Mit Carlo Acutis wird erstmals ein Millennial heiliggesprochen. 1991 war die Geburtsstunde des Internets und auch das Geburtsjahr des neuen Heiligen. Carlo Acutis betete von klein auf regelmässig den Rosenkranz und besuchte die Heilige Messe. Den katholischen Glauben hatte er von seinem polnischen Kindermädchen gelernt – die Eltern waren keine praktizierenden Katholiken. Da der Pfarrer seine grosse Liebe zum eucharistischen Jesus erkannte, durfte Carlo bereits mit sieben Jahren die Kommunion empfangen.
Als Kind der 90-Jahre liebte er seine Playstation und das Internet. Bereits mit sieben Jahren erhielt er seinen ersten Computer, mit neun Jahren brachte er sich das Programmieren bei. Mit erst elf Jahren erstellte er eine Website zu den eucharistischen Wundern. 146 Wunder waren auf seiner Webseite zu finden, als er diese 2005 abschloss. Seine Eltern mussten ihm versprechen, dass sie mit ihm all die aufgeführten Orte besuchen würden, was sie ihm grösstenteils ermöglichten. Man versteht, warum die Kirche Carlo Acutis zum Schutzheiligen des Internets erklären wird.
Als Carlo das Gymnasium besuchte, gestaltete er eine Wanderausstellung zu den eucharistischen Wundern aufgrund seiner Internetrecherchen. Diese wurde mittlerweile in tausenden Pfarreien auf allen fünf Kontinenten gezeigt.
«Carlo verstand nicht, warum einige seiner Altersgenossen nicht das gleiche Verständnis und die gleiche Hingabe für die Eucharistie hatten. Er fragte seine Eltern, warum die Leute bei Fussballspielen oder Rockkonzerten Schlange stehen, aber keine Menschen, die sich anstellen, um das Allerheiligste Sakrament zu sehen», sagt Courtney Mares, die ein Buch über den künftigen Heiligen verfasst und dafür mit vielen seiner Weggefährten gesprochen hat.[1]
Besonders fasziniert war Carlo von Franz von Assisi. Wie dieser wollte er sich für die Ärmsten einsetzen. Er lebte deshalb sehr bescheiden und half mit seinem Taschengeld Obdachlosen. Er brachte ihnen zu Essen, manchmal war es auch sein eigenes Essen, das er weitergab. Er erzählte gerne und offen von seinem Glauben und lud seine Mitschüler in den Gottesdienst ein.
Im Oktober 2006 wurde bei ihm eine akute Form von Leukämie diagnostiziert. Er opferte sein Leiden für die Kirche und den Papst auf. Nur wenige Tage nach der Diagnose, gestärkt durch die Eucharistie und die Krankensalbung, starb Carlo am 12. Oktober 2006 im Alter von erst 15 Jahren.
Bei der Beerdigung wunderte sich seine Familie über die vielen Trauergäste, die sie gar nicht kannten; zahlreiche unter ihnen waren Obdachlose, denen Carlo geholfen hatte, ohne dass seine Familie davon wusste.
Carlo Acutis wurde zunächst in der Familiengruft beigesetzt, 2007 dann auf den städtischen Friedhof in Assisi überführt, um seinen Wunsch zu erfüllen, in der Stadt des heiligen Franziskus zu sein. Seit April 2019 ruhen seine sterblichen Überreste in der Wallfahrtskirche «Santa Maria Maggiore» in Assisi.
Am 10. Oktober 2020 wurde Carlo Acutis in Assisi seliggesprochen.
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