Die aktuelle Probenummer von «Communio» hat 118 Seiten und steht unter dem Motto «Der christliche Mut zum Wagnis». Das Vorwort stammt vom Rektor der Theologischen Fakultät von Lugano und Priester René Roux, Chefredaktor, sowie dessen Stellvertreter, dem in Rom lehrenden Priester der Fraternität Missionare des heiligen Karl Borromäus und Spezialisten für Dogmatik und Patristik, Paolo Prosperi. Weltweit erscheint «Communio» in 11 Sprachen und 13 eigenständigen Ausgaben und gehört zu den wichtigsten und anspruchsvollsten theologischen Stimmen innerhalb der Katholischen Kirche. Die verschiedenen Sprachausgaben sind zwar finanziell und redaktionell unabhängig. Zugleich koordinieren sich jedoch die zuständigen Verantwortlichen in einem internationalen Verbund und tauschen Beiträge aus.
Gegründet wurde «Communio» 1972, als die theologischen Schwergewichte der damaligen Ära, Hans Urs von Balthasar, Joseph Ratzinger und Henri de Lubac gemeinsam mit Louis Bouyer und Jorge Medina eine Antwort auf die Verunsicherung innerhalb der Katholischen Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil geben wollten. Zuerst erschien die Zeitschrift auf Deutsch und sogleich auch auf Italienisch unter der Leitung von Eugenio Corecco, dem späteren Bischof von Lugano, zusammen mit den italienischen Theologen Giuseppe Ruggieri und Luigi Serenthà. Zu den jungen und vorwärtsdrängenden Pionieren, die sich der Initiative anschlossen, gehörte auch der spätere Kardinal Angelo Scola.
Während das deutsche Heft aktuell sechs Mal pro Jahr und seit 2024 bei Herder erscheint, konnte sich die italienische Fassung nicht halten. Vor 13 Jahren versandete das Projekt – bis vor drei Jahren einige Freunde von René Roux ihm «einen Floh ins Ohr setzten», wie er am Sonntag, 23. August an der öffentlichen Präsentation der Zeitschrift am Kulturfestival «Meeting von Rimini» erklärte. Er glaubt fest an die Neulancierung, auch wenn sich die Zeiten geändert haben: «Es gibt aber fundamentale Dinge, die unabhängig vom kulturellen Wandel nie vergehen: Liebe, Freundschaft, die grossen Fragen und Notwendigkeiten des menschlichen Herzens […] Heute scheint die christliche Botschaft nicht mehr ernst genommen zu werden. Wir aber wollen den Mut aufbringen, zu zeigen, warum diese Botschaft für uns so wichtig ist.» Die Prioritäten seien dabei in jedem Kulturkreis unterschiedlich gelagert. So seien in der italienischen Welt anders als im deutschen Sprachraum die Gegensätze zwischen sogenannt Konservativen und Progressiven weniger deutlich. «Bei uns ist das Problem, dass man als Katholik die Bemühungen der anderen ständig kritisiert, selbst aber nichts tut».
Kommentare und Antworten
Bemerkungen :