Besonders viele Pilgerinnen und Pilger werden dieses Wochenende erwartet: Heute Samstag wird in Santiago das Hochfest des Apostels Jakobus gefeiert – mit einem umfangreichen religiösen und kulturellen Programm. Die traditionellen «Festas do Apóstolo» haben am Mittwoch begonnen und dauern bis Monatsende. Sie verbinden Liturgie, Wallfahrt und Volksfest und gelten als eines der bedeutendsten religiös-kulturellen Ereignisse Spaniens.
Apostelgrab als Pilgerziel
Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens zählt zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten der katholischen Welt und steht in einer Reihe mit grossen Pilgerzielen wie Jerusalem, Rom und Guadalupe.
Der Apostel Jakobus der Ältere ist seit mehr als 1000 Jahren Schutzpatron des christlichen Spanien. Jakobus gehörte laut biblischer Überlieferung zum engsten Kreis um Jesus Christus. Als erster Märtyrer aus dem Kreis der Apostel wurde Jakobus um das Jahr 44 unter Herodes Agrippa im Heiligen Land hingerichtet. Sein Grab wurde im neunten Jahrhundert in der heutigen Stadt Santiago de Compostela entdeckt. Sie entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten zu einem wichtigen Wallfahrtsort.
Mit der Reformation und den Religionskriegen im «Durchzugsland» Frankreich versiegte der Pilgerstrom in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. 1589, als Sir Francis Drake, Sieger über die Spanische Armada, Santiago belagerte, wurden die Reliquien in Sicherheit gebracht und blieben für fast drei Jahrhunderte verschwunden – erst 1879 wurden sie wieder gefunden. 1884 bestätigte Papst Leo XIII. ihre Echtheit. Nach der Pilgerfahrt von Papst Johannes Paul II. 1982 und einer Europarats-Initiative zur Wiederbelebung der Jakobswege im Oktober 1987 hat eine Renaissance der Jakobsverehrung eingesetzt.
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