Im Jahr 2024 feierte Graubünden «500 Jahre Freistaat Drei Bünde». Einer der sieben Bundestage der Festlichkeiten fand am Nationalfeiertag in Roveredo und San Vittore statt. In diesem Zusammenhang wurden die Reliquien des Nationalheiligen Nikolaus von Flüe in einer feierlichen Prozession in die Kapelle Santa Croce in San Vittore überführt. Das Pontifikalamt feierte Kardinal Oscar Cantoni, Bischof von Como, mit dem Generalvikar der Erzdiözese Mailand, Weihbischof Franco Agnesi, dem Bischof von Chur, Joseph Maria Bonnemain, sowie Abt Vigeli Monn aus dem Benediktinerkloster Disentis. Die im Gottesdienst gesungene Messe hatte der jüdische Leiter der Scala in Mailand, Vittore Veneziani, während seines Exils in Roveredo 1943 aus Dankbarkeit für die lokale Schule komponiert.
Die Idee hinter diesen Feierlichkeiten war die Schaffung eines Zentrums für Gebet, Begegnung und Austausch für den Frieden in der Kapelle Santa Croce. Angesichts der Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und in verschiedenen Ländern Afrikas ein höchst aktuelles Anliegen. Inzwischen fanden bereits einzelne Veranstaltungen statt.
An diesem Wochenende organisieren das Dicastero Cultura del Comune di Roveredo und die Pfarrgemeinde San Vittore anlässlich des 80. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkriegs (1945–2025) verschiedene Beiträge rund um die Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Libanon. Dass diese Kombination etwas seltsam erscheint, hat einen konkreten Hintergrund: Die beiden Anlässe wurden unabhängig voneinander geplant. Als man sich der Terminüberschneidung bewusst wurde, beschlossen die Verantwortlichen, die beiden Veranstaltungen zu verbinden. «Wir wissen, dass im Zweiten Weltkrieg die Faschisten konkrete Pläne hatten, die italienischsprachigen Gebiete der Schweiz einzunehmen», erklärt Charles Gallo, Vizepräsident des Pfarrgemeinderates von San Vittore. «Wir sind deshalb sensibel für dieses Thema und feiern das Ende des Zweiten Weltkrieges.»
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