus widersprechen. Sie sehen traditionelle Gemeinschaften, die zwar vieles erkennen, aber oft sehr vorsichtig bleiben müssen, weil sie sonst Schwierigkeiten mit Bischöfen oder Rom bekommen könnten.

Es gibt nämlich noch einen weiteren Punkt, bei dem die FSSPX-Anhänger oft einen berechtigten Einwand vorbringen. Viele Gläubige haben den Eindruck, dass Gemeinschaften wie die Petrusbruderschaft oder andere Ecclesia-Dei-Gemeinschaften gewisse Missstände zwar sehen, diese aber nur sehr vorsichtig oder gar nicht öffentlich ansprechen. Warum? Weil immer die Sorge besteht, man könnte dadurch Schwierigkeiten mit Bischöfen oder Rom bekommen. Ob dieser Eindruck immer gerechtfertigt ist, darüber kann man diskutieren. Aber ganz aus der Luft gegriffen ist er nicht.

Man konnte dies beispielsweise während der Corona-Zeit beobachten. Als Papst Franziskus die Impfung als einen Akt der Liebe bezeichnete und zahlreiche Bischöfe in Westeuropa die Impfkampagnen aktiv unterstützten, gab es unter vielen traditionellen Katholiken erhebliche Vorbehalte. Trotzdem hörte man von vielen kirchlich anerkannten traditionellen Gemeinschaften nur sehr wenig öffentliche Kritik. Die FSSPX-Anhänger fragen deshalb nicht ganz zu Unrecht: Kann man wirklich frei Missstände benennen, wenn man ständig befürchten muss, dafür bestraft oder eingeschränkt zu werden?

Diese Frage ist berechtigt. Und trotzdem gilt genau hier der entscheidende Grundsatz: Selbst wenn diese Kritik berechtigt ist, folgt daraus noch nicht automatisch das Recht, die kirchliche Ordnung zu überschreiten. Die Fehler der einen, der progressiven oder modernistischen Seite, rechtfertigen nicht die Fehler der konservativen oder traditionellen Seite. Der Fehler meines Gegenübers ist keine Bewilligung, dass ich ebenfalls Fehler machen darf. Zwei Fehler ergeben zusammen keine Wahrheit.

Auch die Kritik am Zweiten Vatikanischen Konzil oder an dessen Umsetzung darf kein Tabu sein. Konzilien wurden in der Kirchengeschichte immer diskutiert, erklärt und präzisiert. Kritik ist nicht automatisch Ungehorsam. Aber genau hier beginnt die eigentliche Frage. Die Frage ist nicht, ob die FSSPX gute Arbeit leistet. Die Frage ist nicht, ob die Krise real ist. Die Frage ist nicht einmal, ob viele ihrer Kritikpunkte berechtigt sind. Die Frage lautet: Wer entscheidet, wann die Ordnung der Kirche nicht mehr gilt?

Denn genau hier habe ich Mühe mit den angekündigten Bischofsweihen. Die Kirche hat wesentlich schwerere Krisen erlebt als heute. Während der arianischen Krise (4. Jahrhundert) waren grosse Teile der Bischöfe vom Irrtum betroffen. Der heilige Hieronymus schrieb sinngemäss, die Welt sei aufgewacht und habe sich arianisch wiedergefunden.
Vor dem Konzil von Trient (1545–1563) herrschten massive Missstände im Klerus. Viele Priester lebten mit Geliebten zusammen. Bischöfe lebten wie Fürsten. Kirchliche Ämter wurden gekauft und verkauft. Papst Alexander VI. hatte mehrere Kinder. Seine Familie und die Papst-Kinder wurden einflussreich; ja, seine ganze Familie wurde zu einem Symbol für Vetterliwirtschaft, Machtpolitik und moralischen Zerfall. Er war wahrlich kein Vorbild, und ich glaube nicht, dass sich ein guter Katholik seiner Zeit mit ihm als Kirchenoberhaupt identifizieren und durch sein Vorbild an seinem eigenen Weg zur Heiligkeit arbeiten konnte. In Rom sprach man vom Antichristen auf dem Papstthron.
Dann kam das Abendländische Schisma (1378–1417). Zeitweise gab es mehrere Männer, die Anspruch auf das Papstamt erhoben; viele Gläubige wussten nicht mehr mit Sicherheit, wer der rechtmässige Papst war.

Die Piusbrüder argumentieren in Bezug auf all diese krassen Kirchenkrisen, dass ja der Glaube nie in diesem Mass zerfallen sei wie in unseren heutigen Tagen. Dies bezweifle ich stark. Wo war denn im 16. Jahrhundert die «Bruderschaft», wo war die «Bruderschaft», um die Kirche durch die Häresien oder z. B. den Arianismus zu führen? Wo war die «Bruderschaft», um den Ablasshandel und die Gier in der Kirche zu verbieten oder zu verurteilen? Es gab sie nicht! Wo war damals eine solche Parallelstruktur, die sich selbst ausserhalb der normalen Ordnung reproduzierte? Es gab sie nicht. 
 


Und trotzdem hat die Kirche überlebt. Warum? Weil Christus seine Kirche nicht verlässt. Und weil die Heiligen die Kirche reformierten. Nicht, indem sie eine neue Kirche gründeten. Nicht, indem sie eigene Hierarchien aufbauten. Nicht, indem sie erklärten, die Ordnung gelte jetzt nicht mehr. Sondern indem sie heilig wurden.

Karl Borromäus reformierte die Kirche, unter anderem die Schweiz. Katharina von Siena kritisierte den Papst und rief zur Umkehr auf. Athanasius kämpfte gegen den Arianismus. Augustinus kämpfte gegen die Donatisten und verteidigte die Einheit der Kirche. Aber keiner von ihnen gründete eine Parallelhierarchie. Keiner von ihnen sagte: Die Krise ist so gross, dass die Ordnung der Kirche jetzt nicht mehr gilt.

Und genau hier wird es für mich schwierig. Denn die FSSPX verteidigt Ordnung. Sie verteidigt Hierarchie. Sie verteidigt Gehorsam. Sie verteidigt die überlieferte Struktur der Kirche. Alles Dinge, die ich für richtig halte und selbst verteidige. Aber wie kann man gleichzeitig sagen, dass Ordnung wichtig ist, und dann genau diese Ordnung durchbrechen? Das verstehe ich nicht. Man kann nicht Ordnung predigen und gleichzeitig gegen die Ordnung handeln. Das ist in sich widersprüchlich und für mich als einfacher Mensch nicht begreifbar.

Augustinus hilft hier weiter. Für Augustinus kommt wahre Ordnung von Gott. Er schreibt, dass der Friede die Ruhe der Ordnung ist. Die ganze Schöpfung ist geordnet. Die Familie ist geordnet. Der Staat ist geordnet, mehr oder weniger. Die Kirche ist geordnet. Und sogar das vierte Gebot zeigt uns die Bedeutung dieser Ordnung: Ehre Vater und Mutter, auf dass es dir wohlergehe. Auf dass es dir wohlergehe! Warum? Weil Ordnung Leben ermöglicht. Weil Ordnung Frieden ermöglicht. Weil Ordnung Gemeinschaft ermöglicht. Weil Ordnung Einheit ermöglicht. 

Wenn Gehorsam, Hierarchie und Struktur von Gott kommen, dann entsprechen Auflehnung, Verwirrung und zerstörerisches Chaos nicht der Ordnung Gottes. Natürlich heisst das nicht, dass Gehorsam blind sein darf. Natürlich gibt es Situationen, in denen man Fehler benennen muss. Natürlich darf man Irrtümer kritisieren. Natürlich darf man auch Bischöfen, Kardinälen und Päpsten widersprechen, wenn Verwirrung entsteht. Natürlich muss man widersprechen, wenn die Wahrheit auf dem Spiel steht. Natürlich muss man die katholische Lehre verkünden, auch wenn sie unpopulär ist. Aber Widerspruch und Trennung sind nicht dasselbe. 

Ein gutes Beispiel dafür sind die afrikanischen Bischöfe im Zusammenhang mit der Erklärung «Fiducia supplicans». Viele afrikanische Bischofskonferenzen lehnten die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare geschlossen ab. Sie erklärten offen, dass eine solche Praxis in ihren Ländern nicht eingeführt werde und dass sie der katholischen Lehre widerspreche. Sie haben widersprochen. Sie haben die Wahrheit verteidigt. Sie haben sich dem Druck nicht gebeugt. Aber sie blieben in der Einheit der Kirche. Sie gründeten keine eigene Hierarchie. Sie weihten keine eigenen Bischöfe. Sie erklärten nicht, die Ordnung der Kirche gelte für sie nicht mehr. 

Gerade dieses Beispiel zeigt, dass man sehr wohl klar und deutlich widersprechen kann, ohne die Einheit zu verlassen. Man kann die Wahrheit verteidigen und trotzdem katholisch bleiben. Man kann Irrtümer zurückweisen und trotzdem in der Ordnung der Kirche bleiben. Vielleicht braucht die Kirche heute genau mehr von diesem Geist: Klarheit ohne Feigheit oder Selbstzensur, Mut ohne Rebellion und Treue ohne Eigenmächtigkeit. 

Schlimm ist es, die Ordnung selbst zu überschreiten. Denn dann stellt sich die Frage: Wer entscheidet das? Wenn die FSSPX entscheiden darf, wann die Ordnung nicht mehr gilt, warum nicht auch andere? Warum nicht die Synodalen, sagen wir mal «Modernisten»? Warum nicht die Progressiven? Warum nicht jede Gruppe, die überzeugt ist, recht zu haben? Dann gäbe es am Ende nicht mehr Kirche, sondern viele kleine Kirchen und ein jedem Grüppchen sein eigener Bischof?! 

Selbst wenn man sagt, diese neuen Bischöfe seien nur Weihbischöfe ohne Jurisdiktion, bleibt das Problem bestehen. Denn Bischöfe sind nicht einfach Funktionäre, wie in der Schweiz die Synodalräte oder all die anderen Sesselkleber. Bischöfe stehen im sichtbaren Gefüge der Kirche. Zwischen Papst und Bischöfen muss Einheit bestehen. Nicht nur auf dem Papier. Nicht nur in Worten. Sondern wirklich. Das ist auch für die Gläubigen wichtig. 

Denn die Gläubigen sind wie die Kinder. Stellen wir uns mal Kinder vor: Wenn Vater und Mutter getrennt sind, sich ständig kritisieren, aber den Kindern sagen: Wir respektieren uns ja trotzdem, wir sind trotzdem eine untrennbare Einheit; dann sind die Kinder mehr als verwirrt. Sie spüren, dass etwas nicht stimmt. Sie sehen, dass keine gelebte Einheit da ist. So ist es auch in der Kirche. Eine Ordnung, die nur behauptet, aber nicht gelebt wird, ist keine klare Ordnung. Es ist eine Unordnung, die nach aussen eine Ordnung vorspielt. 

Und genau deshalb überzeugt mich das Notstandsargument nicht. Die Krise ist real. Aber die Kirche lebt. Der Papst existiert. Die Bischöfe existieren. Die Sakramente existieren. Die Tradition existiert. Die FSSP existiert. Die Ecclesia-Dei-Gemeinschaften existieren. Klöster existieren. Treue Priester existieren. Familien existieren, die den Glauben weitergeben. Die Situation ist schwierig, aber sie ist nicht hoffnungslos. Es gibt viele glaubenstreue Katholiken, Priester und Bischöfe. Und ja, sehr viele von ihnen wurden innerhalb der Kirche auf perfide Art und Weise wegbefördert, wegpensioniert und auf dem Abstellgleis parkiert. Trotzdem existieren sie. Sie geben Zeugnis für Christus. Für die Kirche. Für die Einheit. 

Man hört oft das Argument: Was sollen wir denn sonst tun? Wir, die Bruderschaft, würden bestimmt von Rom eingeschränkt! Die Antwort lautet: Dasselbe, was die Heiligen getan haben. Beten. Opfern. Fasten. Lehren. Predigen. Kinder erziehen. Priester ausbilden. Die Wahrheit verkünden. Die Tradition bewahren. Aber eben ohne die Ordnung zu verlassen. 

Denn die Kirche wurde nie durch Strategen gerettet. Jesus hatte kein Strategiepapier und keinen Wachstumsbericht. Die Kirche wird nicht zuerst durch Management gerettet, sondern durch Heiligkeit. Die Kirche wurde durch Heilige gerettet. Nicht Athanasius hat die Kirche wachsen lassen. Gott hat die Kirche durch Athanasius wachsen lassen. Nicht Katharina von Siena hat die Kirche wachsen lassen. Gott hat die Kirche durch Katharina von Siena wachsen lassen. Nicht Pater Pio hat die Kirche wachsen lassen. Gott hat die Kirche durch Pater Pio wachsen lassen. Das ist ein Unterschied. 

Manchmal habe ich den Eindruck, viele traditionelle Katholiken denken heimlich, die Zukunft der Kirche hänge von ihnen ab. Aber das stimmt nicht. Die Kirche gehört nicht der FSSPX. Die Kirche gehört nicht der Petrusbruderschaft. Die Kirche gehört nicht den Ecclesia-Dei-Gemeinschaften. Die Kirche gehört nicht dem Adoray oder Charismatikern. Die Kirche gehört nicht den Bischöfen. Die Kirche gehört nicht einmal dem Papst als persönlicher Besitz. Die Kirche gehört Christus.

Entweder glauben wir das wirklich oder wir glauben es nicht. Wenn wir es glauben, dann müssen wir auch glauben, dass Christus seine Kirche durch diese Krise führen kann. Vielleicht langsamer, als wir möchten. Vielleicht schmerzhafter, als wir möchten. Vielleicht demütigender, als wir möchten. Aber trotzdem wird es geschehen. 

Christus hat nie gesagt: Rettet meine Kirche. Er hat gesagt: Folgt mir nach. Die Heiligen wollten nicht zuerst die Kirche retten. Die Heiligen wollten Christus treu sein. Sie wollten heilig werden im Kleinen.

Gerade deshalb überzeugt mich das Beispiel von Pater Pio viel mehr als der Weg der Piusbruderschaft. Pater Pio wurde verdächtigt. Pater Pio wurde eingeschränkt. Pater Pio wurde von kirchlichen Autoritäten argwöhnisch beobachtet. Manches davon erscheint aus heutiger Sicht ungerecht. Aber was tat er? Er blieb in seinem Kloster, er akzeptierte seinen Klosteroberen. Er machte daraus keine öffentliche Rebellion. Er trug alles demütig. Er trug alles geduldig. Er opferte alles auf. So kennen wir Pater Pio. Und genau deshalb wird er heute als Heiliger verehrt. 

Wie viele Seelen hat Pater Pio wohl zu Gott geführt? Unzählige. Nicht durch Auflehnung. Nicht durch Eigenmächtigkeit. Nicht dadurch, dass er meinte, die Ordnung retten zu müssen, indem er die Ordnung bricht. Sondern durch Geduld, Opfer, Treue und Heiligkeit. Vielleicht ist genau das die eigentliche Antwort auf die Krise unserer Zeit. 

Dies ist auch ein Aufruf an alle Gläubigen der Tradition, egal ob Gläubige der FSSP oder FSSPX und an alle Katholiken, die den Katechismus ernst nehmen: Opfert dieses Chaos auf. Opfert die Verwirrung auf. Opfert die Enttäuschungen unserer Zeit auf. Bittet und opfert, damit Gott euren Familien, Freunden und Arbeitskollegen und mir die Gnade der Bekehrung schenkt. Für die Umkehr der Kirche. Für einen heiligen Papst.

Und noch ein Aufruf an die Piusbruderschaft und an die Petrusbruderschaft. Legt diesen unsäglichen Bruderzwist nieder. Betet füreinander. Redet miteinander. Hört auf, ständig zuerst die Unterschiede zu betonen. 

Natürlich gibt es Differenzen. Natürlich gibt es offene Fragen. Natürlich gibt es echte Probleme. Aber schaut doch einmal, wie klein der Unterschied zwischen euch ist, und wie riesig die unzähligen Unterschiede zwischen euch und z. B. den synodalen Kräften sind. Schaut, wie gross die Unterschiede zu jenen Bischöfen sind, die solche Segnungen unterstützen, die dem Willen Gottes widersprechen. Schaut, wie gross die Unterschiede zu jenen sind, die alles relativieren, was Christus und die Kirche klar gelehrt haben. Und was tun wir? Wir beschäftigen uns oft mit den Differenzen zwischen Menschen, die zu 98 Prozent dasselbe glauben. Wie vernünftig ist das? Wie viel Kraft und Energie gehen dadurch verloren? Wie viele Gläubige werden dadurch verwirrt, welche diese theologischen Unterschiede gar nicht kennen und auch gar nicht begreifen, sondern einfach eine Heimat für sich und ihre Familie suchen? 

Die Kirche braucht heute mehr Gebet, mehr Opfer, mehr Heiligkeit und mehr Einheit. Nicht eine falsche Einheit um jeden Preis. Sondern eine Einheit in der Wahrheit.

Betet füreinander. Betet für mich.
 

Gastkommentare spiegeln die Auffassungen ihrer Autorinnen und Autoren wider.


Jeremias Jund


Kommentare und Antworten

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Bemerkungen :

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    Redaktion 21.06.2026 um 08:39
    Wir beenden hiermit die Diskussion und danken allen Kommentatorinnen und Kommentatoren für ihre Voten.
  • user
    Chantal Heinzl 21.06.2026 um 06:54
    Was Sie schreiben über die Kirchengeschichte ist schlichtweg falsch. Der Hl. Athanasius hat Bischöfe gegen den Willen des Papstes geweiht. Genauso wie Kardinal Slippy und Papst Johannes Paul II. als er noch Bischof war.
    Der hl. Athanasius wurde bestraft. Die anderen zwei nicht.
    Niemand von diesen dreien hat eine Parallelstruktur aufgebaut,so auch nicht die FSSPX.
    Es sind Weihbischöfe ohne Juristiktion für eine Diözese. Sie spenden nur Sakramente und weihen Kirchen,das ist alles.
    Wenn Sie eine reale Parallelstruktur suchen,schauen Sie nach China.
    Das interessiert Rom aber nicht. Sie sind voll anerkannt und Straffrei und die Untergrundkatholiken lässt man im Stich,lässt Verfolgung zu, und verratet sie somit.
    Die FSSPX macht nichts unerlaubtes.
    Sie selbst geben zu dass es wie zu Athanasius Zeiten einen Notstand gibt.
    Can. 1323 CIC. Punkt 4,5 und 7 sind sehr klar.
    Schon Kirchenrechtler Professor Georg May hat dies bestätigt dass die FSSPX laut diesem Kanon das Recht hat Bischöfe zu weihen.
    Also hört auf zu sagen es wäre unerlaubt oder keine Ahnung was.
    Es ist erlaubt da das Kirchenrecht kein Selbstzweck ist,sondern alles auf das höchste Gesetz hingeordnet ist,dem Heil der Seelen .
    Der Papst handelt gegen das Heil der Seelen. Darum wird auch eine Exkommunikation ungültig sein wie auch Bischof Schneider bestätigt.
    Es braucht die FSSPX, Gott hat sie zum Wekzeug gemacht wie dazumal den hl. Athanasius.
    Auch er wurde exkommuniziert. Und? Heilig gesprochen.
    So wird es auch mit Erzbischof Léfebvre eines Tages geschehen.
    Die Kirche ,da sind alle Gläubigen inbegriffen.
    Der Papst IST nicht die Kirche.
    Er ist das Oberhaupt und gehört genauso zur sichtbaren Kirche wie die FSSPX.
    Es kann also wie beim Arianismus sein dass über 80 % der Bischöfe den Glauben verlieren ja sogar der Papst. Die Kirche wird nicht sterben da sie in den wenigen Getreuen weiter fortbesteht wie beim Arianismus dazumal.
    Warum versteht ihr das nicht?
  • user
    Elisabeth Sutter 20.06.2026 um 20:26
    Seit Bischof Joseph Maria Bonnemain gehe ich nur noch zu Pius. Mir gefällt es dort viel besser. Ich habe auch in meinem Bekanntenkreis erzählt wie schön dort die heiligen Messen sind. Der viele Streit ist mir egal. Ich möchte eine saubere heilige Messe und dass ich mich auf die gute Predigt verlassen kann.
  • user
    Br. Dr. Paul Zahner OFM 20.06.2026 um 19:14
    Mit allem im Artikel kann ich nicht einverstanden sein. Dass die Kirche in einer Krise ist, ist wohl eine schweizerische und vielleicht mitteleuropäische Aussage. In anderen Ländern ist das völlig anders. Denken wir an Afrika mit Kirchen ohne Geld, aber mit einer lebendigen und zahlreichen Frömmigkeit. Oder an die Kirche in Arabien, die darunter leidet, dass der Islam sie nur intern das Evangelium verkünden lässt. Sonst kann es in Arabien viel mehr als 200 Erstkommunikanten geben, meist aus asiatischen Ländern. Auch fehlt mir im Artikel das Lob Gottes für sein reichliches Wirken. Wir sind eine Kirche des Lobes, die dauernd in der Eucharistie den Lobpreis Gottes verkündet. Auch ist die Kirche in Christus vielfältig. Natürlich gibt es falsche Aussagen. Aber es gibt eine liturgische Vielfalt in verschiedenen anerkannten Liturgien (Ostkirche oder der syro-malabarische Ritus) und es gibt eine Fülle von spirituellen Ansätzen zum Geheimnis Gottes. Natürlich gibt es sündige Bischöfe und letztlich ist jeder Bischof sündig. Aber so wie zu anderen Zeiten ist es nicht. Da hatte der Erzbischof von Salzburg im 18. Jahrhundert eine Frau und 10 Kinder. Selber muss ich die Bischofsweihen der Piusbruderschaft entschieden ablehnen, denn sie widersprechen meiner ur-katholischen Sichtweise. Sie sind ein Grund alles Päpstliche abzulehnen, weil der Papst nicht so denkt, wie ich denke. Zwar stellt sich die Piusbruderschaft gegen die Sedisvakantisten, wie ihr ehemaliger Bischof Williamson einer wurde, der von Bischof Lefebvre gegen den Willen des Papstes geweiht wurde und als Sedisvakantist den päpstlichen Sitz für unbesetzt hielt. Er weihte selber unerlaubt weitere Bischöfe ausserhalb der Piusbruderschaft (https://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Williamson). Nach dem vom Papst erlassenen Kirchenrecht zieht eine unerlaubte Bischofsweihe für die Weihenden und die Geweihten die Exkommunikation nach sich. Das ist eine automatisch eintretende Strafe. Sie nicht anzuerkennen sagt deutlich, dass der Papst in seinen Bestimmungen nicht anerkannt wird. Ich selber bete aus Liebe zu den Menschen in der Piusbruderschaft intensiv dafür, dass diese Weihen nicht durchgeführt werden. Sehr treffend sagt der Artikel, dass wir alle umkehren dürfen und neu beginnen können. Jetzt und Heute. Das ist wirklich wesentlich. Streben wir intensiv die Einheit in der Liebe und in der Wahrheit an. Beides gehört zusammen und ist das Geschenk des dreieinen Gottes.
    • user
      Peter 20.06.2026 um 20:39
      Entschuldigung Hochwürden, aber Sie irren gewaltig. Ein Kleriker mit 10 Kindern ist schlimm, aber schlimmer ist ein Papst, der die Vielfalt der Religionen für gottgewollt hält, ein Bischof, der Missbrach als “in der DNA der Kirche” enthalten sieht…etc. etc.
      Die “Modernistische Kirchenkrise” betrifft die Substanz des Glaubens, die Wahrheit selbst.
  • user
    Nicole14 20.06.2026 um 17:52
    Mich irritiert, wenn in den Kommentaren von der «immerwährenden Lehre der Kirche» oder ähnlich gesprochen wird. Die Lehre der Kirche hat sich immer entwickelt und sich auch geändert. Ein Beispiel: Die Mundkommunion wurde erst im 8. Jahrhundert eingeführt, zuvor war die Handkommunion üblich (vgl. z. B. Cyrill von Jerusalem, catech. Myst. 5,21f). Würden wir uns also an die überlieferte (ursprüngliche) Lehre halten, müsste alle die Kommunion als Handkommunion empfangen. Wenn nun aber z. B. die Piusbrüder auf der Mundkommunion bestehen, halten sie sich klar nicht an die überlieferte Lehre. Damit geben sie selbst zu, dass sich die Lehre eben ändern kann. Es stellt sich die Frage, wer entscheiden kann, welche Änderungen richtig und welche falsch sind. Hier kann nicht eine Gemeinschaft kommen und behaupten, sie allein wüssten, was wahr ist. Diese Frage kann nur innerhalb der Kirche Jesu Christi unter der Autorität des Papstes beantwortet werden.
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      terrasancta 20.06.2026 um 18:42
      Freund, Du sprichst gut aber beachte, dass Du über "Disziplinen" sprichst, nicht über Lehre. Die Hand- oder Mundkommunion kann ändern je nach Anordnung der Kirche, nicht aber die Lehre der Kirche, welche in den Worten von Vinzenz von Lérins († um 450) in seinem Commonitorium so definiert ist: „Was überall, was immer, was von allen geglaubt worden ist."
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      Stefan Fleischer 20.06.2026 um 18:59
      Zu unterscheiden sind die zeitlosen Wahrheiten, wie z.B. das Geheimnis der Dreifaltigkeit, und zeitabhängige Formulierungen und Vorschriften, wie z.B. die Art des Kommunionempfanges und dergleichen. Letztere kann jeder Papst ändern. Bei den ersteren kann es nur präzisierenden, erläuternde Änderungen der Formulierung geben. Der Inhalt muss bleiben. Ich weiss, das kann für den Laien kompliziert werden. Diese Sicht erlaubt jedoch, dass es selbst innerhalb der Tradition zu Veränderungen kommen kann, welche wir auf Grund unseres Treueversprechens gegenüber der Kirche zu akzeptieren haben. Da sage ich mir immer, sollen die Theologen sich streiten. Was meine Mutter, die Heilige Kirche, sagt, ist für mich verbindlich. Ich glaube, dass Gott mir beim Gericht aus einer solchen Haltung keinen Strick drehen wird.
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    Tom Affentranger 20.06.2026 um 16:57
    Wir sind belogen worden. Es war die Lüge von der angeblichen Kontinuität, die Behauptung, die Kirche sei nach dem Konzil dieselbe geblieben und habe Lehre und Liturgie nicht wesentlich verändert. Die Kirche gleicht heute einer Trümmerlandschaft. Dass die FSSPX in dieser Situation beschlossen hat, eigene Bischöfe zu weihen, ist verständlich. Wenn dies ohne päpstliches Mandat geschieht, illustriert dies lediglich die desolate Situation der Kirche. Dazu gehört auch, dass dies eine Exkommunikation zur Folge haben wird.
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    Stefan Fleischer 20.06.2026 um 15:31
    So wie ich gewisse Beiträge hier verstehe, wäre die konsequente Reaktion der Piusbrüder die Erklärung der Sedisvankanz. Das würde dann zum offenen Schisma führen. Dann gäbe es eben eine "Kirche" mehr auf dieser Welt. Das wäre m.E. immer noch besser als dieser interne Krieg.
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      Joseph Laurentin 20.06.2026 um 16:43
      Herr Fleischer, Wenn morgen ein Papst erklären würde, die Frauenordination sei möglich, homosexuelle Partnerschaften seien gottgewollt oder alle Religionen seien gleichwertige Wege zu Gott – würden Sie ihm dann gehorchen? Wenn nicht, wo genau liegt Ihre Grenze? Wer entscheidet letztlich über die katholische Wahrheit: der jeweils amtierende Papst oder die immerwährende Lehre der Kirche?
      • user
        Stefan Fleischer 20.06.2026 um 17:23
        Ich würde mich zuerst einmal vergewissern, ob er dies als Papst, d.h. unter Inanspruchnahme seine Unfehlbarkeit gesagt hat oder nur als seine persönliche Meinung. Dann würde ich versuchen zu verstehen, was er konkret damit gemeint hat. Ich würde auch versuchen die verschiedenen theologischen Meinungen dazu zu erfahren, und natürlich auch den KKK konsultieren. Des Weiteren würde ich meinen Beichtvater konsultieren. Nicht zuletzt wäre auch wichtig zu erfahren, wer eine solche Aussage ausschlachtet, um Wasser auf seine Mühle zu leiten. Und schliesslich würde ich mein Gewissen zu Rate ziehen, wie ich auf diese Situation engagieren soll. Hier wäre ein wichtiger Aspekt die Tatsache, dass ich in Taufe und Firmung dem Papst die Treue gelobt habe. Diese Versprechen aber beruhen auf meinem Gottvertrauen. Ein Bruch dieser Gelübte käme nur in Frage, wenn ich die absolute Sicherheit hätte, dass Gott einen solchen von mir erwartet, dass es nicht Satan ist, der mich als nützlichen Idioten zu missbrauchen versucht. Gott helfe mir dabei.
  • user
    Thomas Franz Wallimann 20.06.2026 um 14:53
    Herr Jund
    perfekt geschrieben und auf den Punkt gebracht! Schade findet der so "friedensliebende" Papst keinen Weg um endlich Frieden in den eigenen Lagern zu stiften! Ich hoffe der Heilig Bruder Klaus, kann in dieser Situation Vorbild und Motivation sein!

    Gruss aus Obwalden
    Thomas
  • user
    Dani Lienin 20.06.2026 um 14:17
    Der höchste Wert der Kirche ist nicht der Gehorsam und die Verwaltung, sondern die Wahrheit. Deshalb kann die Bewahrung des Glaubens in ausserordentlichen Krisenzeiten ausserordentliche Massnahmen rechtfertigen. Die gegenwärtige Krise ist einzigartig, weil sie nicht nur moralischer, sondern lehrmässiger Natur ist. Aus meiner Sicht greift der Vergleich mit den Borgia-Päpsten zu kurz: Ein sittlich verfehlter Papst ist etwas anderes als eine Hierarchie, die von Glaubenswahrheiten abgekommen ist.
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    Joseph Laurentin 20.06.2026 um 13:58
    Herr Jund, Sie beschreiben die Krise der Kirche zutreffend. Sie erkennen die Verdienste der Piusbruderschaft. Aber Sie ziehen daraus nicht die Konsequenzen. Sie verlangen von der FSSPX einen Gehorsam gegenüber Autoritäten, die selbst vielfach den überlieferten Glauben relativieren oder untergraben. Die eigentliche Frage lautet nicht, ob die Piusbruderschaft die Ordnung verletzt, sondern ob jene Hirten, die Tradition, Liturgie und Glaubenslehre preisgeben, nicht längst selbst die Ordnung Gottes verlassen haben. Wenn die Weitergabe des katholischen Glaubens auf dem Spiel steht, kann die Bewahrung der Tradition wichtiger sein als die Einhaltung rein disziplinärer Normen. Die Kirche erneuert sich nicht durch Anpassung an die Krise, sondern durch die Rückkehr zu ihrem überlieferten Glauben – und gerade darin sieht die Piusbruderschaft ihre Aufgabe.
    • user
      Claudio Tessari 20.06.2026 um 16:52
      Es gibt 2 Antworten auf das wo sie schreiben:

      Entweder ist die Krise so gross, dass man nur noch in der FSSPX die Wahrheit findet, dann wäre aber die Kirche gefallen und die Konsequenz wäre der Sedisvakantismus was aber ein Widerspruch zur mit der Lehre von der Unzerstörbarkeit (Indefektibilität) der Kirche.

      Oder die Kirche ist nicht gefallen und man ordnet sich dem Regieren unter und vertraut auf den Herrn so wie es das Erstes Vatikanisches Konzil lehrt in Pastor aeternus:

      „Was aber der Fürst der Hirten und der große Hirt der Schafe, unser Herr Jesus Christus, im seligen Apostel Petrus zum dauernden Heil und immerwährenden Wohl der Kirche eingesetzt hat, das muss nach derselben Anordnung Christi notwendig in der Kirche fortdauern.“ „Wir lehren und erklären daher, dass die römische Kirche durch die Anordnung des Herrn den Vorrang der ordentlichen Gewalt über alle anderen Kirchen besitzt und dass diese Jurisdiktionsgewalt des römischen Papstes wahrhaft bischöflich, unmittelbar und ordentlich ist.“
      • user
        Joseph Laurentin 20.06.2026 um 17:10
        Sie stellen ein falsches Dilemma auf. Zwischen Sedisvakantismus und bedingungslosem Gehorsam gibt es noch eine dritte Möglichkeit: Man anerkennt den Papst als rechtmässigen Papst und widersetzt sich dennoch dort, wo man überzeugt ist, dass Aussagen, Entscheidungen oder Neuerungen nicht mit der überlieferten Lehre der Kirche vereinbar sind. Genau diesen Weg ist die Piusbruderschaft bisher gegangen. Die Indefektibilität der Kirche bedeutet übrigens nicht, dass Päpste, Bischöfe oder ganze Teile der Hierarchie niemals Irrtümer verbreiten oder Verwirrung stiften könnten. Die Kirchengeschichte kennt zahlreiche Beispiele dafür.
  • user
    Anton Nassler 20.06.2026 um 13:49
    Danke für Ihren Beitrag. Auch, wenn bereits viel Tinte vergossen wurde zu diesem Thema, ist es wichtig, das weiter öffentlich zu diskutieren, weil Papst und Bischöfe es ausgrenzen und totschweigen wollen - das dürfen wir nicht zulassen.

    Mir scheint, dass die Exkommunikation tatsächlich ein Schaden ist. Kein Status in der Kirche, keine Befugnisse und Rechte, keine Inkardination. Aber: dieser Schaden ist nicht so gross, wie der Schaden, der momentan in der Kirche besteht und weiter wissentlich und willentlich angerichtet wird.

    "Wo war denn im 16. Jahrhundert die «Bruderschaft»?" Damals waren es die Jesuiten.

    "Manchmal habe ich den Eindruck, viele traditionelle Katholiken denken heimlich, die Zukunft der Kirche hänge von ihnen ab. Aber das stimmt nicht." Die Zukunft der Kirche hängt nicht von mir ab, das stimmt. Aber meine eigene Zukunft muss ich selbst mitgestalten, ich bin auch Kirche und selbst verantwortlich.

    Zum Selbstschutz ist es besser, einen gewissen Schaden in kauf zu nehmen als sich selbst in Lebensgefahr zu begeben.
    • user
      Claudio Tessari 20.06.2026 um 16:46
      Die Jesuiten waren eine Gemeinschaft IN DER KIRCHE und wie sie sicherlich wissen, hat der Heilige Ignatius 4 Gelübde verlangt. Das 4. lautet: besonderen Gehorsam gegenüber dem Papst hinsichtlich der Missionen.
      • user
        Christoph Mörgeli 20.06.2026 um 17:09
        Lieber Claudio Tessari Sie können besonderen Gehorsam gegenüber dem Papst hinsichtlich der Missionen ausüben und die Pachamama anbeten gehen.

        Die Jesuiten hatten damals andere Lösungen für andere Probleme und wir müssen heute Lösungen für unsere Probleme finden. Jeder wie er kann.
    • user
      Stefan Plötz 20.06.2026 um 17:05
      Nach einem vermeintlichen Abkommen würde Rom langfristig versuchen, auch in Menzingen einen Bonnemain reinzudrücken. Deswegen ist ein solches auf absehbare Zeit vollkommen ausgeschlossen.
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    terrasancta 20.06.2026 um 13:35
    Sehr, sehr guter Kommentar! Ich sehe das als Ex-Pfingstler (und Ältester einer Pfingstgemeinde) genau so. Die FSSP und FSSXP hätten zusammen einen wirklichen und spürbaren Einfluss auf die Kirche und alle glaubenstreuen Katholiken würden dies so sehr schätzen und Gott dafür loben. Wenn FSSXP sich jedoch als eine Gemeinschaft ausserhalb der Kirche sieht, dann ist sie für mich - egal wie wohlwollend und korrekt die Glaubenstreue sind - gleich wie jede protestantische Freikirche. Auch sie meinen den wahren Glauben verteidigen zu müssen. Die Kirche braucht Märtyrer, nicht Protestanten.
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      MT 20.06.2026 um 14:27
      Sie schreiben, die Kirche brauche Märtyrer und nicht Protestanten. Dem stimme ich zu. Allerdings besteht das Martyrium unserer Zeit vielleicht gerade darin, an dem festzuhalten, was die Kirche immer geglaubt hat, auch wenn man dafür ausgegrenzt, verdächtigt oder bestraft wird. Gerade deshalb sehe ich in der Piusbruderschaft keine protestantische Bewegung, sondern einen Versuch, das katholische Erbe in einer Zeit des beispiellosen Glaubensverlustes zu bewahren.
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        terrasancta 20.06.2026 um 18:51
        Stimmt, aber dann wäre jeder faule Fisch ein Grund lokal oder universal die Kirche zu verlassen. Auch "ich und mein Haus, wir wollen dem HERRN dienen" (Jos 24,15), aber ich tue es als Kirchenrat, obwohl ich angefeindet werde innerhalb der Kirche, weil der Pfarrer und ich Esoterik-Anlässe im Pfarreisaal verbieten. Die Kirche verteidigen kann man nur von innen. Es gibt keinen Auftrag von Christus, Seine Kirche von aussen zu bewahren. Nach 30 Jahren als Protestant kann ich Ihnen versichern, dass die Motivation von FSSXP zwar löblich ist, aber die Begründung ist genau dieselbe, die ich 30 Jahre lang gehört habe. Man will den wahren Glauben bewahren, aber nach eigenem Verständnis und Gewissen. Die Bewahrung der Kirche von den Toren der Hölle ist aber Christi Versprechen und Verantwortung, nicht unsere. Wir sind nur zur Demut und zum Gehorsam gerufen.
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    Claudio Tessari 20.06.2026 um 11:09
    Herzliches Vergelt Gott an Jeremias Jund

    Es ist in meinen Augen einer der Besten Artikel zum ganzen Thema.
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    Stefan Fleischer 20.06.2026 um 09:19
    Da kann man nur sagen: "Verelt's Gott!"