(Bilder: © Adoray Schweiz)

Kirche Schweiz

«Kir­che Christi bauen»: Ein­drück­li­ches Adoray-​Festival 2023

Unter dem Motto «Kir­che Christi – baust du mit?» fand vom Don­ners­tag bis heute Sonn­tag das Adoray-​Festival in Zug statt. Erneut hat ein enga­gier­tes Orga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee ein viel­schich­ti­ges Pro­gramm auf die Beine gestellt, «um gemein­sam tiefe Momente des Glau­bens und der Freund­schaft zu erleben.»

Dass sich zahlreiche junge Katholikinnen und Katholiken gerade in diesem «turbulenten Herbst» zu einem Wochenende voller Glaubensfreude, Inspiration, Gemeinschaft und Lobpreis treffen, dürfte vielen Gläubigen in der Schweiz Kraft und Zuversicht schenken. Die am Adoray-Festival vorherrschende Stimmung des Aufbruchs und der Zuversicht schafft gerade in einer Zeit, in der die Katholische Kirche unter vielfältigem Beschuss steht, einen wohltuenden Kontrast. Wer die von den jungen Menschen gestalteten Programmpunkte mitverfolgte, dem blieb die teils spürbare Nervosität der Moderatorinnen und Moderatoren nicht verborgen. Doch genau dieses «Unperfekte», das Spontane, Authentische und Herzliche machte die Begegnungen umso erfrischender und zugänglicher.

Für viele Jugendliche und junge Erwachsene ist das jeden Herbst stattfindende Festival ein Jahreshighlight. Hier können sie unter ihresgleichen ihre Glaubensbeziehungen vertiefen und eine inspirierende, tolle Zeit erleben. Möglich ist das ganze Programm nur durch die Mithilfe zahlreicher Ehrenamtlicher, die während vieler Wochen hinter den Kulissen im Einsatz gestanden sind, um den Festivalbesuchern ein abwechslungsreiches Programm bieten zu können.

Den Auftakt bildete am Donnerstagabend ein Gebetsabend in der Zuger Klosterkirche. Der gemeinsame Lobpreis und die Anbetung führten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer näher zu Gott. Danach gab Tini Brüning, Theologin, Redaktorin bei K-TV und Missionarin aus Paderborn (D), Impulse, in denen sie die Anbetung als «Schlüssel für eine fruchtbare Kirche» bezeichnete. Neben Tini Brüning war Dr. Christian Hennecke, Autor und Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Bistum Hildesheim, der zweite externe Festival-«Speaker». Dr. Hennecke gab mehrere Impulse und Lobpreise, in denen er die Kirche unter anderem als «tiefe Erfahrung der Gegenwart des Auferstandenen, der Menschen sammelt» bezeichnete.
 


Ein Höhepunkt des Festivals war das Theaterstück «Karol», das im Casino Zug als Premiere aufgeführt wurde. «Karol» wurde von kreativen Ehrenamtlichen speziell für das Adoray-Festival produziert und thematisiert das frühe Leben des heiligen Papstes Johannes Paul II. Viele Junge waren in die Produktion involviert, die Botschaften haben das Publikum tief berührt.

Am Freitag- und Samstagnachmittag wurden den Besuchern zahlreiche Aktivitäten geboten – man konnte die Zeit frei einteilen und jene Workshops und Angebote nutzen, zu denen man Lust hatte. So berichtete z. B. Patriarch em. Gregorios III. Laham über das Christ-Sein im bürgerkriegs- und erdbebengeplagten Syrien oder der Workshop zur «Theologie des Leibes», dem von Papst Johannes Paul II. hinterlassenen Erbe, das Jungen «einen Schlüssel zum Verständnis der kirchlichen Sexuallehre und der Bedeutung des Leibes als Abbild Gottes» liefert, näherte sich Fragen wie: «Warum gehören Sex und Ehe zusammen und wie weit darf man vor der Ehe gehen?»

Am Samstagmorgen hielt Weihbischof Alain de Raemy in der Kirche St. Michael Zug die Heilige Messe, am Nachmittag fand unter anderem die von Adoray-Mitgliedern gestaltete «Adoray Stage» statt. Auf das Herzstück jedes Adoray-Festivals – das «Big Adoray» – freuten sich viele schon im Voraus. Dieses Highlight besteht jeweils darin, sich gemeinsam Zeit zu nehmen für Lobpreis, Impuls und Anbetung, um Gott nahezukommen und mit IHM Zeit zu verbringen. Dieser Programmpunkt war öffentlich – und in der Tat: Zusätzlich zu den jugendlichen Adoray-Besuchern kamen zu diesem Event auch in diesem Jahr weit über 100 externe Gäste – viele schwärmen von den herzerwärmenden Zeugnissen und Lobpreisungen, die im Rahmen von «Big Adoray» vorgetragen wurden.
 


Swiss-cath.ch konnte mit jungen Menschen vor Ort sprechen. So mit Johannes aus Basel, der zusammen mit fünf weiteren Personen aus seiner Lobpreisgruppe nach Zug gereist ist. Er traf am Freitagabend ein, direkt nach einer anstrengenden Arbeitswoche. Es war ihm wichtig, pünktlich der Theater-Aufführung beiwohnen zu können. «Das ist immer ein Highlight zum Einstieg», schwärmt er. «Es ist einfach faszinierend zu sehen, welch grossen Aufwand die Theatergruppe für zwei Auftritte pro Jahr betreibt und wie professionell die Darbietung daherkommt, obwohl die Darsteller eigentlich Laien sind». Johannes übernachtet während des Festivals zusammen mit seinen Freunden in der nahe gelegenen Turnhalle. «Das klappt wunderbar», sagt er. «Ein Schlafsack und eine Matte genügen mir – das passt zur Festivalstimmung». Besonders berührend findet er am Adoray-Festival, dass sich hier junge Menschen treffen, die zusammen den Glauben teilen und leben – und auf dieser Basis «einfach eine tolle Zeit» zusammen verbringen. «Es stärkt uns gegenseitig, wenn wir sehen, dass wir nicht alleine sind.»

Jean Baptiste hilft seit mehreren Jahren bei organisatorischen Aufgaben im Hintergrund mit. Als Kind Deutschschweizer Eltern, das in der Westschweiz aufgewachsen ist, ist er bilingue und macht am Adoray-Festival Übersetzungen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Romandie. Er war schon mit an Bord, als vor einigen Jahren in Lausanne das erste französischsprachige Adoray-Festival stattgefunden hat. Es freut ihn, dass auch immer mehr Romands an die jährlichen Festivals nach Zug kämen. So seien dieses Jahr Gruppen aus dem Unterwallis, aus Neuchâtel und aus dem Jura anwesend. Es sei sehr schön mitanzusehen, wie sich unterschiedliche Teilnehmergruppen aufgrund des Glaubens mischen und näherkommen. «Ich freue mich einfach immer wieder, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue kennenzulernen», so Jean Baptiste
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Am Adoray-Festival schätzt er das vielfältige Angebot und die Abwechslung. «Den Leuten wird sehr viel geboten: sowohl die intellektuelle Seite als auch Fröhliches und Motivierendes.» Schön sei, dass hier alle Arten von Menschen zusammenfinden. «Bei Adoray treffen sich Menschen mit unterschiedlichsten sozialen Hintergründen. Egal ob als Akademikerin oder als Handwerker – es gibt wohl wenige Vereinigungen, die so vielfältig zusammengesetzt sind und bei denen das Miteinander trotzdem so gut funktioniert», sagt Jean Baptiste, der beruflich als Arzt tätig ist. Am Adoray-Festival sei «eine grosse Freude spürbar. Die Leute sind einfach gut gelaunt und bestärken sich gegenseitig.» Sein persönliches Highlight des diesjährigen Zusammentreffens bestand aus einer sehr persönlichen, tiefgehenden Diskussion, die er mit einer Freundin führen konnte.

Den Abschluss des Adoray-Festivals bildeten am Sonntag die Heilige Messe und ein Generationenlunch. Laut Marina Ott, Medienverantwortliche des Adoray-Festivals, haben 2023 ähnlich viele Leute das Festival besucht wie im letzten Jahr: «Am Samstag waren es über 500 Besucherinnen und Besucher».
 

Mehr zum Festival: www.adorayfestival.ch

Adoray ist eine junge Bewegung in der Katholischen Kirche mit dem Anliegen, durch die Grundhaltung der Anbetung (adore) und des Lobpreises (pray) eine lebendige Christusbeziehung zu pflegen. Adoray bietet jungen Menschen die Möglichkeit, in Freundschaft die Freude des Evangeliums kennenzulernen, zu leben und weiterzuschenken. Nebst regelmässigen Lobpreisabenden werden je nach Ort auch noch andere Aktivitäten wie zum Beispiel Sport, Filmabende, Nightfever oder Jugendgottesdienste organisiert. Weitere Infos


Anian Liebrand


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