Symbolbild. (Bild: Shubham Dhage/Unsplash)

Mit spitzer Feder

Bischof Vitus im Schwei­zer Fern­se­hen: ein Steil­pass für die Halbierungsinitiative

Ein Pries­ter des Bis­tums Chur hat sich beschwert. Beschwert über die Art und Weise, wie das Schwei­zer Fern­se­hen in sei­ner Sen­dung «10 vor 10» über Bischof Vitus Huon­der anläss­lich sei­nes Todes­ta­ges berichtete.

In der Tat: Schlagworte wie «Affront» und «reaktionär» durften darin nicht fehlen. Unmittelbarer Anlass für die Generalabrechnung mit dem verstorbenen Alt-Bischof Vitus war dessen Wunsch, seine letzte Ruhestätte in Ecône finden zu wollen, dem Gründungsort der Piusbruderschaft. Besonders tendenziös und manipulativ: In der Sendung wurde auch noch ein Konnex zum antisemitischen Bischof Richard Williamson konstruiert. Dies, obwohl ihn eben diese Piusbruderschaft infolge seiner Leugnung des Holocausts am 24. Oktober 2012, also bereits vor 12 Jahren, aus ihren Reihen ausgeschlossen hatte. Bischof Vitus mit der Einblendung eines Ausschnitts eines Interviews von Bischof Williamson noch implizit das Etikett «Antisemit» anzuhängen, ist ausgesprochen perfid, wenn nicht rufschädigend.

Wie reagierte das Schweizer Fernsehen auf die nur allzu berechtigten Vorhaltungen des Priesters aus dem Bistum Chur? Eine Frau namens Kathrin Mauchle vom Publikumsservice meldete sich zu Wort:
«Im Zweiten Vatikanischen Konzil und auf Weisungen des amtierenden Papstes wurde festgehalten, dass die Piusbruderschaft kanonisch nicht anerkannt ist.»

Wie bitte? Die Piusbruderschaft wurde erst 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet, wie kann dann das 1965 zu Ende gegangene Zweite Vatikanische Konzil eine damals noch gar nicht existierende kirchliche Gemeinschaft verboten haben? Doch damit nicht genug. Die Belehrung aus dem Hause SRF endet mit dem Satz: «Ebenfalls im Zweiten Vatikanischen Konzil wurde die Segnung homosexueller Paare erlaubt.» Als ob die theologisch-moralische Einordnung der Homosexualität im Zweiten Vatikanischen Konzil bereits thematisiert worden wäre! Die Erklärung «Fiducia supplicans» des Vatikans vom 18. Dezember 2023, in der Umfang und Grenzen der Segnung homosexueller Paare festgelegt werden, scheint es offensichtlich noch nicht in die SRF-Redaktionsstuben geschafft zu haben.

Umso stossender ist die Mischung aus Arroganz und Ignoranz, mit welcher da religiös-theologische Nieten aus der geschützten Werkstatt des mit Zwangsgebühren alimentierten Staatsfernsehens glauben, mit der Materie vertraute Seelsorger abkanzeln und belehren zu müssen. Offensichtlich müssen die verantwortlichen SRG-Instanzen mit einer Anpassung an leistungsgerechte Gebühren zur Raison gebracht werden. Die in absehbarer Zeit zur Volksabstimmung gelangende Halbierungsinitiative «200 Franken sind genug» scheint das unvermeidliche, probate Mittel zu sein, um das SRF-Desinformationskartell zu knacken.


Niklaus Herzog
swiss-cath.ch

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Lic. iur. et theol. Niklaus Herzog studierte Theologie und Jurisprudenz in Freiburg i. Ü., Münster und Rom.


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    Gabriela Ulrich 16.04.2024 um 13:46
    Die SRF ist ein weltliches und nicht ein religiöses Fernsehen. Fakt ist, dass die SRF mit der katholischen Kirche gar nichts anfangen kann. Die Berichterstattung vom SRF über den verstorbenen Msgr. Vitus Huonder, Em. Diözesanbischof von Chur ist deshalb einseitig, bösartig und rufschädigend.

    Ich besuchte gestern eine katholische Kirche in Sattel. An der Kirchentür von St. Peter und Paul in Sattel ist die Todesanzeige des Msgr. Dr. Vitus Huonder, Em. Bischof von Chur mit Bischofswappen und Bild des Bischofs angeschlagen. Daselbe auf dem rechten Seitenaltar dieser schönen Barockkirche. Mit der Todesanzeige steht unteranderm auch eine wirklich, schöne Danksagung:

    Lieber Bischof Vitus, Du warst ein strenger Hirte, ein väterlicher Bischof und ein gutmütiger, feinfühliger und herzlicher Mensch! Gott vergelte Dir all Deine Bemühungen und alles Gute, das Du uns und unseren Bistum getan hast!

    Diese Todesanzeige und Danksagung von der katholischen Pfarrei Sattel beweisst, wie Msgr. Dr. Vitus Huonder, Em. Bischof von Chur wirklich war.
  • user
    Hansjörg 16.04.2024 um 13:36
    Ich schätze die Medienvielfalt der Schweiz nach wie vor. Auf dieser Erde gibt es wohl nicht all zu viele Länder, in denen den Medien mehr vertraut werden kann, als in der Schweiz. Dazu gehört auch die SRG, trotz einigen, aber sehr wenigen Fehlern bei einzelnen Publikationen.
    Ein Konsument kann bei uns diverse Medien konsumieren und sich selbst ein Bild machen, was er für glaubwürdig hält. Dabei stellt er auch fest, dass Swiss-Cath mehr und mehr nach rechts rutscht.
    • user
      Michael Dahinden 16.04.2024 um 22:30
      Schön, dass Sie swiss-cath.ch lesen. Wissen Sie, es wäre wirklich schade, wenn wir nicht mehr fähig wären, miteinander zu reden.
  • user
    Michael Dahinden 15.04.2024 um 23:17
    Wer wirklich will, lernt aus allem, auch ohne fernzusehn,
    und dann hat eine Moral auch diese platte Geschicht.
    Das 10vor10 hängt solange an unseren Portemonnaies
    bis dass es endlich scherbelt und die Mattscheibe bricht.
  • user
    Cyrill 15.04.2024 um 21:27
    200 Franken sind immer noch zu viel, besonders für ein Medium dass von einem Grossteil der Bevölkerung gar nicht konsumiert wird.
    • user
      Rolf Stöcklin 25.05.2024 um 23:58
      Niklaus Herzog bleibt nur bei den Tatsachen, dass die Antwort der SRG so unmöglich wie nur möglich ist. Inkompetenter geht nicht mehr.
      • user
        Manfred 31.05.2024 um 13:53
        Bitte Herr Stöcklin - dieser Kommentar ist noch kein Kommentar. Der Artikel ist Stichhaltig. So gilt der Schlusssatz eher Ihnen